Rucksackreisen
Rucksackreisen sind insbesondere seit den 60er und 70er Jahren populär, als junge Leute mit Rucksack und geringem Reisebudget Fernreisen, Überlandreisen und Abenteuerreisen unternommen haben, z.B. auf dem sogenannten „Hippi trail“ von Europa durch Asien und oft weiter bis nach Australien. Ich bin davon überzeugt, daß nur selbstorganisierte Reisen die unabdingbare Unmittelbarkeit gewährleisen, die eine größtmögliche Authentizität von Wahrnehmungen, Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen ermöglichen, wobei Reisen ein Mittel zu Welterlebnis, Welterfahrung und Welterkenntnis sind. Heute leistet weltweites Reisen auf Grundlage der allgemeinen Reisefreiheit als einem Weltbürgerrecht und einem allgemeinen Menschenrecht einen bedeutenden zivilgesellschaftlichen Beitrag zur Völkerverständigung, und es trägt zur Bildung einer friedlichen Weltgesellschaft bei.
Inhalt dieser Internetseite:
Rucksackreise Südliches Afrika - Ein Reiseerlebnisbericht
Also in English available: Backpacking Southern Africa - A Travel Report
Rucksackreise Südasien - Ein Reiseerlebnisbericht
Rucksackreise Kleinasien - Ein Reiseerlebnisbericht
Rucksackreise südöstliche Mittelmeerregion - Ein Reiseerlebnisbericht
Auf dem Hochplateau des Tafelberges (1086 m) mit Blick nach Süden zum Kap der Guten Hoffnung am 04.11.2025 während meiner Reise durch Teile des südlichen Afrikas im November und Dezember 2025.
Aktuelles:
Rucksackreise
Südliches Afrika
Ein Reiseerlebnisbericht
von Manfred Suchan
1. Einleitung
Vom 28. Oktober 2025 bis zum 28. Dezember 2025 habe ich eine zweimonatige Rucksackreise in der geografischen Region des südlichen Afrikas (1) unternommen. Bei meinen Reisen bereise ich nicht Länder oder Staaten, sondern von mir selbst definierte geografische Regionen (2), und dies ist eine Frage der wissenschaftlichen Kategorienbildung (3) und der Klassifizierung (4). Während z.B. in den Geschichtswissenschaften Kategorienbildung insbesondere in Gestalt von historischen Zeitaltern und Epochen erfolgt, die, wie eine jede wissenschaftliche Kategorienbildung, nach signifikanten, nachvollziehbaren und überzeugend begründeten Kriterien voneinander abgegrenzt werden müssen, so sind dies in der Geografie geografische Räume (5) und geografische Regionen.
Da die Wirklichkeit (6) der Welt (7) als ein in vier Dimensionen (Raum und Zeit) erfolgender Prozeß verstanden werden kann (8), ist hierbei mein Erkenntnisinteresse (9) darauf gerichtet, diese geografischen Regionen sowohl als eine naturgeografische und kulturgeografische Einheit, als auch als eine historische Einheit kennenzulernen, auch um diese mit anderen geografischen Regionen vergleichen (10) zu können. Zur Planung und Durchführung meiner Reisen nutze ich Reiseführer (11). Bestandteile meiner Reisen sind unter anderem Stadtexkursionen sowie Besuche von Museen und Gedenkstätten. Es gilt, historische Forschung an den geografischen Originalschauplätzen historischer Ereignisse zu betreiben, eine Methode, die auf den Historiker und Geografen Herodot von Halikarnassos (ca. 480 – 430 v. Chr.) (12) zurückgeführt werden kann.
Die neuzeitliche Geschichte des südlichen Afrikas ist durch dessen Lage an der seit der frühen Neuzeit bestehenden Weltschifffahrts- und Welthandelsroute zwischen Europa und dem südlichen und südöstlichen Asien geprägt (13). Über die Zeit davor und vor dem Eintreffen von Europäern im südlichen Afrika ist nur sehr wenig bekannt, und das gilt mit wenigen Ausnahmen, wie z.B. Ägypten, für den gesamten afrikanischen Kontinent (14). Während die Geschichte Ägyptens (15) zu großen Teilen erforscht und dokumentiert ist, ist dies bei der Geschichte Nubiens (16), Äthiopiens (17) und weiterer angrenzender Regionen in Afrika bislang erst spärlich erfolgt. In Folge der sogenannten „Islamischen Expansion“ (18) wurde die Geschichte Nubiens verschüttet, und die Geschichte Äthiopiens wurde von den gemeinsamen historischen Entwicklungen in Europa und Asien abgeschnitten und isoliert.
Diese Reise war bislang meine erste Reise im südlichen Afrika. Zuvor hatte ich lediglich verschiedene Reisen im nördlichen und nordwestlichen Afrika unternommen, insbesondere in Ägypten und Marokko, des Weiteren in Mauretanien, Senegal und Gambia. Jetzt besuchte ich in Form einer Rundreise die Länder Südafrika, Namibia, Botswana und Lesotho.
Meine Reise durch Teile des südlichen Afrikas führte ich als Rucksackreise (19) mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch. Rucksackreisen sind insbesondere seit den 60er und 70er Jahren populär, als junge Leute mit Rucksack und geringem Reisebudget Fernreisen, Überlandreisen (20) und Abenteuerreisen (21) unternommen haben, z.B. auf dem sogenannten „Hippi trail“ (22) von Europa durch Asien und oft weiter bis nach Australien. Wie auf meinen Reisen üblich, erfolgte auch meine Reise durch Teile des südlichen Afrikas selbstorganisiert. Ich bin davon überzeugt, daß nur selbstorganisierte Reisen die unabdingbare Unmittelbarkeit gewährleisen, die eine größtmögliche Authentizität von Wahrnehmungen, Erlebnissen (23), Erfahrungen (24) und Erkenntnissen (25) ermöglichen, wobei Reisen ein Mittel zu Welterlebnis, Welterfahrung und Welterkenntnis sind.
Der moderne Tourismus wurzelt im Bildungsideal des Zeitalters der Aufklärung (26) und dem Anspruch auf Welterlebnis, Welterfahrung und Welterkenntnis, wie eine jede Theorie des Tourismus feststellen kann (27) Heute leistet weltweiter Tourismus auf Grundlage der allgemeinen Reisefreiheit (28) als einem Weltbürgerrecht und einem allgemeinen Menschenrecht einen bedeutenden zivilgesellschaftlichen Beitrag zur Völkerverständigung (29), und er trägt zur Bildung einer friedlichen Weltgesellschaft bei. Damit ist Tourismus ebenso wie Bildung ganz unzeitgemäß aktuell, soweit es dem Tourismus ebenso wie der Bildung gelingt, sich seiner Industrialisierung zu entziehen.
Heute verfehlt Tourismus jedoch weitgehend seine Intention von Welterlebnis, Welterfahrung und Welterkenntnis, denn es erfolgt eine fortschreitende Industrialisierung des Tourismus durch die Tourismus-Industrie. Die Tourismus-Industrie ist Bestandteil der Konsumkultur (30) der fortgeschrittenen Industriegesellschaft, und sie vermarktet Ablenkungen, Zerstreuungen und seichte Vergnügungen. Die Touristen werden durch die Tourismus-Industrie entmündigt und manipuliert, wodurch intellektuelle Reflektionen verhindert werden. In der Tourismus-Industrie entscheiden die Buchungszahlen darüber, was zustande kommen und umgesetzt werden kann, und das ist gemäß dem allgemeinen gesellschaftlichen Trend zunehmend dürftiger und niveauloser, denn unsere Konsumkultur in der fortgeschrittenen Industriegesellschaft und damit der Horizont unserer Wahrnehmungen, Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse ist von Ablenkungen, Zerstreuungen und seichten Vergnügungen geprägt. Dieser gesamtgesellschaftliche Trend wird dadurch verstärkt, daß nach der technokratischen „Bologna-Reform“ (31) die gesellschaftliche Rolle von Bildung und von Wissenschaft zu der eines zugerichteten Anhängsels des Wirtschaftsprozesses im europäischen Großwirtschaftsraum, der von der Europäischen Union verwaltet wird, transformiert wurde.
Somit sind selbstorganisierte Rucksackreisen eine Alternative sowohl zum Mainstream der Tourismus-Industrie, die eine fortschreitende Industrialisierung des Tourismus betreibt, als auch zum nach bildungsökonomischen Prämissen gleichgeschalteten und zweckrational zugerichteten Bildungsbereich als einem Bestandteil der Bewußtseins-Industrie (32).
Im südlichen Afrika ist das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Hauptstrecken zwischen den großen Städten beschränkt, und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es im südlichen Afrika nicht möglich, abgelegene und perifere Reiseziele und Sehenswürdigkeiten zu erreichen. Da die touristische Infrastruktur im südlichen Afrika hochgradig auf das Reisen in eigenen Fahrzeugen ausgelegt ist, mieten die meisten Touristen hier einen Leihwagen, mit dem auch abgelegene Orte und Sehenswürdigkeiten erreicht werden können, was sonst kaum möglich ist. Insbesondere sind im Südlichen Afrika bei Touristen teure Geländewagen mit Dachzelten beliebt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln, d.h. Reisebussen, ist man auf die Hauptstrecken zwischen den größeren Städten beschränkt, oder man bucht eine Beteiligung an organisierten Touren, was allerdings vergleichsweise teuer ist.
Im Gegensatz zu den omnipräsenten Leihwagen, mit denen fast alle Touristen im südlichen Afrika unterwegs sind, haben mich hingegen beeindruckt die wenigen Fahrradreisenden, die ich während meiner Reise im südlichen Afrika angetroffen habe, und die mit ihren Reisefahrrädern auf mehrmonatigen Fahrradfernreisen (33) unterwegs waren. Insbesondere haben sie mich beeindruckt, weil ich selbst gerne Fahrradreisen unternehme. So traf ich in Swakopmund Clément aus Bordeaux, der sich auf einer zweijährigen Weltreise befand, während der er die Distanzen über Land mit seinem Reisefahrrad zurücklegte, und die Distanzen über die Ozeane als Mitsegler auf Segelschiffen. Bei unserem Treffen in Swakopmund befand er sich auf der Rückreise von Kapstadt durch das westliche Afrika zurück nach Bordeaux (34). In Windhoek traf ich Gustavo aus Mexiko, der mit seinem Reisefahrrad von Marokko durch das westliche Afrika nach Kapstadt unterwegs war (35). Des Weiteren traf ich in Botswana Wiebke mit ihrem Reisefahrrad, die kürzlich von Freiburg durch das westliche Afrika nach Kapstadt geradelt ist (36).
Während meiner Reise im südlichen Afrika hat sich die Mitnahme eines kleinen Zeltes als sinnvoll erwiesen, das ich auf Campingplätzen nutzen kann, und auch Hostels bieten oft Campingmöglichkeiten auf ihrem Gelände an. Camping mit einem kleinen Zelt ist im südlichen Afrika die kostengünstige Form der Übernachtung, auch im Vergleich zu den Dormitories der Hostels. Auch habe ich damit eine Übernachtungsalternative, wenn Anfang Dezember im südlichen Afrika die Hauptreisezeit beginnt und Unterkünfte ausgebucht sein können.
Von meinen Reisen, meinen Erlebnissen, Erfahrungen und Erkenntnissen erstelle ich Reiseerlebnisberichte, wie den vorliegenden Reiseerlebnisbericht meiner Reise durch Teile des südlichen Afrikas. Solche Reiseerlebnisberichte sind erforderlich und notwendig, denn in den modernen Massengesellschaften bestimmen die Massenmedien die öffentliche Meinung, und somit bestimmen die Massenmedien das, was wir als unhinterfragte Tatsachen akzeptieren und hinnehmen sollen und das, was wir als Wahrheit glauben sollen. Andere, insbesondere die Massenmedien, der Staat insbesondere über die Schulpflicht, und weltweit wieder zunehmend Religionen bestimmen und gestalten unser Weltbild und unsere Weltanschauung. In allen Bereichen werden wir heute durch Spezialisten und Experten entmündigt, und eigene Recherchen und Forschungen sind unerläßlich, um sich selbstständig ohne Anleitung durch Andere eine unabhängige und kompetente eigene, fundierte und begründete Meinung bilden zu können. Wir sind aufgefordert, uns selbst darüber zu informieren, was in der Welt der Fall ist, und selbst herauszufinden, wie die Welt beschaffen ist. Dies ist Voraussetzung, daß Aufklärung möglich ist und gelingen kann und das Projekt der Aufklärung (37) nach dessen Unterbrechung im extremen 20. Jahrhundert (38) eine Fortsetzung finden kann. Zu einer eigenen Weltanschauung kann nur der gelangen, wer die Welt selbst angeschaut hat. Deshalb sind heute Anregungen zu erlebnisreichen, erfahrungsreichen, erkenntnisreichen, grenzüberschreitenden und horizonterweiternden Reisen erforderlich und notwendig, und meine Reiseerlebnisberichte sollen eine derartige Anregung bieten.
Derartige Anregungen sind insbesondere heute erforderlich und notwendig: Wir leben heute zunehmend naturentfremdet in künstlichen, urbanen Umwelten und virtuellen Realitäten des digitaltechnischen Zeitalters, die unsere Wahrnehmungen, Erlebnisse und Erfahrungen prädisponieren, prägen und formen. Die urbane Lebensweise ist gleichermaßen von Naturentfremdung, Körperentfremdung und Bewegungsmangel geprägt. Durch jahrzehntelange autogerechte Planung sind unsere Städte heute unwirtlich, laut, hektisch, aggressiv und häßlich. Die architektonische Gewalt der urbanen Planungslandschaften präformiert die urbane Gesellschaft. In den urbanen Ghettos werden die Menschen verwaltet, überwacht und kontrolliert. Die Konsumkultur produziert und vermarktet Ablenkungen, Zerstreuungen und seichte Vergnügungen, und permanent unterliegen wir der Beeinflussung und der Manipulation durch Massenmedien einer Massengesellschaft. Die Fähigkeit und Bereitschaft zum Alleinsein und zur Einsamkeit, zur Ruhe und Stille, zur Selbstfindung, zur Reflektion und zum Nachdenken ist verloren gegangen. In einer permanent beschleunigten Gesellschaft durchhasten wir automobil die Landschaften, die abgeschirmt von unseren sinnlichen Wahrnehmungen lediglich durch die Windschutzscheibe flüchtig zur Kenntnis genommen werden. Jegliche Intensität und Authentizität der Wahrnehmung und Erfahrung von „Welt, „Natur“ und „Wirklichkeit“ ist in der fortgeschrittenen Industriegesellschaft verloren gegangen, und dies erreicht nun im angebrochenen digitaltechnischen Zeitalter gänzlich neue Ausmaße, Intensitäten und Qualitäten der Entfremdung des Menschen.
2. Inhalt
1. Einleitung
2. Inhalt
3. Kapstadt, Hafenmetropole an der Seefahrtroute zwischen Europa und Indien
4. Windhoek und Swakopmund: Stadtgründungen in Folge der Berliner Kongokonferenz 1884/85
5. Etosha und der Mythos vom Naturparadies Afrika
6. Durch den „Caprivi-Streifen“ zu den Victoria-Fällen
7. Pretoria oder: Die Burenrepubliken und der „Wettlauf um Afrika“
8. Johannesburg: Vom Goldrausch zur Megacity
9. Diamantenrausch und Geopolitik in Kimberley
10. Bloemfontein: Der Zweite Burenkrieg, eine Urkatastrophe des extremen 20. Jahrhunderts
11. Durch das Hochland von Lesotho und über die Drakensberge
12. Entlang der Küste des Indischen Ozeans zurück nach Kapstadt
13. Anmerkungen
3. Kapstadt, Hafenmetropole an der Seefahrtroute zwischen Europa und Indien
Meine Reise durch das südliche Afrika begann ich in der Hafenmetropole Kapstadt (39), die heute rund 450.000 Einwohner hat. Nach Kapstadt gelangte ich mit einem Flug vom Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) über Paris (CDG). Die Flugdistanz von Paris nach Kapstadt beträgt ca. 10.000 Kilometer. Dieser Flug erfolgte in einer Höhe von annähernd 12.000 Metern bei einer Außentemperatur von bis zu -55 °C und einer Fluggeschwindigkeit von teilweise bis zu 1000 kmh. Wie üblich bestand mein Reisegepäck auch auf dieser Rucksackreise aus einem großen Rucksack, der beim Einchecken am Flughafen ein Gewicht von 11,7 Kilogramm hatte, sowie einem kleinen Tagesrucksack, und zudem meiner Digitalkamera Panasonic Lumix DMC G2.
Die Ankunft am Cape Town International Airport (CPT) erfolgte am 29.10.2025 um 5:50 h Ortszeit. Die Ortszeit im südlichen Afrika entspricht unserer Sommerzeit, sodaß die Uhren eine Stunde vorgestellt werden. In der Ankunftshalle des Flughafens CPT war auf großen Wandplakaten die Präsidentschaft Südafrikas in den G 20 vom 01.12.2024 bis zum 30.11.2025 Thema. Die Paßkontrolle bei der Einreise nach Südafrika am Flughafen erfolgte zügig: Die Reisepässe wurden elektronisch eingelesen und die Einreisenden erhielten dann den Einreisestempel, wobei mir ein Aufenthaltszeitraum in Südafrika vom 29.09.2025 bis zum 27.01.2026 gewährt wurde. Für Bürger der Bundesrepublik Deutschland ist für die Einreise nach Südafrika kein Visum erforderlich. Eine zusätzliche Erfassung biometrischer Daten, wie z.B. Einscannen von Fingerabdrücken und Iris-scan, was mittlerweile seit den Ereignissen des 11.09.2001 an vielen Grenzübergängen auch in Europa der Fall ist, erfolgte hier nicht. Die Entfernung vom Flughafen CPT ins Stadtzentrum beträgt ca. 21 Kilometer, und für die Fahrt dorthin wollte ich den MyCiti-Bus nehmen, der in meinen Reiseführern als zuverlässig und sicher empfohlen wird. Direkt vor dem Flughafengebäude gibt es eine Haltestelle dieses Busses. Ich erfuhr jedoch, daß dieser Bus auf der Strecke zum Flughafen seit ca. zwei Jahren den Betrieb eingestellt hat. Ich gelangte dann vom Flughafen CPT ins Stadtzentrum von Kapstadt mit einem Uber-Taxi, die dort als seriös und sicher gelten, anders als die sonstigen Taxis. Wie mir der Taxifahrer berichtete, dürfen die Uber-Taxis in Kapstadt kein Bargeld annehmen, und die Zahlung des vor der Fahrt vereinbarten Fahrpreises erfolgt ausschließlich per Kartenzahlung.
In Kapstadt hielt ich mich zu Beginn meiner Reise sieben Tage auf, und am Ende meiner Reise weitere drei Tage, wobei ich Exkursionen unternahm und verschiedene Museen und Gedenkstätten besuchte. Kapstadt präsentiert sich als eine weltoffene und internationale Metropole, gelegen an einer seit der frühen Neuzeit bestehenden Weltschifffahrts- und Welthandelsroute zwischen Europa und dem südlichen und südöstlichen Asien. Die Stadt Kapstadt wurde im Jahre 1652 auf Veranlassung der Niederländisch-Ostindischen Kompanie (VOC) (40) gegründet, die hier auf der Seefahrtroute von Europa nach Indien eine Versorgungsstation einrichtete.
Im Rahmen meiner Stadtexkursionen in Kapstadt war die Niederländisch-Ostindische Handelskompanie (VOC) und ihre Geschichte wiederholt präsent. Zuerst gelangte ich zum Company‘s Garden, der das Zentrum der niederländischen Niederlassung am Kap bildete. Angelegt wurde der Garten im Jahre 1652, um die zwischen den Niederlanden und Indien verkehrenden Segelschiffen der Niederländisch-Ostindischen Kompanie (VOC) mit frischem Gemüse zu versorgen.
Dann besuchte ich am 29.10.2025 das von der Niederländisch-Ostindischen Kompanie (VOC) in den Jahren von 1666 bis 1679 erbaute „Castle of Good Hope“, eine frühneuzeitliche Zitadelle (41). Diese Zitadelle war das Hauptquartier der VOC, und heute ist sie das älteste erhaltene Gebäude in Kapstadt und in Südafrika. Die Mauern und Bastionen der Zitadelle sind begehbar, und von dort bietet sich ein Panoramablick über Teile von Kapstadt. In den Räumen der Zitadelle sind mehrere Museen und Ausstellungen untergebracht, die ich besuchte. Wie eine historische Ausstellung in der Zitadelle vermittelt, ging der Errichtung der Zitadelle die Beauftragung des Jan van Riebeeck durch die VOC im Jahre 1651 voraus, am Kap eine Versorgungsstation für die Segelschiffe der VOC auf ihrem Weg von Europa um Afrika herum und weiter nach Süd- und Südost-Asien zu errichten. Schon zuvor hatten Seefahrer aus Portugal eine Seefahrtroute um Afrika herum nach Indien erkundet (42). Insbesondere nach der Eroberung der Weltstadt (43) Konstantinopel (44) im Jahre 1453 (45), dem bedeutendsten westlichen Endpunkt des transkontinentalen eurasischen Seidenstraßenhandels (46), hatten sich in Europa die Bemühungen intensiviert, alternative Seehandelsrouten von Europa nach Süd- und Südost-Asien zu suchen. Im Rahmen derartiger Bemühungen wurde unter anderem Amerika entdeckt. In Europa war damals der Bericht des Herodot bekannt gewesen, der darstellt, daß Phönizier etwa im Jahre 600 v. Chr. mit Schiffen Afrika umfahren hätten.
Die historischen Grundlagen und der Anlaß dieser Entwicklungen, aus denen unsere heutigen globalen Verhältnisse hervorgingen, sind im Niedergang des Byzantinischen Reiches (47) und im Aufstieg und der Expansion des Osmanischen Reiches (48), einem sogenannten „Gunpowder Empire“ (49) begründet. Schlüsseldatum dieser Entwicklung ist das Jahr 1204 mit der Eroberung der Weltstadt Konstantinopel (50) auf Veranlassung der Seerepublik Venedig (51), womit die Untergangsphase des Byzantinischen Reiches eingeleitet wird, die mit der Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 ihren Abschluß findet. Die globalhistorische Rolle und Funktion der seit dem Jahre 413 von der theodosianischen Landmauer (52) geschützten Weltstadt Konstantinopel, dem bedeutendsten westlichen Endpunkt des transkontinentalen eurasischen Seidenstraßenhandels, in der Spätantike und im Mittelalter ist sowohl Gegenstand der Politischen Geografie (53), als auch der Globalgeschichte (54).
Das (oströmische) Byzantinische Reich, und insbesondere die Weltstadt Konstantinopel, dem bedeutendsten westlichen Endpunkt des transkontinentalen eurasischen Seidenstraßenhandels, die seit dem Jahre 413 von der theodosianischen Landmauer geschützt war, hatte in Europa in der Spätantike und im Mittelalter über viele Jahrhunderte hinweg bis zum Untergang des Byzantinische Reiches eine Rolle und Funktion eines Bollwerks nach Osten ausgefüllt. Im Jahre 447 hielt die Theodosianische Mauer die Invasion der Hunnen (55) ab, die nun nicht in das Oströmische Reich, sondern in das Weströmische Reich (56) einfielen. Dann scheiterten während der arabischen Expansion (57) im siebten und achten Jahrhundert die beiden Belagerungen der von der theodosianischen Landmauer geschützten Weltstadt Konstantinopel durch arabische Armeen in den Jahren 674–678 (58) sowie 717/718 (59), was den Vormarsch der arabischen Armeen Richtung Europa beendete. Die abgewehrten Belagerungen verhinderten die Eroberung des Byzantinischen Reichs und damit eine Invasion der Araber über den Balkan nach Europa. Von den Arabern wurde nun bei deren Expansion das Byzantinische Reich südlich umgangen, sodaß diese Europa über die Iberische Halbinsel erreichten. Von den Mongolen wurde das Byzantinische Reich bei deren Expansion im 13. Jahrhundert (60) nördlich umgangen, wobei die mongolische Expansion in Europa nicht aufgehalten werden konnte (61). Eine solche Invasion Europas wurde später erst dem Militärimperium (Gunpowder empire) des Osmanischen Reiches in Folge der Eroberung der Weltstadt Konstantinopel im Jahre 1453 möglich, sodaß sich das Osmanischen Reich mit seinen Sklavenarmeen (62) bis vor die Tore der Stadt Wien (63) ausweiten konnte.
Beginn der Untergangsphase des Byzantinischen Reiches war die Eroberung und Plünderung der Weltstadt Konstantinopel im Jahre 1204 auf Veranlassung der Seerepublik Venedig, ein historischer Markstein mit weitreichenden, die globalen Verhältnisse der Gegenwart prägenden Folgen. Die Eroberung und Plünderung der Weltstadt Konstantinopel im Jahre 1204 n. Chr. während des Vierten Kreuzzuges (64), wobei insbesondere der Seerepublik Venedig eine entscheidende Rolle zukommt, und die Errichtung des Lateinischen Kaiserreiches (65) leiteten den Untergang des Byzantinischen Reiches ein, und dieser Untergang fand mit der Eroberung Konstantinopels durch das expandierende Militärimperium des Osmanischen Reiches im Jahre 1453 seinen Abschluß. Die Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 gilt als ein Markstein der Epochenwende vom Mittelalter zur Neuzeit. In Folge der Eroberung der Weltstadt Konstantinopel, dem bedeutendsten westlichen Endpunkt des transkontinentalen eurasischen Seidenstraßenhandels, verlagerten sich die Seehandelsrouten vom Mittelmeer zum Atlantik, wo neue See- und Handelsmächte entstanden und Weltgeltung erlangten, und die Seerepublik Venedig verlor ihre Rolle als dominierende See- und Handelsmacht.
Über das Mittelalter hinweg konnten es sich die Fürsten und Staaten des christlichen Europas im Schatten des Schutzes durch das Byzantinische Reich erlauben, gegeneinander um territoriale und wirtschaftliche Vorteile zu konkurrieren und aus diesen Gründen gegeneinander Kriege zu führen, bis das Byzantinische Reich ein Opfer dieser Praxis wurde, wie die Ereignisse des Jahres 1204 und dessen weitreichende globalhistorische Folgen zeigen. Im Schatten des Schutzes durch das Byzantinische Reich existierte das christliche Europa im Mittelalter in selbstbezogener Weltabgeschiedenheit, und im Vergleich mit der Antike war die Weltkenntnis im christlichen Europa im Mittelalter erheblich geringer. Erst mit der Reise des Marco Polo (66) nahm das Interesse in Europa an Asien wieder zu. Mit dem Untergang des Byzantinischen Reiches war Europa nun selbst mit der übrigen Welt konfrontiert und mußte seine überaus mangelhafte Weltkenntnis verbessern und deren Horizont ausweiten.
Die Folgen der Eroberung der Weltstadt Konstantinopel und des Untergangs des Byzantinischen Reiches, insbesondere auch für die Seerepublik Venedig, der damals im Mittelmeerraum dominierenden See- und Handelsmacht, waren damals nicht absehbar, aber sehr weitreichend: Der Seehandel und die Schifffahrtsrouten verlagerten sich vom Mittelmeer in den Atlantik, die Seerepublik Venedig verlor ihre Bedeutung als dominierende See- und Handelsmacht im Mittelmeerraum, und neue See- und Handelsmächte stiegen am Atlantik auf. Zuerst war dies das Königreich Portugal (67), das die Seerepublik Venedig als dominierende See- und Handelsmacht ablöste (68). Später wurde das Königreich Portugal als dominierende See- und Handelsmacht von der Niederländisch-Ostindischen Kompanie (VOC) verdrängt und abgelöst.
In der frühneuzeitlichen Zitadelle „Castle of Good Hope“ gibt es neben der historischen Ausstellung eine „William Fehr Collection“, in der insbesondere Gemälde ausgestellt sind, die historische Ansichten von Landschaften, Menschen und gesellschaftlichen Verhältnissen in der Kap-Region bieten. Des Weiteren gibt es hier ein „Military Museum“, das die militärischen Konflikte in der Kap-Region zum Thema hat. Zudem befindet sich hier ein „Camissa Museum – a Camissa African centre for restorative memory“ (69). Gegenstand dieses Museums ist die vielfältige Migrationsgesellschaft, die im südlichen Afrika und insbesondere in der Metropole Kapstadt über mehrere Jahrhunderte hinweg entstanden ist. In den angebotenen umfangreichen Informationen dieses Museums werden Aspekte der geschichtlichen Entwicklung und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft dargestellt und erörtert.
Des Weiteren besuchte ich am 01.11.2025 das Sklaverei-Museum in der ehemaligen „Slave Lodge“ (70). Diese Slave Lodge war im Jahre 1679 von der VOC für die Unterbringung der von ihr gehaltenen Sklaven erbaut worden, deren Aufgabe es zunächst gewesen ist, den Company‘s Garden zu versorgen. Thema des Museums ist vorwiegend die Geschichte der Sklaverei am Kap, die gegliedert in 18 thematische Räume umfangreich behandelt wird. Im hinteren Teil des Museums läßt eine Zeitskala diese Geschichte der Sklaverei im Jahre 1444 in Portugal in der Stadt Lagos am „Mercado de Escravos“ (Sklavenmarkt) beginnen. Warum dieser zeitliche und räumliche Punkt innerhalb der Geschichte der Sklaverei herausgegriffen und herausgestellt wird, wird nicht begründet. Um jedoch das Phänomen der Sklaverei (71) angemessen zu behandeln und sinnvoll zu verstehen, muß auch hier der Horizont der Betrachtung in seiner geografischen Breite und seiner historischen Tiefe erweitert werden.
Innerhalb der Menschheitsgeschichte wird Sklaverei im Zuge der Neolithischen Revolution und der darauf folgenden Entstehung cephaler, hierarchischer, arbeitsteiliger, bürokratisch verwalteter und staatlich organisierter Gesellschaften in den Frühen Hochkulturen ein Massenphänomen und ein Massenschicksaal. Insbesondere in Gestalt der Sklaverei, wobei Menschen zu Arbeitsvieh gemacht werden, erfaßt der Prozeß der Domestikation den Menschen selber (72). In Europa fand die Institution der Sklaverei ab der Spätantike durch die Ausweitung des Christentums weitgehend ein Ende. Fortbestand hatte hingegen die Sklaverei im Mittelalter in den Periferien Europas und insbesondere in den sich ausweitenden Islamischen Imperien, die Orientalische Despotien und Sklavenhaltergesellschaften waren (73), wie z.B. das Militärimperium des Osmanischen Reiches, das einen ausgedehnten Sklavenimporthandel insbesondere mit Sklaven aus dem östlichen Europa und aus Afrika betrieb. An diesem Sklavenimporthandel in das Osmanische Reich beteiligte sich u.a. die Seerepublik Venedig, die Sklavenmärkte auf ihren Territorien im Mittelmeerraum unterhielt.
Grundlage des Entstehens der neuzeitlichen (kolonialen) Sklaverei ist die Einrichtung von Fernhandelskompanien (74) in den europäischen Staaten im Rahmen einer merkantilistischen Wirtschafts- und Handelspolitik (75) im Zeitalter des Absolutismus (76). Die bekanntesten Fernhandelskompanien waren die im Jahre 1600 gegründete britische East India Company (77), die im Jahre 1602 gegründete Niederländisch-Ostindische Kompanie (VOC) und die im Jahre 1664 gegründete französische Compagnie des Indes Orientales (78). Diese Fernhandelskompanien waren bestrebt, große Teile des Seehandels zu kontrollieren und zu monopolisieren, und sie wurden von den Königen der Staaten mit sehr weitgehenden, quasi-staatlichen Privilegien ausgestattet, darunter Handelsmonopole, Recht zur Ausrüstung von Handels- und Kriegsschiffen, Recht auf Aufstellung und Unterhalt eigenen Militärs, Besitzrecht auf eroberte Gebiete, Recht auf Prägung eigener Münzen und Recht auf eigene Gerichtsbarkeit. In ihren eroberten Überseeterritorien praktizierten diese Fernhandelskompanien jenseits irgendwelcher Kontrollen und ethischen Schranken die in Europa seit der Spätantike verbotene und verpönte Sklaverei als Bestandteil ihres Geschäftsmodells und zur Maximierung ihrer Erträge, und sie beteiligten sich am Sklavenhandel mit Sklaven, die sie auf außerhalb Europas bestandenen und vorgefundenen Sklavenmärkten aufkauften (79). Diese neuzeitliche (koloniale) Sklaverei weitete sich zusammen mit der Ausweitung der Plantagenökonomie (80) außerhalb Europas aus. Die neuzeitliche (koloniale) Sklaverei sowie die Sklaverei weltweit fand ein Ende durch den Erfolg der weltweiten Bürgerrechtsbewegung des Abolitionismus (81).
Auf diesen Zusammenhang des Entstehens der neuzeitlichen (kolonialen) Sklaverei in Folge der Einrichtung von Fernhandelskompanien geht eine aktuelle Sonderausstellung im Eingangsfoyer des Sklaverei-Museums in der ehemaligen Slave Lodge mit dem Titel „The Names of Freedom“ ein. Dargestellt wird, wie die Sklaven u.a. durch Umbenennung ihrer Namen ihre bisherige Identität verlieren und zu Objekten gemacht werden. In diesem Rahmen wird am Beispiel der Insel Reunion und der im Jahre 1664 gegründeten französischen „Compagnie des Indes Orientales“ dargestellt, wie die absolutistisch regierenden Fürsten, hier Ludwig XIV., im Rahmen einer merkantilistischen Handels- und Wirtschaftspolitik Fernhandelsgesellschaften mit sehr weitreichenden Vollmachten gründeten und förderten. In ihren eroberten Überseeterritorien praktizierten diese Fernhandelskompanien jenseits irgendwelcher Kontrollen und ethischen Schranken die in Europa seit der Spätantike verbotene und verpönte Sklaverei als Bestandteil ihres Geschäftsmodells und zur Maximierung ihrer Erträge.
Die französische Fernhandelskompanie „Compagnie des Indes Orientales“ ist zentrales Thema in der Stadt Lorient im Süden der Bretagne und in der kleinen Nachbarstadt Port-Louis (82), die ich während meiner Fahrradreise durch die südliche Nordseeregion im Sommer 2022 besucht hatte. In Folge der Gründung der Compagnie des Indes Orientales im Jahre 1664 war die Hafenstadt Lorient im Jahre 1666 als Handelshafen gegründet worden, die dann für rund ein Jahrhundert „Frankreichs Tor zur Welt“ gewesen ist. Grundlage der Gründung von Fernhandelskompanien im Rahmen einer merkantilistischen Wirtschafts- und Handelspolitik im Zeitalter des Absolutismus war der steigende Geldbedarf des absolutistischen Staates, denn der absolutistisch regierende König benötigte für den Ausbau und die Entfaltung seiner unbeschränkten Macht nach außen und innen immer umfangreichere Finanzmittel.
Wachsende Finanzmittel wurden insbesondere dazu benötigt, um in den im Zeitalter des Absolutismus entstehenden neuartigen Territorialstaaten (83) jetzt stehende Heere (84) untergalten können, und um die Grenzlinien dieser neuartigen Territorialstatten mit zahlreichen neuartigen teuren Zitadellen abzusichern. So wurde z.B. das Königreich Frankreich, ein neuzeitlicher Territorialstaat, während der Herrschaft König Ludwig XIV. (1638-1715) (85) von mehr als 160 von Festungsbaumeister Sébastian Le Prestre de Vauban (1633 - 1707) (86) geplanten neuzeitlichen Fortifikationen (Zitadelle) umgeben. Vauban hatte den neuzeitlichen Festungsbau (Zitadelle) zu einer neuzeitlichen Wissenschaft entwickelt. 12 dieser Fortifikationen Vaubans sind seit 2008 Unesco-Weltkulturerbe (87). Diese neuzeitlichen Festungen sind zusammen mit stehenden Heeren und exakt vermessenen und permanent militärisch bewachten Grenzlinien ein Charakteristikum des neuzeitlichen, absolutistischen und zentralistischen Staates in Abgrenzung zum Personenverbandsstaat (88) des Mittelalters. Die Architektur der neuzeitlichen Zitadelle wird insbesondere durch das Aufkommen von Kanonen mit großer Zerstörungskraft bestimmt (Gunpowder Empires). Das Aufkommen von Kanonen mit großer Zerstörungskraft leitete zudem den Niedergang der freien und selbstständigen Städte (89) ein, deren Freiheit und Selbstständigkeit nun nicht mehr wie noch im Mittelalter durch Stadtmauern geschützt werden konnte.
In der Zitadelle der kleinen Stadt Port-Louis widmet sich das „Musée de la Compagnie des Indes“ den historischen Zusammenhängen, das ich am 27.08.2022 besucht hatte. Die nach dem Vorbild der im Jahre 1602 gegründeten Niederländisch-Ostindischen Kompanie (VOC) im Jahre 1664 gegründete französische Compagnie des Indes Orientales hatte ihren Sitz in Port-Louis an der Mündung des Flusses Blavet. Schon im Jahre 1666 war auf der gegenüberliegenden Flußseite die Hafenstadt Lorient als Planstadt und Handelsmetropole erbaut worden. Von hier aus beteiligte sich die Compagnie des Indes Orientales am Handel mit Asien, wobei insbesondere Gewürze, Tee und Porzellan bezogen wurden, sowie am Handel über den Atlantik, wobei Sklaven, Zucker und Kaffee die bedeutendsten Handelswaren waren. Die Ausstellung des „Musée de la Compagnie des Indes“ beleuchtet die zunehmende Bedeutung des Seehandels, die Gründung von Fernhandelskompanien in Europa, die Bedeutung der Stadt Lorient für den Seehandel Frankreichs, sowie die Handelswaren und die Bedingungen und Umstände dieses Seehandels. Im Zuge dieses Seehandels weitete sich die Plantagenökonomie aus und mit dieser der Sklavenhandel insbesondere über den Atlantik nach Amerika, und dieser Sklavenhandel ist ebenfalls Thema der Ausstellung.
In Kapstadt ist das Hafengelände des viktorianischen Zeitalters, die „Victoria & Alfred Waterfront“ ein beliebtes Touristenziel. Es gibt hier einen „Nelson Mandela Gateway“, von dem aus man per Fähre zur ca. 11 km entfernten Insel Robben Island (90) fahren kann. Eine solche Tour mit einem Besuch der Insel Robben Island habe ich am 03.11.2025 unternommen. Die Insel Robben Island wurde seit dem 17. Jahrhundert als Straflager genutzt, zuletzt bis Anfang der 90er Jahre als Gefängnis für Gegner des Apartheid-Regimes (91), darunter Nelson R. Mandela (1918-2013). Im Gebäude des „Nelson Mandela Gateway“ gibt es eine Ausstellung zum Thema „Robben Island of the 20th Century“, die die Entwicklungen auf Robben Island im Rahmen des politischen Wandels in Südafrika zum Thema hat. Die Ausstellung beginnt mit der Gründung der Südafrikanischen Union im Jahre 1910 und endet mit der Einrichtung eines Museums auf Robben Island und der Erklärung zum Unesco Welterbe im Jahre 1999. Zweifellos ist die in dieser Ausstellung dargestellte Geschichte ein Bestandteil des „extremen“ 20. Jahrhunderts (92).
Die Insel Robben Island kann im Rahmen von organisierten Touren und Führungen besucht werden. Dabei erfolgt eine Rundfahrt in Bussen, wobei Gefängnisgebäude, Gebäude für das Wachpersonal, sowie ein Steinbruch passiert werden, in dem Gefangene Zwangsarbeit verrichten mußten. Der Höhepunkt der Tour ist der nachfolgende Besuch des Gefängniskomplexes im Rahmen einer Führung durch ehemalige Häftlinge.
Diese Totale Institution (93) repräsentiert drei Erscheinungsformen bzw. Typen Totaler Institutionen gleichzeitig: 1. Das Gefängnis (94), 2. Das Lager (95), 3. Die Strafkolonie (96). Baulich ähneln sich derartige Totale Institutionen, darunter auch NS-Konzentrationslager; sie sind nach dem architektonischen Konzept des Panoptismus (97) erbaut mit dem Ziel totaler Überwachung und Kontrolle der Häftlinge. Zur Analyse des jeweiligen Regimes innerhalb derartiger Totaler Institutionen, unter denen es erhebliche Unterschiede geben kann, reicht die Betrachtung der durchaus ähnlichen Architektur nicht aus. Hierfür sind von herausragender Bedeutung die Berichte von (ehemaligen) Häftlingen, um den jeweiligen Charakter des Regimes der jeweiligen Totalen Institution erfassen und mit den Regimen anderer Totaler Institutionen vergleichen zu können.
Totale Institutionen werden auch heute noch als selbstverständlich, als erforderlich und alternativlos für den „Normalbetrieb“ der Industriegesellschaft angesehen, aber tatsächlich sind sie Formen von organisiertem Verbrechen. Daß sich bestehende gesellschaftliche Zustände und Verhältnisse auch verändern und humanisieren lassen, zeigt das Beispiel der Ächtung und Abschaffung der Sklaverei, und mit einer entsprechenden Politik eines Abolitionismus lassen sich auch Totale Institutionen, insbesondere Gefängnisse, das Strafrecht und das Bestrafen abschaffen (98).
Des Weiteren besuchte ich in Kapstadt am 30.10.2025 das exzellente South African Museum, das in seinen zwei Abteilungen, einer großen und umfangreichen naturkundlichen Abteilung und einer ethnografischen Abteilung eine Vielzahl unterschiedlicher Ausstellungen bietet (99). Zweifellos zählt dieses Museum zu den besten und sehenswertesten Museen im südlichen Afrika. Unter den besten und sehenswertesten Museen im südlichen Afrika kann ich zudem das Swakopmund-Museum in der Stadt Swakopmund, das Kimberley Mine Museum in der Stadt Kimberley, das Anglo-Boere Oorlog Museum (War Museum of the Boer Republics) in der Stadt Bloemfontein, das East London Museum in der Stadt East London und das Maritime Museum in der Stadt Mossel Bay hervorheben, die ich im weiteren Verlauf meiner Reise neben weiteren Museen besucht habe.
In der ethnografischen Abteilung des South African Museums sind Felsbilder (100) das Hauptthema, die sich zahlreich im südlichen Afrika und darüber hinaus im gesamten Afrika antreffen lassen. Felsbilder werden seit dem Jungpaläolithikum produziert, und es gibt sie auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis. Von den San (Buschleute) (101) und den Aborigines werden Felsbilder bis in die Gegenwart hergestellt. Unser Wissen über vorgeschichtliche Kulturen ist extrem gering, und Archäologen rekonstruieren mühsam Aspekte der sogenannten „Materiellen Kultur“ (102). Archäologen können allerdings keinerlei Aussagen über die sogenannte „Immaterielle Kultur“ leisten. Anhand von Felsbildern werden Rückschlüsse auf Aspekte „Immaterielle Kultur“ versucht.
Die umfangreiche naturkundliche Abteilung des Museums bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Ausstellungen. Hier hat die Hauptausstellung die Lebensräume Meer und Savanne zum Thema. Im Bereich Meer werden ausführlich Haie und deren vielfältige biologische Besonderheiten dargestellt. Zudem sind Wale ein Schwerpunktthema, wobei in einer großen Halle mehrere riesige Walskelette ausgestellt sind. Im Zentrum des Themenbereichs Savanne (103), eine Landschaft, die ein Viertel des afrikanischen Kontinents prägt, stehen die auch landschaftsgestaltenden ökologischen Beziehungen der zahlreichen unterschiedlichen in der Savanne lebenden Tiere. Des Weiteren bietet das South African Museum eine Mineralien Galerie, zudem eine Ausstellung mit dem Titel „The Sea and Us“, die die Bedeutung der beiden Ozeane Atlantik und Indik für Südafrika zum Thema hat. Eine weitere umfangreiche Ausstellung widmet sich der Südpolarregion im Rahmen der Mitgliedschaft Südafrikas beim Antarktis-Vertrag (104) und der in diesem Rahmen stattfindenden Polarforschung, wobei von Südafrika Forschungsstationen in der Antarktis, auf der Marion-Insel sowie der Gough-Insel unterhalten werden. Weitere Ausstellungen haben Dinosaurier und den Ursprung der Säugetiere zum Thema. Eine kleine Ausstellung mit dem Titel „Darwin and the Cape“ stellt ausführlich den Naturforscher Charles R. Darwin (1809-1882) (105), seine Biografie als Wissenschaftler und seine Forschungsreise mit dem Schiff „Beagle“ von 1831 bis 1836 (106) vor, während der Darwin auch die Stadt Kapstadt und deren Umgebung besucht hatte.
Zudem besuchte ich am 31.10.2025 den botanischen Garten Kirstenbosch (107). Dorthin gelangte ich im Rahmen der täglich von City Sightseeing Cape Town angebotenen und im Abstand von 20 Minuten mit Doppelstockbussen befahrenen „Blue Mini Peninsula Tour“. City Sightseeing Cape Town bietet zudem eine weitere, etwas kürzere ebenfalls täglich im Abstand von 20 Minuten befahrene “Red City Tour“ an. Auf beiden Touren kann man an verschiedenen Haltestellen diese Touren unterbrechen und aussteigen, um dann die Tour mit einem der im Abstand von 20 Minuten nachfolgenden Busse fortzusetzen. Eine Haltestelle der City Sightseeing Busse befindet sich bei der Touristeninformation von Cape Town Tourism in der Long Street 81 (Haltestelle Nr. 5), wo ich zustieg. Der Bus der „Blue Mini Peninsula Tour“ fährt im Uhrzeigersinn um den Tafelberg (1086 m) herum, wobei er u.a. am Gelände der Universität von Kapstadt vorbei gelangt. Das Visitor Center des botanischen Garten Kirstenbosch (Gate 1) befindet sich an Haltestelle Nr. 20, wo ich ausstieg, um den botanischen Garten zu besuchen.
Dieser große, im Jahre 1913 eröffnete botanische Garten Kirstenbosch erstreckt sich in Hanglage im Südosten des Tafelbergs, und seit 2004 ist er Unesco Welterbe. Ein umfangreiches Netz von Wegen erschließt den weitläufigen Garten, darunter ein „Tree Canopy Walkway“ durch die Baumwipfel. Man hat Anschluß an das Netz von Wanderwegen in der Umgebung des Tafelberges (1086 m), die auch auf diesen hinauf führen. Zahlreiche Infotafeln (meist Englisch, teilweise auch dreisprachig) bieten Informationen zu einzelnen Pflanzen und verschiedenen weiteren Themen. Zweifellos kann man sich einen vollständigen Tag in diesem weitläufigen botanischen Garten aufhalten, ohne alles gesehen zu haben.
Der botanische Garten Kirstenbosch repräsentiert insbesondere die Pflanzengesellschaft des sogenannten „Fynbos“ (108), einer artenreichen, in ihrem Vorkommen auf die Kap-Region beschränkten Pflanzengesellschaft. Im botanischen Garten Kirstenbosch läßt sich ein guter Eindruck von dieser vielfältigen Pflanzengesellschaft des „Fynbos“ gewinnen, die einen großen Teil der Fläche des botanischen Gartens einnimmt. Die Pflanzengesellschaft des „Fynbos“ zeichnet sich durch eine überaus große Artenvielfalt aus, von denen die meisten endemische Arten sind, die nur in der Kap-Region auf kleinem Raum und sonst nirgendwo vorkommen. Der „Fynbos“ ist ein bedeutender Bestandteil der Kap-Flora. Die Flora der Kap-Region (109) bildet als „Capensis“ die mit Abstand kleinste von insgesamt sechs Florenregionen (110) weltweit mit überwiegend endemischen Arten, die nur hier auf dem eng begrenzten Raum der Kap-Region vorkommen, und sonst nirgends. Insbesondere aufgrund ihres räumlich eng begrenzten Vorkommens sind mittlerweile viele der endemischen Pflanzenarten der Kap-Flora vom Aussterben bedroht. Durch die Ausweitung von Siedlungs- und Verkehrsflächen wird der begrenzte Lebensraum der Pflanzen der Kap-Flora weiter eingeschränkt, und in der Vergangenheit sind in der Kap-Region anstelle des „Fynbos“ ausgedehnte Kiefernmonokulturen angelegt worden, um Nutzholz zu gewinnen.
Meinen Besuch des botanischen Gartens Kirstenbosch beendete ich am späten Nachmittag, um von der Haltestelle Nr. 20 mit dem letzten City Sightseeing Bus um 16:51 Uhr weiter fahren zu können. Die Fahrt verlief nun südlich des Tafelberges (1086 m) Richtung Südwesten zum Hafenort Hout Bay. Die dabei durchfahrenen Waldgebiete bestehen größtenteils aus Kiefern-Monokulturen. Heute gibt es Bestrebungen, diese Kiefernbestände wieder zu reduzieren, um der bedrohten Kap-Flora und dem Fynbos wieder mehr Raum zur Regeneration zu verschaffen. Zudem ist Eukalyptus häufig, invasive Neophyten (Neobiota) (111) aus Australien, die mittlerweile im gesamten südlichen Afrika häufig anzutreffen sind. Das Wetter war jetzt kühl und bewölkt, und zeitweise fiel etwas Regen. Die Busfahrt folgte nun der Nordwest-Küste unterhalb der Felsklippen der „Zwölf Apostel“ zurück nach Kapstadt.
Den 1086 Meter hohen Tafelberg (112), der die Stadt Kapstadt überragt, erstieg ich am 04.11.2025 im Rahmen einer Wanderung, die ich im Stadtzentrum von Kapstadt startete. Auf meinem Weg durch Kapstadt zum Tafelberg gelangte ich durch Wohnsiedlungen, in denen die Hausgrundstücke mit elektrischen Zäunen umgeben sind, worauf auch Schilder verweisen, weitere Schilder verweisen auf Konzepte von „Neighbourhood Watch“ sowie auf Wachschutzdienste mit einem Konzept einer „Armed Response“ (Bewaffnete Reaktion). Grund derartiger Sicherheitsregime ist die extrem hohe Kriminalitätsrate im südlichen Afrika, insbesondere in der Republik Südafrika, die seit Ende der Apartheit die weltweit höchste Kriminalitätsrate aufweist. Wie in allen Städten in Südafrika ist auch in Kapstadt das Stadtzentrum von den Einwohnern europäischen Ursprungs weitgehend verlassen worden, die sich in bewachte Wohnsiedlungen außerhalb der Stadtzentren hinter hohen, oft mehrreihigen Zäunen und Mauern zurückgezogen haben. Die hohe Kriminalitätsrate prägt und gestaltet den Tagesablauf der Menschen in Südafrika, der möglichst bei Sonnenaufgang beginnt, damit dieser vor Sonnenuntergang beendet sein kann, denn bei Dunkelheit hält sich in Südafrika niemand mehr im Freien auf, sondern nur noch in gesicherten und bewachten Gebäuden. Auch Touristen wird dringend geraten, sich diese Praxis zur Gewohnheit zu machen, woran ich mich bei meiner Reise durch das südliche Afrika auch konsequent gehalten habe.
Der von mir begangene Wanderpfad auf den Tafelberg (1086 m) führt durch die Platteklip-Schlucht an der Nordwand des Tafelberges hinauf in der Nähe einer in der Schweiz erbauten Seilbahn, die auf das Plateau des Tafelberges hinauffährt. Dieser Wanderpfad ist in einem guten Zustand und ausgeschildert, Steine auf diesem Weg sind oft zu Stufen angeordnet und loses Geröll ist mit Drahtgeflecht gesichert. Einige Wanderer waren hier unterwegs, obwohl die Mehrzahl der Touristen die Seilbahn nutzt.
Das Plateau des Tafelberges erreichte ich beim Fontain Peak (1051 m). Das Gelänge auf dem Plateau ist felsig, und es wächst hier eine nur niedrige Vegetation. Auf markierten Wanderpfaden sind hier überwiegend Touristen unterwegs, die mit der Seilbahn hinauf gefahren sind. Ich folgte nun einem Wanderpfad, der über das Plateau Richtung Südosten zur höchsten Erhebung, dem Maclear’s Beacon (1086 m) führt. Dann gelangte ich zum westlichen Gipfel des Tafelberges (1073 m) in der Nähe der Seilbahnstation. Verschiedene Aussichtpunkte auf dem Plateau des Tafelberges bieten einen weiten Blick über die Stadt Kapstadt und in die umgebende Landschaft am Kap. In der Umgebung des Tafelberges gibt es zahlreiche weitere Wanderwege. Der Tafelberg mitsamt dem südlich anschließenden Kap der Guten Hoffnung ist heute ein Naturschutzgebiet.
4. Windhoek und Swakopmund: Stadtgründungen in Folge der Berliner Kongokonferenz 1884/85
Per Reisebus fuhr ich von Kapstadt aus weiter zur Stadt Windhoek in Namibia. Gefahren bin ich mit dem Reisebusunternehmen „Intercape“. Es ist im südlichen Afrika das einzige Reisebusunternehmen, dessen Reisebusse von Südafrika aus grenzüberschreitend in Nachbarländer fahren, darunter auch nach Namibia und durch Namibia hindurch. Die Routen des Reisebusunternehmens Intercape decken die Hauptstrecken in einem größeren Teil des südlichen Afrikas ab, vergleichbar mit Flixbus im mittleren Europa. Die Busse von Intercape sind in einem durchweg guten Zustand, und die Fahrpläne werden meistens eingehalten. Anders als Flixbus unterhält Intercape zudem Büros an nahezu allen Busbahnhöfen und Haltestellen, wo unkompliziert Tickets gekauft werden können, ohne das Internet bemühen zu müssen.
Aufgrund der langen Distanz von rund 1.400 km von Kapstadt nach Windhoek bevorzugen viele Reisende einen Flug mit dem Flugzeug. Mich interessierte jedoch der Landschaftswandel auf dieser Strecke von Kapstadt nach Windhoek. Glücklicherweise hatte ich in dem Doppeldeckerbus einen Sitzplatz vorne im oberen Deck. Während dieser langen Busfahrt von mehr als 24 Stunden Dauer gab es mehrere Pausen, anhand derer sich die Fahrt untergliedern läßt.
Die erste Etappe von Kapstadt bis zum Ort Piktberg führte durch eine größtenteils landwirtschaftlich genutzte Agrarlandschaft; insbesondere dominieren Viehweiden und Getreideanbau, wobei die landwirtschaftlichen Nutzflächen (LNF) sehr großflächig sind, was der Agrarlandschaft eine gleichförmige Monotonie verleiht. Aufgrund der Besonderheiten der Agrarverfassung (113) und der Agrargeschichte (114) des Ländlichen Raumes (115) in Europa vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit entstanden derartige großflächige Landwirtschaften weitgehend nur außerhalb Europas, insbesondere durch die Ausweitung der Plantagenökonomie (116) und deren Monokulturen (117), und in Siedlungskolonien (118), wie z.B. in den USA, aber auch in Südafrika und Namibia. Erst in der jüngeren Neuzeit entstehen auch in Europa durch fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft, durch Flurbereinigungen und den Rückgang der Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ebenfalls vermehrt agrarindustrielle Großbetriebe; in der östlichen Hälfte Europas erfolgte dieser Prozeß im Zuge der Industrialisierung (119) und der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft (120) gemäß dem Vorbild der Sowjetunion.
Die permanente Ausweitung der Monokulturen der industriellen Landwirtschaft und Forstwirtschaft auf Kosten traditioneller Subsistenz-Landwirtschaft ist der Hauptgrund des weltweit rasant voranschreitenden Artensterbens (121). Das Artensterben ist vor dem sogenannten „Klimawandel“ das weltweit größte ökologische Problem, womit es ein wesentliches Merkmal des neuen Erdzeitalters des Anthropozän (122) ist.
In dieser Agrarlandschaft zwischen den Orten Kapstadt und Piktberg, die ursprünglich den Landschaftscharakter einer afrikanischen Savanne hatte, einem Landschaftstypus, der ein Viertel der Fläche des afrikanischen Kontinents prägt, fehlt heute Wald vollständig, und wenn es dort vereinzelt und selten Bäume gibt, so sind dies nahezu ausschließlich Eukalyptusbäume, invasive Neophyten (Neobiota) aus Australien.
Hinter Piktburg wird die auf der Landstraße N7 durchfahre Landschaft bergig, und vor Erreichen des Ortes Citrusdal überquert Landstraße N7 den Piekenierskloof-Paß (519 m). Die Fahrt verläuft nun durch das von Bergen eingerahmte Tal des Flusses Olifants. Im Osten erreichen die Cederberge Höhen bis 1971 m. In dem Tal dominieren Plantagen mit Zitrusfrüchten.
Nördlich des Ortes Klaver treten die Berge zurück, die Landschaft ist nun trockener, und sie hat den Landschaftscharakter einer Steppe. Landwirtschaft wird hier nur noch in geringem Umfang betrieben. Auch die woanders in Trockengebieten anzutreffende Präsenz von extensiver Schaf- und Ziegenhaltung fehlt hier fast vollständig. Es gibt hier trockene Flüsse, die im nördlichen Afrika „Wadi“ (123) genannt werden, und die nur bei seltenen Regenereignissen vorübergehend Wasser führen. Diese trockene Landschaft, die partiell den Charakter einer Halbwüste (124) hat, dann aber auch stellenweise den Landschaftscharakter einer Trockensavanne (125) erreicht, setzt sich nach Norden in Namibia (126) bis nach Windhoek fort.
An der Grenze zwischen Südafrika und Namibia ist der Aufenthalt am Grenzübergang Noordoewer mit 3:30 Stunden unerwartet zeitaufwändig. Insbesondere dauerte die Einreise sämtlicher Buspassagiere nach Namibia lange. Obwohl Südafrika und Namibia eine Zollunion bilden, wurden bei den meisten Passagieren vom Zoll umfangreiche Gepäckkontrollen durchgeführt. Mein Gepäck wurde allerdings nicht überprüft. Im Vergleich dazu erfolgte die Erteilung eines „Visa on Arrival“ schnell. Seit Kurzem benötigen Bürger der Bundesrepublik Deutschland für eine Einreise nach Namibia ein Visum (Gebühr: 1600,- NAD), wohingegen zuvor die Vorlage des Reisepasses an der Grenze ausreichte. An der Grenze erfuhren die Passagiere des Reisebusses, daß aktuell unter dem Vorwand einer Tierseuche keine Lebensmittel tierischen Ursprungs nach Namibia mitgenommen werden durften.
Zuerst war es mein Plan gewesen, in Namibia in der kleinen Stadt Keetmanshoop auszusteigen, um von dort zur Hafenstadt Lüderitz (127) weiter zu fahren, um diese kennenlernen zu können. Da der Reisebus jedoch mitten in der Nacht in Keetmanshoop eintreffen sollte, hatte ich diesen Plan vorerst wieder aufgegeben.
Die bei der Weiterfahrt durchfahrene Landschaft hat den Charakter einer Halbwüste, teilweise einer Steppe. Weitgehend fehlt eine Vegetationsdecke, die den Boden vollständig bedeckt. Nördlich des Ortes Mariental ist die steppenartige Landschaft durch niedrige Büsche geprägt, die einen größeren Abstand zueinander haben. Auch diese trockene Landschaft, die sich offensichtlich für keinerlei landwirtschaftliche Nutzung eignet, ist wie schon in Südafrika nun auch in Namibia seitlich der Straßen vollständig eingezäunt. Vor Erreichen der Stadt Windhoek werden die Büsche größer, der Boden ist nun vollständig mit Gräsern bewachsen und die Landschaft hat nun den Charakter einer Trockensavanne. Die Stadt Windhoek (128) befindet sich auf einer Höhe von 1650 Metern im zentralen Hochland von Namibia, das eine durchschnittliche Höhe von 1700 Metern aufweist. Hier im zentralen Hochland beträgt der Jahresniederschlag ca. 300 bis 500 mm. In der Umgebung von Windhoek ist die Landschaft durch Trockensavanne geprägt.
Wie meistens während meiner Reise logierte ich auch in Windhoek in einem Backpacker-Hostel. In diesen Hostels trifft man Reisende aus allen Weltgegenden, oft mit außergewöhnlichen und beeindruckenden Reisevorhaben. Meistens bieten sich Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch. So traf ich in Windhoek u.a. Gustavo aus Mexiko, der mit seinem Reisefahrrad durch das westliche Afrika von Marokko bis Kapstadt unterwegs war. Momentan wartete er in Windhoek nun schon seit fünf Wochen auf die Erteilung eines Visums für Südafrika, wie er mir berichtete. Er führte dieses insbesondere auf seinen mexikanischen Reisepaß zurück, der weltweit keinen hohen Stellenwert habe bezüglich der Reisefreiheit, die er ermöglicht, wohingegen z.B. die Bürger -Staaten der EU mit ihren Reisepässen weltweit erheblich bessere Reisemöglichkeiten hätten. Tatsächlich unterscheiden sich die Reisepässe der verschiedenen Staaten erheblich im Umfang der Reisefreiheit, die sie den jeweiligen Paßinhabern gewähren, wobei die Bürger der EU mit ihren Reisepässen vergleichsweise gut abschneiden, wie Vergleichsstudien zeigen (129).
In der Stadt Windhoek habe ich Stadtexkursionen in das historische Stadtzentrum unternommen, wobei ich Sehenswürdigkeiten und Museen besucht habe. Auch sind hier verschiedene Gebäude aus dem Zeitraum von der Berliner Kongokonferenz 1884/85 (130) bis zum Ersten Weltkrieg erhalten, als das Territorium des heutigen Nationalstaats Namibia als ein „Schutzgebiet“ (131) vom Kaiserreich Deutschland (132) mit dem Namen „Deutsch-Südwestafrika“ (133) verwaltet wurde. Bei meiner Stadtexkursion gelangte ich zum im Jahre 1912 erbauten Bahnhof von Windhoek, vor dem sich verschiedene historische Schienenfahrzeuge befinden. Dann erreichte ich die sogenannte „Turnhalle“. Das im Jahre 1913 erbaute Gebäude dient heute als Gerichtsgebäude, und es war im Jahr 1975 der Ort der sogenannten „Turnhallenkonferenz“ (134), die den Prozeß hin zur staatlichen Unabhängigkeit Südwestafrikas einleitete. Ich folgte dann der Independence Avenue durch das Stadtzentrum, wobei ich u.a.am historischen Uhrenturm vorbei gelange. Dort sind Fragmente des Gibeon-Meteoriten (135) ausgestellt, die in den Jahren 1911-1913 von Geologen gefunden worden waren. Weiter gelangte ich vorbei am Zoo-Park, wo ein Denkmal an Kriegstote der Jahre 1893-94 erinnert, und dann bis zum ehemaligen „Ausspannplatz“. Dieser war früher ein Wendeplatz für Ochsengespanne, die vor dem Bau der Eisenbahn für den Lasttransport eingesetzt worden waren.
Auch besuchte ich in Windhoek am 07.11.2025 das „Windhoek City Museum“. Schwerpunkt der Ausstellungen in den sechs Ausstellungsräumen des Museums ist die Geschichte der Stadt Windhoek. Bemerkenswert ist, daß ein größerer Teil der Ausstellungen zweisprachig ist in den Sprachen Englisch und Finnisch. Dazu ist in der Ausstellung zu erfahren, daß in der Vergangenheit in Namibia in größerem Umfang Missionare aus Finnland tätig waren, und offensichtlich entstand ein größerer Teil der Ausstellungen des Museums in Zusammenarbeit mit kirchlichen Stellen in Finnland.
Des Weiteren besuchte ich am 08.11.2025 das „Unabhängigkeits-Gedenkmuseum“ (136). Es befindet sich zwischen der in den Jahren 1907 bis 1910 erbauten Christuskirche und der ab dem Jahre 1890 erbauten „Alten Feste“. Nordwestlich des Museums liegt der sogenannte „Tintenpalast“, das im Jahre 1913 fertig erbaute Verwaltungsgebäude des „Schutzgebietes“ Deutsch-Südwestafrika, das heute Sitz des Parlamentes von Namibia ist. Von der Aussichtsterrasse im Obergeschoß des Museumsgebäudes bietet sich ein Panoramablick über die Stadt Windhoek und deren Umgebung.
Die Ausstellungen des „Unabhängigkeits-Gedenkmuseum“ sind nicht in Zusammenarbeit mit kirchlichen Stellen in Finnland geschaffen worden, wie im „Windhoek City Museum“, sondern dieses Museum ist von einer Firma aus Nord-Korea erbaut und ausgestaltet worden, und es wurde im Jahre 2014 eröffnet. Auf drei Etagen präsentiert dieses kostenfrei zugängliche Museum drei Ausstellungsteile: 1. Colonial Repression, 2. Liberation War, 3. Road to Independance, History Panorama. Am Beispiel von Namibia stellt das Museum einen Prozeß eines „Nationbuildings“ (137) dar, d.h. der Erzeugung eines Nationalstaates nach europäischem Vorbild, einem stets langwierigen und oft von gewaltsamen Auseinandersetzungen begleiteten Prozeß. Im Falle von Namibia erfolgte dieser Prozeß eines „Nationbuildings“ auf einem Territorium, das im Zuge des „Scramble for Africa“ und auf den Grundlagen der Berliner Kongokonferenz 1884/85 ohne Berücksichtigung ethnografischer Begebenheiten entstanden war, und das bis zum Ersten Weltkrieg vom Kaiserreich Deutschland als „Schutzgebiet“ verwaltet wurde. Anschließend wurde dieses Territorium im Auftrag des Völkerbundes (138) von der im Jahre 1910 gegründeten Südafrikanischen Union (139) verwaltet. Ausführlich dargestellt ist im Museum der auch militärisch ausgetragene Widerstand der SWAPO (140) gegen die Herrschaft Südafrikas und die ab 1948 auch in Namibia praktizierte Apartheitspolitik. Diese zuletzt von den UN moderierten Entwicklungen hatten am 21.03.1990 die staatliche Unabhängigkeit Namibias zum Ergebnis.
Es stellt sich die Frage, in welchem Umfang die nordkoreanischen Erbauer des Museums auch die Ausstellung des Museums konzipiert und gestaltet haben und damit das vermittelte Geschichtsbild (141) prägen. Zweifellos kann man die dargestellten Entwicklungen auch anders und mit anderen Schwerpunkten und weitergehenden Informationen darstellen.
Die im Süden an das „Unabhängigkeits-Gedenkmuseum“ angrenzende „Alte Feste“ war das Hauptquartier der „Schutztruppe“ des Kaiserreiches Deutschland im „Schutzgebiet“ Deutsch-Südwestafrika gewesen. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Gebäude Hauptquartier des Militärs der Südafrikanischen Union. Im Jahre 1962 wurde hier ein Museum eingerichtet, doch zur Zeit meines Besuches der Stadt Windhoek war dieses Museum aufgrund von Bauarbeiten geschlossen. Zukünftig soll hier ein „Nationales Museum zur Genozid- und Kolonialgeschichte“ eingerichtet werden. Schon heute befindet sich vor dem Gebäude ein „Völkermord-Denkmal“. Gegenstand sind hier die Aufstände der Herero (142) und Nama (143) in dem „Schutzgebiet“ Deutsch-Südwestafrika während der Jahre 1904 bis 1908 und deren Niederschlagung durch die „Schutztruppe“ des Kaiserreichs Deutschland. Ob die Ereignisse unter die Definition des Begriffs Völkermord (144) fallen, ist Gegenstand von kontrovers geführten Diskussionen. Der Historiker Hans Hilpisch weist nach, daß diese Diskussionen überwiegend mit ungeprüften Behauptungen und ohne die Kenntnis genauer Zahlen, insbesondere der Bevölkerungsanzahl der verschiedenen Ethnien und der Entwicklung dieser Bevölkerungszahlen in der zurückliegenden Zeit, ohne die Kenntnis des detaillierten Hergangs der historischen Ereignisse sowie ohne die Kenntnis der geografischen Verhältnisse insbesondere in der Landschaft Omaheke geführt wird (145).
Zudem muß festgestellt werden, daß Genoziden, Kolonialverbrechen und auch Kriegen und Gewaltherrschaft in der öffentlichen Wahrnehmung eine oft höchst unterschiedliche Aufmerksamkeit zukommt. So ist z.B. das zweifellos mit Abstand größte Kolonialverbrechen in Afrika, die sogenannten „Kongo-Greuel“ (146) im „Kongo-Freistaat“ (147) während der Herrschaft des belgischen Königs Leopold II. (1835-1909) (148) mit acht bis zwölf Millionen Toten, was etwa der Hälfte der damaligen Bevölkerung der Kongo-Region entspricht, in der öffentlichen Wahrnehmung nahezu nicht präsent. Der „Kongo-Freistaat“ war dem sich als Philanthropen und als Förderer der wissenschaftlichen Erforschung Afrikas (149) präsentierenden König Leopold II. in Berlin während der Berliner Kongokonferenz 1884/85 als Privatkolonie zugeteilt worden. Diese Berliner Kongokonferenz 1884/85 fand auf Einladung von Reichskanzler Otto von Bismarck vom 15.11.1884 bis zum 26.02.1885 in Berlin statt, im Zeitalter des Imperialismus (150) und im Rahmen des geopolitischen (151) „Wettlaufs um Afrika“ („Scramble for Africa“) (152).
Auch in der Europastadt Brüssel geht man diesem Thema der sogenannten „Kongo-Greuel“ konsequent aus dem Weg, was mein Eindruck bei meinem mehrtägigen Besuch der Stadt Brüssel im Juli 2022 während meiner Fahrradreise durch die südliche Nordseeregion im Sommer des Jahres 2022 gewesen ist. So wird in dem im Jahre 2018 neu konzipierten und neu eröffneten Afrika-Museum (153) das Thema weitgehend ignoriert unter dem Vorwand, es gäbe keine genauen Zahlen zu den Ereignissen, wie ich bei meinem Besuch dieses Museums am 09.07.2022 feststellen mußte. Auf dem Gelände, auf dem sich das Afrika-Museum befindet, war von König Leopold II. während der Weltausstellung in Brüssel 1897 (154) eine Kolonialausstellung zum „Kongo-Freistaat“ veranstaltet worden.
Das Europa-Viertel der Europäischen Union in Brüssel liegt zwischen dem „Leopoldviertel“ und dem „Leopoldpark“ inmitten von Repräsentativbauten, die König Leopold II. mit den „Erträgen“ aus seinem „Kongo-Freistaat“ hat bauen lassen, doch nirgends findet man dort einen Hinweis auf die historischen Zusammenhänge. Unter diesen Repräsentativbauten ragt heraus der von König Leopold II. finanzierte und von ihm am 15.10.1883 als ein Symbol für Rechtsstaatlichkeit eingeweihte Justizpalast (155), in dem sich König Leopold II. als Rechtspfleger feiert, während er in seinem „Kongo-Freistaat“ die Menschen in einen rechtlosen Zustand versetzte und diese „Besonderen Gewaltverhältnissen“ und Formen von „Sonderbehandlung“ aussetzte, um die Rohstoffextraktion und insbesondere die Kautschukgewinnung (156) mit genozidalen Methoden voranzutreiben. Vergleichbare Verhältnisse und Entwicklungen wie im „Kongo Freistaat“ gab es in etwas geringerem Umfang im Amazonasgebiet mit dem „Völkermord in Putumayo“ (157).
Während des Kautschukbooms entstand in der Amazonas-Region im Zuge der Kautschukgewinnung ein System von Schuldsklaverei (aviamento), und große Teile der indigenen Bevölkerung mußte Zwangsarbeit leisten, wobei Zehntausende verstarben. So sind alleine durch das Zwangsarbeitsregime der von Julio César Arena del Águila geleiteten „Peruvian Amazon Rubber Company“ am Rio Putumayo mehr als 40.000 Personen ums Leben gekommen (158). Diese Brutalität wird nicht in ihrer Qualität, sondern in ihrer Quantität nur noch durch die Methoden der Kautschukgewinnung im Kongo-Freistaat während der Herrschaft König Leopolds II. mit ca. 8-12 Millionen Todesopfern übertroffen. Die genozidalen Methoden der Kautschukproduktion sind bis heute kaum wissenschaftlich bearbeitet worden, und auch in Brüssel bemüht man sich nicht darum, wie ich dort feststellen mußte.
Der große Terror sowohl in der Kongo-Region als auch in der Amazonas-Region erweist sich wie auch der „Große Terror“ Stalins als Bestandteil des Terrors des Zeitalters der Industriellen Moderne (159).
Südöstlich der „Alten Feste“ gibt es in Windhoek drei weitere größere Gebäude aus dem Zeitraum zwischen der Berliner Kongokonferenz 1884/85 und dem Ersten Weltkrieg, die Schwerinsburg, die Heinitzburg und die Sanderburg. Diese sind allerdings nicht zugänglich, da sie sich in Privatbesitz befinden. Die Verhältnisse in den umgebenden Wohnsiedlungen gleichen denen in Kapstadt: Hausgrundstücke sind mit elektrischen Zäunen umgeben, worauf auch Schilder verweisen, weitere Schilder verweisen auf Konzepte von „Neighbourhood Watch“ sowie auf Wachschutzdienste mit einem Konzept einer „Armed Response“ (Bewaffnete Reaktion). Grund derartiger Sicherheitsregime ist die extrem hohe Kriminalitätsrate im südlichen Afrika, insbesondere in der Republik Südafrika, die seit Ende der Apartheit die weltweit höchste Kriminalitätsrate aufweist. Von einem elektrischen Zaun ist auch das Ludwig-von-Estorff-Haus aus dem Jahre 1898 umgeben, dem Sitz des Goethe-Institutes. Vor dem Gebäude der Stadtverwaltung von Windhoek befindet sich nicht mehr die Statue des ehemaligen Gouverneurs Curt von Francois, die sich nach Angaben meiner Reiseführer dort befinden soll. Des Weiteren gelangte ich zum sogenannten „Burendenkmal“ (Oudstryder Bittereinder Monument), das an Buren erinnert, die nach dem Zweiten Burenkrieg (1899-1902) von Südafrika nach Südwest-Afrika gezogen waren.
Auch habe ich den Botanischen Garten in Windhoek am 08.11.2025 besucht, in dem zahlreiche Pflanzen und insbesondere auch Bäume zu sehen sind, die an die trockenen Klimate und Lebensräume in Namibia hervorragend angepasst sind, darunter verschiedene Sukkulenten (160) und sogenannte Flaschenbäume. Beeindruckt haben mich dort u.a. verschiedene Akazienarten, die ihre mehrfach gefiederten Blätter bei Bedarf aktiv zusammenfalten und auseinanderfalten können.
Auch wird dort auf den Geografen bekannten Zusammenhang von Vegetation und Klima verwiesen: So schaffen die Bäume der Trockensavanne in Namibia ein Mikro-Habitat mit einem Klimaraum, in dem die Temperatur bis zu 21 °C niedriger als in der (unbewaldeten) Umgebung ist. Damit sehe ich meine eigenen gewonnenen Erkenntnisse aus unterschiedlichen Weltgegenden zur Klimawirksamkeit von Wald bestätigt. Bedauerlicherweise sind es nur Geografen, die Vegetation, Klima und Boden in einem Zusammenhang betrachten und studieren. Diese integrative Sichtweise in der Geografie läßt sich insbesondere auf den Geografen Alexander von Humboldt (1769–1859) (161) zurückführen. Bedauerlicherweise dominieren im Gegensatz zu den ganzheitlichen, holistischen (162) Betrachtungsweisen der Geografen in anderen wissenschaftlichen Disziplinen reduktionistische (163) Sichtweisen. Eine Besonderheit dieses botanischen Gartens ist ein separates „Desert House“, in dem Pflanzen der Wüste Namib zu sehen sind.
Am Montag, dem 10.11.2025 hatte ich meine Reise nach drei Tagen Aufenthalt in Windhoek fortgesetzt und war per Bus zur Küstenstadt Swakopmund weiter gefahren. Die Fahrt verlief auf Landstraße B2 nach Westen in der Nähe einer Eisenbahnlinie. Allmählich geht die Trockensavanne, die die Umgebung von Windhoek prägt, in eine Steppe mit kleinen Büschen über. Hinter dem Ort Usakos dominiert eine Halbwüste mit nur spärlicher Vegetation. Auffällig ist, daß auch hier, wie schon auf der Fahrt von Kapstadt nach Windhoek, nahezu die gesamte Landschaft seitlich der Straße eingezäunt ist, auch wenn es sich offensichtlich um nutzloses Ödland und Wüste handelt. Dennoch ist nicht erkennbar, daß dieses eingezäunte Land in irgendeiner Form nennenswert landwirtschaftlich genutzt wird; so ist z.B. während meiner Fahrt nirgendwo Vieh zu sehen. Allerdings fehlen hier auch die Herden von Großtieren, die für die Savannenlandschaften Afrikas, auch Trockensavannen, prägend sind. Ab der Großen Randstufe (Great Escarpment) (164) im Westen des Hochlandes senkt sich das Gelände allmählich auf Meeresspiegelniveau am Atlantik. Entlang der Atlantikküste bildet die Wüste Namib (165) einen 80 bis 120 Kilometer breiten Wüstenstreifen. Das Klima an der Südwest-Küste Afrikas ist durch den kalten Benguela-Strom (166) geprägt, wodurch die Temperaturen in Swakopmund erheblich kühler sind, als an anderen Orten im südlichen Afrika. Zudem gibt es sehr häufig Nebel, der oft über den gesamten Tag hinweg anhält.
Die Stadt Swakopmund (167) hat heute ca. 70.000 Einwohner. Swakopmund ist ein beliebtes Touristenziel, denn zahlreiche gut erhaltene Gebäude, darunter Jugendstilgebäude, aus dem historischen Zeitraum zwischen der Berliner Kongo-Konferenz von 1884/85 und dem Ersten Weltkrieg sind im historischen Stadtzentrum zu sehen; die bekanntesten sind der Alte Bahnhof, das Hohenzollernhaus, das Woermannhaus.
Am meisten hat mich in Swakopmund das seit 1951 bestehende Swakopmund-Museum (168) beeindruckt, das ich am 11.11.2025 besucht habe. Das Museum gilt als das beste Museum in Namibia. Sämtliche Themen haben Bezüge zu Swakopmund und Namibia. Ausführliche und detaillierte Informationen werden den Besuchern zu den einzelnen Themen in drei Sprachen (Englisch, Deutsch, Afrikaans) geboten. Insbesondere beeindruckt das Museum durch eine präsentierte Fülle unterschiedlicher Themenbereiche, darunter Tier- und Pflanzenwelt sowie Vegetationszonen Namibias, Geologie, Mineralogie und Erdgeschichte, Archäologie, Ethnografie, Siedlungsgeschichte sowie Geschichte der Seefahrt. Im Bereich Seefahrts- und Seehandelsgeschichte wird auch hier darauf verwiesen, daß die Verlagerung der Seehandelsrouten vom Mittelmeer in den Atlantik und die Etablierung neuer Seehandelsrouten um Afrika herum am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit ihren Ursprung im Niedergang des transkontinentalen eurasischen Seidenstraßenhandels hat, und dieser Niedergang ist mit dem Niedergang des Byzantinischen Reiches und der Expansion des Osmanischen Reiches verbunden.
Auch besuchte ich den „Living Desert Snake Park“. In zahlreichen Terrarien sind dort Reptilien, insbesondere Schlangen zu sehen, die im südlichen Afrika leben. Derartige Möglichkeiten, Schlangen in Terrarien in großer Nähe beobachten und kennenlernen zu können, sind zweifellos dazu geeignet, der weit verbreiteten Unkenntnis und Vorurteilen über Schlangen entgegen zu wirken und aufzuklären. Bedauerlicherweise traf ich hier nur wenige Besucher.
Es gibt in Swakopmund verschiedene Tourenveranstalter, und u.a. wird von mehreren dieser Tourenveranstalter eine Halbtagestour in die angrenzende Wüste Namib angeboten mit dem Titel „Living Desert Tour“, an der ich am 13.11.2025 teilgenommen habe. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, vermittelt durch erfahrene und ortskundige Tourguides die Besonderheiten der Tier- und Pflanzenwelt der Wüste Namib kennen zu lernen, die größtenteils den Charakter einer Vollwüste hat. Die Tour beginnt im Süden von Swakopmund beim trockenen Fluß Swakop. Dieser hatte zuletzt im April 2025 kurzzeitig Wasser geführt, wie wir erfahren. Der Schotterkörper des Flußbettes enthält allerdings weiterhin Wasser, sodaß im trockenen Flußbett Büsche und Bäume wachsen und dort auch Tiere weiden, u.a. Dromedare von Tourenanbietern.
Nach Süden hin wird die Vegetation schnell spärlicher. Es gibt zuerst zahlreiche vegetationsgebundene kleine Hügel, wobei die größten als „Tamariskenhügel“ Höhen von mehreren Metern erreichen können. Es sind die selben Tamarisken, die auch in den Trockengebieten des nördlichen Afrikas landschaftsgestaltend und landschaftsprägend sind. Kleinere vegetationsgebundene Hügel und Dünen werden von verschiedenen weiteren trockenheitsresistenten Pflanzen gebildet. Die Tamarisken können durch sehr tiefreichende Wurzeln an tiefliegende Bodenfeuchte gelangen, andere Pflanzen der Namib sind jedoch überwiegend auf die Nutzung der Feuchte angewiesen, die morgendlich in Form von Nebel und Tau oberflächennah zur Verfügung steht.
Die Namib ist eine erdgeschichtlich sehr alte Wüste von ca. 50 Millionen Jahren. Der Sand, der die Dünen der Namib bildet, hat eine lange Reise hinter sich, wie wir auf der Tour erfahren. Ein großer Teil des Sandes hat seinen Ursprung in der Umgebung der Drakensberge; er wurde durch den Fluß Oranje (169) an die Küste von Südwest-Afrika transportiert und dort durch den Benguela-Strom an der Küste verteilt. Die aus Westen überwiegenden Winde haben über lange Zeiträume den Sand von der Küste Richtung Osten ins Landesinnere geweht und die Dünen der Namib geschaffen, die entsprechend der Hauptwindrichtung langsam Richtung Osten wandern. Der überwiegend feine Sand kann verschiedene Farben haben, darunter auch schwarze Bestandteile aus Eisenoxiden mit magnetischen Eigenschaften, was uns mit einem Magneten demonstriert wurde.
Im Zentrum der Tour stehen verschiedene kleine Tiere der Wüste wie Eidechsen, Geckos, Chamäleons, Schlangen, Blindschleichen u.a.m., die in verschiedener Weise an das Leben in der Wüste angepaßt sind, und die wir dank der Ortskenntnis der Guides auffanden und beobachten konnten. Unter Anderem nahm ein Chamäleon Mehlwürmer mit seiner extrem langen Zunge aus der Hand. Diese Reptilien leben überwiegend von Insekten, die ebenfalls in der Wüste Namib leben. Eine bedeutende Nahrungsgrundlage dieser Insekten sind flugfähige Pflanzensamen, die bei seltenen Winden aus Osten in größerer Zahl in die Wüste Namib geweht werden.
Auf meinen Reisen treffe ich immer wieder interessante und aufgeschlossene Reisende mit außergewöhnlichen Reisevorhaben, wobei ich die Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch nutze, oft auch zum Austausch von Emailadressen und weiteren Kontaktdaten, um diesen Erfahrungsaustausch fortsetzen zu können. Viele Reisende mit außergewöhnlichen Reisevorhaben berichten heute auf eigenen Internetseiten und Internetaccounts von ihren Reisen. Nicht nur junge Leute können eine Anregung finden, selbst vergleichbare sowohl abenteuerliche, als auch erlebnisreiche, erkenntnisreiche und horizonterweiternde Reisen zu unternehmen. Derartige Anregungen sind insbesondere heute erforderlich und notwendig, und Reiseberichte außergewöhnlicher und beachtenswerter Reisen können eine derartige Anregung bieten.
In dem Hostel, in dem ich während meines Aufenthalts in Swakopmund logierte, traf ich Clément aus Bordeaux mit seinem Reisefahrrad. Clément berichtete mir von seiner außergewöhnlichen zweijährigen Weltreise, die er auf Land per Fahrrad, und auf den Ozeanen als Mitsegler auf Segelschiffen durchführt. Bei unserem Treffen in Swakopmund befand er sich auf der Rückreise von Kapstadt durch das westliche Afrika zurück nach Bordeaux, wo seine Weltumrundung enden wird. Insbesondere beeindruckt mich, daß es Clément bei seiner Weltumrundung gelungen ist, sämtliche Distanzen über Meere und Ozeane als Mitsegler auf Segelschiffen zurückzulegen, ohne dafür das Flugzeug zu nutzen, wie es heute allgemein üblich ist. Offensichtlich funktioniert dieses Mitsegeln auf Segelschiffen auch über Ozeane hinweg weit besser, als ich es mir bislang vorgestellt habe, und Clément berichtet hierzu ausführlich über seine eigenen Erfahrungen. Was man benötigt, ist zeitliche Flexibilität und Geduld, da es gegebenenfalls einige Wochen dauern kann, bis man eine geeignete Mitsegelgelegenheit findet, insbesondere abseits der Hauptrouten.
Während meines Aufenthaltes in Swakopmund wurde mir in der Nacht vom 13. auf den 14.11.2025 mein Smartfon Samsung Galaxy J5 gestohlen, was eine Vielzahl erheblicher Probleme zur Folge hatte, die eine Fortsetzung meiner Reise in Frage stellten. Es wurde deutlich, in welchem großen und erschreckenden Ausmaß unser Leben mittlerweile von Smartfons und deren permanentem einwandfreiem Funktionieren abhängig geworden ist.
Am 20.11.2025 fuhr ich mit einem der in Walfis Bay und Swakopmund ansässigen Kleinbus-Transportunternehmen zurück von Swakopmund nach Windhoek. Diese bieten einen „Tür-zu-Tür-Service“ an, man wird an seiner Unterkunft abgeholt und am Zielort wieder an der dortigen Unterkunft abgesetzt. Die Fahrt nach Windhoek erfolgte auf der selben Strecke wie zuvor am 10.11.2025 bei der Hinfahrt nach Swakopmund. Nun konnte ich während der Fahrt noch einmal den Landschaftswandel in Gegenrichtung betrachten. Der erste Teil der Fahrt erfolgte bei dichtem Nebel durch einen Teil der Wüste Namib. Dichter Nebel ist eine sehr häufige Erscheinung im küstennahen Teil der Wüste Namib, und die Feuchtigkeit des Nebels ist hier der bedeutendste Niederschlag. Mir stellt sich die Frage, warum sich in der erdgeschichtlich langen Zeit der Existenz der Wüste Namib von rund 50 Millionen Jahren hier nicht eine Vegetation herausgebildet hat und bestandsbildend ist, die auf Grundlage dieses sehr häufigen dichten Nebels aktiv ihren eigenen Regen erzeugt, wie es z.B. auf den Kanarischen Inseln die Kanarischen Kiefern machen, die in den Berglagen dort die Feuchtigkeit der Passatwolken nutzen, die an ihren langen Nadeln kondensiert und als Regen herunterfällt, womit diese den größten Teil des Süßwassers der Kanarischen Inseln aktiv erzeugen, wovon ich mich bei meinen Exkursionen auf den Kanarischen Inseln im Frühjahr 1995 selbst überzeugen konnte.
5. Etosha und der Mythos vom Naturparadies Afrika
Nach meinem Besuch der Stadt Swakopmund war ich von Windhoek aus zu meinem nächsten Reiseziel, den im Norden Namibias gelegenen Etosha-Park (170) gefahren, den ich kennenlernen wollte. Der Etosha-Park und dessen Großtiere gelten als eine der Hauptsehenswürdigkeiten in Namibia.
Zuerst war es ungewiß gewesen, ob ich zum Etosha-Park gelangen würde, da er etwas abseits der Hauptstraßen liegt und ich bei meiner Reise auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen war. Da die touristische Infrastruktur im südlichen Afrika hochgradig auf das Reisen im eigenen KFZ ausgerichtet ist, und folglich die meisten Touristen in Leihwagen herumreisen, mit denen man tatsächlich auch die meisten abgelegenen und periferen Reiseziele und Sehenswürdigkeiten des südlichen Afrikas erreichen kann, war ich mir anfangs nicht sicher gewesen, ob ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Etosha-Park gelangen kann. Im südlichen Afrika ist das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Hauptstrecken zwischen den großen Städten beschränkt, und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist es im südlichen Afrika nicht möglich, abgelegene und perifere Reiseziele und Sehenswürdigkeiten zu erreichen. So war ich froh, daß ich nach einem größeren Rechercheaufwand eine Transportmöglichkeit von Windhoek zum Etosha-Park gefunden hatte, was es mir ermöglichte, den Etosha-Park zu besuchen. Hauptanliegen meiner Fahrt zum Etosha-Park war es, diesen im Rahmen einer eintägigen Tagestour kennenzulernen, die dort von verschiedenen Tourenveranstaltern angeboten wird.
Die fünfstündige Fahrt von Windhoek zum Etosha-Park am 22.11.2025 erfolgte in einem Kleinbus zügig auf einer gut ausgebauten Landstraße. Ca. 65 Kilometer nördlich von Windhoek führte die Fahrt an einer ausgedehnten Wellblechhüttensiedlung vorbei, eine gesellschaftliche Realität sowohl in Namibia, als auch in Südafrika, die sich jedoch der Wahrnehmung durch die Touristen nahezu vollständig entzieht. Pausen gab es in den Orten Okahandja, Otjivarongo und Outjo. Die durchfahrene Landschaft hat größtenteils den Charakter einer Trockensavanne, und auch hier ist die Landschaft beiderseits der Straße nahezu vollständig eingezäunt. Immerhin wird hier bis auf kleinräumige Ausnahmen nicht versucht, diese Trockensavannenlandschaft zu „Entbuschen“ (Entkusseln), um eine einheitliche monotone Grasfläche als Viehweide zu schaffen, wie es andernorts üblich und verbreitet ist. Auffällig sind die zahlreichen, überall vorhandenen Termitenhügel. Hinter dem Ort Outjo wird die Landschaft flach.
Der Etosha-Park liegt im westlichen Teil der Landschaft Kalahari (171), die überwiegend von Dornbuschsavanne (172) eingenommen wird. Im Zentrum des Etosha-Parks liegt die 4760 qkm große Etosha-Pfanne (173), eine Salztonpfanne, die etwa 23% des heutigen Etosha-Parks ausmacht. Sie ist 129 km lang und 72 km breit und liegt 1077 bis 1085 Meter über dem Meeresspiegel. Die Etosha-Pfanne hat keinen Abfluß und nur drei große Zuflüsse. Am Südrand der Etosha-Pfanne gibt es Quellen, die eine Grundlage des Tierreichtums im Etosha-Park sind. Die Etosha-Pfanne ist vollständig vegetationslos; im übrigen Teil des Etosha-Parks variiert die Vegetation, u.a. gibt es Baumsavanne, Dornbuschsavanne und Grassavanne. Die von mir hier gemessenen Nachmittagstemperaturen betrugen 37 °C, was die höchsten von mir während meiner Reise durch das südliche Afrika gemessenen Temperaturen waren.
Am Etosha-Park angelangt, logierte ich mit meinem kleinen Zelt auf einem Campingplatz wenige Kilometer vom südlichen Haupteingang des Etosha-Parks, dem Anderson-Gate, entfernt. Dieser Campingplatz ist von Hügeln und Trockensavanne umgeben. Nachts wurde dieser Campingplatz von Zebras aufgesucht, die zwischen den Zelten grasten. Es gelang mir, kurzfristig am 23.11.2025 an einer organisierten Tagestour durch Teile des Etosha-Parkes teilzunehmen. Zahlreiche Tourenveranstalter bieten hier Touren an, die in offenen Geländewagen durchgeführt werden. Die Tour, an der ich teilnehmen könnte, übertraf meine Erwartungen: Viele Großtiere zahlreicher Arten waren zu sehen, u.a. Giraffen, Strauße, Steppenzebras, große Mengen von Springböcken, Gnus, Oryx, Kudus, eine große Elefantenherde, ein Spitzmaulnashorn, Löwen und zudem diverse kleinere Tiere und Vögel.
Bei unserer Tour gelangten wir in den Etosha-Park durch das Anderson-Gate (Ombika) im Süden des Parks, das täglich ab 7:00 Uhr morgens passierbar ist. Eine Teerstraße führt von dort durch eine Savannenlandschaft zum Okaukuejo-Ressort. Von dort führen Schotterwege mit leichtem „Wellblech“ in verschiedene Richtungen. Außer an eingezäunten Camps und Pausenplätzen dürfen die Fahrzeuge bei Fahrten im Etosha-Park nicht verlassen werden, und es gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 60 kmh. Schon bald sahen wir die ersten großen Tiere: Giraffen, sowie Springböcke, die im Etosha-Park sehr zahlreich sind, dann Strauße und Gnus. Unsere Fahrt führte zuerst am westlichen Rand der abflußlosen Etosha-Pfanne entlang. Die Landschaft ist hier weitgehend offen und hat den Charakter einer Steppe. Wir sahen hier Oryx, weitere Giraffen, eine Eule, einen Sekretär, Perlhühner, Erdmännchen, sowie große Kolonien von Webervögeln. Hier führte unsere Tour bis zu einem Aussichtspunkt an einer Wasserstelle am Rand der Etosha-Pfanne (Geländepunkt „Okondeka“). Verschiedene Tiere waren hier in der Ferne zu sehen, u.a. Springböcke, Strauße, Steppenzebras, Oryx, Gnus.
Am frühen Nachmittag gab es am Okaukuejo-Ressort eine Mittagspause. Es gibt hier eine Wasserstelle, die von Giraffen, Zebras, Oryx und Springböcken aufgesucht wird. Am Nachmittag wurde die Tour im Süden der Etosha-Pfanne Richtung Osten fortgesetzt. Wir erreichten eine Wasserstelle (Geländepunkt „Olifantsbad“) mit einer größeren Elefantenherde, mit Giraffen und einem Spitzmaulnashorn, was sicherlich der Höhepunkt unserer Tour war. Abschließend trafen wir nach einigem Suchen am Geländepunkt „Aus“ auf zwei im Schatten von Bäumen ruhende Löwen. Im Rahmen meiner zweimonatigen Rundreise durch Teile des südlichen Afrikas bildet diese Tagestour in den Etosha-Park zweifellos einen der herausragenden Höhepunkte.
Die für den afrikanischen Kontinent charakteristischen Großtiere in ihrem natürlichen Lebensraum antreffen und beobachten zu können, ist ein Höhepunkt der meisten Afrika-Reisen. Tatsächlich wurde jedoch die afrikanische Großtierfauna stark zurückgedrängt, und heute ist sie auf einige verbliebene Reservate und Naturschutzgebiete beschränkt, darunter den Etosha-Park. Im übrigen Land wurden diese Tiere im südlichen Afrika schon vor vielen Jahrzehnten nahezu vollständig abgeschossen.
Die Landschaft in Südafrika und in Namibia ist, wie ich überall während meiner Reise feststellen mußte, nahezu vollständig eingezäunt und in Privatbesitz, ein Phänomen, das insbesondere sämtliche Landschaften in Siedlungskolonien prägt und gestaltet, wie z.B. in den USA, wo seitlich der Straßen sämtliches Land konsequent eingezäunt ist, und dies ist auch in Südafrika und Namibia der Fall. Im Gegensatz zu den Siedlungskolonien, wie z.B. den USA, ist dieses Phänomen in Europa, aufgrund der Besonderheiten und Unterschiede der Agrarverfassung und der Agrargeschichte des Ländlichen Raumes in Europa vom Mittelalter bis in die frühe Neuzeit, nahezu nicht anzutreffen, sodaß die Landschaften in Europa einschließlich der Agrarlandschaften im Allgemeinen überall zugänglich und betretbar sind.
Grundlage der anders als in Europa in Siedlungskolonien, wie insbesondere den USA nahezu vollständig eingezäunten Landschaften ist ein totalitär verschärftes Eigentumsverständnis, das sich in Siedlungskolonien aufgrund deren Besonderheiten und Unterschiede der Agrarverfassung und der Agrargeschichte des Ländlichen Raumes herausgebildet hat. In Siedlungskolonien wie insbesondere den USA beschränkt sich der Bereich der persönlichen Lebensgestaltung und der freien Entfaltung der Persönlichkeit auf Grundlage des Persönlichkeitsrechtes nicht wie in Europa auf Haus- und Hofgrundstücke, wo diese als Grund- und Menschenrechte geschützt sind, vielmehr wuchert dieser Bereich des Privaten und dehnt sich über die gesamte Landschaft aus, die er okkupiert. Am weitesten ist diese Entwicklung in den USA fortgeschritten, wo nahezu die gesamte Landschaft als Privatbesitz eingezäunt ist, und die Privatbesitzer bei Mißachten und Überschreiten dieser Zäune ein Notwehrrecht geltend machen, welches beinhaltet, auf Eindringlinge zu schießen, worauf in den USA überall Schilder hinweisen, wie ich während meiner Fahrradreise durch Nord-Amerika im Sommer des Jahres 1990 feststellen mußte. Um dieses Notwehrrecht geltend machen zu können, müssen in den USA die Privatbesitzer stets bewaffnet sein. Als öffentlicher Raum verbleibt faktisch nur die Straße. Dieses totalitär verschärfte Eigentumsverständnis beinhaltet die uneingeschränkte, absolute und totale Verfügungsgewalt über den gesamten eingezäunten Privatbesitz, sowohl den Immobilien, dem Land, als auch dem beweglichen Besitz, darunter die (ehemals) Sklaven, und mit diesem Privatbesitz kann der Privatbesitzer uneingeschränkt machen was er will.
Als Siedlungskolonien sind die Verhältnisse in den USA mit denen in Südafrika und Namibia vergleichbar. In beiden Fällen waren die Siedler inspiriert von einem gottgefälligen und missionarischen Eifer, die „Wildnis“ (174) und die „Wilden“ zu bezwingen und zu unterwerfen und die Landschaft gemäß „Instrumenteller Vernunft“ (175) zweckrational zuzurichten. In beiden Fällen trafen die Siedler vor ihrer Landnahme auf vorstaatliche Gesellschaften, die als Jäger und Sammler lebten (176), in Nordamerika die Indianer (177) und im südlichen Afrika die San (Buschleute) (178), und diese kannten keinen Privatbesitz an Land, der erst im Zuge der Neolithischen Revolution entstanden war, sondern lediglich Gewohnheitsrechte der Landnutzung vom Charakter eines Jedermannsrechts (179). Diese vorstaatlichen Gesellschaften wurden mitsamt ihres Verständnisses von Landnutzung und mitsamt ihrer Gewohnheitsrechte der Landnutzung verdrängt und zu großen Teilen ausgerottet, in Nordamerika die Indianer (180) und im südlichen Afrika die San (Buschleute) (181). In diesem nun entstandenen geschichtslosen und rechtsfreien Raum, in dem nun keinerlei Traditionen und Relikte sowohl einer Agrargeschichte, als auch einer Agrarverfassung des Ländlichen Raumes mehr erhalten und verblieben waren, konnte sich nun das totalitär verschärfte Eigentumsverständnis der Siedler frei entfalten und ausbreiten, mitsamt der Plantagenwirtschaft, der Monokulturen und der Sklavenhaltung. Insbesondere am Beispiel der Plantagenökonomie wird deutlich, daß sich die zweckrationale Zurichtung der Landschaft und der Natur in der zweckrationalen Zurichtung der Menschen fortsetzt und einen Gewaltzusammenhang bildet, und dieser prägt und gestaltet die gegenwärtigen Verhältnisse.
Wie diese Beispiele von Siedlungskolonien zeigen, werden zur Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen über Landschaft und Raum Machtmittel eingesetzt, die den ursprünglichen freien Zugang zur Landschaft, die freie Bewegung und den Aufenthalt in der Landschaft einschränken oder auch ganz verhindern. Am Grad und Umfang der allgemeinen Zugänglichkeit der Landschaft läßt sich Grad und Umfang der Verwirklichung einer „strukturellen Freiheit“ innerhalb einer Gesellschaft bestimmen. Zweifellos ist diese „strukturelle Freiheit“ seit der Neolithischen Revolution bis heute zunehmend verloren gegangen, und dieser historische Prozeß der Durchsetzung von Herrschaftsansprüchen über Landschaft und Raum war mit extremer, oftmals genozidaler Gewalt verbunden (182).
Im südlichen Afrika sind im Gegensatz zu den Siedlungskolonien Südafrika und Namibia die Landschaften in den Ländern Botswana und Lesotho, die ich ebenfalls im Rahmen meiner Reise besuchte, weitestgehend nicht eingezäunt, was auf erhebliche Unterschiede sowohl in der Agrarverfassung, als auch in der Agrargeschichte des Ländlichen Raumes verweist. Ein Lebensraum für Großtiere existiert in diesen eingezäunten Landschaften der Siedlungskolonien heute nicht mehr, statt dessen weiten sich auf den eingezäunten Flächen rasant die sterilen Monokulturen der Agrarindustrie und der Forstindustrie aus.
Auch der Etosha-Park ist heute eingezäunt, sodaß er den Charakter eines isolierten großen Wildtier-Freigeheges hat. Der Etosha-Park war am 22.03.1907 entstanden, als der damalige Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika, Friedrich von Lindequist, 99.526 Quadratkilometer zum Naturschutzgebiet erklärt hatte. Später wurde diese Fläche jedoch mehrmals verkleinert, sodaß der Etosha-Park heute 22.935 Quadratkilometer umfaßt. Der erheblich verkleinerte Etosha-Park wurde dann eingezäunt, um Wildtierwanderungen zu verhindern. Durch die Einzäunungen sowohl des Etosha-Parks, als auch der gesamten Landschaft werden die Tierwanderungen (183) verhindert, die ein existenzieller Bestandteil der Lebensweise der Tiere sind. Zudem sind die Tierwanderungen ein wesentlicher und konstituierender Bestandteil der Ökologie der Savannenlandschaften, die rund ein Viertel des Afrikanischen Kontinents ausmachen. Als eins der wenigen Beispiele, wo bei der Einrichtung eines Naturparks die Tierwanderungen weitgehend berücksichtigt wurden, kann die Serengeti (184) aufgeführt werden, was insbesondere aufgrund des Engagements von Bernhard und Michael Grzimek erfolgt war (185).
Eine Alternative zur eingezäunten Landschaft und der Haltung von Nutztieren wie Rindern oder Schafen auf den eingezäunten Flächen, die in der Regel entwaldet (186), entkusselt (187), und in monotone Grasflächen als Viehweide umgewandelt werden, wäre eine durch Wildtierbiologen überwachte und kontrollierte Nutzung der natürlichen vielfältigen Wildtierbestände, die sich in den uneingezäunten Naturlandschaften Afrikas frei bewegen können, insbesondere auch im Rahmen von Tierwanderungen. Hierzu werden die Naturlandschaften Afrikas erhalten und durch Renaturierung (188) wieder hergestellt, wie u.a. insbesondere der Landschaftstyp der Savanne, der ursprünglich ein Viertel der Fläche des afrikanischen Kontinents ausmachte, und die natürlichen vielfältigen Wildtierbestände werden im Rahmen von Rewilding (189) regeneriert.
Die Vegetation der Savanne ist im Gegensatz zur monotonen, entwaldeten und entkusselten Viehweide vielfältig und hat zudem mehrere Vegetationsstockwerke, und dieser Vielfalt der Vegetation entspricht die Vielfalt der unterschiedlichen Wildtiere, die verschiedene Ökologische Nischen (190) einnehmen, und die die vielfältige natürliche Vegetation entsprechend dieser Vielfalt unterschiedlich als Nahrung nutzen. Die Pflanzen und Tiere der Savanne bilden zusammen ein Ökosystem (191) als einem Bestandteil der Biodiversität (192) der Biosphäre (193). Da die Netto-Primärproduktion an Biomasse der vielfältigen natürlichen Vegetation, hier der Savanne, größer ist, als die einer entwaldeten und entkusselten monotonen Grasfläche, können in der Savanne mehr Großtiere gleichzeitig und nebeneinander existieren, als es auf einer entkusselten monotonen Grasfläche möglich ist, auf der nur eine Tierart, üblicherweise Rinder oder Schafe, gehalten wird. Das bedeutet, daß bei einer durch Wildtierbiologen kontrollierten Nutzung des natürlichen Tierbestandes der Savanne eine höhere Fleischproduktion möglich ist, als bei der Haltung einer einzigen Nutztierart auf einer entkusselten monotonen Grasfläche, die klassischerweise als die ideale Viehweide angesehen wird, was diese tatsächlich aber nicht ist.
Derartige alternative Konzepte der Landnutzung verwirklichen in idealer Weise Naturschutz (194), Prozeßschutz (195) und Landschaftsschutz (196), in die sich die traditionelle Lebens- und Wirtschaftsweise der bis heute verdrängten, vertriebenen, diskriminierten und marginalisierten San (Buschleute) integrieren läßt. Ein Beispiel dafür bietet die Amazonas-Region in Südamerika, wo die Einbindung der indigenen Bevölkerungen des Amazonas-Regenwaldes mit ihren traditionellen Lebens- und Wirtschaftsweisen in Naturschutzkonzepte gefordert und angestrebt wird (197). Auch kann in derartige Konzepte das schon bestehende grenzübergreifende Konzept der „Peace-Parcs“ (198) integriert und weiter entwickelt werden. Naturschutz und Tourismus werden dabei zu einem Bestandteil von Entspannungspolitik (199).
Heute vermarktet die Tourismus-Industrie lukrativ den Mythos eines „Naturparadieses Afrika“, doch dieses existiert schon lange nicht mehr. Das „Naturparadies Afrika“ muß durch Renaturierung und Rewilding erst wieder rekonstruiert und wiederhergestellt werden.
Vom Etosha-Park bin ich am 25.11.2025 wieder zurück nach Windhoek gefahren, um von dort meine Reise per Intercape-Reisebus zu den Victoria-Fällen am Sambesi fortzusetzen. Während im Etosha-Park wolkenloses Sonnenwetter herrschte, nimmt nun während der Fahrt nach Windhoek Bewölkung zu, und in einiger Entfernung regnen sich Schauerwolken ab.
6. Durch den „Caprivi-Streifen“ zu den Victoria-Fällen
Von Windhoek aus bin ich am 26.11.2025 mit dem Intercape-Reisebus in den Nordosten von Namibia weiter gereist. An diesem Tag war in Namibia ein Wahltag, und wie an einem Sonntag war auf den Straßen nur wenig Verkehr. Im Nordosten von Namibia reicht der sogenannte „Caprivi-Streifen“ (200) weit in das Zentrum des südlichen Afrikas hinein. Der Caprivi-Streifen ist benannt nach Leo von Caprivi (201), dem Nachfolger von Otto von Bismarck im Amt des Reichskanzlers des Kaiserreichs Deutschland von 1890 bis 1894, der einen Ausgleich mit dem Vereinigten Königreich Großbritannien anstrebte. Der Caprivi-Streifen geht auf den am 01.06.1890 unterzeichneten Helgoland-Sansibar-Vertrag (202) zwischen dem Vereinigten Königreich Großbritannien und dem Kaiserreich Deutschland zurück. Grenzflüsse des Caprivi-Streifens sind der Sambesi (203) im Norden und der Fluß Chobe (204) im Süden. Am östlichen Ende des Caprivi-Streifens befindet sich ein Vierländer-Eck, an dem die heutigen Staaten Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe aneinander grenzen. Bis zu den Victoria Fällen ist es von hier aus nur noch eine kurze Distanz.
Die regulären Intercape-Mainliner Busse haben Sitze für 60 Passagiere, und mit einem solchen Intercape-Reisebus war ich von Windhoek aus über die Orte Okahandja, Otjivarongo, Otavi, Tsumeb, und Rundu durch den Caprivi-Streifen zum Grenzort Katima Mulilo gefahren. Der Caprivi-Streifen wurde zu größeren Teilen auf dem „Trans-Caprivi-Highway“ (= Landstraße B8) durchfahren, einer Landstraße in einem ordentlichen Zustand. Das Wetter war hier dicht bewölkt, und die Savannenlandschaft ist hier deutlich grüner, die Bäume sind höher und dichter, was auf höhere Niederschläge verweist. Kleine ländliche Siedlungen, in deren Umgebung kleinbäuerliche Landwirtschaft betrieben wird, folgen beiderseits der Straße.
Seit dem Jahre 2004 führt bei Katima Mulilo die Sesheke-Brücke über den Fluß Sambesi nach Sambia. Die Hauptroute des Intercape-Reisebusses verläuft über diese Brücke und nördlich des Sambesi weiter durch Sambia zur Stadt Livingstone und dann zur Stadt Victoria Falls in Simbabwe. Die Passagiere, darunter auch ich, die von Katima Mulino südlich des Sambesi weiter zur Stadt Kasane und dann zur Stadt Victoria Falls fuhren, stiegen in Katima Mulino in einen kleinen Intercape-inter-connekt-Bus mit 23 Sitzen um, der einen Anhänger für das Gepäck mitführte.
Nach etwa einer Stunde Aufenthalt in Katima Mulino ging die Fahrt weiter auf dem Trans-Caprivi-Highway (= Landstraße B8) über eine Distanz von rund 70 Kilometer zum Grenzübergang Ngoma Gate an der Grenze zwischen Namibia und Botswana. Hier wurden an der Grenzstation von Namibia die Reisepässe elektronisch eingelesen und die Passagiere erhielten zügig die Ausreisestempel in ihre Reisepässe. Auch die Einreise nach Botswana erfolgte zügig. In meinem Fall ist für die Einreise nach Botswana kein Visum erforderlich, anders als zuvor bei der Einreise nach Namibia. In Folge der Ereignisse vom 11.09.2001 ist es auf Initiative der USA hin mittlerweile weltweit zunehmend üblich geworden, daß bei Grenzübergängen biometrische Daten erhoben werden (205), doch dies war sowohl an diesem Grenzübergang, und auch an den weiteren von mir passierten Grenzübergängen im südlichen Afrika nicht der Fall.
Die kleine Grenzstadt Kasane liegt am südlichen Ufer des Chobe-Flusses auf dem Territorium von Botswana (206). In Kasane war ich der einzige Passagier, der dort fahrplangemäß aussteigt, die übrigen Passagiere fuhren weiter zum Touristenort Victoria Falls in Simbabwe. Auf meine Nachfrage hin nahm mich der Busfahrer freundlicherweise noch bis zum Nachbarort Kazungula mit, wo sich das Hostel befindet, in dem ich hier logiert habe.
An den Fluß Chobe grenzt hier der Chobe-Park (207). Auch im Chobe-Park bieten Tourenanbieter Touren an, und an einer solchen Tour, die auch hier in offenen Geländewagen stattfindet, habe ich am 28.11.2025 teilgenommen. Bei dieser Tour gelangten wir in der Nähe der Stadt Kasane gegen 6:00 Uhr durch das Seduda-Gate in den Chobe-Park. Die Tour folgte zuerst dem Verlauf des Ufers des Flusses Chobe Richtung Westen. Die Landschaft am Flußufer ist zu großen Teilen offen, was einen weiten Blick in die Landschaft ermöglicht und die Beobachtung von Tieren begünstigt. Abseits der Flußufer dominiert im Chobe-Park ansonsten eine vergleichsweise dichte und grüne Savannenlandschaft. Anders als im Etosha-Park gibt es hier keine Straßen und Schotterwege, die Fahrzeuge sind hier auf Pisten und Fahrspuren unterwegs, die sich durch das Gelände ziehen. Wir trafen auf Büffel und Antilopen, und dann auf eine Gruppe von acht Löwen, die in kurzer Distanz vor mehreren Tourenfahrzeugen passiert. Des Weiteren trafen wir auf Paviane, einen Fischadler, diverse weitere Vögel, Giraffen, einen Waran, sowie weitere Antilopen, darunter Impalas. Dann verließen wir das Flußufer, und die Fahrt verlief nun durch eine dichte Savannenlandschaft, die von Bäumen geprägt wird. Hier begegneten wir Elefanten. Gegen Ende der Tour trafen wir am Ufer des Flusses Chobe auf eine große Anzahl von rund 100 Elefanten. Im Fluß Chobe sind Flußpferde häufig, und auch gibt es dort Nilkrokodile.
Im Gegensatz zu dem Etosha-Park sind sowohl der Chobe-Park, als auch die umgebende Landschaft nicht eingezäunt, sodaß hier die Tiere in ihren saisonalen Wanderungen nicht behindert werden. Im Gegensatz zu den Siedlungskolonien Südafrika und Namibia sind im südlichen Afrika die Landschaften in den Ländern Botswana und Lesotho weitestgehend nicht eingezäunt, was auf erhebliche Unterschiede sowohl in der Agrarverfassung, als auch in der Agrargeschichte des Ländlichen Raumes verweist. Daß diese Unterschiede bis heute fortbestehen konnten, ist dem Umstand zu verdanken, daß im Jahre 1895 von drei Tswana-Häuptlingen im Rahmen von Verhandlungen mit dem Britischen Empire erfolgreich verhindert werden konnte, daß das damalige britische Protektorat Betschuanaland (208) durch die von Cecil John Rhodes (1853-1902) (209) gegründete British South Africa Company (BSAC) (210) annektiert wurde. An dieses historische Ereignis erinnert das „Three Chiefs Monument“ in der Stadt Gaborone.
Am 29.11.2025 habe ich die Viktoria-Fälle (211) am Fluß Sambesi beim Touristenort Victoria Falls besucht. Östlich des Ortes Kazungula passierte ich zu diesem Zweck die Grenze von Botswana und Simbabwe, wobei ich für diesen Tag ein Tagesvisum „on Arrival“ für Simbabwe erhielt (Gebühr: 30,- USD). Seit dem Jahre 2009 ist aufgrund des Währungsverfalles der Landeswährung Zimbabwe-Dollar der US-Doller das Zahlungsmittel in Simbabwe. Der Eintritt zu den Victoriafällen kostete 50,- USD. Die Victoria-Fälle zählen zu den bedeutendsten touristischen Sehenswürdigkeiten in Afrika, und sie haben den Status eines Unesco-Welterbes. Den Namen „Victoria-Fälle“ erhielten diese Wasserfälle des Sambesi durch den Afrika-Forscher David Livingstone (1813–1873) (212), der während mehrerer Reisen durch das südliche Afrika auch diese Wasserfälle besucht hatte. Vor den Wasserfällen erinnert ein Denkmal an Livingstone.
Durch den Sambesi und auch durch die Viktoria-Fälle hindurch verläuft heute die Grenze zwischen den Staaten Sambia und Simbabwe. Auf der Seite von Simbabwe sind die Victoria-Fälle Bestandteil des Victoria-Falls Nationalparks. Hier verläuft ein Parcours über eine Distanz von ca. 1,5 Kilometern mit insgesamt 16 Aussichtspunkten am Rande der Schlucht der Victoria-Fälle entlang. Die Besichtigung der Fälle von der Seite von Simbabwe aus ist beliebter, da sich hier ein Panorama-Blick auf die Wasserfälle bietet. Momentan führte der Sambesi gegen Ende der Trockenzeit nur wenig Wasser. Dennoch regnete es in Teilen der Umgebung aufgrund des zerstäubten Wassers, wobei teilweise ein Regenbogen über den Wasserfällen sichtbar war. Die Fallhöhe des Wassers beträgt bis zu 107 Meter. Der Parcours endet an einer Stahlbogenbrücke, die den Fluß Sambesi überbrückt und an der sich ein Grenzübergang zwischen Simbabwe und Sambia befindet.
Nach meinem Besuch der Victoria-Fälle setzte ich am 30.11.2025 meine Reise mit Kleinbussen durch das östliche Botswana zum Ort Nata fort. Die Fahrt verlief durch eine grüne Savannenlandschaft, die anders als in Südafrika und in Namibia nicht eingezäunt ist. Es überrascht dann, daß diese Savannenlandschaft wiederholt von riesigen, bis zum Horizont reichenden Landnutzungsflächen (LNF) industrieller Landwirtschaft unterbrochen wird. Unter anderem wird hier in riesigen sterilen Monokulturen Mais angebaut. Auch führte die Fahrt an gewaltigen, agrarindustriellen Siloanlagen vorbei. Diese agrarindustriellen Großanlagen mit riesigen Monokulturen kontrastieren mit der kleinbäuerlichen Subsistenzlandwirtschaft, wie sie u.a. im Caprivi-Streifen vorherrscht. Es stellt sich die Frage, von welchen Akteuren hier diese riesigen agrarindustriellen Anlagen und Strukturen eingerichtet und unterhalten werden. Es ist bekannt, daß verschiedene Akteure aus dem Ausland, darunter die VR China, vielerorts in Afrika in großem Umfang Land aufkaufen, um dort industrielle Landwirtschaft zu betreiben, was als „Land Grabbing“ (213) bezeichnet wird, da dieses Land nun nicht mehr anderen Zwecken, wie insbesondere dem Naturschutz und der Subsistenz-Landwirtschaft der ortsansässigen Bevölkerung zur Verfügung steht.
Der Ort Nata liegt am Ufer des gleichnamigen Flusses Nata. Beim Ort Nata sperrt ein Damm mit einem Fahrweg den Fluß Nata ab. Unterhalb des Dammes war das Flußbett des Flusses Nata weitgehend trocken, und es floß dort aktuell kein Wasser. Oberhalb des Dammes hat der Fluß Nata den Charakter eines Stausees mit einer Länge von ca. sechs Kilometern. Die Ufer des Flusses werden als Viehweide genutzt (Ziegen, Rinder, Pferde), wobei das Vieh von Hirten beaufsichtigt wird. Das Hostel, in dem ich in Nata logierte, verfügt über Kanus, und mit einem von diesen Kanus fuhr ich auf diesem Stausee flußaufwärts. Die Ufer des Flusses Nata sind zu größeren Teilen Steilufer mit Höhen bis ca. fünf Metern. Aufgrund starken Sedimentgehalts hat das Wasser dieses Nata-Stausees eine graue Farbe, die der Farbe des Bodens entspricht, der an den Steilufern des Flusses ansteht. Auch oberhalb des Stausees war das Flußbett trocken.
Auch in dem Hostel, in dem ich in Nata logierte, traf ich Reisende mit außergewöhnlichen und beeindruckenden Reisevorhaben. Darunter Wiebke und Lisa mit ihren Reisefahrrädern, die gerade auf einer Rundreise in Namibia und Botswana unterwegs waren. Erst kürzlich war Wiebke von Freiburg aus durch das westliche Afrika nach Kapstadt geradelt, wie sie berichtete.
Vom Ort Nata aus führt eine Straße nach Westen zum Touristenort Maun am Rande des Okawango-Deltas (214). Maun gilt als das Zentrum des Safari-Tourismus in Botswana. Nach meinem erfolgten Besuch des Etosha Parks und des Chobe-Parks sah mein Reiseplan allerdings keinen weiteren Besuch eines Naturparks vor, sowohl aufgrund des eingeschränkten Zeitrahmens meiner Reise, als auch aufgrund der meist hohen Kosten, die mit der Teilnahme an von Tourenveranstaltern organisierten Touren verbunden sind.
Von Nata aus fuhr ich am 02.12.2025 mit Kleinbussen weiter Richtung Francistown und Garborone. Die grüne Savannenlandschaft, die seit dem Caprivi-Streifen durchfahren wird, setzt sich fort. Von Francistown fuhr ich weiter zur Stadt Palapye, die sich als eine Zwischenstation auf meinem Weg von Nata nach Gaborone eignete. Seitlich der Landstraße gibt es einen breiten Grasstreifen, auf dem Bäume und Büsche entfernt sind, und auf diesen Straßenseitenstreifen grasen zahlreiche Rinder. Diese Rinder überqueren gelegentlich die Landstraße, was dann langsames und vorsichtiges Fahren erfordert. Die Stadt Palapye präsentiert sich als ein Verkehrsknotenpunkt und als ein Versorgungszentrum für ihr Umland gemäß dem System der Zentralen Orte (215) des Geografen Walter Christaller.
Von Palapye fuhr ich mit einem weiteren Kleinbus über die Stadt Mahalapye weiter nach Gaborone, der Hauptstadt von Botswana. Bislang ist die in Botswana durchfahrene Landschaft flach gewesen, doch in der Nähe von Gaborone wird diese wellig und einige Berge werden sichtbar. Auch in Garborone unternahm ich am 04.12.2025 eine Stadtexkursion, bei der ich u.a. durch das halbkreisförmige Regierungsviertel, durch das Geschäftszentrum, und zum National Museum gelangte, das allerdings gerade umgebaut wurde, sowie zum „Three Chiefs Monument Park“. In diesem Park erinnert das „Three Chiefs Monument“ an drei Tswana-Häuptlinge, die im Jahre 1895 im Rahmen von Verhandlungen mit dem Britischen Empire erfolgreich verhindert haben, daß das damalige britische Protektorat Betschuanaland durch die von Cecil John Rhodes (1853-1902) gegründete British South Africa Company (BSAC) annektiert wurde. Diese Annektion hätte zur weiteren Folge gehabt, daß Betschuanaland später ein Bestandteil der im Jahre 1910 gegründeten Südafrikanischen Union geworden wäre und aufgrund Dessen ebenso wie Namibia den Folgen der Apartheid-Politik ausgesetzt gewesen wäre. Auch dies wurde im Jahre 1895 erfolgreich verhindert. Ebenso wie Betschuanaland (Botswana) lehnten auch das Basotholand (Lesotho) und Swasiland (Eswatini) im Jahre 1910 die Eingliederung in die Südafrikanische Union ab.
Ab Garborone gibt es wieder Anschluß an die Reisebusrouten des Reisebusunternehmens Intercape, mit dem ich am. 05.12.2025 nach Pretoria weiter gefahren bin. Schon nach kurzer Fahrt von rund 30 Minuten wurde die Grenze zwischen Botswana und Südafrika beim Grenzübergang Tlokweng-Kopfontain erreicht. Es ist ein häufig genutzter Grenzübergang, und bei der Paßkontrolle gab es lange Warteschlangen, obwohl die Paßkontrollen auf beiden Seiten zügig verliefen. Die Reisepässe wurden jeweils elektronisch eingelesen, und es wurde ein Aus- bzw. Einreisestempel erteilt. Auch hier wurden keine biometrischen Daten erhoben. Die Weiterfahrt nach Pretoria verlief durch eine bergige und grüne Savannenlandschaft.
7. Pretoria oder: Die Burenrepubliken und der „Wettlauf um Afrika“
Der Stadt Pretoria (216) kommt eine herausragende historische und aktuelle Bedeutung zu, denn zum Einen war sie Hauptstadt der Burenrepublik Südafrikanische Republik (Transvaal) (ZAR) (217) gewesen, und zudem ist sie heute neben Kapstadt und Bloemfontein eine der drei Hauptstädte Südafrikas. Aufgrund dessen gibt es in Pretoria zahlreiche historische Gebäude, Museen und Sehenswürdigkeiten zu sehen. Auch in Pretoria ging ich im Rahmen meiner Stadtexkursion am 06.12.2025 auf historische Spurensuche. Auch hier gilt es, historische Forschung an den geografischen Originalschauplätzen historischer Ereignisse zu betreiben.
Meine Stadtexkursion in Pretoria startete ich im Stadtteil Hatfield, im dem sich das Hostel befindet, in dem ich während meines Aufenthaltes in Pretoria logiert habe. Mit dem Gautrain, einer S-Bahn, die als zuverlässig und sicher gilt, gelangte ich von der Station Hatfield zur Station Pretoria, die sich neben dem Hauptbahnhof und dem Busbahnhof im Stadtzentrum von Pretoria befindet. Wie an Busbahnhöfen in den Städten in Südafrika allgemein üblich, haben auch am Busbahnhof in Pretoria zahlreiche Reisebusunternehmen ihre Ticketbüros, in denen man unkompliziert Tickets kaufen kann, und es werden Busfahrten zu zahlreichen Zielen in Südafrika angeboten. Von hier folgte ich der Paul Kruger Street nach Norden. Dabei gelangte ich am „National Museum of Natural History“ vorbei. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich umgeben von einem Park mit Denkmälern die im Jahre 1935 erbaute City Hall. Das gesamte Gelände um die City Hall war eingezäunt und nicht zugänglich. Dann erreichte ich den Church Square, der den architektonischen Mittelpunkt von Pretoria bildet. Er ist von zahlreichen großen, repräsentativen Gebäuden umgeben, darunter der im Jahre 1891 erbaute Raadsaal, dem Parlament der Burenrepublik Südafrikanische Republik (ZAR) (Transvaal). Im Zentrum des Church Square erinnert ein Denkmal an Stephanus Johannes Paulus Kruger (1825-1904) (218), dem Präsidenten der Südafrikanischen Republik (ZAR) (Transvaal) von 1883 bis 1900.
Anschließend besuchte ich das „Paul Kruger Museum“ (219), das westlich des Church Square gegenüber einer „Kruger‘s Church“ liegt. Das Museum befindet sich in dem Haus, in dem Paul Kruger wohnte, als er Präsident der Südafrikanischen Republik (Transvaal) in den Jahren 1883 bis 1900 gewesen war. Seine Amtszeit als Präsident liegt inmitten des Zeitalters des Imperialismus, dessen herausragender Bestandteil der „Wettlauf um Afrika“ war. Die Amtszeit von Paul Kruger war in besonderem Maße durch dieses Zeitalter des Imperialismus geprägt. Das Zeitalter des Imperialismus kulminierte in zwei Weltkriegen.
Folglich prägten imperiale Kriege die Amtszeit von Paul Kruger als Präsident der Südafrikanischen Republik (Transvaal), was Thema des von mir in Pretoria besuchten Paul Kruger Museums ist. In dem Museum wird unter anderem die umfangreiche Solidarität dargestellt, die Paul Kruger in diesen kriegerischen Konflikten mit dem Britischen Empire (220), den sogenannten Burenkriegen (221), zuteil wurde, sowohl von staatlichen Akteuren als auch von zahlreichen zivilgesellschaftlichen Akteuren weltweit. Tatsächlich erfolgte jedoch über derartige Solidaritätsbekundungen hinaus nichts. Im militärischen Konflikt mit dem Britischen Empire, der damals führenden Weltmacht, wurden die Buren alleine gelassen und niemand wagte es, diese offen zu unterstützen und damit einen Konflikt mit der damaligen führenden Weltmacht, dem Britischen Empire, zu riskieren.
Vergleichbare Beispiele lassen sich in der jüngeren Geschichte zahlreiche finden, in denen Opfer militärischer Aggressionen von Weltmächten alleine gelassen werden, und unter vielen möchte ich drei herausragende Beispiele aufführen: 1. Der Abessinienkrieg des faschistischen Italiens gegen das Kaiserreich Äthiopien, einem Mitglied des Völkerbunds, vom 03.10.1935 bis zum 27.11.1941 (222). 2. Finnland im sogenannten Winterkrieg mit der Sowjetunion vom 30. November 1939 bis zum 13. März 1940 (223), und 3. die Okkupation Tibets durch die VR China ab 1950 (224). Weltmächte dominieren auch heute das Saatensystem, und im UN-Sicherheitsrat nehmen die Weltmächte, nahezu ausschließlich Siegermächte des Zweiten Weltkrieges, als ständige Mitglieder mit Vetomacht ihre Interessen als Weltmächte wahr mit der Folge, daß Machtkalkül und Machtpolitik sowie Geostrategie und Geopolitik die Weltpolitik bestimmen.
Um die Burenrepubliken militärisch zu besiegen, setzte das Britische Empire im Zweiten Burenkrieg 1899-1902 (Anglo-Boer War, auch: Südafrikanischer Krieg) (225) eine gewaltige militärische Übermacht von rund 450.000 Soldaten ein, größere Teile der Zivilbevölkerung wurden in Internierungslagern, die als „Concentration Camps“ (226) bezeichnet wurden, festgehalten, in denen ca. 26.000 Buren aufgrund der Haftbedingungen verstarben, und der Oberbefehlshaber der Britischen Armee, Horatio Herbert Kitchener, 1. Earl Kitchener (1850 – 1916) (227) gab den Befehl, im Rahmen einer Strategie der „Verbrannten Erde“ („Scorched Earth“) (228) den Buren ihre Lebensgrundlage zu entziehen: 30.000 Farmen wurden niedergebrannt, Dörfer zerstört und die Ernte vernichtet. Die Burenrepubliken wurden dem Britischen Empire als Kolonien eingegliedert und Paul Kruger ging im Jahre 1900 ins Exil. Der Zweite Burenkrieg wurde bei meinem nachfolgenden Besuch der Stadt Bloemfontein ein ausführlicheres Thema.
Die zuvor unabhängigen Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Südafrikanische Republik (Transvaal) wurden nach dem Zweiten Burenkrieg zu Kolonien des Britischen Empires. Am 31. Mai 1910 wurde durch den Zusammenschluß von vier britischen Kolonien: Kapkolonie, Natal, Oranjefluß-Kolonie und Transvaal, die Südafrikanische Union gebildet. Die Südafrikanische Union wurde ein Dominion (229) im Rahmen des Britisch Commonwealth (230). Auch beteiligte sich die Südafrikanische Union nun ebenfalls wie die weiteren Dominions des Britischen Empires, wie z.B. Kanada, Australien und Neuseeland, an sämtlichen nachfolgenden (imperialen) Kriegen des Britischen Empires, darunter dem Ersten Weltkrieg, als treue Vasallen des britischen Königs wie zu Zeiten von Wilhelm dem Eroberer (231), obwohl diese Kriege des Britischen Empires diese Dominions und deren Bevölkerung nichts angingen.
Nach dem Besuch des Kruger Museums setzte ich meine Stadtexkursion in Pretoria zu den im Jahre 1913 fertig erbauten Union Buildings fort. Neben Kapstadt dienen diese als Regierungssitz. Die Union Buildings liegen auf einem Hügel in einer terrassenförmig angelegten Parkanlage, von wo aus sich eine Aussicht über die Stadt Pretoria bietet. Unterhalb der Union Buildings befindet sich ein „Pretoria War Memorial“, das an 11.000 Soldaten der Südafrikanischen Union erinnert, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben verloren haben. Es ist nach den einheitlichen architektonischen Standards der British Commonwealth War Graves Commission gestaltet (232).
8. Johannesburg: Vom Goldrausch zur Megacity
Von Pretoria aus besuchte ich im Rahmen eines Tagesausflugs am 07.12.2025 die nahegelegene Stadt Johannesburg (233), die als Boomtown (234) im Zuge eines Goldrausches ab dem Jahre 1886 entstanden war. Da Johannesburg als die Stadt in Südafrika mit dem größten Kriminalitätsproblem gilt, habe ich dort nicht wie üblich eine Stadtexkursion zu Fuß unternommen, sondern lediglich eine Tagestour mit dem City- Sightseeing-Bus. Aufgrund des großen Kriminalitätsproblems wird Touristen von Stadtexkursionen zu Fuß in Johannesburg dringend abgeraten. Laut Statistik hat Südafrika weltweit die höchste Verbrechensrate, und innerhalb Südafrikas ist diese Verbrechensrate in Johannesburg am höchsten. Ebenso wie in Kapstadt, werden auch in Johannesburg Touren durch das Stadtgebiet mit dem City- Sightseeing-Bus angeboten. In Johannesburg startet die City- Sightseeing-Bustour im Stadtteil Rosebank an der dortigen Station des Gautrain, mit dem ich aus Pretoria dorthin gefahren bin.
Die Tour des City- Sightseeing-Bus verläuft durch Vororte und Wohnsiedlungen, die auch hier wie in allen Städten in Südafrika von Mauern und hohen Zäunen, meist elektrischen Zäunen, umgeben sind und die durch Wachschutzunternehmen mit einem Konzept einer „Armed Response“ streng bewacht werden. Im Stadtzentrum dominieren Hochhausbauten aus dem Zeitraum, als Johannesburg infolge des Goldrausches ein boomendes überregionales Geschäfts- und Wirtschaftszentrum gewesen war. In Südafrika und insbesondere in den Städten finden erhebliche demografische Veränderungen statt (235). Wie in allen Städten in Südafrika ist auch in Johannesburg seit dem Ende der Apartheid das Stadtzentrum von den Einwohnern europäischen Ursprungs verlassen worden, die sich in bewachte Wohnsiedlungen außerhalb der Stadtzentren hinter hohen, oft mehrreihigen Zäunen und Mauern zurück gezogen haben. In den Straßen des Stadtzentrums von Johannesburg campieren heute an den Straßenrändern Leute in Zelten und selbstgebauten Hütten, die nach dem Ende der Apartheid aus den Townships (236) und aus den ehemaligen Homelands (237) in großer Zahl in die Zentren der Städte gekommen sind und die in den Stadtzentren in Südafrika heute die Bevölkerungsmehrheit bilden. Zudem kommt eine große Anzahl von illegalen Einwanderern und Wirtschaftsflüchtlingen aus den Nachbarländern nach Südafrika, und auch diese gehen größtenteils in die Zentren der Städte. Dort vermehren sie die Zahl der Arbeitslosen, die in Südafrika zwischen 35 und 40 Prozent liegt. Aufgrund des weltweit höchsten Bevölkerungswachstums (238) im gesamten Afrika drängen immer mehr Menschen aus den Townships und aus dem Ländlichen Raum in die Stadtzentren. Während der City-Sightseeing- Bustour erfolgt in einer Vielzahl auswählbarer Sprachen über Kopfhörer eine Vorstellung der jeweils angefahrenen Sehenswürdigkeiten. Dabei sind auch Thema verschiedene Aspekte der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Johannesburg. Unter anderem wird erwähnt, daß Johannesburg in wenigen Jahren mit Pretoria und weiteren Städten und Siedlungen zu einer Megacity (239) mit möglicherweise mehreren 10 Millionen Einwohnern zusammengewachsen sein wird.
Während der City-Sightseeing- Bustour kann man an insgesamt 13 Haltestellen aussteigen und in einem der im Abstand von 40 Minuten nachfolgenden City-Sightseeing-Busse weiterfahren, was ich dazu genutzt habe, an Haltestelle Nr. 7 auszusteigen, um das dort gelegene „Apartheid-Museum“ (240) zu besuchen. Gegenstand des Apartheid-Museums ist die Rassentrennung (241) in Südafrika und Namibia, die dort bis zum Jahre 1990 praktiziert wurde und die als „Apartheid“ (242) bezeichnet wird. In Südafrika und Namibia wurde eine „Kleine Apartheid“ von einer „Großen Apartheid“ unterschieden. Der Begriff „Kleine Apartheid“ meint die Rassentrennung im öffentlichen Raum insbesondere der Städte, während die „Große Apartheid“ die räumliche Trennung im großen Maßstab meint, insbesondere im Rahmen der Homeland-Politik. Rassentrennung war ein Phänomen insbesondere in Siedlungskolonien, wie z.B. in den USA (243), aber auch in Südafrika und Namibia. In den USA wurde die Rassentrennung bis zum Jahre 1964 praktiziert, bis eine Bürgerrechtsbewegung deren Abschaffung erreichte (244). In Südafrika und Namibia wurde die Rassentrennung (Apartheid) im Jahre 1990 abgeschafft.
Das Apartheid-Museum hat das Motto: „Learn from the past, change the future“, und es beeindruckt durch umfangreiche Ausstellungen mit zahlreichen Exponaten, überwiegend Fotos, und umfassenden Informationen. Die Ausstellungen folgen chronologisch den historischen Entwicklungen. Dargestellt wird u.a. die Vorgeschichte der Rassentrennung in Südafrika und Namibia, die Durchsetzung der Apartheid-Politik ab 1948, wie die Apartheid das Leben der Menschen gestaltete und bestimmte, die Opposition gegen die Politik der Apartheid, Verbrechen, die vom Apartheid-Regime zur Aufrechterhaltung der Apartheid und zur Repression der Opposition begangen wurden, das Ende der Politik der Apartheid und die Übergangsphase von 1990 bis 1994, die von einer Zunahme der Gewalt geprägt war, sowie die Entwicklungen bis heute.
Eingeleitet wird die Museumsausstellung noch im Außenbereich des Museums mit der Hervorhebung einiger markanter Aspekte der Menschheitsgeschichte (245) insbesondere im Bereich der Paläoanthropologie (246). Zweifellos liefert heute das interdisziplinäre Projekt der modernen Anthropologie, dessen gemeinsames Erkenntnisinteresse mit der Kant‘schen Frage „Was ist der Mensch?“ (247) bestimmt werden kann, Erkenntnisse mit weitreichenden Konsequenzen für unsere Weltsicht: Die Einheit der Menschheit ist damit nicht mehr nur eine intellektuelle und kulturelle Verstehensleistung, wie noch im Zeitalter der Aufklärung, sondern eine bio-physische Tatsache. Die Erkenntnisse des interdisziplinären Projekts der modernen Anthropologie liefern herausragende und überzeugende Argumente gegen Rassentrennung und Rassismus (248).
Zusätzlich zu der Hauptausstellung gibt es zwei weitere Ausstellungen, von denen Eine das Leben und Wirken von Nelson R. Mandela (1918-2013) (249) zum Thema hat, die Andere Leben und Wirken von Desmond M. Tutu (1931-1920) (250). Insbesondere in dieser letztgenannten Ausstellung ist die 1996 eingerichtete „Wahrheits- und Versöhnungskommission“ (251) Thema. Diese Wahrheits- und Versöhnungskommission ist Ausdruck und Beispiel einer neuen Reflektionsstufe im Umgang mit Verbrechen im Rahmen von Krieg und Gewaltherrschaft, wobei das Erkenntnisinteresse Aufklärung ist und nicht Bestrafung, wie bei Tribunalen und Gerichtsprozessen (252). So stehen nicht „Täter“, sondern Verhältnisse im Zentrum, womit eine Veränderung von Verhältnissen überhaupt erst möglich wird, was dem Motto des Museums entspricht: „Learn from the past, change the future“.
Südafrika gilt als ein Beispiel eines gelungenen Transformationsprozesses vom Apartheid-Regime zur Demokratie. Alle haben jetzt die Möglichkeit, gleichberechtigt an Wahlen teilzunehmen. Demokratie kann jedoch nicht funktionieren, wenn, wie in Südafrika und auch zahlreichen weiteren Ländern, nach Kriterien der Zugehörigkeit zu ethnischen Gruppen gewählt wird. Dann steht das Wahlergebnis schon vor der Wahl fest, sodaß man auch auf das Wählen verzichten kann, denn das Wahlergebnis ist so nicht das Ergebnis einer zuvor erfolgten öffentlichen Diskussion und Meinungsbildung, wie es im Konzept der deliberativen Demokratie (253) zum Ausdruck gelangt. Kernidee der deliberativen Demokratie ist, daß durch Austausch von Argumenten in einem herrschaftsfreien Diskurs Verständigung oder Konsens erzielt werden können und so gefundene Lösungen den Ansprüchen der Vernunft in sachlicher und moralischer Hinsicht gerecht werden (254). Für die zahlreichen drängenden Probleme in Südafrika kann nur dann eine Lösung gefunden werden, wenn es gelingt, durch Austausch von Argumenten in einem herrschaftsfreien Diskurs Verständigung oder Konsens zu erzielen. Noch sind die gesellschaftlichen Realitäten weit davon entfernt.
Johannesburg ist eine junge Stadt, die keine 150 Jahre alt ist, und sie war als Boomtown im Rahmen eines Goldrausches ab dem Jahre 1886 entstanden. In wenigen Jahren wird Johannesburg mit Pretoria und weiteren Städten und Siedlungen zu einer Megacity mit möglicherweise mehreren 10 Millionen Einwohnern zusammengewachsen sein, wie bei der City-Sightseeing-Tour vermittelt wurde. Zuletzt hatte ich während meiner Fahrradreise durch das südöstliche Europa im Jahre 2023 mit der Megacity Istanbul-Bursa eine expandierende Megacity kennenlernen können. Schon davor hatte ich während meiner Reisen weitere Megacitys besucht und kennen lernen können: Paris, London, Mumbai/Bombay, Delhi, Bangkok, Ho-Chi-Minh-Stadt/Saigon, Sao Paulo, Mexiko-Stadt, Kairo, Los Angeles, New York. Die Mehrzahl der Weltbevölkerung wird in wenigen Jahrzehnten in Megacitys mit 10 bis 50 Millionen Einwohnern leben, und im südlichen Afrika kann man eine solche in Entstehung begriffene Megacity mit der Metropolregion Johannesburg-Pretoria besuchen und die in Megacitys herrschenden Verhältnisse studieren, und unter solchen Verhältnissen wird in wenigen Jahrzehnten die Mehrzahl der Weltbevölkerung leben.
Es stellt sich die Frage nach der Rolle der weltweit zunehmenden und rasant anwachsenden Megacitys im gegenwärtigen real-existierenden Weltsystem. Meines Erachtens haben diese Megacitys den Charakter und die Funktion von Abschieberäumen und Verwahranstalten der globalen Überschußbevölkerung, die aus dem Ländlichen Raum verdrängt wird, da sich dort weltweit immer mehr die riesigen agrarindustriellen Monokulturen auf Kosten der traditionellen Subsistenzwirtschaft der Menschen im Ländlichen Raum ausweiten. Als Abschieberäume und Verwahranstalten ersetzen die Megacitys die Totale Institution des Lagers, die in ihren verschiedenen Erscheinungsformen im extremen 20. Jahrhundert ihre unheimliche Ausweitung und Radikalisierung erfahren hatte. Hinzu kommt das weiter anhaltende rasante Bevölkerungswachstum, das in Afrika weltweit am höchsten ist. Die Menschen verlassen nicht freiwillig den Ländlichen Raum und geben ihre traditionelle Subsistenzwirtschaft auf, sondern sie werden dazu genötigt. Auf der Suche nach Existenzmöglichkeiten siedeln die aus dem Ländlichen Raum verdrängten Menschen in den anwachsenden Slums an den Rändern der Städte, oder sie roden Naturschutzgebieten Land. Die Urbanisierung nimmt weltweit rasant zu. Schon in wenigen Jahrzehnten wird weltweit die Mehrzahl der Menschen in Megacitys mit 10 bis 50 Mio. Einwohnern leben. Die Mehrheit der Megacitys ist durch permanente ökologische, soziale und gesundheitliche Krisen und Ausnahmezustände geprägt. Diese Krisen und Ausnahmezustände kann man am Beispiel der heute schon bestehenden Megacitys studieren. Diese Krisen in den heute schon bestehenden Megacitys werden die die Zukunft der Menschheit prägen, und mit großer Wahrscheinlichkeit werden diese ein totalitäres globales Regime zum Krisenmanagement sowie zur Überwachung und Kontrolle der Menschen zur Folge haben. Seit den Ereignissen vom 11.09.2001 und der sogenannten „Corona-Krise“ ist ein Teil des Weges dorthin bereits zurückgelegt worden. Heute erscheint diese Entwicklung als schicksalhaft, unbeeinflußbar und unabwendbar.
Gerne wollte ich von Johannesburg aus auch die nahegelegenen, aufgrund der zahlreichen paläoanthropologischen Funde als „Cradle of Humankind“ (255) bekannten Höhlen Sterkfontain (256), Swartkrans (257), Wonder Cave und weitere besuchen, die Unesco-Welterbe sind, doch dorthin gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel, sodaß ich meinen Plan aufgeben mußte.
9. Diamantenrausch und Geopolitik in Kimberley
Von Pretoria war ich am 08.12.2025 mit dem Intercape-Reisebus zur Bergbaustadt Kimberley (258) weiter gereist, die ab dem Jahre 1871 als Boomtown im Zuge des größten Diamantenrausches in der Menschheitsgeschichte entstanden ist. Während Johannesburg als Boomtown im Zuge eines Goldrausches entstanden ist und überraschenderweise nach Ende des Goldrausches nicht wieder verschwunden ist, wie es bei Boomtowns üblich ist, sondern im ganzen Gegenteil sich heute rasant zu einer Megacity entwickelt, ist Kimberley ebenfalls als Boomtown entstanden, allerdings im Zuge des größten Diamanten-Rausches in der Menschheitsgeschichte.
Auch in Kimberley habe ich am 09.12.2025 eine Stadtexkursion unternommen und mich auch hier auf historische Spurensuche begeben. Es gilt, historische Forschung an den geografischen Originalschauplätzen historischer Ereignisse zu betreiben. Im Zentrum meiner Stadtexkursion stand der Besuch des „Big Hole“ und des dortigen „Kimberley Mine Museum“ sowie des angrenzenden Freilichtmuseums der „Old Town“. Auf dem Weg dorthin ins Stadtzentrum gelangte ich an einer Statue von Cecil John Rhodes (1853-1902) vorbei. Dann passiere ich den eingezäunten „Oppenheimer Memorial Garden“ und das „Harry Oppenheimer House“, dem Sitz der „De Beers Diamond Trading Company“. Ich erreiche nun den Market Square mit der City Hall und gelange auf dem Weg zum „Big Hole“ vorbei an dem Gebäude des „De Beers Head Office“ aus dem Jahre 1898.
Der Konzern De Beers ist heute mit rund 40% der Weltförderung der größte Diamantenproduzent und mit über 50% Anteil am weltweiten Diamantenhandel der größte Diamantenhändler der Welt (259). Mit Cecil John Rhodes als Vorsitzendem war der Konzern De Beers am 12. März 1888 unter dem Namen „De Beers Consolidated Mines Limited“ gegründet worden, mit dem Rhodes das Monopol über die Diamantenproduktion im südlichen Afrika erlangte. Heute besitzt der im Jahre 1917 von Ernst Oppenheimer (1880-1957) (260) unterstützt von der us-amerikanischen Bank J.P. Morgan (261) gegründete Bergbau- und Rohstoffkonzern „Anglo American“ (262) 85% der Anteile am De Beers-Konzern. Die Leitung des Konzerns Anglo American wurde von Harry F. Oppenheimer (1908-2000) (263) fortgeführt, nach dem heute in Kimberley das „Harry Oppenheimer House“, dem Sitz der „De Beers Diamond Trading Company“ benannt ist.
Das „Big Hole“ (264) entstand ab dem Jahre 1871, nachdem im Jahre 1866 auf dem Gelände der Farm der Brüder De Beers Diamanten gefunden wurden und das Gelände im Zuge des Diamantenrausches in Claims aufgeteilt wurde. Aufgrund der Bergbau-Aktivitäten entstand ein riesiges Loch, das „Big Hole“, das heute wassergefüllt ist und eine Touristenattraktion darstellt. Das „Big Hole“ kann von einer Aussichtsplattform aus besichtigt werden. Es ist bis heute eine der größten in Handarbeit ausgehobenen Gruben der Welt. Ich nahm hier an einer vom Kimberley Mine Museum angebotenen Führung teil, deren Bestandteil der Besuch eines nachgebauten Bergwerkstollens aus der Zeit des Diamantenrausches ist.
Das an das „Big Hole“ angrenzende Freilichtmuseum „Old Town“ ist ein Freilichtmuseum (265) in der Tradition des Skansen-Freilichtmuseums (266) in Stockholm, und hier in Kimberley hat man in der „Old-Town“ in der Stadt noch vorhandene historische Gebäude aus der Zeit des Diamantenrausches gesammelt und wieder aufgebaut. Beeindruckend ist, daß auch Inneneinrichtungen weitestgehend erhalten sind. Exzellent und informativ ist das angrenzende „Kimberley Mine Museum“, das nahezu alle Themenbereiche zum Themenkomplex „Diamanten“ (267) ausführlich behandelt, darunter Aspekte der Geologie, der Kulturgeschichte sowie der jüngeren Geschichte, hier im Rahmen des Zeitalters des Imperialismus, dessen Bestandteil der „Scramble for Afrika“ war.
In diesem Rahmen spielt Cecil John Rhodes (1859-1902) eine mehr als herausragende Rolle. Rhodes errichtete hier ein Diamantenmonopol, um damit sein geopolitisches Projekt eines Britischen Imperiums in Afrika „vom Kap bis Kairo“ zu realisieren, dessen Bestandteil die Kap-Kairo-Eisenbahnlinie (268) war. Im Museum wird seine welthistorische Rolle und Bedeutung folgendermaßen dargestellt: „Cecil John Rhodes was a statesman and empire builder who had the greatest influence of any single person in the history of the african continent.“ Rhodes hat systematisch die Claims der Diamanten-Mine in Kimberley aufgekauft, finanziert von der Bank der Rothschilds (269) in London, um auf dieser Grundlage seine geopolitischen und imperialen Pläne eines Britischen Empires „vom Kap bis Kairo“ umzusetzen. Auch zu diesem Thema bietet das Kimberley Mine Museum detailliertes und umfangreiches Material.
Diesen Plänen eines Britischen Empires „vom Kap bis Kairo“ waren u.a. im Weg die von den Buren gegründeten Republiken „Südafrikanische Republik“ (Transvaal), „Oranje-Freistaat“ und „Republik Natalia“, und zu deren Unterwerfung und Eingliederung in das Britische Empire hat dieses Kriege geführt, die als „Burenkriege“ bezeichnet werden. Unter diesen Burenkriegen ragt aufgrund seiner geopolitischen Bedeutung sowie der dort angewandten neuartigen Methoden der Kriegsführung, bei denen die Zivilbevölkerung umfangreich im Zuge einer Strategie der „Verbrannten Erde“ („Scorched Earth“) zum militärischen Ziel wurde, der Zweite Burenkrieg 1899-1902 (Anglo-Boer War, auch: Südafrikanischer Krieg) heraus, der Hauptthema meines nun nachfolgenden Besuchs der Stadt Bloemfontein war. Der Zweite Burenkrieg wurde von Großbritannien geführt, um die diamant- und goldreichen Burenrepubliken in das britische Empire eingliedern zu können. Vorausgegangen war dem Zweiten Burenkrieg ein von Cecil John Rhodes geplanter Putschversuch in der Südafrikanischen Republik (Transvaal) vom 29. Dezember 1895 bis zum 2. Januar 1896, der als „Jameson Raid“ bezeichnet wird (270).
Bedauerlicherweise ist das Kimberley Mine Museum eins der vielen Museen, in denen aus unerklärlichen Gründen Lichtmangel herrscht, sodaß viele Fotos nicht gelangen und unscharf wurden. Auf dem Rückweg kam ich an einem im Jahre 1976 errichteten Denkmal vorbei, das an in den Jahren 1899 bis 1902 während des Zweiten Burenkrieges (Anglo-Boer War, auch: Südafrikanischer Krieg) in Konzentrationslagern (Concentration Camps) bei Kimberley verstorbene Personen erinnert.
10. Bloemfontein: Der Zweite Burenkrieg, eine Urkatastrophe des extremen 20. Jahrhunderts
Von Kimberley aus setzte ich meine Reise am 10.12.2025 fort nach Bloemfontein (271), der Hauptstadt der ehemaligen Burenrepublik Oranje-Freistaat, wo ich einen weiteren Zwischenstopp auf meiner Reise zwecks Stadtexkursion und dem Besuch von Museen und Gedenkstätten eingelegte. Die Fahrt erfolgte vom Busbahnhof in Kimberley aus mit einem Kleinbus mit 22 Sitzplätzen, und auch dieser fuhr erst dann ab, als alle Sitzplätze mit Passagieren besetzt waren, was diesmal allerdings außergewöhnlich lange dauerte, sodaß die Abfahrt mit vierstündiger Verspätung erfolgte. Bei der Fahrt setzt sich die flache Landschaft fort, die schon auf dem Weg von Pretoria nach Kimberley durchfahren wurde. Die Landschaft beiderseits der Straße ist eingezäunt und wird größtenteils landwirtschaftlich genutzt, wobei die landwirtschaftlichen Nutzflächen (LNF) gewaltige Ausmaße haben. Auf den LNF überwiegt Weidewirtschaft mit Rindern. Diese Flächen sind anders als in Namibia üblich weitgehend entbuscht (entkusselt), sodaß hier ausgedehnte monotone Grasflächen dominieren. Zudem gibt es auch Ackerbau, der ebenfalls agrarindustriell auf riesigen LNF erfolgt. Angebaut werden u.a. Mais und Opuntien. Mehrmals führt die Fahrt an gewaltigen agrarindustriellen Siloanlagen vorbei. Der landwirtschaftlich genutzte Boden hat wie überall im südlichen Afrika eine rötliche Farbe. Einige wenige Male waren auf den eingezäunten Flächen Strauße zu sehen; ansonsten fehlen die für Afrika typischen Großtiere vollständig.
Der Stadt Bloemfontein kommt eine herausragende historische und aktuelle Bedeutung zu, denn zum Einen war sie Hauptstadt der Burenrepublik Oranje Freistaat gewesen, und zudem ist sie heute neben Kapstadt und Pretoria eine der drei Hauptstädte Südafrikas. Aufgrund dessen gibt es in Bloemfontein zahlreiche historische Gebäude, Museen und Sehenswürdigkeiten zu sehen. Auch hier ging ich im Rahmen meiner Stadtexkursionen auf historische Spurensuche. Es gilt, historische Forschung an den geografischen Originalschauplätzen historischer Ereignisse zu betreiben.
Meine Stadtexkursion in Bloemfontein begann ich im Stadtzentrum am Hoffman Square. Dieser große Platz ist von mehreren großen Gebäuden umgeben, darunter einem Postamt. Auf dem Platz erinnert ein Denkmal an Kriegstote aus Bloemfontein im Ersten Weltkrieg, „Who died for their Country“. In verschiedenen Städten in Südafrika, darunter Kapstadt und Pretoria, erinnern Denkmäler an die Beteiligung der im Jahre 1910 gegründeten Südafrikanischen Union, einem Dominion des Britischen Empires wie u.a. Kanada, Australien, Neuseeland, am Ersten Weltkrieg. Gemessen an der Präsenz in der öffentlichen Gedenk- und Erinnerungskultur in Südafrika kommt dieser Beteiligung der Südafrikanischen Union am Ersten Weltkrieg als treuer Vasall Großbritanniens der Gehalt eines Gründungsereignisses der Südafrikanischen Union zu.
Vom Hoffman Square setzte ich meine Stadtexkursion nach Westen und im Uhrzeigersinn durch das historische Stadtzentrum fort. Vorbei gelangte ich vorbei am „National Afrikaans Literary Museum“, der City Hall und dem „Fouth Raadsaal“, dem im Jahre 1893 fertig erbauten Parlamentsgebäude der Burenrepublik Oranje Freistaat. Nun erreichte ich den Hertzog Square und besuchte das angrenzende „National Museum“. Dieses große und beeindruckende Museum hat mehrere Abteilungen: Naturgeschichte, Naturkunde, Archäologie, Ethnografie sowie Geschichte der Stadt Bloemfontein. Naturgeschichte und Naturkunde bilden den Schwerpunkt des Museums. Die Ausstellungen sämtlicher Abteilungen sind aufwändig gestaltet mit zahlreichen Diarahmen und Schaukästen – ein klassisches und bewährtes museumspädagogisches Konzept.
Gut konzipierte Museen mit derartigen Schwerpunkten wie hier im National Museum in Bloemfontein sind bedeutend und wichtig, denn sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur allgemeinen öffentlichen Bildung, sie sind geeignet, im Sinne gesellschaftlicher Aufklärung Fehlinformationen und Vorurteile abzubauen und sie vermitteln Grundlagen eines aktuellen wissenschaftlich fundierten Weltbildes. Bestandteil dieses aktuellen wissenschaftlich fundierten Weltbildes ist auch, daß die Menschheit ihren Ursprung in Afrika hat und sich von dort im Zuge eines Migrationsprozesses über nahezu sämtliche Kontinente verbreitet hat; und insbesondere das südliche Afrika wurde in der Neuzeit wieder Ort eines Migrationsprozesses mit Migranten u.a. aus Europa und Süd- und Südost-Asien. Im weiteren Verlauf meiner Stadtexkursion in Bloemfontein gelangte ich vorbei am im Jahre 1849 erbauten „First Raadsaal“, dem ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt, sowie an der „Old Presidency“, dem im Jahre 1885 errichteten Sitz des Präsidenten des Oranje Freistaates.
Im Zentrum meiner Stadtexkursionen in Bloemfontein stand am 11.12.2025 der Besuch der Gedenkstätte und Museum „National Woman‘s Memorial and War Museum of the Boer Republics“ (272). Dorthin gelangte ich vom Hoffman-Square aus, wobei ich der Kerk Street (Church Street) aus dem Stadtzentrum hinaus nach Südwesten folgte. Diese Straße ist mittlerweile wie viele Straßen in Südafrika umbenannt worden. Berlin ist ein Beispiel für eine Stadt, die in ihrer jüngeren Geschichte wiederholt von Straßenumbenennungen betroffen war, und meines Erachtens sollten Straßen grundsätzlich nur nach geografischen Bezeichnungen benannt werden, damit diese nicht immer wieder Gegenstand geschichtspolitischer Auseinandersetzungen werden. Auf dem Weg zum Museum passierte ich ein ausgedehntes Gewerbegebiet, in dem sich insbesondere Autohändler angesiedelt haben.
Gegenüber dem „Old Fort“ und einem dort benachbarten „Military Museum“ traf ich auf einen alten Friedhof mit dem Namen „Begraafplaas – President Brand Chemetry“. Zwischen diversen Grabsteinen befinden sich hier zwei unterschiedliche Monumente: Zum Einen ein Monument des britischen Empires „In Memory of the Members oft he British and Colonial Forces who lost their Lives during the Anglo-Boer War“. Zahlreiche Namen sind aufgeführt. Dieses Monument entspricht in seiner Gestaltung nicht gänzlich den einheitlichen Standards der British Commonwealth War Graves Commission für Militärfriedhöfe, möglicherweise weil dieses Denkmal zu einem frühen Zeitpunkt errichtet wurde. Das zweite Monument, das im Jahre 1959 errichtet worden ist, erinnert an die Opfer eines Konzentrationslagers (Concentration Camp) bei Bloemfontein in den Jahren 1899 bis 1902, und auch hier sind zahlreiche Namen aufgeführt.
Die Gedenkstätte und Museum „National Woman‘s Memorial and War Museum of the Boer Republics“ liegt außerhalb des Stadtgebietes von Bloemfontein und ist ca. drei Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Thema der Gedenkstätte und Museum „National Woman‘s Memorial and War Museum of the Boer Republics“ ist der Zweite Burenkrieg (Anglo-Boer War, auch: Südafrikanischer Krieg) in den Jahren 1899 bis 1902. Es gibt hier einen „Garden of Rememberance“, in dem auf zahlreichen Tafeln die Namen von 35.000 Personen, insbesondere Frauen und Kinder, aufgeführt sind, die in den Jahren 1899 bis 1902 in Internierungslagern, den „Concentration Camps“ aufgrund der Haftumstände verstorben sind. Zentrum der Anlage bildet das „Womans Memorial“ mit einem 36,5 Meter hohen Obelisken, das im Jahre 1913 errichtet worden war. Mein besonderes Interesse gilt dem „Anglo-Boereoorlog-Museum“ (Anglo-Boer War Museum). Das in mehrere Säle thematisch untergliederte Museum erweist sich als überaus materialreich und informativ, und es bietet sicherlich die weltweit umfassendsten und umfangreichsten bestehenden Darstellungen und Sammlungen zum Thema des Zweiten Burenkrieges, der in seinen unterschiedlichen Aspekten beleuchtet und ausgeleuchtet wird.
In Europa nehmen wir den Zweiten Burenkrieg kaum wahr, da er weit entfernt an einer kolonialen Periferie stattfand. Doch der Zweite Burenkrieg ragt in mehrfacher Hinsicht aus dem damaligen Zeitgeschehen und Weltgeschehen am Übergang vom 19. Jahrhundert zum 20. Jahrhundert heraus, und m.E. ist er ein markanter Teil des Übergangs und Wechsels vom weitgehend friedlichen „langen“ 19. Jahrhundert zum „kurzen“ und „extremen“ 20. Jahrhundert (273). Mit dem Zweiten Burenkrieg kündigt sich das extreme 20. Jahrhundert an, dessen Bestandteil er ist.
Der Zweite Burenkrieg ist zudem ein Bestandteil des geopolitischen „Scramble for Afrika“ im Zeitalter des Imperialismus, und in diesem „Scramble for Afrika“ war das Britische Empire, die damals führende Weltmacht, am erfolgreichsten. Um die Burenrepubliken Oranje-Freistaat und die Südafrikanische Republik (Transvaal) zu erobern und dem Britischen Empire in Afrika „von Kapstadt bis Kairo“ einzugliedern, setzte das Britische Empire eine gewaltige militärische Übermacht ein von rund 450.000 Soldaten. Dennoch gelang es den Buren, sich einen längeren Zeitraum militärisch zu behaupten.
Aufgrund dessen wandte das Britische Empire und die unter dem Befehl des Oberbefehlshabers der Britischen Armee, Horatio Herbert Kitchener, 1. Earl Kitchener (1850–1916) stehende britische Armee in Südafrika verschiedene Methoden an, die sich insbesondere gegen die Zivilbevölkerung und deren Lebensgrundlagen richteten, wobei die Zivilbevölkerung zum militärischen Ziel und zum Kriegsopfer wurde. Zudem setzt das Britische Empire in diesem Krieg sein überlegenes Potential als führende Industriemacht ein. Aufgrund dessen kann der Zweite Burenkrieg als ein Totaler Industrieller Krieg bezeichnet werden, eine radikalisierte Form der Kriegsführung im Zeitalter der industriellen Moderne, die insbesondere das extreme 20. Jahrhundert und die beiden Weltkriege prägte, wobei die Kriegsgegner ihr gesamtes Potential als Industriemacht möglichst rücksichtslos und hemmungslos einsetzen, und derjenige den militärischen Sieg erzielt, der den Zugriff auf die größere Rohstoffbasis erlangen kann, die größere Industrieproduktion hat und auf dieser Grundlage das größere militärtechnische Arsenal aufbieten kann (274).
Kirchner wandte eine Strategie der „Verbrannten Erde“ („Scorched Earth“) an, wobei mehr als 30.000 Farmen, 40 Ortschaften und die Ernte zerstört wurden. Am bekanntesten sind die auf seinen Befehl hin eingerichteten „Concentration Camps“, Internierungslagern, in denen große Teile der Zivilbevölkerung, insbesondere Frauen und Kinder eingesperrt und festgehalten wurden. Aufgrund der Haftbedingungen war die Sterblichkeit in diesen Lagern sehr groß. Die Einrichtung und der Betrieb dieser Lager war eine humanitäre Katastrophe.
Im Zeitraum vom 1899 bis 1902 waren in diesen Concentration Camps, die insbesondere entlang von Eisenbahnlinien angelegt worden waren, insgesamt rund 350.000 Zivilpersonen interniert, dies ist 28 % der damaligen Bevölkerung der beiden Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Südafrikanische Republik (Transvaal). Von diesen Internierten verstarben zwischen 50.000 und 60.000 Personen infolge der Haftbedingungen.
Unter den in den Concentration Camps lnternierten waren nicht nur Buren, wie es im Allgemeinen dargestellt wird, sondern zudem zu etwa gleichen Anteilen Schwarz-Afrikaner, was im Museum detailliert ausgeführt wird. So gab es 47 Concentration Camps für Buren sowie 65 Concentration Camps für Schwarz-Afrikaner. Von den rund 150.000 internierten Buren verstarben 26.379, und von den rund 140.000 internieren Schwarz-Afrikanern starben etwa 24.000. Im Museum wird dargestellt, daß die Haftbedingungen der Schwarz-Afrikaner erheblich schlechter waren, als die der internierten Buren, was aus den o.g. Zahlen allerdings nicht hervorgeht.
Die Totale Institution des Internierungslagers (275) entstand am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Totale Institution des Lagers ist in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen die Totale Institution zur zweckrationalen Verwaltung, Überwachung, Kontrolle und Zurichtung von Menschenmassen, sie ist eine Erfindung des Zeitalters der Moderne, und sie ist ein Instrument der Industriegesellschaft. Seinen Ursprung hat das Internierungslager in den Kolonien, wo es als Repressionsinstrument genutzt wurde. Im Ersten Weltkrieg wurden die zuvor diskreditierten Internierungslager der Kolonien erstmals in Europa eingesetzt. Mit dem Ersten Weltkrieg beginnt die Anwendung kolonialer Unterdrückungsmethoden in Europa selber, und Europäer werden nun Gegenstand kolonialer Unterdrückungsmethoden. „Der Erste Weltkrieg war ein wichtiges Laboratorium für das, was kommen sollte“, erklärt der Historiker Karl Schlögel in seinem Text:“ Bugwelle des Krieges“: „Hier wurden die Methoden und Praktiken des totalen Krieges erstmals in großem Stil erprobt. (…) Hier wurden Praktiken vervollkommnet, die man zuvor schon an der Peripherie des Imperialismus, in den Kolonien, erprobt hatte – vom Konzentrationslager über Grenzziehung mit dem Rasiermesser bis zur lässigen Routine der Massenexekution; der Rassismus wanderte, wie Hannah Arendt gezeigt hatte, von der Peripherie ins Mutterland zurück“ (276).
Die Totale Institution des Lagers als moderne Form terroristischen Zwangs gegen große Menschengruppen durchzieht und prägt die Geschichte des 20. Jahrhunderts, und sie ist eins der wesentlichen und charakteristischen Elemente, die das 20. Jahrhundert zu einem extremen Jahrhundert machen. Die Totale Institution des Lagers entstand am Vorabend des 20. Jahrhunderts, und seine Laufbahn ist noch nicht zuende, und es liefert ein Beispiel, daß „die Moderne gerade in ihrer Normalität Ziehvater der Exzesse dieses Jahrhunderts ist“, wie der Gesellschaftswissenschaftler Gerhard Armanski in seinem Buch: „Maschinen des Terrors. Das Lager (KZ und GULAG) in der Moderne“ analysiert (277).
Im Anglo-Boereoorlog-Museum wird zudem dargestellt, daß der Anglo-Boer War, der Zweite Burenkrieg, einen internationalen Charakter hatte, denn zum Einen beteiligten sich auf Seite der Buren zahlreiche Freiwillige aus unterschiedlichen Ländern, zum Anderen hatte das Britische Imperium Soldaten aus verschiedenen seiner Überseeterritorien aufgeboten, darunter Kanada, Australien, Neuseeland, u.a.. Als treue Vasallen des Königreichs Großbritannien beteiligten sich diese Dominions an jedem imperialen Krieg des Britischen Empires wie zu Zeiten Wilhelm des Eroberers, obwohl diese Kriege Großbritanniens die Dominions und deren Bevölkerung nichts angingen.
Geführt wurden diese Kriege auf Veranlassung der herrschenden Eliten und deren Interessen (278). Insbesondere der Zweite Burenkrieg kann dafür als Beispiel aufgeführt werden. Insbesondere war es das Gold der Minen bei Johannesburg und die Diamanten von Kimberley, die die herrschenden Eliten Großbritanniens in Besitz nehmen und kontrollieren wollten, um damit ihre imperialen Pläne eines Britischen Empires in Afrika „vom Kap bis Kairo“ zu finanzieren und zu fördern. In den Kriegen Großbritanniens totschießen lassen mußten sich hingegen als Soldaten die Angehörigen der Unterschichten und die Dummen, die nichts durchblicken, und daran hat sich bis heute nichts geändert.
Der Zweite Burenkrieg ist der mit Abstand größte Krieg, den es jemals im südlichen Afrika gegeben hat, und er prägt dort nachhaltig bis heute die Geschichte und die Gesellschaft.
In Europa nehmen wir den Zweiten Burenkrieg kaum wahr, da er weit entfernt an einer kolonialen Periferie stattfand. Doch der Zweite Burenkrieg ragt in mehrfacher Hinsicht aus dem damaligen Zeitgeschehen und Weltgeschehen am Übergang vom 19. Jahrhundert zum 20. Jahrhundert heraus, und meines Erachtens ist er ein herausragender und markanter Teil des Übergangs und Wechsels vom weitgehend friedlichen „langen“ 19. Jahrhundert zum „kurzen“ und „extremen“ 20. Jahrhundert (279). Mit dem Zweiten Burenkrieg kündigt sich das extreme 20. Jahrhundert an, dessen Bestandteil er ist. Der Zweite Burenkrieg ist zudem ein Bestandteil des geopolitischen „Wettlaufs um Afrika“ („Scramble for Afrika“) im Zeitalter des Imperialismus, und in diesem „Wettlauf um Afrika“ war das Britische Empire, die damals führende Weltmacht, als geopolitischer Akteur am erfolgreichsten. Das Zeitalter des Imperialismus, dessen herausragender Bestandteil der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ war, kulminiert in zwei Weltkriegen, in denen der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ zu einem geopolitischen „Wettlauf um Europa“ geworden ist. Daß der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ zu einem geopolitischen „Wettlauf um Europa“ geworden ist, der den geopolitischen „Wettlauf um Afrika“ ablöst, verdeutlichen die Kriegsziele der am Ersten Weltkrieg beteiligten Akteure (280).
In diesem Rahmen ist der Zweite Burenkrieg der erste im Zeitalter des Imperialismus geführte koloniale Eroberungskrieg, der gegen Staaten von Europäern geführt wurde. Mit dem Zweiten Burenkrieg wird der „Wettlauf um Afrika“ zu einem „Wettlauf um Europa“, dessen erster Höhepunkt der Erste Weltkrieg ist, der als „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts gilt. Mit dem Abessinienkrieg des faschistischen Königreichs Italien gegen das Kaiserreich Äthiopien, einem Mitglied des Völkerbunds, vom 03.10.1935 bis zum 27.11.1941, findet der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ seine Fortsetzung, und er leitet den Zweiten Weltkrieg als eine Fortsetzung des geopolitischen „Wettlaufs um Europa“ ein, der im Ersten Weltkrieg zu einem ersten Höhepunkt gelangt war, wobei im Zweiten Weltkrieg Methoden der Kriegsführung weiter radikalisiert werden, die erstmals im Zweiten Burenkrieg und dann im Abessinienkrieg eingeführt und angewandt worden waren. Meines Erachtens beginnt mit dem Abessinienkrieg der Zweite Weltkrieg als einer historischen Epoche (281).
11. Durch das Hochland von Lesotho und über die Drakensberge
Von Busbahnhof in Bloemfontein reiste ich am 12.12.2025 mit einem Bus mit 22 Sitzplätzen weiter zur Stadt Maseru, der Hauptstadt von Lesotho (282), einem kleinen Land in einer Gebirgslandschaft. Die Fahrt dorthin verlief über eine Distanz von ca. 140 Kilometern durch eine überwiegend landwirtschaftlich genutzte Agrarlandschaft. Zuerst überwiegt Weidewirtschaft mit Rinderhaltung; auf dem zweiten Teil der Strecke kommt Ackerbau hinzu, bei dem Getreideanbau überwiegt.
Auffällig sind hier graue Böden, wohingegen ansonsten im südlichen Afrika rötliche Böden vorherrschen. Bodenbildung ist vom jeweiligen Klima abhängig, sodaß sich in verschiedenen Klimazonen unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und verschiedenen Verwitterungsbedingungen (283) in Wechselwirkung mit der jeweiligen Vegetation unterschiedliche Typen von Böden bilden (284). Produkt des Verwitterungsprozesses sind Tonminerale (285). Die Art und der Anteil der Tonminerale in Böden bestimmt maßgeblich deren Fruchtbarkeit. Böden von rötlicher Farbe entstehen unter tropischen Verhältnissen. Die Gesteine an der Erdoberfläche werden unter dem Einfluss der hohen Temperaturen und Niederschläge der Tropen tiefgründig zersetzt, wobei die in den Ausgangsgesteinen auftretenden Minerale weitgehend gelöst und Sande heraus gespült werden. Bei dieser chemischen Verwitterung wird ein hoher Anteil der leichter löslichen Elemente im durchsickernden Niederschlagswasser fortgeführt, wodurch es zu einer starken Anreicherung der schwerer löslichen Elemente Eisen und Aluminium kommt (Ferralitisierung), die den Böden in den Tropen eine rötliche Farbe verleihen.
In der Nähe der Stadt Maseru wird die Landschaft bergig. Kurz vor Erreichen der Stadt Maseru wurde die Grenze zwischen Südafrika und Lesotho beim Grenzübergang Maseru Bridge erreicht, vor dem die Busfahrt endete. Die Passagiere überquerten nun die Grenze zu Fuß, wobei die Grenzformalitäten auf beiden Seiten zügig erfolgten. Die Reisepässe wurden jeweils elektronisch eingelesen und gestempelt. Nach Passieren der Grenze erfolgte die Weiterfahrt ins Stadtzentrum von Maseru per Taxi. Durch das Stadtzentrum von Maseru hindurch verläuft die zentrale Straße „Kingsway“, die sich zur Orientierung bei einer Stadtexkursion anbietet.
Maseru ist ein geeigneter Ausgangspunkt für Reisen in das Bergland von Lesotho. In meinem Reiseführer werden mehrere Tourenvorschläge vorgestellt, darunter zum Ort Semonkong im Südwesten, wo man die höchsten Wasserfälle im Süden Afrikas mit fast 200 Meter Fallhöhe besichtigen kann. Ein weiterer Tourenvorschlag führt als Rundtour vorbei am Katse-Staudamm, einem zentralen Bestandteil des Lesotho Highlands Water Projekts (286). Für derartige, zweifellos beeindruckende Touren fehlte mir nun am Ende meiner zweimonatigen Rundreise durch Teile des südlichen Afrikas allerdings die Zeit.
Gefahren bin ich mit Kleinbussen am 14.12.2025 eine Strecke durch den Norden von Lesotho, die als „Roof of Africa Road“ bezeichnet wird und wobei der Gebirgszug der Drakensberge (287) überquert wird. Bis zum Ort Butha-Buthe ist das Gelände noch zu großen Teilen eben, hier wird kleinbäuerliche Subsistenz-Landwirtschaft (288) betrieben, oft auf Feldbau-Terrassen in Hanglagen. Es ist erkennbar, daß dieser Terrassenfeldbau früher einen größeren Umfang hatte und Terrassen aufgegeben wurden und jetzt verfallen.
Terrassenfeldbau ist Ausdruck einer auf eine symbiotische (289) Beziehung zur Natur ausgerichteten Landbewirtschaftung und Ökonomie. Werden Terrassenanlagen gepflegt, findet dort keine Bodenerosion statt, vielmehr ist die Bodenbildungsbilanz positiv, wie unter natürlicher Waldbedeckung. Terrassenfeldbau ist ein nahezu weltweit anzutreffender Bestandteil traditioneller Landbewirtschaftung, doch ist dieser fast überall rückläufig, und die Terrassenanlagen verfallen, wenn traditionelle Landbewirtschaftungsformen aufgegeben werden und die Terrassenanlagen nicht mehr gepflegt werden.
Insbesondere wurde traditionelle Landbewirtschaftung und der Terrassenfeldbau durch die kolonialzeitliche Ausweitung der Plantagenökonomie verdrängt, die überwiegend Sklaven als Arbeitskräfte einsetzte, und sie werden heute weiter verdrängt durch die Ausweitung agrarindustrieller Landbewirtschaftungsformen in Großbetrieben, die auf riesigen Flächen wirtschaften und die die Agrarlandschaften in gleichförmige und sterile Monokulturen umgestalten. Sowohl die Plantagenökonomie als auch die heutigen agrarindustriellen Landbewirtschaftungsformen sind auf kurzfristige Ertragsmaximierung ausgerichtet, ohne daß eine langfristig nachhaltige Landnutzung angestrebt wird.
Folge ist die Zerstörung des Bodens durch Bodenerosion (290) und Bodendegradation (291). Jährlich gehen infolge dieser zerstörerischen Landbewirtschaftungsmethoden ca. 24 Millionen Tonnen Boden verloren, sodaß weltweit die landwirtschaftlich nutzbare Fläche permanent abnimmt, während gleichzeitig die Weltbevölkerung rasant weiter zunimmt. Eine weitere Folge dieser zerstörerischen Landbewirtschaftungsmethoden ist die Verdrängung der Menschen aus dem ländlichen Raum, die sich nun in den Slums der anwachsenden Megacitys mit 10 bis 50 Millionen Einwohnern wiederfinden, und in diesen Megacitys als den Abschieberäumen und Verwahranstalten der globalen Überschußbevölkerung, in denen der permanente ökologische, soziale und gesundheitliche Ausnahmezustand herrscht, wird schon in wenigen Jahrzehnten mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung leben.
Die kleinbäuerliche Subsistenz-Landwirtschaft in Lesotho kontrastiert mit den riesigen agrarindustriellen Farmen in den zuvor von mir durchreisten ehemaligen Burenrepubliken Oranje-Freistaat und Südafrikanische Republik (Transvaal), und derartige agrarindustrielle Großbetriebe dominieren den größten Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Südafrika und Namibia. Dies verweist auf erhebliche Unterschiede sowohl in der Agrarverfassung, als auch in der Agrargeschichte des Ländlichen Raumes zwischen einerseits Lesotho und andererseits Südafrika und Namibia.
Südwestlich von Butha-Buthe beginnt das Hochgebirge, und die Straße steigt steil an. Im Folgenden wurden mehrere Pässe überquert, der Moteng Paß (2820 m), der Tlaeeng Paß (3215 m) und der Kotisephola Paß (3240 m), bevor der Sani Paß (2874 m) (292) erreicht wurde, der die Grenze zwischen den Staaten Lesotho und Südafrika bildet. Nach Angaben meines Reiseführers kann man vom Sani Paß (2874 m) aus im Rahmen einer Tagestour den Berg Thanana Ntlenyana (3482 m) ersteigern, der die höchste Erhebung im südlichen Afrika ist. Am frühen Morgen des 15.12.2025 betrug die Temperatur am Sani Paß + 5 °C, was die kälteste von mir während meiner Reise durch das südliche Afrika gemessene Temperatur ist.
Mich überrascht, daß in diesem Hochland Wald nahezu vollständig fehlt. Die klimatische Waldgrenze (293) müßte dort oberhalb dieser Pässe liegen, die sich auf einer Höhe um 3000 Metern befinden. Ich vermute, daß das gesamte Hochland von Lesotho und die Drakensberge zum Zweck der Ausweitung der Almwirtschaft (294) nahezu vollständig entwaldet wurde. Dieser Befund setzt sich im gesamten Bergland südöstlich der Drakensberge in den Provinzen Kwazulu-Natal und Eastern Cape fort. Das gesamte Bergland wird überwiegend als Weideland genutzt. Erkennbar sind Erosionsschäden, und zweifellos sind die Folgen derart großflächiger Entwaldung sowohl für das Klima der Region als auch für den Wasserhaushalt erheblich. Vegetation, Klima und Boden werden allerdings nur von Geografen in einem Zusammenhang betrachtet und analysiert, ansonsten dominieren reduktionistische Sichtweisen.
Meine Fahrt durch das Hochland von Lesotho auf der „Roof of Africa Road“ mit Kleinbussen endete kurz vor dem Sani-Paß (2874 m) auf dem Gebirgszug der Drakensberge. Hier befindet sich die Grenze zwischen Lesotho und Südafrika. An der am Sani-Paß gelegenen Grenzstation von Lesotho endet die asphaltierte Landstraße. Am Morgen des 15.12.2025 wurde ich bei Vorlage meines Reisepasses an der Grenzstation von Lesotho gefragt, ob ich Ein- oder Ausreisen möchte. Ich wählte die Ausreise und erhielt den entsprechenden Ausreisestempel in meinen Reisepaß. Hinter der Grenzstation von Lesotho fällt nach Südosten das Gelände steil ab. Den steilen Abhang am Südostrand der Drakensberge hinab windet sich ein steiniger Schotterweg, der nur von Geländefahrzeugen befahren werden kann. Öffentliche Verkehrsmittel verkehren hier nicht. Erst unten am Gebirgsfuß, in mehreren Kilometern Entfernung, befindet sich die Grenzstation von Südafrika, ab der wieder eine asphaltierte Straße beginnt. Faktisch gibt es hier keine Grenzlinie (295), wie es bei modernen Territorialstaaten (296) seit der frühen Neuzeit üblich ist, sondern einen Grenzraum in Form eines Niemandslandes (terra nullius) (297). Mein Weg hinab zur Grenzstation von Südafrika führte durch eine spektakuläre Berglandschaft. Per Autostopp gelangte ich von dort zur nächsten Stadt Underberg, ab wo wieder Busse verkehren.
12. Entlang der Küste des Indischen Ozeans zurück nach Kapstadt
Vom Busbahnhof der Stadt Underberg setzte ich meine Reise mit einem Kleinbus durch eine grüne Berglandschaft zur Stadt Pietermaritzburg fort. Die Stadt Pietermaritzburg war die Hauptstadt der Burenrepublik „Republik Natalia“ (298) gewesen, die im Jahre 1843 vom Britischen Empire erobert und annektiert worden war. Von Pietermaritzburg führt eine gut ausgebaute Autobahn zur Hafenstadt Durban (299). Bei Durban erreichte ich die Küste des Indischen Ozeans, der ich nun im weiteren Verlauf meiner Reise mit weiteren Aufenthalten in den Städten East London, Port Elizabeth und Mossel Bay zurück nach Kapstadt folgte. Insbesondere der Küstenabschnitt zwischen Port Elizabeth und Kapstadt wird als „Garden Route“ bezeichnet, und er ist bei Touristen beliebt.
Durban ist heute mit rund vier Millionen Einwohnern nach Johannesburg und Kapstadt die drittgrößte Stadt in Südafrika, und ebenso wie Johannesburg und Kapstadt wächst Durban rasant an. Durban hat den größten Hafen Afrikas. Im Rahmen meiner Stadtexkursion am 16.12.2025 gelangte ich in Durban u.a. ins historische Stadtzentrum bei der City Hall, zum südlich angrenzenden Hafengelände, das allerdings vollständig eingezäunt ist, und östlich davon zur Küste des Indischen Ozeans. Das KwaMuhle Museum, das u.a. das Zeitalter der Rassentrennung in Südafrika zum Thema hat, das daher auch als „Apartheid-Museum“ bekannt ist, und das ich besuchen wollte, hatte allerdings aufgrund eines Feiertages geschlossen.
Von Durban fuhr ich am 17.12.2025 weiter zur Stadt East London (300). Während der Busfahrt gibt es insgesamt zwei Pausen bei Kokstad und bei Umtata/Mthatha. Die Fahrt verlief durch eine grüne Berglandschaft am Rand der Drakensberge, die reichliche Niederschläge erhält. Diese Berglandschaft wird für Land- und Forstwirtschaft genutzt, und die ursprüngliche natürliche Vegetation fehlt nahezu vollständig. Es gibt Weideland für Rinder, zudem Ackerbau. Auch gibt es ausgedehnte forstindustrielle Nutzholzplantagen mit Monokulturen von in Reihen gepflanztem Eukalyptus und Kiefern. Areale mit der ursprünglichen (potentiellen) natürlichen Vegetation fehlen auf der durchfahrenen Strecke vollständig. Insbesondere um Weideflächen für die Almwirtschaft auszuweiten, sind große Teile der Berglandschaft nahezu vollständig entwaldet worden, sodaß große Teile der Berglandschaft durch ausgedehnte Grasflächen geprägt sind. Oft sind diese von Erosionsrinnen (301) durchzogen, sodaß aufgrund der großflächigen Entwaldung Bodenzerstörung und Bodenverlust ein erhebliches Problem bilden. Siedlungen, oft Streusiedlungen im Ländlichen Raum, nehmen in der durchfahrenen Berglandschaft von Nordosten nach Südwesten zu.
Während meiner Stadtexkursion in East London am 18.12.2025 besuchte ich das „East London Museum“ (302). Dieses exzellente Museum ist zweifellos eins der besten Museen im südlichen Afrika. Die umfangreichen Sammlungen dieses Museums gliedern sich in drei Abteilungen, eine naturkundliche, eine kultur- und siedlungsgeschichtliche, und eine Abteilung zur Seefahrtgeschichte (303), die mich in besonderem Maße faszinierte und beeindruckte. Schwerpunkt dieser Abteilung für Seefahrtgeschichte ist die Exploration und Etablierung der Weltseefahrt- und Welthandelsroute zwischen Europa und dem südlichen und südöstlichen Asien um Afrika herum durch Seefahrer aus Portugal am Beginn der frühen Neuzeit. Diese Überseefahrten von Seefahrern aus Portugal erweiterten erheblich die Weltkenntnis und Weltsicht im damaligen Europa am Übergang von Mittelalter zur frühen Neuzeit, die im Mittelalter erheblich geringer gewesen war, als zuvor in der Antike. Im Museum ausgestellt sind u.a. mehrere Kanonen portugiesischer Schiffe, die im Indischen Ozean bei East London gefunden worden sind. Dieses Thema der Exploration und Etablierung der Weltseefahrt- und Welthandelsroute zwischen Europa und dem südlichen und südöstlichen Asien um Afrika herum durch Seefahrer aus Portugal am Beginn der frühen Neuzeit ist im Maritime Museum in der Stadt Mossel Bay, das ich im weiteren Verlauf meiner Reise besucht habe, ein noch umfangreicheres Thema. Des Weiteren gibt es im East London Museum Ausstellungsbereiche und Exponate, die einmalig sind und Alleinstellungsmerkmal haben, wie u.a. eine Ausstellung zum Thema Quastenflosser (304).
Meine Reise setzte ich am 19.12.2025 zur Hafenstadt Port Elizabeth (Gqeberha) (305) fort, wobei die Stadt Grahamstown passiert wurde. Die Fahrt verlief durch eine zuerst hügelige, bald bergige Landschaft, die nun erheblich trockener ist und die Bestandteil der Landschaft Karoo (306) ist. Die Vegetation besteht aus niedrigen Büschen sowie verschiedenen Sukkulenten. Teilweise wird diese Landschaft als Viehweide genutzt. In Port Elizabeth gelangte ich bei meiner Stadtexkursion am 20.12.2024 u.a. ins historische Stadtzentrum beim Market Square und der City Hall, und wollte dann die Museen des „Bayworld Museum Complex“ im Südosten von Port Elizabeth besuchen, doch dort mußte ich feststellen, daß dieser Museumskomplex geschlossen ist und die Gebäude zum Teil abgerissen worden sind.
Meine Reise setzte ich am 21.12.2025 zur Stadt Mossel Bay (307) fort. Am Anfang der Busfahrt wurden am Stadtrand von Port Elizabeth ausgedehnte Hüttensiedlungen passiert, und diese Hüttensiedlungen, die Townships genannt werden und die mehrere Quadratkilometer bedecken können, gibt es in der Umgebung vieler Städte in Südafrika und in Namibia. Von Touristen wird dieser Teil der gesellschaftlichen Realitäten in Südafrika und in Namibia im Allgemeinen nicht wahrgenommen. Dann verläuft die Fahrt durch eine Küstenebene, die im Norden durch Berge begrenzt wird. Die Landschaft ist jetzt wieder grüner, es wird hier Landwirtschaft betrieben, hauptsächlich Rinderweiden, weniger Ackerbau, sowie industrielle Forstwirtschaft mit ausgedehnten Kiefern-Monokulturen. Das Wetter wechselte hier mehrmals zwischen dicht bewölkt und wolkenlos sonnig, sodaß offensichtlich jede Bucht an der Küste ihr eigenes Wetter hat, ein Umstand, der insbesondere an Fjordküsten, wie z.B. in Skandinavien stark ausgeprägt ist.
Die Stadt Mossel Bay präsentiert sich als ein Touristenzentrum, und diese Touristen, zu größten Teilen aus Südafrika, sind fast ausschließlich europäischen Ursprungs. Dies kontrastiert mit dem aktuellen Befund in den Zentren der größeren Städte in Südafrika und in Namibia, wo heute, im Gegensatz zum Zeitraum vor 1990, Personen europäischen Ursprungs fast vollständig fehlen. Die Einwohner europäischen Ursprungs, deren Bevölkerungsanteil kontinuierlich abnimmt, haben sich aus den Stadtzentren in Wohnsiedlungen zurück gezogen, die durch aufwändige Sicherheitsregime geschützt werden, wie Mauern und Zäune, darunter elektrische Zäune, sowie „Neigbourhood Watch“ und ubiquitäre Wachschutzpräsenz mit Konzepten einer „Armed Response“. Seit dem Ende der Apartheid haben rund eine Millionen Südafrikaner europäischen Ursprungs Südafrika verlassen.
Im Zentrum meiner Stadtexkursion in Mossel Bay am 22.12.2025 stand der Besuch des „Bartholomeu Dias Museum Complexes“. Zentrum dieses Museumskomplexes bildet das „Maritime Museum“, dessen Thema Seefahrtgeschichte ist mit dem Schwerpunkt der Exploration und Etablierung der Weltseefahrt- und Welthandelsroute zwischen Europa und dem südlichen und südöstlichen Asien um Afrika herum durch Seefahrer aus Portugal in der frühen Neuzeit. Der Seefahrer Bartolomeu Dias (308) war im Februar 1488 während der Suche nach einem Seefahrtweg von Europa nach Indien (309) hier in Mossel Bay an Land gegangen, um die Trinkwasservorräte aufzufüllen. Im Zentrum des Maritime Museums befindet sich der Nachbau der Karavelle von Dias.
Ursachen, Motivation und historische Rahmenbedingungen der Exploration und Etablierung der Weltseefahrt- und Welthandelsroute zwischen Europa und dem südlichen und südöstlichen Asien um Afrika herum waren schon ausführlich in Kapstadt als Hafenmetropole an der Seefahrtroute zwischen Europa und Indien Thema gewesen, und zuletzt im exzellenten East London Museum. Zweifellos ist das Maritime Museum in Mossel Bay eins der besten und weltgrößten Museen zu diesem Themenkomplex.
Mein anschließender zweiter Besuch der Hafenmetropole Kapstadt nun am Ende meiner zweimonatigen Rundreise durch Teile des südlichen Afrikas während der Weihnachtstage Ende Dezember 2025 fiel mit drei Tagen kürzer aus als mein erster Besuch zu Beginn meiner Reise.
Am 24.12.2025 besuchte ich das östlich des Company’s Garden in Nachbarschaft des South African Museums und der South African National Gallery gelegene „Cape Town Holocaust Centre“. Mit dem South African Jewish Museum und der Große Synagoge bildet das Cape Town Holocaust Centre einen von Mauern und Zäunen umgebenen Gebäudekomplex. Auf der Straßenseite gegenüber dem Eingang zu diesem Gebäudekomplex stand ein paramilitärischer Wachmann mit vollautomatischem Schnellfeuergewehr und kugelsicherer Weste. Im Eingangsbereich ist eine Sicherheitsschleuse zu passieren, wie sie seit den Ereignissen vom 11.09.2001 auf Flughäfen Standard sind. Ich habe in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Museen und Gedenkstädten zu den Themen NS-Herrschaft und Holocaust besucht. Auch hier im Cape Town Holocaust Centre interessiert mich, wie mit dem Thema umgegangen wird, wie es präsentiert wird und wie das museumspädagogische Konzept beschaffen ist. Zuletzt hatte ich an vergleichbaren Einrichtungen zum Thema Holocaust am 12.11.2024 in der Stadt Vilnius die Holocaust-Ausstellung des Staatlichen Jüdischen Museums im sogenannten „Grünen Haus“ besucht und am 29.09.2022 in Paris das Museum „Memorial de la Shoah“, das als das größte Museum zum Thema Holocaust in Europa gilt (310).
Im Cape Town Holocaust Centre wird am Anfang der Ausstellung das Konzept vorgestellt: „Das Cape Town Holocaust Centre hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Bewußtsein für die Folgen von Rassismus, die Gefahren der Gleichgültigkeit und die Übel des Völkermords zu schärfen. Diese Ausstellung erzählt die Geschichte des Holocaust – eines beispiellosen und gut dokumentierten Völkermords. Er bleibt eine tragische Warnung für uns alle.“ Einleitende Themen des Cape Town Holocaust Centre sind Rassismus, Antisemitismus und Apartheid, bevor in der Hauptausstellung die NS-Herrschaft und der Holocaust behandelt werden. Es stellt sich die Frage, warum das Apartheid-Regime, wie es bis zum Jahre 1990 in Südafrika bestand, mit dem NS-Regime verglichen wird, und nicht mit dem Regime der Rassentrennung in den USA, wie es bis zum Jahre 1964 in den USA bestand. Sowohl bezüglich ihrer historischen Genese, als auch ihrer Struktur haben die Regime der Rassentrennung sowohl in Südafrika, als auch in den USA große Gemeinsamkeiten, während hingegen zum NS-Regime in vielerlei Hinsicht große Unterschiede bestehen. Grund für diese Vergleichsauswahl ist offensichtlich die diesbezüglich in den USA betriebene Geschichtspolitik (311), die ein Bestandteil von Identitätspolitik (312) ist.
Seit den 80er Jahren wurde der Holocaust in den USA zum universalisierbaren Bildungsgegenstand unter dem Begriff einer „Holocaust Education“ (313). Innerhalb weniger Jahre entstanden in den USA etwa 30 Holocaust-Museen, und ähnliche Einrichtungen gibt es mittlerweile auch in Argentinien, Kanada, Australien und auch in Südafrika (314). In Südafrika gibt es in Johannesburg ein weiteres „Holocaust & Genocide Center“. Folge dieser Entwicklungen ist sowohl eine „Globalisierung der Holocaust-Erinnerung“, als auch eine „US-Amerikanisierung des Holocausts“ (315). Mittlerweile ist der Holocaust weltweit zum Inbegriff des Massenverbrechens und des Genozids geworden. Bei dieser „Holocaust Education“ steht weniger die Vermittlung von Fakten, Ereignissen, historischen Zusammenhängen und Hintergründen im Mittelpunkt, sowie deren Vermittlung im Rahmen eines elaborierten museumspädagogischen Konzeptes, bei dem dem Publikum auch zu historischen Themen kein vorgefertigtes Geschichtsbild vermittelt wird, sondern vielmehr dieses Publikum angeregt und im Bemühen unterstützt werden soll, sich auch zu komplexen und komplizierten historischen Themen eine eigene, unabhängige Meinung zu bilden, im Sinne von Aufklärung. Vielmehr zielt diese „Holocaust Education“ auf die Erzeugung von Emotionen ab, die sich geschichtspolitisch und identitätspolitisch instrumentalisieren lassen.
Gedenkstätten sind herausragende Orte geschichtspolitischer Maßnahmen, die der nationalen Identitätsbildung und der Legitimation des eigenen Staates und seiner Gesellschaftsordnung dienen. Geschichtspolitik zielt darauf ab, imaginierte Gemeinschaften durch einheitsstiftende historische Narrative, Symbole und Praktiken herzustellen. Im Fall der Holocaust-Gedenkstätten und Museen dienen diese der Festigung der jüdischen Identität (316). 1990 erbrachte eine Umfrage unter der jüdischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten das Ergebnis, daß das gesellschaftliche Engagement sinkt, die gemischt konfessionellen Ehen steigen, und die jüdische Identität im Schwinden begriffen ist (317). Die US-amerikanischen Juden waren über die Zukunft ihrer jüdischen Gemeinde besorgt und begannen, zahlreiche Bildungsprojekte zu erarbeiten, deren Ziel es war, die jüdische Identität neu aufzubauen, zu erhalten und zu stärken. Die Erinnerung an den Holokaust soll die verschiedenartig konstruierten Diasporaidentitäten der heutigen Juden vereinen, indem sie ihnen eine Plattform anbietet, auf der sich alle Identitäten wiederfinden können (318). In das Projekt der Konstruktion einer jüdischen Identität wurde der Holocaust eingebunden, was zu der Entwicklung einer immer intensiveren Holocaust-Forschung führte. Der Holocaust wurde fortan insbesondere in den USA, Großbritannien, Israel, Polen und Deutschland zu einem herausragenden Gegenstand der Geschichtswissenschaften.
Juden werden nicht geboren, sondern insbesondere durch Indentitätspolitik gemacht. Damit stellt sich die Frage, was eine Person „jüdisch“ macht (319). Im Gegensatz zu anderen Religionen verstehen sich Juden nicht nur als Religions- und Glaubensgemeinschaft (320), sondern zudem als ein (von Gott auserwähltes) Volk. Juden werden jedoch nicht geboren, sondern gemacht, und dies ist eine Frage von Identitätspolitik. Der Ägyptologe und Religionswissenschaftler Jan Assmann erklärt in seinem Buch: „Totale Religion“ die Besonderheiten der jüdischen Identitätskonstruktion: „so schwankt die jüdische Identität zwischen politischer, religiöser und ethnischer Definition. Das ist, soweit ich sehe, ein ziemlich einzigartiger Fall in der Menschheitsgeschichte. Ethnische Identität ist eine Frage der Abstammung (…), politische Identität ist eine Frage von Assoziation und Dissoziation, des Zusammenschlusses und des Ausschlusses, der Gruppenbildung und der Abgrenzung nach außen, und religiöse Identität ist eine Frage des Kultes und der Sitte (…). Das Besondere der jüdischen Situation ist die Verschmelzung dieser drei Identitätskriterien. Die Symbolfigur Abraham steht für die Verschmelzung von religiöser und ethnischer, die Symbolfigur Mose für die Verschmelzung von religiöser und politischer Identität. Durch die mosaische Verschmelzung wird auch die Religion eine Frage von Assoziation und Dissoziation. Dadurch entsteht eine Religion völlig neuen Typs, die dann zum Modell für die neuen Weltreligionen wird. Das charakteristische Kennzeichen dieser neuen Religionsform ist ihr politischer Charakter. (321)“
Der größte Teil der Juden lebt heute in den USA (322) und in Israel, und deren politische Lobbyorganisationen (323), wie z.B. das American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) (324) nehmen einen großen Einfluß auf die Politik der USA, insbesondere die Außenpolitik, aber auch auf weitere Politikfelder wie Geschichtspolitik.
Heute ist Jude zu sein kein unentrinnbares Schicksal. Heute kann jeder eine Zuweisung einer jüdischen Identität, durch wen auch immer, ablehnen und zurückweisen, und sich seine Identität und Persönlichkeit (325) selbst frei gestalten, z.B. in Anlehnung an Ideen der Aufklärung (326). Für Vertreter und Lobbyisten einer totalen und politischen Religion, die zugleich ein gesellschaftsformendes und staatsgestaltendes machtpolitisches Projekt ist, wie der jüdischen Religion, stellt diese Freiheit der Menschen ein zentrales Problem dar, und sie suchen Mittel und Wege, um die Menschen weiterhin in geistiger Unfreiheit, Abhängigkeit und Unmündigkeit zu halten und Aufklärung zu verhindern.
Auf Grundlage eines neuen Denkens kann das durch das extreme 20. Jahrhundert unterbrochene Projekt der Aufklärung wieder aufgenommen und nunmehr in einem globalen Rahmen einer friedlichen Weltgesellschaft neu begründet und weiterentwickelt werden. Nach der Unterbrechung durch das extreme 20. Jahrhundert ist eine Wiederaufnahme und Neubegründung des Projekts der Aufklärung angesagt, und auf einem neuen und erweiterten Wissens- und Erkenntnisfundament kann ein neues, zweites und nun globales Zeitalter der Aufklärung begründet werden (327). Ebenso wie im Zeitalter der Aufklärung stellt sich auch heute die Frage: „Wie klärt man Menschen so auf, dass sie aufgeklärt sein wollen?“ (328)
An den beiden Weihnachtstagen nahm ich an zwei von „City Sightseeing“ täglich angebotenen Tagestouren teil, der „Cape Point & Penguins Tour“, einer Tagestour, die das Kap der Guten Hoffnung (329) zum Ziel hat, sowie an der Tagestour „Stellenbosch, Franschhoek & Paarl – 3 Regions Wine Tour“.
Die „Cape Point & Penguins Tour“ startete am 25.12.2025 gegen 9:30 Uhr bei der Bushaltestelle von „City Sightseeing“ bei der Touristeninformation in der Longstreet 81 mit zwei vollbesetzten Doppelstockbussen. Die Fahrt folgte zuerst der Route der von City-Sightseeing-Bussen täglich im Abstand von 20 Minuten befahrenen „Blue Mini Peninsula Tour“ vorbei am Universitätsgelände und dem Botanischen Garten Kirstenbosch, den ich zu Beginn meiner Reise am 31.10.2025 auf diesem Wege besucht hatte. Dann ging die Fahrt zur Küste der False Bay bei den Orten Kalk Bay und Fish Hoek. Das nun durchfahrene Gelände auf der Kap-Halbinsel ist bergig und mit einer nur niedrigen und spärlichen Busch-Vegetation bewachsen, einem Bestandteil der Pflanzengesellschaft des „Fynbos“, dessen Holzgewächse im Botanischen Garten Kirstenbosch auch höhere Waldbestände bilden.
Dieser niedrige Buschwald des „Fynbos“ der Kap-Halbinsel erinnert mich an den Buschwald in der Mittelmeerregion, wie er u.a. auf den Inseln Sardinien und Korsika, die ich im Sommer 2025 im Rahmen meiner Fahrradreise in die mittlere Mittelmeerregion kennengelernt hatte, landschaftsprägend ist. Doch anders als in der Kap-Region des südlichen Afrikas ist der Buschwald in der Mittelmeerregion eine Folge mehrtausendjähriger Zerstörung und Degeneration der die Mittelmeerregion ursprünglich bedeckenden Laubmischwälder und der damit verbundenen Zerstörung und Degeneration der Böden in der gesamten Mittelmeerregion (330). Die rezenten Degenerationsformen der ursprünglichen Laubmischwälder werden „Macchie“ (331) genannt; und „Garrigue“ (332) ist der Zustand einer weiter fortgeschrittenen Degeneration, deren Endzustand der nackte Fels der Karstlandschaft (333) ist, die heute insbesondere die einst dicht bewaldeten Gebirgsregionen der Mittelmeerregion prägt. Folge der weitgehenden Entwaldung der gesamten Mittelmeerregion seit der frühesten Antike ist eine Änderung des Klimas der Mittelmeerregion, wobei insbesondere die Sommer heißer und trockener wurden. Die heißen und trockenen Sommer in der Mittelmeerregion erscheinen uns heute als ein natürlicher Bestandteil des mediterranen Klimaraums der Mediterranen Subtropen (334), doch tatsächlich sind diese erst eine Folge jahrtausendelanger Entwaldung und Naturzerstörung und somit Ergebnis anthropogenen Klimawandels. Sowohl der heutige Zustand der Vegetation und der Landschaft, als auch das rezente Klima der Mittelmeerregion erscheint uns heute als schon immer dagewesen, ein auf Unkenntnis und Ignoranz begründetes Phänomen, das der Biologe Jared Diamond in seinem Buch: Kollaps – Warum Gesellschaften überleben oder untergehen“ als „Landschaftsvergesslichkeit“ bezeichnet (335).
Im Süden der Kap-Halbinsel endet die Straße an einem großen Parkplatz. Nach Südosten steigt hier das Gelände zum im Jahre 1860 erbauten Alten Leuchtturm auf einer Höhe von 250 Meter an. Das eigentliche „Kap der Guten Hoffnung“ befindet sich südwestlich von hier. Zum Alten Leuchtturm führt ein Wanderpfad hinauf, und von dort bietet sich ein Panoramablick über die Kap-Landschaft. Auch führt eine Seilbahn zum Alten Leuchtturm hinauf. Anschließend erfolgte eine Wanderung mit dem Tourguide der heutigen Tuor auf einem Wanderpfad zum „Kap der Guten Hoffnung“. Dann erreichten wir nordwestlich des Kaps die dort zwischenzeitlich hingefahrenen Busse, mit denen nun die Tour fortgesetzt wurde. Der nächste Stopp erfolgte südlich des Ortes Simon’s Town beim Ort Boulders, wo es eine kleine Kolonie des Afrikanischen Pinguins (Brillenpinguin) (Spheniscus demersus) gibt, die hier eine Touristenattraktion ist. Von den einst umfangreichen Beständen dieses Pinguins ist heute nur noch ein kleiner Teil erhalten. Nachfolgend fuhren die Busse zurück nach Kapstadt.
Am 26.12.2025 habe ich an der von „City Sightseeing“ täglich angebotenen Tagestour „Stellenbosch, Franschhoek & Paarl – 3 Regions Wine Tour“ teilgenommen. Meine Motivation meiner Teilnahme an dieser Tour war, daß hierbei die Möglichkeit geboten wurde, das historische Stadtzentrum der Stadt Stellenbosch (336) kennenzulernen, die als die zweitälteste Stadt Südafrikas gilt und die einen historischen Stadtkern mit Gebäuden aus dem Zeitraum der Jahre 1785 bis 1820 hat. Erstes Ziel dieser Tour ist die kleine Stadt Paarl. Diese liegt wie auch die weiteren am heutigen Tage angefahrenen Orte inmitten eines Weinanbaugebietes, das von hohen Bergen umgeben ist. Weinanbau wird hier seit mehr als 400 Jahren betrieben. Die Stadt Paarl ist allerdings kein Besichtigungsziel; es gibt eine Weinprobe auf einer Weinfarm in der Umgebung von Paarl. Im Verlauf der heutigen Tour gibt es zwei weitere Weinproben, die einen großen Teil der Zeit der heutigen Tour vereinnahmen.
Daher wird auch die nächste Stadt Franschhoek lediglich durchfahren. Franchhoek bedeutet „Ecke der Franzosen“, und die Besiedlung des Ortes geht auf das Jahr 1688 zurück, als sich hier Hugenotten (337) angesiedelt hatten, die vor religiöser Verfolgung aus Frankreich geflohen waren. Mit den Hugenotten gelangte der Weinanbau ins südliche Afrika. In Franschhoek gibt es ein „Huguenot Monument“ und ein „Huguenot Memorial Museum“.
Die Stadtexkursion im historischen Stadtzentrum der im Jahre 1679 gegründeten Stadt Stellenbosch fällt mit einer halben Stunde kurz aus. Zahlreiche historische Gebäude im kapholländischen Stil (338) sind in der vergleichsweise kleinen Stadt erhalten und prägen das Stadtbild. Stellenbosch ist eine bedeutende Universitätsstadt.
Am Morgen des 27.12.2025 trat ich am Cape Town International Airport (CPT) meinen Rückflug nach Berlin mit Umsteigen in Paris an. In dem Flughafengebäude gibt es neben diversen Geschäften auch weitere Einrichtungen wie einen Raucherraum und eine Gebetsecke mit Teppichen. Die Flugdistanz nach Paris beträgt ca. 10.000 Kilometer und die Flugzeit ca. 10 Stunden. Beim Flug wurde eine Flughöhe von mehr als 13.000 Metern erreicht bei einer Außentemperatur von -58 °C und einer Fluggeschwindigkeit bis mehr als 900 kmh. Der Flug folgte zuerst dem Verlauf der Südwestküste Afrikas, was sich auf einem Monitor nachverfolgen ließ, und ich versuchte, die überflogene Landschaft auf meiner Landkarte zu finden. Da mein Anschlußflug von Paris nach Berlin kurzfristig verschoben wurde, mußte ich die Nacht vom 27. auf den 28.12.2025 im Flughafengebäude des Flughafens „Charles de Gaulle” (CDG) bei Paris verbringen. Die Landschaft außerhalb des Flughafengebäudes war bei einer Temperatur von +4 °C von Hochnebel bedeckt. Am Nachmittag des 28.12.2025 war es bei meiner Ankunft am Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) nach knapp zwei Stunden Flug heiter und die Temperatur betrug + 1 °C.
13. Anmerkungen:
1) Vergleiche (Vgl.): https://de.wikipedia.org/wiki/Südliches_Afrika
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Afrika
2) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Region
3) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorisierung_(Kognitionswissenschaft)
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie_(Philosophie)
Kategorien sind offene Begriffssysteme zur Strukturierung der erfahrbaren
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erfahrung
Welt.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Welt
Eine jede Kategorienbildung ist eine notwendige Reduktion
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Reduktionismus
der in ihrer unendlichen Komplexität und Interdependenz für die Wahrnehmung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrnehmung
über die menschlichen Sinne und den menschlichen Verstand
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Verstand
nicht in Gänze erfaßbaren, letztlich unendlichen Wirklichkeit
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wirklichkeit
der Welt, um diese begreifen
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Begriff
zu können.
Kategorienbildung ist eine Grundlage einer jeden wissenschaftlichen Disziplin, und es stellt sich die Frage, was die Wissenschaftlichkeit einer wissenschaftlichen Kategorienbildung ausmacht: Jede wissenschaftlichen Kategorienbildung in jeder wissenschaftlichen Disziplin muß nach signifikanten,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Statistische_Signifikanz
nachvollziehbaren und überzeugend begründeten Kriterien erfolgen.
4) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Klassifizierung
5) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geographischer_Raum
6) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wirklichkeit
7) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Welt
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbild
8) Da die Wirklichkeit vierdimensional ist, wobei die Gegenwart eine Momentaufnahme eines zeitlich-historischen Prozesses ist, müssen die räumlich-geografischen Dimensionen und die zeitlich-historische Dimension zusammengeführt und zusammen betrachtet werden. Dies unterscheidet ein dynamisches Weltbild von einem statischen Weltbild.
Neue Erkenntnisse der Geowissenschaften und Biowissenschaften in den wenigen zurückliegenden Jahrzehnten führten im Rahmen eines Paradigmenwechsels zu einem neuen dynamischen Verständnis globaler geologischer Prozesse, das den Charakter einer wissenschaftlichen Revolution hat, mit der Folge, daß das bisherige statische Weltbild durch ein dynamisches Weltbild abgelöst wurde. Das moderne geodynamisch fundierte evolutions-ökologische Weltbild ist ein junges Produkt einer Synthese interdisziplinärer wissenschaftlicher Erkenntnisse der wenigen zurückliegenden Jahrzehnte, zu dessen Entstehung insbesondere Geowissenschaftler und Biowissenschaftler beigetragen haben. Vgl. hierzu die Kapitel 4,5,6 und 7 meines Textes „Herausforderungen der Digitaltechnischen Revolution“, der auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden kann:
https://manfred-suchan.jimdosite.com/technologiepolitik/
9) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnisinteresse
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis_und_Interesse
10) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vergleich_(Philosophie)
Die Methode des Vergleichs ersetzt sowohl in der Geographie als auch in der Geschichtswissenschaft sowie weiteren Geistes- und Gesellschaftswissenschaften die Methode des Experiments in den Naturwissenschaften. In der Geographie wurde die Methode des Vergleichs insbesondere durch Alexander von Humboldt (1769-1859) eingeführt und angewandt.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt
11) Bei meiner Reise durch Teile des südlichen Afrikas habe ich die folgenden Reiseführer genutzt, die sich als informativ und nützlich erwiesen haben:
Philip Briggs, Ariadne Van Zandbergen: Südafrika, Lesotho und Eswatini. Ostfildern (DuMont Reiseverlag), 7. Auflage 2025 (Stefan Loose Travel Handbücher).
Christine Philipp: Südafrika. Markgröningen (Reise Know-How Verlag), 9. Auflage 2014.
Daniela Schetar, Friedrich Köthe: Namibia. Markgröningen (Reise Know-How Verlag), 12. Auflage 2024.
Livia Pack, Peter Pack: Namibia. Ostfildern (DuMont Reiseverlag), 8. Auflage 2018 (Stefan Loose Travel Handbücher).
Christoph Lübbert: Botswana mit Okawango-Delta. Markgröningen (Reise Know-How Verlag), 7. Auflage 2019/20.
Bedauerlicherweise muß ich feststellen, daß die verschiedenen Reiseführer-Verlage, die vor einigen Jahrzehnten Reiseführer für Reisende produziert haben, die anders reisen wollten als der Mainstream des Massentourismus und der Tourismus-Industrie, darunter insbesondere Rucksack-Reisende, mittlerweile ihre Reiseführer weitgehend an den Mainstream des Massentourismus und der Tourismus-Industrie angepaßt haben und nun zunehmend ein anderes Zielpublikum bedienen, offensichtlich mit dem Ziel, die Auflagen ihrer Reiseführer steigern zu können. Die Tourismus-Industrie ist Bestandteil der Konsumkultur, und sie vermarktet Ablenkungen, Zerstreuungen und seichte Vergnügungen. Insbesondere jüngere Traveller verzichten heute zunehmend gänzlich auf Reiseführer und reisen ausschließlich mithilfe der Informationen, die sie über ihr Smartfon erhalten.
12) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Herodot
Während meiner Reisen suche ich geografische Originalschauplätze historischer Ereignisse auf und zudem besuche dort Museen und Gedenkstätten, um dort historische Forschung an geografischen Originalschauplätzen historischer Ereignisse betreiben zu können. Diese Methode geht auf Herodot von Halikarnassos (ca. 490–425 v. Chr.) zurück, der sie zur Erforschung der Persischen Kriege
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Perserkriege
angewandt hatte.
Beim Historiker und Geografen Herodot von Halikarnassos fasziniert mich, daß er seine historischen Forschungen, wie z.B. zu den Persischen Kriegen, auf ein selbst erarbeitetes breites Wissensfundament stellt, das nahezu das gesamte Wissen seines Zeitalters in den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen, wie z.B. Geografie, Völkerkunde, Gesellschaftswissenschaften, Politikwissenschaften, Philosophie u.a.m. umfaßt, sodaß er Geschichtswissenschaft in Form einer Integrationswissenschaft betreibt. Zudem ist er an den Originalschauplätzen historischer Ereignisse herumgereist, hat Zeitzeugen befragt und schriftliche Quellen ausgewertet.
Auch der Historiker Thukydides (ca. 460–400 v. Chr.)
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Thukydides
hat eine solche Methodik bei seinen historischen Forschungen zum Peleponnesischen Krieg
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Peloponnesischer_Krieg
angewandt, und nach seiner Auffassung macht Geschichte „klug für immer“, denn sie lehrt am Beispiel der Vergangenheit politische Klugheitsregeln für Gegenwart und Zukunft.
In dieser Form gewinnt das Geschichtsbewußtsein
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsbewusstsein
einen großen Erfahrungsraum von historischer Tiefe und geografischer Breite, und es überschreitet die engen Grenzen, in denen Geschichte als Tradition lebendig ist.
13) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Seeweg_nach_Indien
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Indienhandel
Des Weiteren: https://de.wikipedia.org/wiki/Römisch-indische_Beziehungen
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Seefahrt
14) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Afrikas
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Entdeckung_Afrikas
15) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Ägyptens
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Ägypten
16) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nubien#Geschichte
17) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Äthiopiens
18) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Expansion#Eroberung_Ägyptens
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Arabische_Eroberung_Ägyptens#Invasion_in_Nubien
19) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Rucksacktourismus
20) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abenteuerreise#Überlandreisen
21) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abenteuerreise
22) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hippie_trail
23) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erlebnis
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Erlebnispädagogik
24) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erfahrung
25) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnistheorie
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis_für_freie_Menschen
26) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung
27) Vgl. Hans Magnus Enzensberger: Eine Theorie des Tourismus. In: Derselbe: Einzelheiten I. Bewußtseins-Industrie. 1962, Frankfurt am Main. S. 179-205.
28) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Reisefreiheit
29) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkerverständigung
30) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Konsumgesellschaft
31) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bologna-Prozess
Mit der technokratischen Bologna-Reform wurde der gesamt Bildungs- und Wissenschaftsbereich im gesamten EU-Europa ein gleichgeschaltetes Anhängsel des Wirtschaftsprozesses im europäischen Großwirtschaftsraum, der von der Europäischen Union verwaltet wird, und diese technokratische Bologna-Reform ist mit Abstand das herausragendste Beispiel der Regulierungs- und Gleichschaltungswut, von der die Technokraten
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Technokratie
der Europäischen Union angetrieben werden. Die technokratische Bologna-Reform wurde durchgesetzt, ohne daß es irgendwelche Proteste
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Studentenprotest
gegeben hat.
So hat sich die EU zu einem technokratischen Imperium
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltreich
entwickelt, in dem es an innovativen und zukunftsweisenden Konzepten sowie an Partizipation und Demokratie mangelt. Innovative und zukunftsweisende Konzepte sowie Partizipation und Demokratie sind heute in EU-Europa kein relevantes Thema mehr, denn die EU will sich heute als handlungs-, leistungs- und interventionsfähiger sowie durchsetzungsstarker globaler Akteur im Rahmen der erwarteten zukünftigen geopolitischen
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geopolitik
Krisen und Konflikte im Weltsystem präsentieren, um erfolgreich mit anderen Weltmächten geopolitisch konkurrieren zu können, und diese neuen Krisen und Konflikte im Weltsystem haben schon begonnen, wie wir in mehrfacher Weise feststellen müssen. Im Zuge der seit 1989/90 erfolgenden Neuaufteilung globaler Interessen- und Einflußzonen erweitert sich die EU als imperialer Akteur immer weiter, der Nationalstaat
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalstaat
gilt weiterhin als das anzustrebende Ideal der Politik, und immer weniger werden Rücksichten auf Minderheitenrechte
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Minderheitenschutz
und Menschenrechte genommen.
32) Vgl.: Hans Magnus Enzensberger: Bewußseins-Industrie. In: Derselbe: Einzelheiten I. Bewußtseins-Industrie. 1962, Frankfurt am Main. S. 7-17.
Hans-Magnus Enzensberger (1929-2022)
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Magnus_Enzensberger
zeigt auf, daß in der fortgeschrittenen Industriegesellschaft die fortschreitende Industrialisierung des Bewußtseins durch die „Bewußtseins-Industrie“ erfolgt. In der fortgeschrittenen Industriegesellschaft werden immer mehr gesellschaftliche Bereiche ökonomischem Kalkül unterworfen, zweckrational zugerichtet, gemäß technischer Rationalität und „instrumenteller Vernunft“ (Max Horkheimer) gleichgeschaltet und industrialisiert.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentelle_Vernunft
Sowie: Max Horkheimer: Zur Kritik der instrumentellen Vernunft. 1974, Frankfurt am Main.
Die instrumentelle Vernunft und ihre Kritik bildet die analytische Schlüsselkategorie der „Kritischen Theorie“ der vom Sozialphilosophen Max Horkheimer (1895-1973) begründeten „Frankfurter Schule“, die auf Grundlage interdisziplinärer geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Analysen eine Synthese von Gesellschafts- und Kulturkritik leistet.
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Horkheimer#Kritik_der_instrumentellen_Vernunft
Die Kritik der instrumentellen Vernunft ist eine Kritik der Naturbeherrschung, wobei die Beherrschung der Natur in der Beherrschung der inneren und äußeren Natur des Menschen, der Beherrschung der Individuen und der Beherrschung der Gesellschaft ihre Fortsetzung findet, und dieser Gewaltzusammenhang bildet ein transhistorisches Kontinuum.
Nach Hans Magnus Enzensberger ist das gesellschaftliche Ziel der Bewußtseins-Industrie überall dasselbe, „die existierenden Herrschaftsverhältnisse, gleich welcher Art sie sind, zu verewigen. Sie soll Bewußtsein nur induzieren, um es auszubeuten“, und sie beginnt mit der „Elimination von Alternativen (...). Daß dieser Zustand von der Majorität hingenommen und freiwillig ertragen wird, ist heute die wichtigste Leistung der Bewußtsteins-Industrie“. Damit ist die Bewußtseins-Industrie die Schlüsselindustrie des 21. Jahrhunderts. Mit der technokratischen Bologna-Reform erlangt die Bewußtseins-Industrie ihre volle Entfaltung, denn sie bemächtigt sich ihres Kernstücks, dem gesamten Bildungsbereich, der geradezu gleichgeschaltet wird.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gleichschaltung
33) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradreise
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Reiserad
Eine gute Planungsgrundlage für Fahrradreisen bieten die folgenden Fahrrad-Reiseführer:
Herbert Lindenberg: Europa per Rad. Markgröningen, 8. Auflage 2022 (Reise Know-How Verlag).
Thomas Schröder, Helmut Hermann: Fahrrad Weltführer. Markgröningen, 4. Auflage 2016 (Reise Know-How Verlag).
Neil Pike, Harriet Pike: Adventure Cycle-Touring Handbook. Worldwide Cycling Route & Planning Guide. Hindhead (Surrey), 3. Auflage 2015 (Trailblater Publications).
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Abenteuerreise
34) Vgl.: https://www.instagram.com/clementgmn_/
35) Vgl.: https://www.youtube.com/@vagabundodelmundo1973
36) Vgl.: https://www.wiebkeluehmann.com/
Sowie: https://www.instagram.com/wiebkelueh/
37) Vgl. Anmerkungen 326, 327 und 328.
38) Der Historiker Eric J. E. Hobsbawm (1917-2012) unterscheidet ein „langes“ 19. Jahrhundert
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/19._Jahrhundert
Vgl. ebenso: https://de.wikipedia.org/wiki/Langes_19._Jahrhundert
Vgl. hierzu auch Anmerkung 273.
von einem „kurzen“ und „extremen“ 20. Jahrhundert:
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/20._Jahrhundert
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzes_20._Jahrhundert
Vgl. des Weiteren: Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. 1995, München.
Heute ist das gesamte Zeitalter der Moderne und insbesondere das Industriezeitalter in den Verdacht geraten, im extremen 20. Jahrhundert zu kulminieren.
Als charakteristische Elemente, die das 20. Jahrhundert in seiner gesamten historischen Tiefe und geografischen Breite als ein „extremes“ Jahrhundert mit Alleinstellungsmerkmal charakterisieren und prägen, können aufgeführt werden:
1. Die Ethnische Säuberung.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnische_Säuberung
2. die Totale Institution
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Totale_Institution
des Lagers als die Totale Institution zur zweckrationalen Verwaltung von Menschenmassen in ihren verschiedenen Erscheinungsformen.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Internierungslager
3. der Ausnahmezustand.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausnahmezustand
Es fehlt bislang noch eine umfassende Weltgeschichte des Ausnahmezustands.
4. der Doppelstaat.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Doppelstaat
5. die totale Mobilmachung.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_totale_Mobilmachung
6. der totale industrielle Krieg.
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Industrial_warfare
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Totaler_Krieg
Und weitere. Als charakteristische und prägende Elemente haben sie den Gehalt von analytischen Kategorien, die deshalb im Zentrum einer jeden Analyse zum extremen 20. Jahrhundert stehen müssen.
39) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kapstadt
40) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Niederländische_Ostindien-Kompanie
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostindien-Kompanie
41) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zitadelle
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Bastion#Das_Bastionärsystem
Die Architektur der neuzeitlichen Zitadelle wird insbesondere durch das Aufkommen von Kanonen mit großer Zerstörungskraft induziert und bestimmt.
Vgl. dazu: https://en.wikipedia.org/wiki/Gunpowder_empires
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
42) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Seeweg_nach_Indien
43) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltstadt
44) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel
45) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_von_Konstantinopel_(1453)
Diese Ereignisse des Jahres 1453 sind in der Megacity Istanbul Thema eines großen Diaramas mit dem Namen „Panorama 1453“, das ich am 04.09.2023 während meiner Fahrradreise durch das südöstliche Europa im Sommer und Herbst des Jahres 2023 besucht habe. In diesem Diarama wird u.a. Mohammed (570-632),
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mohammed
der Gründer des Islam zitiert, der den Plan zur Eroberung der Weltstadt Konstantinopel gefaßt und verkündet hatte: „Constantinople will definitely be conquered one day. What a great commander is the one who conqueres it, what a great army it is.“
Zweifellos wußte Mohammed, daß die seit dem Jahre 413 von der theodosianischen Landmauer geschützte Weltstadt Konstantinopel der bedeutendste westliche Endpunkt des transkontinentalen, eurasischen Seidenstraßenhandels war, dessen Reichtümer es zum Zweck weiterer Machtausdehnung in Besitz zu nehmen und zu kontrollieren galt, und zudem hatte die von der theodosianischen Landmauer geschützte Weltstadt Konstantinopel in Europa in der Spätantike und im Mittelalter über viele Jahrhunderte hinweg bis zum Untergang des Byzantinische Reiches eine Rolle und Funktion eines Bollwerks nach Osten ausgefüllt, sodaß dessen erfolgreiche Eroberung den von Mohammed und seinen Nachfolgern geführten arabischen Armeen die nachfolgende Eroberung und Zwangsislamisierung des gesamten (christlichen ) Europas ermöglichen würde, so wie es in anderen eroberten Gebieten erfolgt ist, einschließlich der Durchsetzung des mit dem Islam verbundenen Staatsmodells, der Orientalischen Despotie, und des mit dem Islam verbundenen Gesellschaftsmodells, der Sklavenhaltergesellschaft, und des mit dem Islam verbundenen Rechtskonzepts, der Scharia.
Die Eroberung der Weltstadt Konstantinopel im Jahre 1453 zeigt, daß historische Ereignisse und Entwicklungen auf Absichten und Pläne zurück gehen können, die schon viele Jahrhunderte zuvor entstanden waren. Auch zeigt dieses Beispiel, daß in der Geschichte nichts durch Zufall geschieht, sondern daß alles, was geschieht, und so wie es geschieht, auch so gewollt ist.
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerungen_und_Eroberungen_von_Konstantinopel
46) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Seidenstraße
47) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich
Die Duldung der Ansiedlung der Türken im Hochland von Anatolien hat sich für das Byzantinische Reich als fatal erwiesen. Die Türken begannen, die Karawanen der Seidenstraße zu plündern, deren bedeutendster westlicher Endpunkt die Weltstadt Konstantinopel war, und die von ihnen gegründeten Staaten, das Sultanat der Rum-Seldschuken
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sultanat_der_Rum-Seldschuken
und dessen Nachfolger, das Osmanische Reich, eroberten dann nacheinander sämtliche Städte und Territorien des Byzantinischen Reiches, bis das Osmanische Reich letztlich gänzlich den Raum des Byzantinischen Reiches eingenommen hatte und an dessen Stelle getreten war. Der kulturhistorische Prozeß der Hellenisierung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenisierung
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenismus
wurde nun durch eine gegenläufigen Prozeß der Türkisierung abgelöst, der bis in die Gegenwart anhält:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Türkisierung_der_Türkei#Türkisierung_im_Osmanischen_Reich
48) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich
49) Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Gunpowder_empires
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
50) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_von_Konstantinopel_(1204)
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerungen_und_Eroberungen_von_Konstantinopel
51) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Venedig
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Seerepubliken
52) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Theodosianische_Mauer
Am beeindruckendsten ist in der heutigen Megacity Istanbul, die ich während meiner Fahrradreise durch das südöstliche Europa im Jahre 2023 besucht habe, meines Erachtens die gewaltige „Theodosianische Landmauer“, die größte mittelalterliche Stadtmauer in Europa. Sie wurde aus Anlaß der Plünderung der Stadt Rom durch die Goten im Jahre 410 n. Chr. errichtet, um Vergleichbares in Konstantinopel/Byzanz zu verhindern. Diese Plünderung von Konstantinopel erfolgte dann jedoch im Jahre 1204 n. Chr. während des Vierten Kreuzzuges, wobei insbesondere der Republik Venedig eine entscheidende Rolle zukommt. Diese Plünderung von Konstantinopel im Jahre 1204 n. Chr. und die Errichtung des Lateinischen Kaiserreiches leitete den Untergang des Byzantinischen Reiches ein, und dieser Untergang fand mit der Eroberung Konstantinopels durch das expandierende Militärimperium des Osmanischen Reiches, einem sogenannten Gunpowder Imperium, im Jahre 1453 seinen Abschluß. Diese Ereignisse des Jahres 1453 sind dort Thema eines großen Diaramas mit dem Namen „Panorama 1453“.
Die Zerstörung der Theodosianoischen Landmauer und die damit möglich gewordene Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 gelang von den Verteidigern unerwartet und zu deren Überraschung mithilfe einer größeren Anzahl der damals weltgrößten Kanonen, die eigens zu diesem Zweck der Zerstörung der Theodosianischen Landmauer angefertigt worden waren.
Die Eroberung der Weltstadt Konstantinopel im Jahre 1453 gilt als ein Markstein der Epochenwende vom Mittelalter zur Neuzeit, und die Folgen waren weitreichend. In diesen Zusammenhang möchte ich im Folgenden zwei Aspekte hervorheben: a) Der Niedergang der Städte sowie b) die Verlagerung der Welthandelsrouten und der Welthandelszentren.
a) Über einen Zeitraum von annähernd 1000 Jahren, d.h. über die Spätantike und das gesamte Mittelalter hinweg schützte die Theodosianische Landmauer, die über diesen Zeitraum hinweg die größte Stadtmauer in Europa war, wirkungsvoll die Weltstadt Konstantinopel, und sie bot ein weit bekanntes Beispiel für die Städte in Europa, die sich ebenfalls mit Stadtmauern schützten und damit auch ein hohes Maß an politischer Unabhängigkeit und Selbstständigkeit wahren konnten.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Stadt
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_und_Reichsstädte
Daher bestand der bedeutendste gesellschaftspolitische Gegensatz im Mittelalter zwischen den meist republikanisch verfaßten Städten und den autokratisch regierten feudalen Flächenstaaten. Insbesondere aufgrund der Entwicklung von Kanonen mit immer zerstörerischer Wirkung boten jedoch Stadtmauern am Ende des Mittelalters immer weniger Schutz.
Sultan Mehmet II (= „Mehmet der Eroberer“) (1432-1481)
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mehmed_II.
hatte die Eroberung von Konstantinopel zu seiner Lebensaufgabe gemacht und diese über viele Jahre hinweg akribisch und mit großem Aufwand vorbereitet. U.a. ließ er für die Zerstörung der Theodosianischen Landmauer in größerer Zahl die damals weltgrößten Kanonen herstellen, mit deren Einsatz dann von den Verteidigern unerwartet und zu deren Überraschung tatsächlich die Zerstörung der Mauer und die Eroberung der Stadt gelang. Die Zerstörung der Theodosianischen Landmauer durch die damals weltgrößten Kanonen war ein weitreichendes Fanal, denn sie machte in ganz Europa unübersehbar deutlich, daß die traditionellen mittelalterlichen Stadtmauern keinen Schutz mehr boten.
In der Folge wurden in der Frühen Neuzeit neue Festungskonzepte entwickelt, insbesondere das der Zitadelle, und entstand eine neue Wissenschaft der Fortifikationswissenschaft. Im Vergleich zu den Mauern und Burgen des Mittelalters waren jedoch diese neuen Festungen der Frühen Neuzeit aufwändiger und kostenintensiver, sodaß die Fürsten im Zeitalter des Absolutismus bestrebt waren, ihre Einnahmen mithilfe einer merkantilistischen Wirtschaftspolitik zu steigern, deren Bestandteil die Gründung von Fernhandelskompanien war. Der Kanonenbau und der Festungsbau stehen in einem Wechselverhältnis zueinander: Der Bau von Kanonen mit immer zerstörerischer Wirkung führt zum Bau immer aufwändigerer Fortifikationen. Die Fortentwicklung der Destruktivkraft von Kanonen erreicht später im Ersten Weltkrieg als dem ersten totalen industriellen Krieg und der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts einen (vorläufigen) Höhepunkt, in dem diese als Massenvernichtungswaffe 70% aller Kriegstoten verursachen.
b) Die Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 unterbrach weitgehend die seit der Antike bestehenden Fernhandelsverbindungen zwischen Europa und Asien, die durch das Mittelmeer und das Schwarze Meer verliefen und die mit den transkontinentalen Fernhandelsrouten in Asien, wie insbesondere der Seidenstraße verbunden waren. Diese Unterbrechung der transkontinentalen Fernhandelsverbindungen in Eurasien förderte die Suche nach alternativen Seehandelsrouten nach Südasien und Südost-Asien über den Atlantischen und den Indischen Ozean um Afrika herum, wobei u.a. der Kontinent Amerika entdeckt wurde. Der Handel über das Mittelmeer verlor an Bedeutung, und ebenso die bislang dominierenden Fernhandelszentren in der Mittelmeerregion, wie z.B. Venedig und Genua. Diese wurden von neuen Fernhandelszentren in der südlichen Nordseeregion abgelöst, wie Amsterdam, Antwerpen und London, in denen der Fernhandel über Handelskompanien betrieben wurde, die mit weitgehenden Privilegien und Vollmachten ausgestattet waren, einschließlich des Rechts zur Eroberung und quasi-staatlichen Verwaltung von Kolonien in Übersee. Herausragende Beispiele dieser Handelskompanien sind die Britische Ostindien-Kompanie (EIC), die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) und die französische Ostindien-Kompanie.
53) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Geographie
54) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltgeschichte
55) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hunnen
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkerwanderung
56) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weströmisches_Reich
57) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Expansion
58) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Konstantinopel_(674-678)
59) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerung_von_Konstantinopel_(717-718)
60) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mongolisches_Reich
61) Die mongolische Expansion ist in Europa nicht aufgehalten worden, wie die Ereignisse bei Wahlstatt/Legnicie Pole am 09.04.1241 zeigen.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_bei_Liegnitz_(1241)
Diese Ereignisse am 09.04.1241 sind Thema des Museums zur Schlacht bei Liegnitz,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_zur_Schlacht_bei_Liegnitz
das ich am 28.08.2021 besucht habe. Die materialreiche Ausstellung dieses Museums mit dem Titel „Zusammentreffen von zwei Welten“ hat historische Zusammenhänge und Hintergründe dieses historischen Ereignisses zum Thema.
Es stellt sich die Frage, warum die Mongolen ihre erfolgreiche Expansion in Europa beendet haben, das sie nach den Ereignissen vom 09.04 1241 möglicherweise vollständig hätten erobern können. Historiker in Vietnam führen das Ende der mongolischen Expansion, bei der die Mongolen im Jahre 1279 auch China erobert hatten, auf deren Niederlagen in den Jahren 1257/1258, 1284 und 1287/1288 bei deren Versuch, Vietnam und Champa zu erobern, zurück. Diese Niederlagen der Mongolen in Vietnam hätten zum Ende der mongolischen Expansion in Europa wesentlich beigetragen. Diese Sicht auf die historischen Ereignisse im Rahmen der mongolischen Expansion wird sowohl vom Geschichtsmuseum in Hanoi bei meinem Besuch am 14.03.2017, als auch vom Geschichtsmuseum in Saigon/Ho-Chi-Minh-Stadt bei meinem Besuch am 02.04.2017 vermittelt.
62) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mamluken
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Janitscharen
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Knabenlese
Des Weiteren: https://en.wikipedia.org/wiki/Conscription#Military_slavery
63) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Türkenkriege
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Erste_Wiener_Türkenbelagerung
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Wiener_Türkenbelagerung
64) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vierter_Kreuzzug
65) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinisches_Kaiserreich
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Rückeroberung_von_Konstantinopel_1261
66) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Marco_Polo#Eigene_Reise
67) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Königreich_Portugal
68) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Kolonialgeschichte
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Indien-Armadas
69) Vgl.: https://camissamuseum.co.za/
70) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Iziko_Slave_Lodge
Vgl. auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Slavery_in_South_Africa
71) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Sklaverei
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei
72) Innerhalb der Menschheitsgeschichte ist der Prozeß der Domestikation
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Domestizierung
eine erst sehr junge Erscheinung, und er ist mit der Neolithischen Revolution
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Neolithische_Revolution
verbunden. Der Prozeß der Domestikation erfaßte nicht nur Tiere und Pflanzen, ganze Landschaften und Ökosysteme wurden domestiziert und umgestaltet. Auch der Mensch selber wurde vom Prozeß der Domestikation erfaßt und verändert.
In seinem Buch: „Die Mühlen der Zivilisation. Eine Tiefengeschichte der frühesten Staaten“ zeigt der Politologe und Anthropologe James C. Scott auf, in welchem Umfang der Mensch selber vom Prozeß der Domestikation erfaßt und verändert wurde: Im Zuge des Prozesses der Domestikation traten wie bei domestizierten Tieren auch beim Menschen sowohl anatomische Veränderungen, als auch Verhaltensänderungen auf, darunter ein neuartiges Herdenverhalten, das die Entstehung von Massengesellschaften und das Leben in Massengesellschaften ermöglichte. Zudem entstanden zahlreiche neuartige Krankheiten, die es in der Menschheitsgeschichte zuvor nicht gab. Es änderte sich das Reproduktionsverhalten des Menschen mit der Folge stark erhöhter Fruchtbarkeitsraten, die die erhöhte Mortalitätsrate durch die zahlreichen neuentstandenen Krankheiten mehr als ausglichen und die ein Bevölkerungswachstum zur Folge hatten. Von den neu entstandenen Staaten wurde dieses Bevölkerungswachstum aus machpolitischen Gründen gefördert, um die Anzahl der den Macheliten der frühen Staaten unterworfenen Arbeitskräfte, Sklaven, Steuerzahler und Soldaten zu erhöhen.
Vgl.: James c. Scott: Die Mühlen der Zivilisation. Eine Tiefengeschichte der frühesten Staaten. 2022, Berlin.
73) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_im_Islam#Sklavenhaltung_in_der_islamischen_Geschichte
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei#Verbreitung
Die in Folge der sogenannten „Islamischen Expansion“ entstandenen islamischen Imperien
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kalifat
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich#Politische_Geschichte
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Mogulreich#Geschichte
waren Orientalische Despotien,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Orientalische_Despotie
Ausführlicher ist der englischsprachige Artikel:
https://en.wikipedia.org/wiki/Oriental_despotism
Sklavenhaltergesellschaften,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_im_Islam
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Sklaverei#Sklaverei_im_arabischen_Raum
und Militärimperien. Der gesamte Staatsapparat und das Militär basierten auf dem Prinzip der Sklaverei. Als Tributleistung wurden von den eroberten und unterworfenen Bevölkerungen, überwiegend Christen, ein Teil von deren Kindern gefordert und eingezogen, die sogenannten „Knabenlese“.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Knabenlese
Diese verschleppten Kinder wurden zum Islam zwangsbekehrt, indoktriniert, konditioniert und zu treu ergebenen Dienern des Herrschers erzogen. Sie fanden nun Verwendung im Staatsapparat, wo sie die dem Herrscher untergebene Bevölkerung verwalteten, und im Militärapparat, dessen Grundlage Sklavenarmeen waren
Diese Militärsklaven wurden Mamluken genannt
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mamluken
und auch Janitscharen
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Janitscharen
Während das Christentum, das in der östlichen Mittelmeerregion vergleichbar mit dem Buddhismus ebenfalls durch einen synkretistischen Kulturaustausch mit dem Hellenismus entstanden war, und das im Imperium romanum anfänglich als eine sozialrevolutionäre Bewegung wirkte, bis es dort Staatsreligion wurde, die Sklaverei der Antike in seinem Einflußbereich überwand und abschaffte, bildet der Islam dazu eine radikale Gegenbewegung, indem auf seiner Grundlage als einer Religion der Eroberer und der Herrscher die Sklaverei der Antike ausweitet und zum staatstragenden Prinzip der Herrschaft und deren Expansion gemacht wird. Damit wird die Sklaverei der Antike intensiviert, räumlich ausgeweitet und über das Mittelalter hinweg in die Neuzeit tradiert und transportiert.
74) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Handelskompanie
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostindien-Kompanie
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Westindien-Kompanie
75) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Merkantilismus
76) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus
77) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Britische_Ostindien-Kompanie
78) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Französische_Ostindienkompanie
79) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Atlantischer_Sklavenhandel
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostafrikanischer_Sklavenhandel
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_innerhalb_von_Subsahara-Afrika
Woher und wie die Sklaven auf die außerhalb Europas bestandenen Sklavenmärkte gelangten, schildert u.a. der Afrikaforscher David Livingstone.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/David_Livingstone#Forschungsreisen
1871 erlebte Livingstone auf dem Marktplatz von Njangwe mit rund 1500 Menschen, wie arabische Sklavenhändler mitten in die Menge preschten. Sie hatten zuvor das Dorf umstellt. Viele Einheimische wurden von den Arabern verschleppt, 400 Menschen kamen um und 27 Dörfer wurden niedergebrannt. Livingstone war empört und trennte sich von den Arabern.
Dabei müssen für einen im Sklavenhandel Deportierten zusätzlich drei bis vier weitere Personen, die bei der Sklavenjagd, bei Epidemien, durch Kastration usw. umkamen, veranschlagt werden:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei#Verbreitung
80) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Plantage
Bei der deutschsprachigen Wikipedia fehlt ein Artikel zum Thema Plantagenökonomie, im Gegensatz zur englischsprachigen Wikipedia:
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Plantation_economy
Vgl. auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Plantation
Vgl. ebenso: https://en.wikipedia.org/wiki/Slave_plantation
Plantagenökonomien und deren Besonderheiten ihrer Agrargeschichte
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Agrargeschichte
und Agrarverfassung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Agrarverfassung
prägen den Ländlichen Raum in großen Teilen Außereuropas bis heute. In der jüngeren Neuzeit wurden die Plantagenökonomie und ihre Monokulturen zum Modell der weltweit erfolgten Mechanisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft, wobei Sklaven durch Maschinen ersetzt wurden. In der Sowjetunion erfolgte die Industrialisierung und Kollektivierung der Landwirtschaft nach dem Vorbild der Agrarindustrie in den USA, die aus der Plantagenökonomie hervorgegangen ist, und konzipiert durch Agraringenieure aus den USA.
Vgl. hierzu: Florian Hurtig: Sowjetische Simplifizierung als Kopie des amerikanischen Modells. In: Derselbe: Paradise lost. Vom Ende der Vielfalt und dem Siegeszug der Monokulturen. 2020, München. S. 284-291.
Folge war, daß in der Sowjetunion die Landwirtschaft und die Bauern zu einer „Inneren Kolonie“ gemacht wurden, was die forcierte Industrialisierung und Modernisierung der Sowjetunion ermöglichte. Die brutal vorangetriebene Industrialisierung machte die Sowjetunion zu einer Weltmacht, und zeitgleich erfolgte eine umfangreiche militärische Aufrüstung. Im Modernisierungsterror erweist sich der „Große Terror“ Stalins als Bestandteil des Terrors des Zeitalters der industriellen Moderne.
Vgl. hierzu Anmerkungen 119 und 120.
81) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abolitionismus
82) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Port-Louis_(Morbihan)
83) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Territorialstaat
84) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Stehendes_Heer
85) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XIV.
86) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sébastien_Le_Prestre_de_Vauban
87) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Festungsanlagen_von_Vauban
88) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Personenverbandsstaat
89) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Stadt
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_und_Reichsstädte
90) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Robben_Island
91) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Apartheid
92) Vgl. Anmerkung 38.
93) Vgl.:https://de.wikipedia.org/wiki/Totale_Institution
Der Begriff der „Totalen Institution“ wurde insbesondere vom Soziologen Erving Goffmann (1922-1982) geprägt, der in seiner Studie: „Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen“ Merkmale totaler Institutionen aufführt.
Vgl.: Erving Goffmann: Über die Merkmale totaler Institutionen. In: Derselbe: Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen. Frankfurt am Main, 1972. S. 13-23.
Beispiele Totaler Institutionen sind: das Gefängnis, das Lager in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen, die Kaserne sowie die Wehrpflicht, die Fabrik, die Krankenanstalt, die Schule. Totale Institutionen schaffen einen Raum der Inklusion und der Exklusion und sie sind insbesondere charakterisiert durch die in ihnen herrschenden „Besonderen Gewaltverhältnisse“, die auf Extralegalität und Sonderbehandlung abzielen.
Der „Maßnahmenstaat“ nach Ernst Fraenkel kann als eine radikalisierte Form Totaler Institutionen und der in diesen herrschenden „Besonderen Gewaltverhältnisse“, die auf Extralegalität und Sonderbehandlung abzielen, angesehen werden.
Vgl.: Ernst Fraenkel: Der Doppelstaat. Recht und Justiz im „Dritten Reich“. 1984, Frankfurt am Main.
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Doppelstaat
In dieser Analyse der Herrschaft im NS-Staat, die zum Jahreswechsel 1940/1941 erstmals veröffentlicht wurde, unterscheidet der Politikwissenschaftler und Jurist Ernst Fraenkel (1898-1975)
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Fraenkel_(Politikwissenschaftler)
die fortexistierenden Institutionen eines legalen „Normenstaates“, dessen Handeln sich an Gesetzen orientiert, von den neu geschaffenen Institutionen eines extralegalen „Maßnahmenstaates“ als Instrument willkürlicher Machtentfaltung und enthemmter Gewaltausübung.Als historische Beispiele für Institutionen des „Maßnahmenstaates“ können aufgeführt werden insbesondere die NS-Konzentrationslager, des Weiteren die SS, die Gestapo, der SD, das RSHA, die „Aktion T4“, die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD. Der „Maßnahmenstaat“ kann als eine radikalisierte Form „Totaler Institutionen“ und der in diesen herrschenden „Besonderen Gewaltverhältnisse“ angesehen werden, die auf Extralegalität und Sonderbehandlung abzielen.
In ihren verschiedenen Varianten sind „Totale Institutionen“ überall anzutreffen, und sie werden als selbstverständliche Grundlage der Gesellschaft und als Bestandteil gesellschaftlicher und staatlicher Herrschaft akzeptiert und hingenommen, wobei im Rahmen der totalitären Gesellschafts- und Staatsidee das Funktionsprinzip der Totalen Institutionen aus diesen heraus auf potentiell sämtliche Bereiche der Gesellschaft übertragen und angewendet wird. Ein Ende des Zeitalters des Totalitären und des Totalitarismus ist somit ohne die Überwindung und Abschaffung des Konzepts der Totalen Institutionen nicht zu haben, denn sie sind die Quellen, aus denen sich die Idee des Totalitären und die Praxis des Totalitarismus immer wieder neu über die gesamte Gesellschaft ausbreiten und die Menschen entsprechend zurichten kann. Die Abschaffung Totaler Institutionen bedeutet nichts anderes als aus dem extremen 20. Jahrhundert Konsequenzen zu ziehen und dessen Grundlagen einer Revision zu unterziehen.
94) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gefängnis
95) Die Totale Institution des Lagers in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen ist die Totale Institution zur zweckrationalen Verwaltung, Überwachung, Kontrolle und Zurichtung von Menschenmassen, sie ist eine Erfindung des Zeitalters der Moderne, und sie ist ein Instrument der Industriegesellschaft.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Internierungslager
Seinen Ursprung hat das Internierungslager in den Kolonien, wo es als Repressionsinstrument genutzt wurde. Im Ersten Weltkriegwurden die zuvor diskreditierten Internierungslager der Kolonien erstmals in Europa eingesetzt. Mit dem Ersten Weltkrieg beginnt die Anwendung kolonialer Unterdrückungsmethoden in Europa selber, und Europäer werden nun Gegenstand kolonialer Unterdrückungsmethoden. „Der Erste Weltkrieg war ein wichtiges Laboratorium für das, was kommen sollte“, erklärt der Historiker Karl Schlögel in seinem Text: “Bugwelle des Krieges“: „Hier wurden die Methoden und Praktiken des totalen Krieges erstmals in großem Stil erprobt. (…) Hier wurden Praktiken vervollkommnet, die man zuvor schon an der Peripherie des Imperialismus, in den Kolonien, erprobt hatte – vom Konzentrationslager über Grenzziehung mit dem Rasiermesser bis zur lässigen Routine der Massenexekution; der Rassismus wanderte, wie Hannah Arendt gezeigt hatte, von der Peripherie ins Mutterland zurück“.
Siehe: Karl Schlögel: Bugwelle des Krieges. S. 185-186. In: Stefan Aust, Stephan Burgdorff (Hg.): Die Flucht. Über die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten. 2003, Bonn. S. 194-195.
Die Totale Institution des Lagers als moderne Form terroristischen Zwangs gegen große Menschengruppen durchzieht und prägt die Geschichte des 20. Jahrhunderts, und sie ist eins der wesentlichen und charakteristischen Elemente, die das 20. Jahrhundert zu einem extremen Jahrhundert machen. Die Totale Institution des Lagers entstand am Vorabend des 20. Jahrhunderts, und seine Laufbahn ist noch nicht zuende, und es liefert ein Beispiel, daß „die Moderne gerade in ihrer Normalität Ziehvater der Exzesse dieses Jahrhunderts ist“, wie der Gesellschaftswissenschaftler Gerhard Armanski in seinem Buch: „Maschinen des Terrors. Das Lager (KZ und GULAG) in der Moderne“ analysiert.
Siehe: Gerhard Armanski: Maschinen des Terrors. Das Lager (KZ und GULAG) in der Moderne. Münster, 1993. S. 18.
96) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Strafkolonie
Die Strafkolonie kann als Ursprung und Prototyp des Konzentrationslagers als einem Bestandteil des „Maßnahmenstaates“, wie z.B. die NS-Konzentrationslager, angesehen werden. Als ein rezentes Beispiel für ein solches Konzentrationslager als einem Bestandteil des „Maßnahmenstaates“ kann das Gefangenenlager Guantanamo aufgeführt werden.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gefangenenlager_der_Guantanamo_Bay_Naval_Base
97) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Panopticon
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Gefängnis#Bauweise_von_Gefängnissen
98) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abolitionismus_(Kriminologie)
99) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Iziko_South_African_Museum
Sowie: https://www.iziko.org.za/museums/south-african-museum/
100) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Felsbild
101) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/San_(Volk)
102) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Materielle_Kultur
103) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Savanne
104) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Antarktis-Vertrag
105) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Charles_Darwin
106) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweite_Reise_der_HMS_Beagle
107) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Botanischer_Garten_Kirstenbosch
108) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Fynbos
109) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kapflora
110) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Florenreich
111) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Neobiota
112) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tafelberg_(Südafrika)
113) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Agrarverfassung
114) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Agrargeschichte
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Landwirtschaft
115) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ländlicher_Raum
116) Vgl. Anmerkung 80.
117) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Monokultur
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Extraktivismus
Ausführlicher ist der englischsprachige Wikipedia-Artikel:
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Extractivism
118) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Siedlungskolonie
119) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Industrialisierung_der_Sowjetunion
Vgl. Anmerkungen 80 und 120.
120) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangskollektivierung_in_der_Sowjetunion
Vgl. Anmerkungen 80 und 119.
Im Zuge der Industrialisierung der Sowjetunion wurde im Rahmen des ersten Fünfjahresplans
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Industrialisierung_der_Sowjetunion#Der_erste_Fünfjahresplan
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Fünfjahresplan#Sowjetunion
während der Zwangskollektivierung, von 1929 bis 1933 die sogenannten „Entkulakisierung“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Entkulakisierung
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Tragödie_von_Nasino
durchgeführt, was eine schwere Hungersnot
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot_in_der_Sowjetunion_in_den_1930er_Jahren
zur Folge hatte.
Diese „Entkulakisierung fand ihre Fortsetzung in der sogenannten „Kulaken-Operation“ des NKWD,
die auf Grundlage des NKWD-Befehls Nr. 00447 vom 30. Juli 1937 erfolgte.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/NKWD-Befehl_Nr._00447
Von August 1937 bis November 1938 wurden dabei 800.000 bis 820.000 Personen verhaftet, davon mindestens 350.000 – eventuell bis zu 445.000 – erschossen, die übrigen in Straflager des Gulags eingewiesen.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gulag
Die Unterdrückung der Bauern und deren Ausbeutung als einer „Inneren Kolonie“ ermöglichte die forcierte Industrialisierung und Modernisierung der Sowjetunion. Die brutal vorangetriebene Industrialisierung machte die Sowjetunion zu einer Weltmacht, und zeitgleich erfolgte eine umfangreiche militärische Aufrüstung. Im Modernisierungsterror erweist sich der „Große Terror“ Stalins als Bestandteil des Terrors des Zeitalters der industriellen Moderne.
121) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Aussterben#Aktuelle_Situation
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Massenaussterben#Das_gegenwärtige_Massenaussterben
122) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropozän
123) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wadi
124) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wüste#Halbwüste_(und_Wüstensteppe)
125) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Trockensavanne
126) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Namibia
127) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lüderitz
128) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Windhoek
129) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Henley_Passport_Index
130) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kongokonferenz
131) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Protektorat
132) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Kaiserreich
133) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-Südwestafrika
134) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Turnhallenkonferenz
135) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gibeon_(Meteorit)
136) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Unabhängigkeits-Gedenkmuseum
137) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationenbildung
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalismus
Die Idee der Nation und des Nationalstaats ist die wirkmächtigste Idee, die jemals von Europa ausgegangen ist, und sie ist heute in der gesamten Welt alternativlos. Die in Europa entstandene Idee des Nationalismus hat sich in mehreren großen Wellen über die gesamte Welt ausgebreitet. Die Idee der Nation und des Nationalstaats verbreitete sich erstmals in größerem Umfang über ihren Ursprung in Europa hinaus im Zuge der ersten Welle der Dekolonisation im 19. Jahrhundert, insbesondere in Folge der Auflösung des spanischen Kolonialimperiums in Mittel- und Südamerika, dann nach dem Ersten Weltkrieg in der östlichen Hälfte Europas, und nach dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die Idee der Nation und des Nationalstaats im Zuge der zweiten Welle der Dekolonisation in Asien und Afrika ihre heutige weltweite Verbreitung und alternativlose Durchsetzung.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dekolonisation
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Dekolonisation_Afrikas
In seinem Buch: „Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen“ stellt der Historiker Hans-Ulrich Wehler die Frage: „Warum wurde der Nationalismus zu einem derart attraktiven Exportartikel, obwohl in den Empfängerländern völlig andersartige soziokulturelle und politische Bedingungen vorherrschten?“ und er führt weiter aus: „Ein voller Erfolg war diesen antikolonialistischen Emanzipationsbewegungen (…) nach dem Zweiten Weltkrieg beschieden, als der massive Druck der USA zugunsten der Auflösung aller westlichen Kolonialreiche im Verein mit der Sprengwirkung militanter innerkolonialer Guerilla- und Befreiungsbewegungen die Ära einer weltumspannenden Dekolonisierung einleitete. Damit verbunden war eine neue Welle des Transfernationalismus. Denn alle diese überstürzt in eine gefährdete Mündigkeit entlassenen Kolonialgebiete wollten dem Vorbild des westlichen Nationalstaats nacheifern. Hatten ihn die Friedensverträge nach dem Ersten Weltkrieg zur Norm für die gesamte europäische Staatenwelt erklärt, wurde er jetzt für geraume Zeit zur global verbindlichen politischen Einheit erhoben“. Siehe: Hans-Ulrich Wehler: Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen. 2001, München. S. 15. und S. 93.
Die sogenannten „Nationalen Befreiungsbewegungen“ waren der Akteur, der der Idee der Nation und des Nationalstaats zur weltweiten und heute alternativlosen Durchsetzung verhalf. Heute ist die Idee der Nation alternativlos, der Nationalstaates gilt als die quasinatürliche und alternativlose Organisationsform der menschlichen Gesellschaft, und überall werden die Menschen dazu genötigt, sich nach dem Modell der Nation und dem Konzept des Nationalstaates zu organisieren.
Vgl. hierzu meinen Text: Der moderne Nationalismus als eine politische Religion – Über die Konstruktion der Nation im Zeitalter des modernen Nationalismus“, der auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden kann:
https://manfred-suchan.jimdosite.com/geschichtspolitik/
Meines Erachtens ist im globalhistorischen Rückblick die Dekolonisation, so wie sie tatsächlich stattfand, gescheitert, da sie das Vehikel war, die Idee der Nation und das Ordnungskonzept des Nationalstaats weltweit und alternativlos durchzusetzen.
138) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkerbund
239) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Südafrikanische_Union
140) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/SWAPO
141) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsbild
142) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Herero
143) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nama_(Volk)
144) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord
Die Debatten um den Begriff „Völkermord“ (Genozid) sind meistens hochgradig geschichtspolitisch motiviert. Dies wird im besonderen Maße am Beispiel des sogenannten „Völkermordes an den Herero und Nama“ deutlich:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord_an_den_Herero_und_Nama
Offensichtlich ist es das geschichtspolitische Ziel,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspolitik
diese historischen Ereignisse zur „Urkatastrophe“ des „extremen“ 20. Jahrhunderts aufzuwerten, um diese Entwicklung im Holocaust münden und kulminieren zu lassen. Vgl. Anmerkungen 311 bis 328.
Für die „Extreme“ des „extremen“ 20. Jahrhunderts läßt sich so kollektiv ein imaginiertes transhistorisches Kollektivsubjekt „der Deutschen“ verantwortlich machen.
Bislang gilt der Erste Weltkrieg aus guten Gründen als die „Urkatastrophe“ des („extremen“) 20. Jahrhunderts, und es stellt sich die Frage, wie es dazu kommen konnte. Diese Frage ist insbesondere in den Kapiteln 7, 9 und 10 meines vorliegenden Reiseerlebnisberichtes Thema.
Es fehlt eine wissenschaftliche Gesamtdarstellung der Verdrängung, Vertreibung und partiellen Ausrottung der San im südlichen Afrika. Heute leben die San nur noch in kleinen, abgelegenen Teilen des südlichen Afrikas und ihre traditionelle Kultur und Lebensweise ist fast vollständig unter gegangen. Auch heute sind die San im südlichen Afrika weiterhin diskriminiert und marginalisiert. Vgl. Anmerkung 178.
145) Vgl.: Hans Hilpisch: „Wo sind die Herero geblieben?“ Neue Erkenntnisse und Theorien zum Rückzug der Herero in die Omaheke 1904/1905. 2. Überarbeitete und erweiterte Auflage 2021, Windhoek.
Sowie: Hans Hilpisch: Die Kolonialkriege in Deutsch-Südwestafrika (1904-1908). Daten, Fakten und eine kritische Auseinandersetzung mit den widersprüchlichen Forschungsergebnissen der letzten Jahrzehnte. 4. Auflage 1922, Windhoek.
146) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kongogräuel
147) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kongo-Freistaat
148) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_II._(Belgien)
149) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geographische_Konferenz_in_Brüssel
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Afrika-Gesellschaft
150) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Imperialismus#Zeitalter_des_Imperialismus_(ca._1870-1914)
151) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geopolitik
152) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wettlauf_um_Afrika
153) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Königliches_Museum_für_Zentral-Afrika
154) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung_Brüssel_1897
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltausstellung
Zu den Weltausstellungen als internationale technische und gewerbliche Leistungsschauen im Zeitalter der Industriellen Moderne zählen auch die Kolonialausstellungen, die ebenfalls als Leistungsschauen im Zeitalter der Industriellen Moderne konzipiert waren, wie z.B. die Kolonialausstellung in Berlin 1896, die Kolonialausstellung in Brüssel 1897, die Kolonialausstellung in Paris 1931, die Kolonialausstellung in Brüssel 1958, und weitere. Kolonialausstellungen können nicht mit sogenannten „Völkerschauen“ (Human Zoo) gleichgesetzt werden, wie es jedoch bei der deutschsprachigen Wikipedia erfolgt:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kolonialausstellung
Anders hingegen die englischsprachige Wikipedia:
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Colonial_exhibition
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
155) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Justizpalast_(Brüssel)
156) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Naturkautschuk
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Vgl. ebenso: https://en.wikipedia.org/wiki/Abir_Congo_Company
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
157) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord_in_Putumayo
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Kautschukboom
Sowie: https://en.wikipedia.org/wiki/Amazon_rubber_cycle#Peru_and_the_Putumayo_genocide
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Der Völkermord in Putamayo im Rahmen des ab 1850 in der Amazonas-Region einsetzenden Katschukbooms und der von Julio César Arena del Águila geleiteten “Peruvian Amazon Rubber Company” (Vgl. Anmerkung 154) ist Thema des Ethnologischen Museums in der Stadt Leticia am Dreiländereck zwischen Kolumbien, Peru und Brasilien am Amazonas mit den Orten Leticia (Kolumbien), Santa Rosa (Peru) und Tabatinga (Brasilien). Dieses Museum habe ich am 07.04.2016 während meiner Flußschiffreise durch die Amazonas-Region vom 26.03.2016 bis zum 21.04.2016 auf dem Amazonas von Yurimaguras über Iquitos, Santa Rosa/Leticia/Tabatinga, nach Manaus und weiter auf dem Rio Madeira nach Porto Velho besucht. Diese Flußschiffreise durch die Amazonas-Region fand im Rahmen meiner ersten Südamerika-Reise (09.12.2015 bis 03.06.2016) statt. Während meiner zweiten Südamerika-Reise in Frühjahr des Jahres 2020, die eine Folgereise meiner ersten Südamerika-Reise sein sollte, ereignete sich unerwartet und überraschend die sogenannte “Corona-Krise”. Über meine Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse meiner beiden Südamerika-Reisen berichte ich vor dem Hintergrund der sogenannten “Corona-Krise” in meinem Reisebericht “Impressionen in Zeiten der ‘Corona-Krise’ – Ein Reisebericht aus Südamerika. Dieser Reisebericht kann auf meinen Internetseiten aufgerufen und gelesen werden:
https://manfred-suchan.jimdosite.com/
https://manfred-suchan-reisen.jimdosite.com/reisefreiheit/
158) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Julio_César_Arana_del_Águila
159) Die Unterdrückung der Bauern und deren Ausbeutung als einer „Inneren Kolonie“ ermöglichte die forcierte Industrialisierung und Modernisierung der Sowjetunion.
Vgl. Anmerkungen 80, 119 und 120.
160) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sukkulente
161) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt
162) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Holismus
163) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Reduktionismus
164) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Randstufe
165) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Namib
166) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Benguelastrom
167) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Swakopmund
168) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Swakopmund_Museum
169) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Oranje_(Fluss)
170) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Etosha-Nationalpark
171) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kalahari
172) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dornstrauchsavanne
173) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Etosha-Pfanne
174) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wildnis
175) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentelle_Vernunft
Sowie: Max Horkheimer: Zur Kritik der instrumentellen Vernunft. 1974, Frankfurt am Main. Die instrumentelle Vernunft und ihre Kritik bildet die analytische Schlüsselkategorie der Kritischen Theorie der vom Sozialphilosophen Max Horkheimer (1895-1973) begründeten Frankfurter Schule, die auf Grundlage interdisziplinärer geistes- und gesellschaftswissenschaftlicher Analysen eine Synthese von Gesellschafts- und Kulturkritik leistet.
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Horkheimer#Kritik_der_instrumentellen_Vernunft
Die Kritik der instrumentellen Vernunft ist eine Kritik der Naturbeherrschung, wobei die Beherrschung der Natur in der Beherrschung der inneren und äußeren Natur des Menschen, der Beherrschung der Individuen und der Beherrschung der Gesellschaft ihre Fortsetzung findet, und dieser Gewaltzusammenhang bildet ein transhistorisches Kontinuum.
176) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jäger_und_Sammler
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Indigene_Völker
Des Weiteren: https://de.wikipedia.org/wiki/Naturvolk
177) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Indianer_Nordamerikas
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Indianer
178) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/San_(Volk)
Die San (Buschleute) werden als die Urbevölkerung Afrikas angesehen. Traditionell leben sie als Jäger und Sammler. Insbesondere in der Neuzeit wurden sie verdrängt, vertrieben und zum Teil systematisch ausgerottet.
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Es fehlt eine wissenschaftliche Gesamtdarstellung der Verdrängung, Vertreibung und partiellen Ausrottung der San. Heute leben die San nur noch in kleinen, abgelegenen Teilen des südlichen Afrikas und ihre traditionelle Kultur und Lebensweise ist fast vollständig unter gegangen. Auch heute sind die San im südlichen Afrika weiterhin diskriminiert und marginalisiert.
179) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jedermannsrecht
Vgl. des Weiteren: https://de.wikipedia.org/wiki/Allmende
Das Jedermannsrecht ist ein uraltes Gewohnheitsrecht, dessen Ursprünge in die Zeit vor der Sesshaftwerdung der Menschen im Zuge der Neolithischen Revolution und der nachfolgenden Etablierung territorialer Herrschaft über Land und Menschen zurück reicht. Dieses uralte Jedermannsrecht hat sich am weitgehendsten in periferen Regionen erhalten, die erst spät von territorialer Herrschaft erfaßt und durchdrungen wurden; und dieses erfolgte z.T. bis heute noch nicht vollständig, sodaß dort auch die zweckrationale Zurichtung der Landschaft gemäß „Instrumenteller Vernunft“ oft noch weniger weit fortgeschritten ist. Relikte dieses uralten Gewohnheitsrechtes eines Jedermannsrechtes lassen sich vielerorts finden, z.B. in Gestalt des „Jedermannsrechtes“ in Skandinavien und den meisten Ostseeanreinerstaaten einschließlich Rußland, oder in Gestalt des „Landschaftsbetretungsrechtes“, das auch in der Bundesrepublik Deutschland existiert.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Betretungsrecht_(Erholung,_Sport)
Anders als in Europa konnte sich in Siedlungskolonien, wie insbesondere den USA, aber auch in Südafrika und ein totalitär verschärftes Eigentumsverständnis herausbilden, frei entfalten und die gesamte Landschaft okkupieren, da mit der Verdrängung und Ausrottung der dortigen vorstaatlichen Gesellschaften, die als Jäger und Sammler lebten, in Nordamerika die Indianer und im südlichen Afrika die San (Buschleute), ein geschichtsloser und rechtsfreier Raum entstanden war, in dem keinerlei Traditionen und Relikte, darunter dem Gewohnheitsrechts eines Jedermannsrechtes, mehr erhalten und verblieben waren.
180) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Indianerkriege
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Indianerpolitik_der_Vereinigten_Staaten
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Vgl. auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Genocide_of_indigenous_peoples#South_Africa
182) Zu schaffen wäre ein Menschenrecht auf eine allgemeine Zugänglichkeit der Landschaft, das an den Rechtszustand eines allgemeinen Gewohnheitsrechtes von Charakter eines Jedermannsrechtes anknüpft, wie er vor der Neolithischen Revolution bestanden hatte, und das sich aus verschiedenen Rechtsquellen ableiten und begründen läßt. Dieses Thema ist nicht nur ein historisch-anthropologisches Thema und nicht nur ein juristisches Thema, sondern vielmehr eine Frage der praktischen Philosophie:
Der Philosoph Immanuel Kant (1724-1804)
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant
postuliert im dritten Definitivartikel seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“ (1795)
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zum_ewigen_Frieden
einen ursprünglichen Zustand eines gemeinschaftlichen Besitzes der Oberfläche der Erde durch die gesamte Menschheit, da sich die Menschen durch die Kugelgestalt der Erde sich nicht bis ins Unendliche zerstreuen können und sie sich daher nebeneinander dulden müssen, ursprünglich aber niemand an einem Orte der Erde zu sein mehr Recht hat, als der Andere, woraus er als Bestandteil eines Weltbürgerrechtes ein allgemeines Freizügigkeits- Reise- und Besuchsrecht ableitet. Gleichermaßen läßt sich auf dieser Grundlage ein Menschenrecht auf eine allgemeine Zugänglichkeit der Landschaft ableiten, das an den Rechtszustand eines allgemeinen Gewohnheitsrechtes von Charakter eines Jedermannsrechtes anknüpft, wie er vor der Neolithischen Revolution bestanden hatte.
Hiermit öffnet sich ein weitgefaßtes Themenfeld: Die Frage nach Land- und Bodenbesitz als einer begrenzten, nicht vermehrbaren Ressource, als der primären Lebensgrundlage, auf die alle Menschen gleichermaßen Anspruch haben. Hieraus läßt sich ein allgemeines Grundrecht auf Subsistenz ableiten, das allen Menschen Zugang zu Land und Boden gewährleistet, in dem Umfang, der erforderlich ist, um sich im Rahmen von Subsistenzwirtschaft selbst versorgen zu können. Viele der sich in Folge von historisch gewachsenem Großgrundbesitz und fehlenden Möglichkeiten des Zugangs zu Land und Boden ergebenden sozialen und ökologischen Folgen und Probleme, wie z.B. Naturzerstörung durch irreguläre Landnahmen und Siedlungstätigkeiten, sowie dem Anwachsen von irregulären Siedlungen am Rande von Megacitys, könnten weitgehend vermieden werden. Ein allgemeines Grundrecht auf Subsistenz, das allen Menschen in dem Umfang Zugang zu Land und Boden gewährleistet, der erforderlich ist, um sich im Rahmen von Subsistenzwirtschaft selbst versorgen zu können, läßt sich mit dem Menschenrecht auf Nahrung bergründen:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Recht_auf_Nahrung
Ein solches Grund und Menschenrecht auf Subsistenz verhindert, daß die Menschen aus dem Ländlichen Raum verdrängt werden, da sich dort weltweit immer mehr die riesigen agrarindustriellen Monokulturen auf Kosten der traditionellen Subsistenzwirtschaft der Menschen im Ländlichen Raum ausweiten, und es verhindert, daß die Menschen in die zunehmenden und rasant anwachsenden Megacitys abgedrängt werden, die den Charakter und die Funktion von Abschieberäumen und Verwahranstalten der globalen Überschußbevölkerung haben, die aus dem Ländlichen Raum verdrängt wird.
183) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tierwanderung
184) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Serengeti
185) Vgl.: Bernhard Grzimek, Michael Grzimek: Serengeti darf nicht sterben. 367.000 Tiere suchen einen Staat. 1959, Frankfurt am Main, Berlin, Wien.
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Serengeti_darf_nicht_sterben
186) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Entwaldung
Vgl. auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Deforestation_by_continent#Africa
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
187) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Entkusselung
Vgl. auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Savanna#Tree_clearing
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
188) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Renaturierung
189) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Rewilding
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Rewilding_Europe
Vgl. hierzu Kapitel 8: „Rewilding Europe“ meines Textes: „Ein Winter im Skandinavischen Gebirge – Erlebnisse an der nördlichen Periferie Europas im Winter 2013/2014. Dieser Text kann auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfredsuchan.net/ein-winter-in-schweden
190) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ökologische_Nische
191) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ökosystem
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Nahrungskette
192) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Biodiversität
193) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Biosphäre
194) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Naturschutz
195) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Prozessschutz
196) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Landschaftsschutz
197) Vgl. hierzu Kapitel 6: „Die Kolonisierung der Amazonasregion und die Zerstörung des Regenwaldes“ meines Textes: „Impressionen in Zeiten der ‚Corona-Krise‘ – Ein Reisebericht aus Südamerika“. Dieser Text kann auf meinen Internetseiten aufgerufen und gelesen werden:
https://manfred-suchan.jimdosite.com/
https://manfred-suchan-reisen.jimdosite.com/reisefreiheit/
198) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Peace_Park
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Peace_Parks_Foundation
199) Vgl. hierzu Kapitel 9: „Naturschutz und Tourismus als Bestandteile von Entspannungspolitik“ meines Textes: „Ein Winter im Skandinavischen Gebirge – Erlebnisse an der nördlichen Periferie Europas im Winter 2013/2014“. Dieser Text kann auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfredsuchan.net/ein-winter-in-schweden
200) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Caprivizipfel
201) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_von_Caprivi
In die kurze Amtszeit von Reichskanzler Caprivi fällt nicht nur der Helgoland-Sansibar-Vertrag von 1890, sondern u.a. auch die Nichtverlängerung des Rückversicherungsvertrages mit dem Kaiserreich Rußland.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Rückversicherungsvertrag
Die Nichtverlängerung des Rückversicherungsvertrages im Jahre 1890 ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, daß der Erste Weltkrieg entstehen konnte.
Vgl. hierzu Anmerkung 273.
202) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Helgoland-Sansibar-Vertrag
203) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sambesi
204) Vgl.: https://de.wikipedia.org/Chobe (Fluss)
205) Vgl. hierzu Kapitel 7: „Der biometrische Reisepaß oder: Die Welt als eine virtuelle Totale Institution“ in meinem Text: „Ende der ‚Corona-Krise‘? – Aktuelle Reisebedingungen im weltweiten Vergleich“. Dieser Text kann auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfredsuchan.net/aktuelle-reisebedingungen
Wenn man von den Folgeentwicklungen auf die Absichten zurückschließt, erfolgten die Ereignisse vom 11.09.2001 genau zu dem Zweck, ein weltweites Überwachungsregime einführen und durchsetzen zu können. In der Geschichte geschieht nichts durch Zufall, sondern alles, was geschieht, und so wie es geschieht, ist auch so gewollt.
206) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Botswana
207) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Chobe-Nationalpark
208) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Betschuanaland
209) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Cecil_Rhodes
210) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/British_South_Africa_Company
211) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Victoriafälle
212) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/David_Livingstone
213) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Land_Grabbing
Detaillierter ist der englischsprachige Wikipedia-Artikel:
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Land_grabbing
214) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Okavangodelta
215) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/System_der_zentralen_Orte
216) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Pretoria
217) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Südafrikanische_Republik
218) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Kruger
219) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Krugerhaus
220) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Britisches_Weltreich
221) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Burenkrieg
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Burenkrieg
222) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abessinienkrieg
Meines Erachtens beginnt mit dem Abessinienkrieg der Zweite Weltkrieg als einer historischen Epoche. Das Zeitalter des Imperialismus, dessen herausragender Bestandteil der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ war, kulminiert in zwei Weltkriegen, mit denen der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ zu einem geopolitische „Wettlauf um Europa“ geworden ist. Mit dem Abessinienkrieg findet der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ seine Fortsetzung, seinen Höhepunkt und seinen Abschluß.
Im Abessinienkrieg eroberte und okkupierte das faschistische Königreich Italien mit dem Kaiserreich Äthiopien
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserreich_Abessinien
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Äthiopiens
zum Einen eins der weltältesten Kaiserreiche, das in der Antike neben dem Imperium Romanum, Persien und China zu den bedeutendsten Weltmächten zählte, zum Anderen einen der ältesten Staaten, in denen das Christentum zur Staatsreligion geworden war im Jahre 330, nach Armenien im Jahre 314 und vor Georgien im Jahre 337 sowie dem Imperium romanum, in dem das Christentum im Jahre 380 Staatsreligion wurde.
Der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ setzt sich dann im Zweiten Weltkrieg als ein geopolitischer „Wettlauf um Europa“ fort, und dieser geopolitische „Wettlauf um Europa“ hatte einen ersten Höhepunkt im Ersten Weltkrieg erfahren. Dabei werden im Zweiten Weltkrieg Methoden der Kriegsführung weiter radikalisiert, die erstmals im Zweiten Burenkrieg und dann im Abessinienkrieg eingeführt und angewandt worden waren. Der Zweite Burenkrieg, der Abessinienkrieg und dann der Zweite Weltkrieg bilden Radikalisierungsstufen totaler industrieller Kriegsführung im Zeitalter des Imperialismus, bei denen zunehmend die Zivilbevölkerung zum militärischen Ziel wurde.
223) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Winterkrieg
Im geheimen Zusatzprotokoll des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes vom 23.08.1939
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsch-sowjetischer_Nichtangriffspakt#Neuordnung_Osteuropas
war die Neuordnung und Aufteilung des sogenannten „Zwischeneuropas“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwischeneuropa
vereinbart worden, das im 19 Jahrhundert territorialer Bestandteil der drei Kaiserreiche, dem Kaiserreich Rußland, dem Kaiserreich Österreich-Ungarn und (ab 1871) dem Kaiserreich Deutschland (davor Königreich Preußen) gewesen war (Vgl. hierzu Anmerkung 273).
In Folge dieses geheimen Zusatzprotokolls okkupierten die Vertragsparteien ihren jeweilig vertraglich vereinbarten Anteil am sogenannten „Zwischeneuropa“, was im Falle Finnlands die Sowjetunion im sogenannten „Winterkrieg“ versuchte. Völlig unerwartet und überraschend konnte sich Finnland gegen den von Stalin im Zuge der Industrialisierung der Sowjetunion (Vgl. hierzu Anmerkungen 80, 119 und 120) hochgerüsteten Militärapparat der Sowjetunion eine Weile militärisch behaupten, obwohl Finnland, vergleichbar mit den Burenrepubliken im Zweiten Burenkrieg, von weltweit niemandem Unterstützung erhielt, außer einigen wenigen Freiwilligen aus Schweden.
Finnland blieb so eine Okkupation durch die Sowjetunion erspart, was hingegen das Schicksal der benachbarten drei Baltischen Staaten
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Baltische_Staaten
wurde:
Estland:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Estland#Sowjetrepublik
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Estlands#Die_erste_sowjetische_Okkupation_von_1940/41
Lettland:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetische_Besetzung_Lettlands_1940
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Lettland#Zweiter_Weltkrieg
Vgl. ebenso: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Lettlands#Das_Ende_der_Unabhängigkeit_de_facto_1939/1940
Vgl. des Weiteren: https://de.wikipedia.org/wiki/Lettische_Sozialistische_Sowjetrepublik#1940-1941:_Erste_sowjetische_Besetzung
Litauen:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Litauens#Erste_sowjetische_Besatzung_1940/1941
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Litauische_Sozialistische_Sowjetrepublik#1940_bis_1990
In Folge der Okkupationen auf Grundlage des geheimen Zusatzprotokolls des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes vom 23.08.1939 erfolgten Kriegserklärungen des Königreichs Großbritannien und der Dritten Französischen Republik an das nationalsozialistische Deutsche Reich, nicht jedoch an die Sowjetunion.
Meines Erachtens beginnt der Zweite Weltkrieg als einer historischen Epoche wie oben dargestellt mit dem Abessinienkrieg (1935-1941) und der Okkupation des Kaiserreiches Äthiopien durch das faschistische Königreich Italien, und nicht mit den Okkupationen des sogenannten „Zwischeneuropas“ auf Grundlage des geheimen Zusatzprotokolls des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspaktes vom 23.08.1939, insbesondere den Ereignissen des 01.09.1939, was zur unhinterfragten Konvention des geschichtswissenschaftlichen Mainstreams geworden ist. Mit dem Abessinienkrieg findet der geopolitische „Wettlauf um Afrika“ seine Fortsetzung, seinen Höhepunkt und zugleich seinen Abschluß, und im Zweiten Weltkrieg setzt sich dieser dann als ein geopolitischer „Wettlauf um Europa“ fort, dessen Bestandteil die Aufteilung und Okkupation des sogenannten „Zwischeneuropas“ ist, wobei der „Wettlauf um Europa“ einen ersten Höhepunkt im Ersten Weltkrieg erfahren hatte.
224) Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Annexation_of_Tibet_by_the_People‘s_Republic_of_China
Vgl. auch: https://en.wikipedia.org/wiki/Tibet_(1912-1951)#Annexation_by_the_People's_Republic_of_China
Vgl. ebenso: https://en.wikipedia.org/wiki/Tibet#Since_1950
Entsprechende Artikel fehlen auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Während meiner Rucksack-Reise durch Teile des südlichen Asiens 2019/2020 besuchte ich u.a. die Stadt Dharamsala
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dharamsala
am Rande des Himalaya-Gebirges. Seit der Okkupation von Tibets durch die VR China leben dort tibetische Flüchtlinge. Insgesamt leben heute in Indien mehr als 100.000 Flüchtlinge aus Tibet. In Dharamsala befindet sich der Sitz der tibetischen Exilregierung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tibetische_Exilregierung
und des Dalai Lama. Exiltibeter beklagen nach Angaben des Tibet-Museums
Vgl.: https://www.tibetmuseum.org
anhaltende Menschenrechtsverletzungen in Tibet, die Unterdrückung kultureller Rechte und die massive Ansiedlung von Chinesen in Tibet, sodaß die Tibeter dort teilweise schon eine Minderheit sind.
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Sinicization_of_Tibet
Ein entsprechender Artikel fehlt auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Zur Lage der Menschenrechte in Tibet:
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Human_rights_in_Tibet#Post-1950_Tibet
Vgl. ebenso: https://en.wikipedia.org/wiki/Tibet_Autonomous_Region#Human_rights
Entsprechende Artikel fehlen auf der deutschsprachigen Wikipedia.
Vgl. auch: https://www.gfbv.de/de/news/zur-lage-der-menschenrechte-in-tibet-365/
Da seit der Okkupation Tibets Reisen nach Tibet nahezu unmöglich sind, ist der Reisebericht von Heinrich Harrer (1912-2006):
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Harrer#Indien_und_Tibet_(1939-1951)
„Sieben Jahre in Tibet“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sieben_Jahre_in_Tibet_(Buch)
seiner noch vor der Okkupation erfolgten mehrjährigen Reise nach Tibet heute ein zeitgeschichtliches Dokument.
225) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Burenkrieg
226) Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Second_Boer_War_concentration_camps
Ein entsprechender Artikel fehlt in der deutschsprachigen Wikipedia.
Nach dem Vorbild der „Concentration Camps“ im Zweiten Burenkrieg sind im Anschluss an den Aufstand der Herero und Nama seit 1904 vom Kaiserreich Deutschland in dem damaligen „Schutzgebiet“ Deutsch-Südwestafrika „Konzentrationslager“ errichtet worden.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager_in_Deutsch-Südwestafrika
Der Wikipedia-Artikel zum Thema „Konzentrationslager“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager_(historischer_Begriff)
zeigt auf, daß Historiker und Gesellschaftswissenschaftler unübersehbar nicht in der Lage sind, das insbesondere das extreme 20. Jahrhundert prägende Phänomen des Lagers als der Totalen Institution zur zweckrationalen Verwaltung von Menschenmassen in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen gemäß deren Genese und deren Struktur in sinnvolle Kategorien zu unterscheiden und zu Klassifizieren. Jede wissenschaftlichen Kategorienbildung in jeder wissenschaftlichen Disziplin muß nach signifikanten, nachvollziehbaren und überzeugend begründeten Kriterien erfolgen.
227) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Kitchener,_1._Earl_Kitchener
228) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Verbrannte_Erde
229) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dominion
230) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Commonwealth_of_Nations
231) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(England)
232) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Commonwealth_War_Graves_Commission
233) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Johannesburg
234) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Boomtown
235) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Demografie_Südafrikas
236) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Township_(Südliches_Afrika)
237) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Homeland_(Apartheid)
238) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bevölkerungsentwicklung
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Afrika#Bevölkerung
239) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Megastadt
240) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Apartheid_Museum
241) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Rassentrennung
242) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Apartheid
243) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Rassentrennung#USA
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Jim-Crow-Gesetze
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus_in_den_Vereinigten_Staaten
244) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bürgerrechtsbewegung
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Bürgerrechtsbewegungen
Des Weiteren: https://de.wikipedia.org/wiki/Abolitionismus
245) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Menschheitsgeschichte
Die Menschheitsgeschichte ist Bestandteil der Erdgeschichte und der Geschichte des Lebens auf dem Planeten Erde. Bedingung des Lebens auf dem Planeten Erde ist der geodynamisch fundierte evolutions-ökologische Prozeß, dessen Bestandteil das Leben auf dem Planeten Erde ist. Die Menschheitsgeschichte kann als die Geschichte der Ausbreitung und Ausdifferenzierung des anatomisch modernen Menschen Homo sapiens vor ca. 70.000 Jahren von seinem beim gegenwärtigen paläoanthropologischen Forschungsstand angenommenen Ursprung im östlichen Afrika über den gesamten Planeten Erde bis zur Gegenwart aufgefaßt werden. Hierbei hatten mehrere technologische Revolutionen weitreichende gesellschaftliche und ökologische Folgewirkungen, insbesondere die Prometheische Revolution, die Neolithische Revolution, die Industrielle Revolution und aktuell die Digitaltechnische Revolution. Die Menschheitsgeschichte endet mit dem Ende der Menschheit:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ende_der_Menschheit
Aufgrund des weiteren Verlaufs der Erdgeschichte und der zukünftigen Geschichte des Lebens auf dem Planeten Erde auf Grundlage des geodynamisch fundierten evolutions-ökologischen Prozesses ist das Ende der Menschheit unvermeidbar. Das Einzige, was wir beeinflussen können, ist der Zeitpunkt, an dem das Ende der Menschheit eintritt. Wenn die Menschheit so weiter macht, wie bisher auf Grundlage ihrer technologischen Revolutionen, wird dieses Ende in sehr naher Zukunft eintreten. Auf Grundlage der natürlichen Verhältnisse auf dem Planeten Erde könnte die Menschheit hingegen potentiell noch etwa eine Milliarde Jahre fortexistieren.
246) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Paläoanthropologie
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Out-of-Africa-Theorie
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausbreitung_des_Menschen
247) Der Philosoph Immanuel Kant
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant
formulierte drei erkenntnisleitende Fragen philosophischen Denkens:
1. Was kann ich wissen?
2. Was soll ich tun?
3. Was darf ich hoffen?
Als vierte Frage fügte er hinzu:
4. Was ist der Mensch?
248) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie
Es stellt sich die Frage, ab wann sinnvoll von „Rassismus“ gesprochen werden kann. Der Versuch einer Kategorienbildung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorisierung_(Kognitionswissenschaft)
und der Versuch einer Klassifizierung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Klassifizierung
bezüglich des Menschen ist erst einmal unproblematisch. Zu einem ernsthaften Problem wird dieses erst dann, wenn auf Grundlage derartiger Kategorienbildungen und Klassifizierungen unterschiedliche Rechte von Menschen abgeleitet und Ungleichbehandlungen gefordert werden. Meines Erachtens kann man erst ab hier sinnvoll von „Rassismus“ sprechen. Aufgrund Dessen kann ich den populär gewordenen pauschalen Rassismus-Vorwurf an das Zeitalter der Aufklärung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung
und herausragende Vertreter dieses Zeitalters der Aufklärung, wie z.B. den Naturforscher Carl von Linné (1707-1778) und den Philosophen Immanuel Kant (1724-1804) nicht nachvollziehen.
Zudem wird es in den populären Diskussionen zum Thema „Rassismus“ unterlassen, verschiedene Varianten, Formen und Ausprägungen von „Rassismus“ zu unterscheiden. Die bedeutendste Form von neuzeitlichem Rassismus ist zweifellos der Kolonialrassismus der frühen Neuzeit, bei dem die Unterteilung der Menschheit in zwei Kategorien: „Weiße Menschen“ und „Schwarze Menschen“, und eine entsprechende Zuweisung unterschiedlicher Wertigkeiten und Rechte dieser beiden Kategorien Grundlage der Legitimierung und Aufrechterhaltung des Sklavenhalterregimes in Siedlungskolonien und Plantagenökonomien war. Aus den Siedlungskolonien, wie z.B. den USA, und aus den Plantagenökonomien hat sich diese Aufteilung der Menschheit in zwei Kategorien: Weiße Menschen und Schwarze Menschen, weltweit ausgeweitet und ist heute ein Common Sense geworden, dem sich auch diejenigen anpassen, die vorgeben, Rassismus abzulehnen.
Tatsächlich jedoch besteht bezüglich der Hautfarbe der Menschen statistisch betrachtet weltweit ein kontinuierlicher Übergang von dunklen Hautfarben in Äquatornähe hin zu hellen Hautfarben in Polnähe,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hautfarbe#Hautfarbe_beim_Menschen
sodaß einer Aufteilung der Menschheit in zwei Kategorien: Weiße Menschen und Schwarze Menschen, jegliche Grundlage fehlt. Aufgrund der gesellschaftspolitischen Besonderheiten konnte eine Aufteilung der Menschheit in zwei Kategorien: Weiße Menschen und Schwarze Menschen, ausschließlich in Siedlungskolonien, wie z.B. den USA, und in Plantagenökonomien entstehen und sonst nirgendwo auf der Welt.
Der Kolonialrassismus hat seinen Ursprung in den Sklavenhaltergesellschaften der Siedlungskolonien, wie z.B. den USA, und den Plantagenökonomien, und nicht in Europa im Zeitalter der Aufklärung, wie es Vertreter der „Postkolonialen Studien“ nachzuweisen versuchen.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Postkolonialismus
Von diesem in der frühen Neuzeit entstandenen Kolonialrassismus muß unterschieden werden der durch Eugenik
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eugenik
begründete Rassismus der späten Neuzeit. Der Historiker Rolf Peter Sieferle (1949-2016) zeigt in seinem Buch: „Die Krise der menschlichen Natur. Zur Geschichte eines Konzepts“ auf, daß das von der darwinschen Evolutionstheorie formulierte Naturgesetz des Fortschritts auf Grundlage von Konkurrenz und Selektion bei dessen Anwendung auf sozialdarwinistische Gesellschaftstheorie zum eugenischen Dilemma eines Gegensatzes von Fortschritt und Humanität führte: „Wenn mit dem Naturhaushalt auch das Naturrecht in die Zone der Krise und damit der Dezision geraten ist, wird buchstäblich alles möglich. Die Erfahrungen in der ersten Hälfte dieses [20.] Jahrhunderts haben demonstriert, was geschehen kann, wenn man auf eine - wie auch immer falsch perzipierte - Naturkrise mit der scheinbar gebotenen Konsequenz reagiert“.
Siehe: Rolf Peter Sieferle: Die Krise der menschlichen Natur. Zur Geschichte eines Konzepts. Frankfurt am Main, 1989. S. 202-203.
Sieferle zeigt das Dilemma auf, in die die Debatten um die Naturvoraussetzungen der menschlichen Existenz ab dem frühen 19. Jahrhundert mit dem Zusammenbruch der natürlichen Theologie gerieten: Weder war garantiert, daß sich die Natur länger in einem harmonischen Gleichgewicht hielt, noch konnte man darauf vertrauen, daß die Politik einen sinnvollen Ausweg aus der Krise bot. Unabhängig von der konkreten Problemwahrnehmung ist dies das Dilemma, in dem wir auch heute angesichts der durch Naturzerstörung bedingten Umweltkrise stehen.
Dieser durch Eugenik begründete Rasismus der späten Neuzeit gelangte insbesondere im Nationalsozialismus zur Ausprägung. Innerhalb dieses NS-Rassismus wird das Konzept von Heinrich Himmler (1900-1945), der an der Universität Landwirtschaft studiert hatte, einer menschlichen Rasseviehzucht zu wenig beachtet.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tierzucht
Die Idee der menschlichen Rasseviehzucht teilte Himmler mit dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, Walther Darré (1895-1953).
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Walther_Darré
Diesem Modell der Rasseviehzucht von Himmler und Darré fehlt der Aspekt der natürlichen Evolution, was eine Grundannahme und Voraussetzung der sozialdarwinistischen Ideologie ist.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdarwinismus
Mithilfe des unbeschränkten Machtmittels des „Maßnahmenstaates“ verfolgt der studierte Landwirt Himmler das Ziel, das gesamte Europa in eine Zuchtanstalt für menschliches Rassevieh zu verwandeln. Als „Zuchtwart“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zuchtwart
gibt Himmler das anzustrebende Zuchtziel der menschlichen Rasseviehzucht vor.
249) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nelson_Mandela
250) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Desmond_Tutu
251) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrheits-_und_Versöhnungskommission
Vgl. auch: José Brunner, Daniel Stahl: Recht auf Wahrheit. Zur Genese eines neuen Menschenrechts. 2016, Göttingen.
252) Geschichtliche Ereignisse, auch solche der jüngsten Geschichte, sollten von Historikern und Wissenschaftlern bearbeitet werden, und nicht von Juristen und Gerichten. Zwischen Beiden besteht ein grundsätzlicher Unterschied bezüglich des methodischen Vorgehens und des Erkenntnisinteresses.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnisinteresse
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis_und_Interesse
Aufgabe und Erkenntnisinteresse von Historikern und der Geschichtswissenschaft ist nicht die Beurteilung, sondern das Verstehen, einschließlich des Verstehens all dessen, was völlig unverständlich erscheint. Hierzu hebt der Historiker Eric Hobsbawm hervor, daß die eigentliche Aufgabe des Historikers „nicht die Beurteilung ist, sondern vielmehr das Verstehen – sogar das Verstehen all dessen, was völlig unverständlich erscheint. (…) Es ist das Verstehen, das uns allen schwerfällt.“
Siehe: Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. 5. Auflage 1997, München, Wien. S. 19.
Das Erkenntnisinteresse der Jurisprudenz ist ein gänzlich anderes, aufgrund ihrer Entstehung in den frühen Hochkulturen als Herrschaftstechnik, und ihre Aufgabe liegt in der Zuweisung individueller Schuld mit dem Ziel individueller Bestrafung zum Zweck der Machtdemonstration des Herrschers und der Unterwerfung des Delinquenten unter die cephale und hierarchische Herrschaft des Staates.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Frühe_Hochkulturen
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Keilschriftrecht#Gesetzgebung
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Halsgerichtsbarkeit
Die von Gerichten und Tribunalen gewonnenen Informationen sind für die Geschichtswissenschaften unbrauchbar und wertlos. Zudem beseitigen Gerichte und Tribunale in zahlreichen Fällen durch Justizmord
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Justizmord
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe
Zeitzeugen, die für die geschichtswissenschaftliche Forschung von großem Wert sind.
253) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Deliberative_Demokratie
Vgl. hierzu auch meinen Text: Formaldemokratie und Politikverdrossenheit – Über Politik in modernen Massengesellschaften. Dieser Text kann auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfred-suchan.jimdosite.com/kulturpolitik/
254) Deliberation
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Deliberation
ist nach der Definition der Politikwissenschaftler Gary S. Schaal und Felix Heidenreich in ihrem Buch: „Einführung in die Politischen Theorien der Moderne“ „der auf Argumenten und Begründungen basierende faire und gleichberechtigte kommunikative Austausch von inhaltlichen Positionen von sich wechselseitig als frei und gleich wahrnehmenden Bürgern“. Siehe: Gary. S. Schaal, Felix Heidenreich: Einführung in die politischen Theorien der Moderne. 2017, Bonn. S. 266.
Im Zentrum der Diskurstheorie
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Diskurs
steht der herrschaftsfreie Diskurs, in dem ausschließlich der „zwanglose Zwang“ des besseren und überzeugenderen Arguments gilt.
Nach Auffassung des Philosophen Jürgen Habermas
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Habermas
unterscheidet sich der wahre gesellschaftliche Konsens vom falschen durch die symmetrische Verteilung der Chancen aller möglichen Beteiligten an dessen Teilnahme und das Fehlen jeglicher Art von Zwängen, sodaß „durch eine Gleichverteilung der Chancen, Deutungen, Behauptungen, Erklärungen und Rechtfertigungen aufzustellen und deren Geltungsansprüche zu begründen oder zu widerlegen, die Grundlage dafür geschaffen werden, daß keine Vormeinung auf Dauer der Thematisierung und der Kritik entzogen bleibt“.
Siehe: Jürgen Habermas: Zur Konsenstheorie der Wahrheit. Wahrheit von Aussagen, Wahrhaftigkeit von Äußerungen, Richtigkeit von Handlungen. S. 137. In: Jürgen Habermas, Niklas Luhmann: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie – Was leistet die Systemforschung? 1971, Frankfurt am Main. S. 123-141.
Doch die gesellschaftlichen Realitäten in den modernen Massengesellschaften sehen anders aus. Sowohl der real-existierende Politikbereich, als auch der Bereich der Massenmedien und der Wissenschaftsbetrieb werden von Lobbyisten kontrolliert und gesteuert, und die Partizipationsmöglichkeiten der Menschen in den repräsentativen Massendemokratien sind gering. Die Folge ist Politikverdrossenheit, und diese Politikverdrossenheit ist ein Symptom der Krise des repräsentativen demokratischen Regierungssystems und der Enttäuschungen der Massendemokratie und der Massengesellschaften. Ergebnis ist eine alternativlose Affirmation des Bestehenden.
Gemäß der von Jürgen Habermas vertretenen deliberativen Demokratietheorie sind nur solche gesellschaftlichen Entwicklungen zustimmungsfähig und können Geltung beanspruchen, die das Resultat eines Deliberationsprozesses sind, der den Bedingungen der Gleichheit aller Teilnehmer, der Offenheit der Agenda und der Möglichkeit der Infragestellung geltender Diskursregeln unterliegt.
Vgl.: Hubertus Buchstein: Jürgen Habermas. In: Peter Massing, Gotthard Breit (Hg.): Demokratie-Theorien. Von der Antike bis zur Gegenwart. 2005, Bonn. S. 253-260.
Die deliberative Demokratietheorie postuliert, daß die politischen Überzeugungen von Bürgern zugleich aufklärungsbedürftig als auch aufklärungsfähig sind, was durch die politische Kommunikation der Bürger untereinander erfolgt. Damit gründet sie auf dem diskurstheoretischen Grundsatz der „Theorie des kommunikativen Handelns“ von Jürgen Habermas, nach dem genau die Regelungen Legitimität beanspruchen dürfen, denen alle möglicherweise Betroffenen als Teilnehmer an rationalen Diskursen zustimmen könnten.
Vgl.: Jürgen Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns. 1981, Frankfurt am Main.
In seinem Buch: „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ zeigt der Philosoph Jürgen Habermas auf, daß der Diskursbegriff der Demokratie die Frage aufwirft, „wie eine diskursive Meinungs- und Willensbildung unter Bedingungen von Massendemokratien eingerichtet werden kann“, wobei die „Kommunikationsvoraussetzungen für faire Verhandlungen und zwanglose Argumentationen“ „die vollständige Inklusion aller möglichen Betroffenen, die Gleichberechtigung der Parteien, Zwanglosigkeit der Interaktion, Offenheit der Themen und Beiträge, Revidierbarkeit der Ergebnisse“ verlangen.
Siehe: Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit. 1990, Frankfurt am Main. S. 41.
255) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiege_der_Menschheit#Cradle_of_Humankind
256) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sterkfontein
257) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Swartkrans
258) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kimberley_(Süafrika)
259) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/De_Beers
260) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ernest_Oppenheimer
261) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/J._P._Morgan
262) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Anglo_American
263) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Oppenheimer
264) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/The_Big_Hole
265) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Freilichtmuseum
266) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Skansen_(Stockholm)
267) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Diamant
268) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kap-Kairo-Plan
269) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/M._A._Rothschild_&_Söhne
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/N_M_Rothschild_&_Sons
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Rothschild_(Familie)
270) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jameson_Raid
271) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bloemfontein
272) Vgl.: https://wmbr.org.za/
Vgl. auch: https://grokipedia.com/page/anglo_boer_war_museum
273) Vgl. Anmerkung 38.
Im Vergleich mit dem „kurzen“ und „extremen“ 20. Jahrhundert stellt sich die Frage, was das „lange“ 19. Jahrhundert zu einem vergleichsweise friedlichen Jahrhundert macht:
Nach dem Sieg über Napoleon Bonaparte bilden drei der fünf Großmächte der Pentarchie,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mächtegleichgewicht
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Pentarchie_(Europa)
das Kaiserreich Rußland, das Kaiserreich Österreich-Ungarn und das Königreich Preußen im Anschluß an den Wiener Kongress
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wiener_Kongress
auf Initiative von Kaiser Alexander I. (1777-1825)
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_I._(Russland)
die „Heilige Allianz“.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Allianz
Kerngedanke der auf Initiative von Kaiser Alexander I. entstandenen „Heiligen Allianz“, die den Charakter eines Kartells einer Mehrheit von drei der fünf Großmächte der Pentarchie hatte, war die Sicherung eines „Ewigen Friedens“ durch konsequente Selbstverpflichtung aller europäischen Monarchen auf die Grundsätze der christlichen Nächstenliebe.
Die „Heilige Allianz“ brach im Krim-Krieg
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Krimkrieg
auseinander. Der Krimkrieg in den Jahren 1853 bis 1856 wird im Allgemeinen kaum beachtet, doch seine Bedeutung ist erheblich. Er war der größte Krieg zwischen den Napoleonischen Kriegen
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleonische_Kriege
und dem Ersten Weltkrieg, und schon der Krimkrieg wäre ein Weltkrieg
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltkrieg
Vgl. auch: https://en.wikipedia.org/wiki/World_war#Other_global_conflicts
geworden, wenn das Königreich Preußen und das Kaiserreich Österreich-Ungarn im Krimkrieg nicht neutral geblieben wären. Zuvor hatte schon der Siebenjährige Krieg
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Siebenjähriger_Krieg
in den Jahren 1756 bis 1763 den Charakter eines Weltkrieges gehabt, da er unter Beteiligung aller europäischen Großmächte weltweit auf mehreren Kontinenten geführt wurde, sodaß sich mit dem Siebenjährigen Krieg das Zeitalter des Imperialismus ankündigte, das in den beiden Weltkriegen des 20. Jahrhunderts kulminierte. Der Krimkrieg führte zum Ende des Mächtegleichgewichtes der Pentarchie und zum Zerfall der sogenannten „Heiligen Allianz“ was eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, daß später der Erste Weltkrieg entstehen konnte. Während im Krimkrieg das Kaiserreich Rußland isoliert war, sodaß dessen Kriegsniederlage unvermeidlich war, waren im Ersten Weltkrieg die Kaiserreiche Deutschland und Österreich-Ungarn isoliert mit den gleichen Folgen. Dies verweist auf die Rolle, die Bedeutung und den Erfolg von Geheimdiplomatie.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geheimdiplomatie
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geheimvertrag
Das „Dreikaiserabkommen“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dreikaiserabkommen
vom 22.10.1873 knüpfte an die „Heilige Allianz“ an mit dem Ziel, „den gegenwärtig in Europa herrschenden Friedenszustand zu befestigen“, um ihn „gegen alle Erschütterungen, von welcher Seite sie auch kommen mögen, zu sichern, und wenn nötig zu erzwingen“. Der „Dreikaiserbund“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dreikaiserbund
vom 18.06.1881 setzte das „Dreikaiserabkommen“ fort.
Mit dem Ende des „Dreikaiserbundes“ im Jahre 1886 und der Nichtverlängerung des am 18.06.1087 abgeschlossenen Rückversicherungsvertrages
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Rückversicherungsvertrag
im Jahre 1890 endet die von Kaiser Alexander I. (1777-1825) auf dem Wiener Kongress begründete europäische Friedensordnung. Diese bestand auf Grundlage eines Bündnisses von drei Kaiserreichen, dem Kaiserreich Rußland, dem Kaiserreich Österreich-Ungarn und (ab 1871) dem Kaiserreich Deutschland, davor dem Königreich Preußen. Das Ende dieses Bündnisses war die entscheidende Voraussetzung, daß der Erste Weltkrieg entstehen konnte, der zum Untergang dieser drei Monarchien führte. Der Erste Weltkrieg ist die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts, und auf ein „langes“, vergleichsweise friedliches 19. Jahrhundert folge nun ein „kurzes“ und „extremes“ 20. Jahrhundert.
274) Als ein Beispiel für die kriegsentscheidende Bedeutung dieser Faktoren im Totalen Industriellen Krieg kann der Zweite Weltkrieg aufgeführt werden. In dessen Verlauf weiteten die Alliierten den Zweiten Weltkrieg immer weiter aus, wodurch sich im Vergleich zu den Achsenmächten die verfügbare Rohstoffbasis, die Industrieproduktion und das verfügbare militärtechnische Arsenal immer mehr zuungunsten der Achsenmächte und zu Gunsten der Alliierten verschob, sodaß den Alliierten dadurch der militärische Sieg automatisch zufallen mußte. In einem räumlich auf Europa begrenzten Krieg konnten die Achsenmächte militärische Erfolge erzielen, nicht mehr jedoch in einem permanent ausgeweiteten Weltkrieg. Eine weitere Radikalisierung der Kriegsführung, die weitere Ausweitung des Ausnahmezustands und auf dessen Grundlage die weitere Radikalisierung des „Maßnahmenstaates“ durch die Achsenmächte konnte an dieser zwangsläufigen Entwicklung hin zu einer Kriegsniederlage im zum Weltkrieg ausgeweiteten Totalen Industriellen Krieg nichts ändern.
275) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Internierungslager
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Lager_(Camp)#Unfreiwilligkeit
276) Siehe: Karl Schlögel: Bugwelle des Krieges. S. 185-186. In: Stefan Aust, Stephan Burgdorff (Hg.): Die Flucht. Über die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten. 2003, Bonn. S. 194-195.
277) Siehe: Gerhard Armanski: Maschinen des Terrors. Das Lager (KZ und GULAG) in der Moderne. Münster, 1993. S. 18.
278) Vgl.: Caroll Quigley: Das Anglo-Amerikanische Establishment. Die Geschichte einer geheimen Weltregierung. 2016, Rottenburg.
Und: Gerry Docherty, Jim Macgregor: Verborgene Geschichte. Wie eine geheime Elite die Menschheit in den Ersten Weltkrieg stürzte. 2017, Rottenburg.
279) Vgl. Anmerkungen 38 und 273.
280) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsziele_im_Ersten_Weltkrieg
281) Vgl. Anmerkung 222 und 223.
282) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lesotho
283) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Verwitterung
284) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Boden_(Bodenkunde)
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Pedogenese
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Bodentyp
285) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tonminerale
286) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lesotho_Highlands_Water_Project
287) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Drakensberge
288) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Subsistenzwirtschaft
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Traditionelle_Wirtschaftsform
289) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Symbiose
290) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bodenerosion
291) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bodendegradation
292) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sanipass
293) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wald-_und_Baumgrenze
294) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alm_(Bergweide)#Almwirtschaft
295) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Grenze
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Grenze#Entstehung_von_Staatsgrenzen
296) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Territorialstaat
297) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Niemandsland
298) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Natalia
299) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Durban
300) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/East_London_(Südafrika)
301) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erosionsrinne
302) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/East_London_Museum
303) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Seefahrt
304) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Quastenflosser
305) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gqeberha
306) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Karoo
307) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mossel_Bay
308) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bartolomeu_Dias
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_portugiesischen_Seefahrer_und_Entdecker
309) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Seeweg_nach_Indien
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Portugiesische_Kolonialgeschichte
Sowie: https://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese_maritime_exploration
310) Über meinen Besuch dieser beiden Ausstellungen zum Thema Holocaust in Vilnius und in Paris berichte ich in Kapitel 6: „Vilnius, ein Stadtschicksal im extremen 20. Jahrhundert“ meines Reiseerlebnisberichtes: „In den Frontstaaten beiderseits des neuen Eisernen Vorhangs – Eindrücke einer Reise nach Belarus.“ Dieser Text kann auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfredsuchan.net/reise-nach-belarus
311) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspolitik
312) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Identitätspolitik
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Identität#Politische_und_soziologische_Identitätsbegriffe
313) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust_Education
Umfangreicher ist der englischsprachige Wikipedia-Artikel:
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Holocaust_education
Vgl. auch: Habbo Knoch: Geschichte in Gedenkstätten. Theorie, Praxis, Berufsfelder. 2020, Tübingen. S. 147-148.
314) Vgl.: Habbo Knoch: Geschichte in Gedenkstätten. Theorie, Praxis, Berufsfelder. 2020, Tübingen. S. 103.
315) Vgl.: Ebenda: S. 166-170.
316) Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Jewish_identity
Ein entsprechender Artikel fehlt in der deutschsprachigen Wikipedia.
317) Vgl.: Kamila Dabrowska: Nostalgie und Rückkehr zur nicht mehr gegenwärtigen Vergangenheit. Der Marsch der Lebenden im Kontext jüdischer Erinnerungsfahrten nach Polen. S. 193-194. In: Enrico Heitzer, Günter Morsch, Robert Trabka, Katarzyna Woniak (Hg.): Von Mahnstädten über zeithistorische Museen zu Orten des Massentourismus? Gedenkstätten an Orten von NS-Verbrechen in Polen und Deutschland. (= Forschungsbeiträge und Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Band 18). 2016, Berlin. S. 184-200.
318) Vgl.: Ebenda. S. 194.
319) Wikipedia versucht, auf diese Frage eine Antwort zu finden:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wer_ist_Jude?
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Juden#Kennzeichen_des_Judeseins
320) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdische_Religion
321) Siehe: Jan Assmann: Totale Religion. 2. Auflage 2017, Wien. S. 145.
322) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Juden_in_den_Vereinigten_Staaten
323) Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Israel_lobby_in_the_United_States
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/The_Israel_Lobby_and_U.S._Foreign_Policy
324) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/American_Israel_Public_Affairs_Committee
Ausführlicher ist der englischsprachige Wikipedia-Artikel:
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/AIPAC
325) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Persönlichkeit#Persönlichkeit_in_der_Philosophie
326) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Aufklärung
Aufklärung kann nach Willi Oelmüller verstanden werden als ein „Prozeß von Traditionskritik und Traditionsbewahrung, der den jeweils geschichtlich erreichten Stand öffentlich anerkannter und teilweise bereits institutionalisierter sittlich-politischer Errungenschaften verteidigt und durchsetzt. Aufklärung sollte so (…) eine Orientierungshilfe bei der Bewältigung ungelöster Lebens- und Handlungsprobleme sein.“
Siehe: Willi Oelmüller: Die unbefriedigte Aufklärung. Beiträge zu einer Theorie der Moderne von Lessing, Kant und Hegel. Frankfurt am Main, 1979. S. I.
327) Die Forderung nach einem neuen, nunmehr globalen Zeitalter der Aufklärung wird mittlerweile häufiger erhoben, so z.B. von dem Physiker und Biologen Ernst Ulrich von Weizsäcker und dem Wissenschaftler Anders Wijkman in ihrem Buch: „Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen“: „Die neue Aufklärung, die ‚Aufklärung 2.0‘, wird nicht europazentriert sein. Sie muß sich auch an den großartigen Traditionen anderer Zivilisationen orientieren.“
Siehe: Ernst Ulrich von Weizsäcker, Anders Wijkman: Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. 2019, München. S. 181.
328) Auf diese Leitfrage einer Aufklärung verweist der Literaturwissenschaftler Steffen Martus in seinem Buch: „Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild“: „In den aktuellen Kulturkonflikten stellt sich das Problem mehr denn je. Wir sehen tagtäglich, dass Argumente, die uns triftig erscheinen, anderen Menschen gar nicht einleuchten. Wir stellen fest, dass unser Lebens- und Denkstil, unsere Lebens- und Denkhaltung nicht per Anweisung, Belehrung oder Gesetz übertragen werden können. Wir verstehen, dass wir für unsere grundlegenden Einstellungen werben müssen und dass wir dafür viel Zeit, Geduld und nicht allein gute, sondern auch attraktive und interessante Ideen benötigen.“
Siehe: Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild. 2018, Reinbek bei Hamburg. S. 16-17.
329) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kap_der_Guten_Hoffnung
330) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum#Menschliche_Eingriffe
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Entwaldung_in_römischer_Zeit
Vgl. ebenso: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum
Vgl. des Weiteren: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Mittelmeerraumes
331) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Macchie
332) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Garrigue
333) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Karst
334) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum#Klima
Ausführlicher ist der Artikel auf der englischsprachigen Wikipedia:
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Mediterranean_climate
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Cs-Klimate
335) Siehe: Jared Diamond: Kollaps – Warum Gesellschaften überleben oder untergehen. 5. Auflage 2020, Frankfurt am Main. S. 525.
336) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Stellenbosch
337) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hugenotten
338) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kapholländische_Architektur
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Rucksackreise Südliches Afrika - Ein Reiseerlebnisbericht. Textversion 03 vom 24.02.2026.
Mein Reiseerlebnisbericht kann mit zahlreichen Fotos auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfredsuchan.net/suedliches-afrika
Dort kann zudem mein Reiseerlebnisbericht im PDF-Format herunter geladen werden.
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Manfred SUCHAN
Geograf
Mehringdamm 25
D-10961 BERLIN
Email: [email protected]
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Am Kap der Guten Hoffnung am 25.12.2025 während meiner Reise durch Teile des südlichen Afrikas im November und Dezember 2025.
On the high plateau of Table Mountain (1086 m) with a view south towards the Cape of Good Hope on November 4, 2025 during my travel through parts of southern Africa in November and December 2025.
Backpacking Travel
Southern Africa
A Travel Experience Report
by Manfred Suchan
1. Introduction
From 28 October 2025 to 28 December 2025, I undertook a two-month backpacking travel in the geographical region of southern Africa (1). When I travel, I do not visit countries or states, but rather geographical regions (2) that I have defined myself, and this is a matter of scientific categorisation (3) and classification (4). While, for example, in the historical sciences, categories are formed in the form of historical ages and epochs, which, like any scientific categorisation, must be distinguished from one another according to significant, comprehensible and convincingly justified criteria, in geography these are geographical spaces (5) and geographical regions.
Since reality (6) in the world (7) can be understood (8) as a process occurring in four dimensions (space and time), my interest in cognition (Erkenntnisinteresse) (9) is focused on getting to know these geographical regions both as natural and cultural geographical units and as historical units, also in order to be able to compare them with other geographical regions (10). I use travel guidebooks (11) to plan and carry out my travels. My travels include city excursions and visits to museums and memorials. The aim is to conduct historical research at the original geographical sites of historical events, a method that can be traced back to the historian and geographer Herodotus of Halicarnassus (c. 480 – 430 BC) (12).
The modern history of southern Africa has been shaped by its location on the global shipping and trade route between Europe and southern and south-eastern Asia, which has existed since early modern times (13). Very little is known about the period before the arrival of Europeans in southern Africa, and with a few exceptions, such as Egypt, this applies to the entire African continent (14). While the history of Egypt (15) has been extensively researched and documented, little has been done to date in this regard for the history of Nubia (16), Ethiopia (17) and other neighbouring regions in Africa. As a result of the so-called „Islamic expansion“ (18), the history of Nubia was buried, and the history of Ethiopia was cut off and isolated from the common historical developments in Europe and Asia.
This travel was my first travel to southern Africa. Previously, I had only travelled to northern and north-western Africa, particularly Egypt and Morocco, furthermore Mauritania, Senegal and Gambia. Now I visited South Africa, Namibia, Botswana and Lesotho on a round travel.
My travel through parts of southern Africa I carried out as a backpacking travel (19) using public transport. Backpacking has been particularly popular since the 1960s and 1970s, when young people with rucksacks and small travel budgets undertook long-distance travels, overland journeys (20) and adventure travels (21), e.g. on the so-called „hippie trail“ (22) from Europe through Asia and often on to Australia. As usual on my travels, my travel through parts of southern Africa was self-organised. I am convinced that only self-organised travels guarantee the indispensable immediacy that enables the greatest possible authenticity of perceptions, adventures (lived experiences) (Erlebnisse) (23), experiences (Erfahrungen) (24) and insights (Erkenntnisse) (25), whereby travel is a means to (Welterlebnis), world experience (Welterfahrung) and world insight (Welterkenntnis).
Modern tourism has its roots in the educational ideal of the Age of Enlightenment (Aufklärung) (26) and the desire to experience, explore and understand the world, as any theory of tourism can confirm (27). Today, global tourism, based on the general freedom to travel (28) as a global civil right and a universal human right, makes a significant contribution to civil society in terms of international understanding (Völkerverständigung) (29) and contributes to the formation of a peaceful global society. This means that tourism, like education, is untimely actual, insofar as tourism, like education, succeeds in escaping industrialisation.
Today, however, tourism largely fails to fulfil its intention of providing a world experience, world knowledge and world awareness (Welterlebnis, Welterfahrung, Weltrerkenntnis), as tourism is undergoing progressive industrialization through the tourism industry. The tourism industry is part of the consumer culture (30) of advanced industrial society, and it markets distractions, diversions and shallow pleasures. Tourists are incapacitated and manipulated by the tourism industry, which prevents intellectual reflection. In the tourism industry, booking figures determine what can be achieved and implemented, and in line with the general social trend, this is becoming increasingly meagre and low-brow, because our consumer culture in advanced industrial society, and thus the horizon of our perceptions, experiences and insights, is characterised by distractions, diversions and shallow pleasures. This overall social trend is reinforced by the fact that, following the technocratic „Bologna Reform“ (31), the social role of education and science has been transformed into that of a mere appendage to the economic process in the European large economic area (Europäischer Großwirtschaftsraum) administered by the European Union.
Thus, self-organised backpacking travels are an alternative both to the mainstream tourism industry, which is pursuing the progressive industrialisation of tourism, and to the education sector, which is standardised according to educational economic premises and designed for specific purposes as part of the consciousness industry (Bewußtseins-Industrie) (32).
In southern Africa, travel by public transport is limited to the main routes between major cities, and it is not possible to reach remote and peripheral destinations and attractions by public transport in southern Africa. As the tourist infrastructure in southern Africa is highly geared towards travelling in private vehicles, most tourists there hire a car, which allows them to reach remote places and attractions that would otherwise be almost impossible to reach. Expensive off-road vehicles with roof tents are particularly popular with tourists in southern Africa. Public transport, i.e. coaches, is limited to the main routes between the larger cities, or you can book a place on an organised tour, which is comparatively expensive.
In contrast to the ubiquitous rental cars that almost all tourists use to get around in southern Africa, I was impressed by the few bicycle travellers I encountered during my travel to southern Africa, who were on long-distance cycling travels (33) lasting several months with their touring bikes. They particularly impressed me because I myself enjoy cycling travels. In Swakopmund, I met Clément from Bordeaux, who was on a two-year travel around the world, covering the distances over land with his touring bike and the distances across the oceans as a crew member on sailing ships. When we met in Swakopmund, he was on his way back from Cape Town through western Africa to Bordeaux (34). In Windhoek, I met Gustavo from Mexico, who was travelling from Morocco through West Africa to Cape Town on his touring bike (35). I also met Wiebke in Botswana with her touring bike, who had recently cycled from Freiburg through West Africa to Cape Town (36).
During my travel to southern Africa, it proved useful to bring a small tent that I could use at campsites, and also hostels often offer camping facilities on their premises. Camping with a small tent is the most cost-effective form of accommodation in southern Africa, even compared to hostel dormitories. It also gives me an alternative place to stay when the peak travel season begins in southern Africa in early December and accommodation can be fully booked.
I write travel reports about my journeys, my adventures, experiences and insights (Erlebnisse, Erfahrungen und Erkenntnisse), such as this travel report about my travel through parts of southern Africa. Such travel experience reports are necessary and essential because in modern mass societies, the mass media determine public opinion and thus determine what we should accept and take for granted as unquestionable facts and what we should believe to be the truth. Others, in particular the mass media, the state, especially through compulsory education, and, increasingly worldwide, religions, determine and shape our world view (Weltbild) and our world outlook (Weltanschauung). In all areas today, we are being incapacitated by specialists and experts, and our own research and investigation are essential in order to be able to form our own independent and competent, well-founded and reasoned opinions without guidance from others. We are called upon to inform ourselves about what is ihe case in the world and to find out for ourselves how the world is constituted. This is a prerequisite for enlightenment (Aufklärung) to be possible and successful, and for the project of enlightenment (37) to be continued after its interruption in the extreme 20th century (38). Only those who have seen the world for themselves can reach at their own world outlook (Weltanschauung). That is why inspirations for eventful, experiential, insightful, boundary-crossing and horizon-broadening journeys are necessary and essential today, and my travel reports are intended to provide such inspiration.
Such suggestions are particularly necessary and important today: we are increasingly living alienated from nature in artificial, urban environments and virtual realities of the digital age, which predispose, shape and form our perceptions, experiences and encounters. The urban lifestyle is characterised equally by alienation from nature, alienation from the body and lack of exercise. Decades of car-friendly planning have made our cities inhospitable, noisy, hectic, aggressive and ugly. The architectural violence of urban planning landscapes pre-forms urban society. In urban ghettos, people are managed, monitored and controlled. Consumer culture produces and markets distractions, diversions and shallow pleasures, and we are constantly subject to the influence and manipulation of the mass media in a mass society. The ability and willingness to be alone and lonely, to enjoy peace and quiet, to find oneself, to reflect and to think has been lost. In a permanently accelerated society, we rush through the landscapes in our cars, which, shielded from our sensory perceptions, are only fleetingly noticed through the windscreen. Any intensity and authenticity in the perception and experience of the „world“, “nature” and „reality“ has been lost in advanced industrial society, and this is now reaching entirely new dimensions, intensities and qualities of human alienation in the dawning digital age.
2. Contents
1. Introduction
2. Contents
3. Cape Town, port metropolis on the maritime route between Europe and India
4. Windhoek and Swakopmund: cities founded in the wake of the Berlin Congo Conference of 1884/85
5. Etosha and the myth of Africa as a natural paradise
6. Through the „Caprivi Strip“ to Victoria Falls
7. Pretoria or: The Boer republics and the „scramble for Africa“
8. Johannesburg: From gold rush to megacity
9. Diamond rush and geopolitics in Kimberley
10. Bloemfontein: The Second Boer War, a primordial catastrophe of the extreme 20th century
11. Through the highlands of Lesotho and over the Drakensberg Mountains
12. Along the coast of the Indian Ocean back to Cape Town
13. Notes
3. Cape Town, port metropolis on the maritime route between Europe and India
I began my journey through southern Africa in the port metropolis of Cape Town (39), which today has a population of around 450,000. I flew to Cape Town from Berlin-Brandenburg Airport (BER) via Paris (CDG). The flight distance from Paris to Cape Town is approximately 10,000 kilometres. This flight took place at an altitude of approximately 12,000 metres, with an outside temperature of up to -55 °C and a flight speed of up to 1000 km/h at times. As usual, my luggage for this backpacking travel consisted of a large rucksack, which weighed 11.7 kilograms when I checked it in at the airport, a small daypack, and my Panasonic Lumix DMC G2 digital camera.
We arrived at Cape Town International Airport (CPT) on 29 October 2025 at 5:50 a.m. local time. The local time in southern Africa corresponds to our summer time (MEZ+1), so the clocks are set forward one hour. In the arrivals hall of CPT Airport, large posters featured South Africa‘s presidency of the G20 from 1 December 2024 to 30 November 2025. Passport control upon entry into South Africa at the airport was quick: passports were scanned electronically and travellers were then given an entry stamp, granting me a period of stay in South Africa from 29 September 2025 to 27 January 2026. Citizens of the Federal Republic of Germany do not require a visa to enter South Africa. There was no additional collection of biometric data, such as fingerprint and iris scans, which has been the case at many border crossings also in Europe since the events of 11 September 2001. The distance from CPT Airport to the city centre of Cape Town is approximately 21 kilometres, and I wanted to take the MyCiti bus, which is recommended in my travelguidebooks as reliable and safe. There is a bus stop for this bus directly in front of the airport building. However, I learned that this bus had ceased operating on the route to the airport about two years ago. I then travelled from CPT Airport to Cape Town city centre in an Uber taxi, which are considered reputable and safe there, unlike other taxis. As the taxi driver told me, Uber taxis in Cape Town are not allowed to accept cash, and the fare agreed before the journey must be paid by card only.
I spent seven days in Cape Town at the beginning of my travel and another three days at the end, going on excursions and visiting various museums and memorials. Cape Town presents itself as a cosmopolitan and international metropolis, located on a global shipping and trade route between Europe and South and Southeast Asia that has existed since early modern times. The city of Cape Town was founded in 1652 at the instigation of the Dutch East India Company (VOC) (40), which established a supply station here on the sea route from Europe to India.
During my city excursions in Cape Town, the Dutch East India Company (VOC) and its history were a recurring theme. First, I arrived at Company‘s Garden, which formed the centre of the Dutch settlement at the Cape. The garden was laid out in 1652 to supply fresh vegetables to the sailing ships of the Dutch East India Company (VOC) travelling between the Netherlands and India.
Then, on 29 October 2025, I visited the „Castle of Good Hope“, an early modern citadel built by the Dutch East India Company (VOC) between 1666 and 1679 (41). This citadel was the headquarters of the VOC, and today it is the oldest surviving building in Cape Town and South Africa. The walls and bastions of the citadel are accessible, offering a panoramic view of parts of Cape Town. The rooms of the citadel house several museums and exhibitions, which I visited. As a historical exhibition in the citadel explains, the construction of the citadel was preceded by the VOC‘s commissioning of Jan van Riebeeck in 1651 to establish a supply station at the Cape for the VOC‘s sailing ships on their way from Europe around Africa and on to South and Southeast Asia. Portuguese sailors had already explored a sea route around Africa to India (42). Especially after the conquest of the world city (43) of Constantinople (44) in 1453 (45), the most important western terminus of the transcontinental Eurasian Silk Road trade (46), efforts in Europe to find alternative maritime trade routes from Europe to South and Southeast Asia had intensified. America was discovered as part of these efforts. At that time, Herodotus‘ report was well known in Europe, which states that Phoenicians circumnavigated Africa by ship around 600 BC.
The historical foundations and the cause of these developments, which gave rise to our current global conditions, lie in the decline of the Byzantine Empire (47) and the rise and expansion of the Ottoman Empire (48), a so-called Gunpowder Empire (49). The key date in this development is 1204, with the conquest of the world city of Constantinople (50) at the instigation of the maritime republic of Venice (51), which marked the beginning of the decline of the Byzantine Empire, culminating in the conquest of Constantinople in 1453. The global historical role and function of the world city of Constantinople, protected since 413 AD by the Theodosian Wall (52) and the most important western terminus of the transcontinental Eurasian Silk Road trade, in late antiquity and the Middle Ages is the subject of both political geography (53) and global history (54).
The (Eastern Roman) Byzantine Empire, and in particular the world city of Constantinople, the most important western terminus of the transcontinental Eurasian Silk Road trade, which had been protected by the Theodosian Wall since 413 AD, played a role and function as a bulwark towards the East in Europe during late antiquity and the Middle Ages for many centuries until the fall of the Byzantine Empire. In 447 AD, the Theodosian Wall held back the invasion of the Huns (55), who then invaded the Western Roman Empire (56) instead of the Eastern Roman Empire. Then, during the Arab expansion (57) in the seventh and eighth centuries, the two sieges of the world city of Constantinople, protected by the Theodosian Wall, by Arab armies in 674–678 (58) and 717/718 (59) failed, ending the advance of the Arab armies towards Europe. The repelled sieges prevented the conquest of the Byzantine Empire and thus an Arab invasion of Europe via the Balkans. The Arabs now bypassed the Byzantine Empire to the south during their expansion, reaching Europe via the Iberian Peninsula. The Mongols bypassed the Byzantine Empire to the north during their expansion in the 13th century (60), although their expansion in Europe could not be stopped (61). Such an invasion of Europe later became possible only for the military empire (Gunpowder empire) of the Ottoman Empire following the conquest of the world city of Constantinople in 1453, enabling the Ottoman Empire to expand with its slave armies (62) to the gates of the city of Vienna (63).
The beginning of the decline of the Byzantine Empire was marked by the conquest and sacking of the world city of Constantinople in 1204 at the instigation of the maritime republic of Venice, a historic milestone with far-reaching consequences that shaped the global conditions of the present day. The conquest and sacking of the world city of Constantinople in 1204 during the Fourth Crusade (64), in which the maritime republic of Venice played a decisive role, and the establishment of the Latin Empire (65) heralded the decline of the Byzantine Empire, and this decline came to an conclusion with the conquest of Constantinople by the expanding military empire of the Ottoman Empire in 1453. The conquest of Constantinople in 1453 is considered a milestone in the transition from the Middle Ages to modern times. As a result of the conquest of the world city of Constantinople, the most important western terminus of the transcontinental Eurasian Silk Road trade, maritime trade routes shifted from the Mediterranean to the Atlantic, where new maritime and trading powers emerged and gained international standing, and the maritime republic of Venice lost its role as the dominant maritime and trading power.
Throughout the Middle Ages, the princes and states of Christian Europe, located in the shade of the protection by the Byzantine Empire, were able to compete with each other for territorial and economic advantages and wage war against each other for these reasons, until the Byzantine Empire itself fell victim to this practice, as the events of 1204 and their far-reaching global historical consequences show. Under the protection of the Byzantine Empire, Christian Europe existed in self-centred isolation from the rest of the world during the Middle Ages, and compared to antiquity, knowledge of the world in Christian Europe was considerably less extensive during this period. First with Marco Polo‘s journey (66) that interest in Asia increased again in Europe. With the fall of the Byzantine Empire, Europe was now confronted with the rest of the world and had to improve its extremely inadequate knowledge of the world and broaden its horizons.
The consequences of the conquest of the cosmopolitan city of Constantinople and the fall of the Byzantine Empire, especially for the maritime republic of Venice, which was the dominant maritime and trading power in the Mediterranean at the time, were not foreseeable at the time, but were very far-reaching: Maritime trade and shipping routes shifted from the Mediterranean to the Atlantic, the maritime republic of Venice lost its importance as the dominant maritime and trading power in the Mediterranean, and new maritime and trading powers rose in the Atlantic. First, it was the Kingdom of Portugal (67) that replaced the Maritime Republic of Venice as the dominant maritime and trading power (68). Later, the Kingdom of Portugal was displaced and replaced as the dominant maritime and trading power by the Dutch East India Company (VOC).
In addition to the historical exhibition, the early modern citadel „Castle of Good Hope“ houses the „William Fehr Collection“, which mainly displays paintings offering historical views of landscapes, people and social conditions in the Cape region. There is also a „Military Museum“ here, which focuses on military conflicts in the Cape region. There is also the „Camissa Museum – a Camissa African centre for restorative memory“ (69). This museum focuses on the diverse migrant society that has developed in southern Africa, and particularly in the metropolis of Cape Town, over several centuries. The extensive information provided by this museum presents and discusses aspects of historical development and its impact on society.
On 1 November 2025, I also visited the slavery museum in the former „Slave Lodge“ (70). This Slave Lodge was built in 1679 by the VOC to house the slaves it kept, whose initial task was to tend the Company‘s Garden. The museum focuses primarily on the history of slavery in the Cape, which is covered extensively in 18 themed rooms. At the back part of the museum, a timeline places the beginning of this history of slavery in 1444 in Portugal, in the city of Lagos at the Mercado de Escravos (slave market). No reason is given as to why this particular point in time and space within the history of slavery has been singled out and highlighted. However, in order to deal with the phenomenon of slavery (71) appropriately and understand it meaningfully, the horizon of observation must be broadened in terms of its geographical breadth and historical depth.
Within human history, slavery became a mass phenomenon and a mass fate in the early civilisations in the wake of the Neolithic Revolution and the subsequent emergence of cephalic, hierarchical, division-of-labour, bureaucratically administered and state-organised societies. Particularly in the form of slavery, whereby humans are turned into beasts of work, the process of domestication engulfs humans themselves (72). In Europe, the institution of slavery largely came to an end in late antiquity with the spread of Christianity. However, slavery continued to exist in the Middle Ages in the peripheries of Europe and especially in the expanding Islamic empires, which were oriental despotisms and slave-owning societies (73), such as the military empire of the Ottoman Empire, which engaged in extensive slave import trade, especially with slaves from Eastern Europe and Africa. Among those involved in this slave import trade to the Ottoman Empire was the maritime republic of Venice, which maintained slave markets on its territories in the Mediterranean region.
The basis for the emergence of modern (colonial) slavery was the establishment of long-distance trading companies (74) in European states as part of a mercantilist economic and trade policy (75) during the age of absolutism (76). The best-known long-distance trading companies were the British East India Company (77), founded in 1600, the Dutch East India Company (VOC), founded in 1602, and the French Compagnie des Indes Orientales (78), founded in 1664. These long-distance trading companies sought to control and monopolise large parts of maritime trade, and they were granted extensive, quasi-state privileges by the kings of the states, including trade monopolies, the right to equip merchant and warships, the right to establish and maintain their own military forces, ownership rights to conquered territories, the right to mint their own coins, and the right to their own jurisdiction. In their conquered overseas territories, these long-distance trading companies practised slavery, which had been banned and frowned upon in Europe since late antiquity, as part of their business model and to maximise their profits, beyond any controls and ethical barriers, and they participated in the slave trade with slaves they bought at slave markets passed and found outside Europe (79). This modern (colonial) slavery spread outside Europe along with the expansion of the plantation economy (80). Modern (colonial) slavery, as well as slavery worldwide, came to an end with the success of the global civil rights movement of abolitionism (81).
This connection between the emergence of modern (colonial) slavery and the establishment of long-distance trading companies is explored in a current special exhibition in the entrance foyer of the Slavery Museum in the former Slave Lodge, entitled „The Names of Freedom“. It shows how slaves lost their previous identity and were turned into objects, among other things by having their names changed. Using the example of the island of Réunion and the French „Compagnie des Indes Orientales“, founded in 1664, the exhibition shows how absolutist rulers, in this case Louis XIV, established and promoted long-distance trading companies with far-reaching powers as part of a mercantilist trade and economic policy. In their conquered overseas territories, these long-distance trading companies practised slavery, which had been banned and frowned upon in Europe since late antiquity, as part of their business model and to maximise their profits, beyond any controls or ethical barriers.
The French long-distance trading company „Compagnie des Indes Orientales“ is a central theme in the town of Lorient in southern Brittany and in the small neighbouring town of Port-Louis (82), which I visited during my cycling travel through the southern North Sea region in the summer of 2022. Following the founding of the Compagnie des Indes Orientales in 1664, the port city of Lorient was established as a trading port in 1666, which then served as „France‘s gateway to the world“ for around a century. The basis for the establishment of long-distance trading companies within the framework of a mercantilist economic and trade policy in the age of absolutism was the increasing need for money on the part of the absolutist state, because the absolutistical ruling king needed ever more extensive financial resources for the expansion and development of his unlimited power both externally and internally.
Growing financial resources were needed in particular to maintain standing armies (83) in the new territorial states (84) that emerged during the age of absolutism, and to secure the borders of these new territorial states with numerous new and expensive citadels. For example, the Kingdom of France, a modern territorial state, was surrounded during the reign of King Louis XIV (1638-1715) (85) by more than 160 modern fortifications (citadels) planned by master builder Sébastian Le Prestre de Vauban (1633 - 1707) (86). Vauban had developed modern fortification (citadel) construction into a modern science. Twelve of Vauban‘s fortifications have been UNESCO World Heritage Sites since 2008 (87). These modern fortresses, together with standing armies and precisely measured and permanently militarily guarded border lines, are a characteristic feature of the modern, absolutist and centralised state, in contrast to the medieval person association state (Personenverbandsstaat) (88). The architecture of the modern citadel was particularly influenced by the advent of cannons with great destructive power (Gunpowder Empires). The advent of cannons with great destructive power also heralded the decline of free and independent cities (89), whose freedom and independence could no longer be protected by city walls as they had been in the Middle Ages.
In the citadel of the small town of Port Louis, the „Musée de la Compagnie des Indes“ is dedicated to historical contexts, which I visited on 27 August 2022. Modelled on the Dutch East India Company (VOC), which was founded in 1602, the French Compagnie des Indes Orientales was founded in 1664 and had its headquarters in Port Louis at the mouth of the Blavet River. As early as 1666, the port city of Lorient had been built on the opposite side of the river as a planned city and trading metropolis. From here, the Compagnie des Indes Orientales participated in trade with Asia, importing spices, tea and porcelain in particular, as well as in trade across the Atlantic, where slaves, sugar and coffee were the most important commodities. The exhibition at the „Musée de la Compagnie des Indes“ highlights the growing importance of maritime trade, the establishment of long-distance trading companies in Europe, the significance of the city of Lorient for France‘s maritime trade, as well as the commodities and the conditions and circumstances of this maritime trade. In the course of this maritime trade, the plantation economy expanded and with it the slave trade, especially across the Atlantic to America, and this slave trade is also the subject of the exhibition.
In Cape Town, the Victorian-era harbour area, the „Victoria & Alfred Waterfront“, is a popular tourist destination. There is a „Nelson Mandela Gateway“ here, from which you can take a ferry to Robben Island (90), about 11 km away. I took such a tour with a visit to Robben Island on 3 November 2025. Robben Island was used as a penal colony from the 17th century onwards, most recently until the early 1990s as a prison for opponents of the apartheid regime (91), including Nelson R. Mandela (1918-2013). The „Nelson Mandela Gateway“ building houses an exhibition on the theme of „Robben Island of the 20th Century“, which focuses on developments on Robben Island in the context of political change in South Africa. The exhibition begins with the founding of the Union of South Africa in 1910 and ends with the establishment of a museum on Robben Island and its declaration as a UNESCO World Heritage Site in 1999. Undoubtedly, the history depicted in this exhibition is part of the „extreme“ 20th century (92).
Robben Island can be visited as part of organised tours and guided tours. These include a bus tour that passes the prison buildings, the buildings for the guards, and a quarry where prisoners were forced to perform forced labour. The highlight of the tour is the subsequent visit to the prison complex as part of a guided tour led by former prisoners.
This total institution (93) represents three manifestations or types of total institutions simultaneously: 1. The prison (94), 2. The camp (95), 3. The penal colony (96). Such total institutions, including NS concentration camps, are similar in structure; they are built according to the architectural concept of panopticism (97) with the aim of total surveillance and control of prisoners. In order to analyse the respective regimes within such total institutions, among which there can be considerable differences, it is not sufficient to consider their very similar architecture. The reports of (former) prisoners are of paramount importance in this regard, as they enable us to grasp the respective character of the regime of the respective total institution and to compare it with the regimes of other total institutions.
Total institutions are still regarded today as a matter of course, as necessary and without alternative for the „normal functioning“ of industrial society, but in fact they are forms of organised crime. The example of the condemnation and abolition of slavery shows that existing social conditions and circumstances can be changed and humanised, and with an appropriate policy of abolitionism, total institutions, especially prisons, criminal law and punishment can also be abolished (98).
On 30 October 2025, I also visited the excellent South African Museum in Cape Town, which offers a wide variety of exhibitions in its two departments, a large and extensive natural history department and an ethnographic department (99). This museum is undoubtedly one of the best and most worth seeing museums in southern Africa. Among the best and most worth seeing museums in southern Africa, I would also highlight the Swakopmund Museum in the city of Swakopmund, the Kimberley Mine Museum in the city of Kimberley, the Anglo-Boereoorlog Museum (War Museum of the Boer Republics) in the city of Bloemfontein, the East London Museum in the city of East London and the Maritime Museum in the city of Mossel Bay, which I visited during the course of my travel, along with other museums.
The ethnographic section of the South African Museum focuses primarily on rock art (100), which is found in abundance in southern Africa and throughout the rest of the continent. Rock art has been produced since the Upper Palaeolithic period and can be found on every continent except Antarctica. The San (Bushmen) (101) and Aborigines continue to produce rock art to this day. Our knowledge of prehistoric cultures is extremely limited, and archaeologists painstakingly reconstruct aspects of what is known as „material culture“ (102). However, archaeologists cannot make any statements about so-called „immaterial culture“. Rock paintings are used to draw conclusions about aspects of „immaterial culture“.
The museum‘s extensive natural history department offers a wide variety of exhibitions. The main exhibition focuses on the habitats of the sea and the savannah. The marine section provides a detailed presentation of sharks and their diverse biological characteristics. Whales are also a key theme, with several giant whale skeletons on display in a large hall. The savannah section (103), a landscape that covers a quarter of the African continent, focuses on the ecological relationships between the numerous different animals that live in the savannah, which also shape the landscape. The South African Museum also has a mineral gallery and an exhibition entitled „The Sea and Us“, which focuses on the importance of the Atlantic and Indian Oceans for South Africa. Another extensive exhibition is dedicated to the South Polar region in the context of South Africa‘s membership of the Antarctic Treaty (104) and the polar research taking place within this framework, with South Africa maintaining research stations in Antarctica, on Marion Island and on Gough Island. Other exhibitions focus on dinosaurs and the origin of mammals. A small exhibition entitled „Darwin and the Cape“ presents in detail the naturalist Charles R. Darwin (1809-1882) (105), his biography as a scientist and his research voyage on the ship „Beagle“ from 1831 to 1836 (106), during which Darwin also visited the city of Cape Town and its surroundings.
On 31 October 2025, I also visited Kirstenbosch Botanical Gardens (107). I got there on the „Blue Mini Peninsula Tour“, which is offered daily by City Sightseeing Cape Town and runs every 20 minutes on double-decker buses. City Sightseeing Cape Town also offers another, slightly shorter „Red City Tour“, which also runs daily at 20-minute intervals. On both tours, you can interrupt the tour at various stops and get off, then continue the tour with one of the buses that follow at 20-minute intervals. One of the City Sightseeing bus stops is located at the Cape Town Tourism information centre at 81 Long Street (stop no. 5), where I boarded. The „Blue Mini Peninsula Tour“ bus travels clockwise around Table Mountain (1086 m), passing the University of Cape Town campus, among other sights. The visitor centre of the Kirstenbosch Botanical Gardens (Gate 1) is located at stop no. 20, where I got off to visit the botanical gardens.
This large botanical garden, opened in 1913, stretches across a hillside in the south-east of Table Mountain and has been a UNESCO World Heritage Site since 2004. An extensive network of paths connects the sprawling garden, including a tree canopy walkway through the treetops. There are connections to the network of hiking trails in the vicinity of Table Mountain (1086 m), which also lead up to it. Numerous information boards (mostly in English, some also in three languages) provide information on individual plants and various other topics. You can easily spend a whole day in this extensive botanical garden without seeing everything.
The Kirstenbosch Botanical Garden represents in particular the plant community known as „fynbos“ (108), a species-rich plant community restricted to the Cape region. Kirstenbosch Botanical Garden provides a good impression of this diverse plant community, which occupies a large part of the botanical garden‘s area. The fynbos plant community is characterised by an extremely high diversity of species, most of which are endemic, occurring only in a small area of the Cape region and nowhere else. The „fynbos“ is an important part of the Cape flora. The flora of the Cape region (109) is known as „Capensis“ and is by far the smallest of a total of six floristic regions (110) worldwide, with predominantly endemic species that occur only here in the limited area of the Cape region and nowhere else. Due in particular to their spatially limited occurrence, many of the endemic plant species of the Cape flora are now threatened with extinction. The expansion of settlement and transport areas is further restricting the limited habitat of the plants of the Cape flora, and in the past, extensive pine monocultures have been planted in the Cape region in place of the „fynbos“ in order to obtain timber.
I ended my visit to Kirstenbosch Botanical Gardens in the late afternoon so that I could catch the last City Sightseeing bus at 4:51 p.m. from stop no. 20. The journey now took me south of Table Mountain (1086 m) in a south-westerly direction to the harbour town of Hout Bay. The forest areas we passed through consist mainly of pine monocultures. Today, efforts are being made to reduce these pine stands in order to give the endangered Cape flora and fynbos more space to regenerate. Eucalyptus is also common, invasive neophytes (neobiota) (111) from Australia, which are now frequently found throughout southern Africa. The weather was now cool and cloudy, with occasional rain. The bus journey now followed the north-west coast below the cliffs of the „Twelve Apostles“ back to Cape Town.
On 4 November 2025, I climbed the 1,086-metre-high Table Mountain (112), which towers over the city of Cape Town, as part of a hike that I started in Cape Town city centre. On my way through Cape Town to Table Mountain, I passed through residential areas where the properties are surrounded by electric fences, as indicated by signs. Other signs refer to „Neighbourhood Watch“ concepts and security services with an „Armed Response“ concept. The reason for such security regimes is the extremely high crime rate in southern Africa, especially in the Republic of South Africa, which has had the highest crime rate in the world since the end of apartheid. As in all cities in South Africa, the city centre of Cape Town has been largely abandoned by residents of European origin, who have retreated to guarded residential estates outside the city centres behind high, often multi-row fences and walls. The high crime rate shapes and determines the daily routine of people in South Africa, which begins at sunrise if possible so that it can be finished before sunset, because when it gets dark, no one in South Africa stays outdoors anymore, but only in secure and guarded buildings. Tourists are also strongly advised to make this a habit, which I consistently adhered to during my travel through southern Africa.
The hiking trail I took to Table Mountain (1,086 m) leads through the Platteklip Gorge on the north face of Table Mountain, near a cable car built in Switzerland that goes up to the plateau of Table Mountain. This hiking trail is in good condition and well signposted. Stones on this path are often arranged in steps and loose scree is secured with wire mesh. There were a few hikers here, although the majority of tourists use the cable car.
I reached the plateau of Table Mountain at Fontain Peak (1,051 m). The terrain on the plateau is rocky, and only low vegetation grows here. The marked hiking trails are mainly used by tourists who have taken the cable car up. I followed a hiking trail that leads across the plateau towards the southeast to the highest point, Maclear‘s Beacon (1086 m). Then I reached the western summit of Table Mountain (1073 m) near the cable car station. Various vantage points on the plateau of Table Mountain offer sweeping views over the city of Cape Town and the surrounding landscape of the Cape. There are numerous other hiking trails in the vicinity of Table Mountain. Table Mountain, together with the Cape of Good Hope to the south, is now a nature reserve.
4. Windhoek and Swakopmund: Cities founded as a result of the Berlin Congo Conference of 1884/85
I travelled by coach from Cape Town to the city of Windhoek in Namibia. I travelled with the coach company „Intercape“. It is the only coach company in southern Africa whose coaches travel from South Africa across borders to neighbouring countries, including Namibia and through Namibia. Intercape‘s routes cover the main routes in a large part of southern Africa, comparable to Flixbus in central Europe. Intercape‘s coaches are in consistently good condition and the timetables are usually adhered to. Unlike Flixbus, Intercape also has offices at almost all bus stations and stops, where tickets can be purchased easily without having to use the internet.
Due to the long distance of around 1,400 km from Cape Town to Windhoek, many travellers prefer to fly. However, I was interested in seeing the changing landscape on this route from Cape Town to Windhoek. Fortunately, I had a seat at the front of the upper deck of the double-decker bus. During this long bus journey of more than 24 hours, there were several breaks, which can be used to divide the journey into sections.
The first stage from Cape Town to Piktberg led through a largely agricultural landscape dominated by cattle grazing and grain cultivation, with very large areas of agricultural land, giving the agricultural landscape a uniform monotony. Due to the particularities of the agricultural constitution (113) and the agricultural history (114) of rural areas (115) in Europe from the Middle Ages to the early modern period, such large-scale agriculture developed largely only outside Europe, in particular through the expansion of the plantation economy (116) and its monocultures (117), and in settlement colonies (118), such as in the USA, but also in South Africa and Namibia. It was not until the modern era that large-scale agro-industrial enterprises also began to emerge in Europe as a result of the ongoing industrialisation of agriculture, land consolidation and the decline in the number of farms. In the eastern half of Europe, this process took place in the course of industrialisation (119) and the forced collectivisation of agriculture (120), following the example of the Soviet Union.
The permanent expansion of monocultures of industrial agriculture and forestry at the expense of traditional subsistence farming is the main reason for the rapid decline in species worldwide (121). Species extinction is the world‘s biggest ecological problem, ahead of so-called „climate change“, making it a key feature of the new geological epoch of the Anthropocene (122).
In this agricultural landscape between Cape Town and Piktberg, which originally had the character of an African savannah, a landscape type that covers a quarter of the African continent, there are now no woodland at all, and if there are a few scattered trees, they are almost exclusively eucalyptus trees, invasive neophytes (neobiota) from Australia.
Beyond Piktburg, the landscape along the N7 road becomes mountainous, and before reaching Citrusdal, the N7 crosses the Piekenierskloof Pass (519 m). The journey now continues through the Olifants River valley, which is framed by mountains. To the east, the Cederberg Mountains reach heights of up to 1971 m. The valley is dominated by citrus fruit plantations.
North of the village of Klaver, the mountains recede, the landscape becomes drier, and it takes on the character of a steppe. Agriculture is practiced only on a small scale here. The extensive sheep and goat farming found elsewhere in arid regions is here almost entirely absent. There are dry riverbeds, called “wadi” (123) in North Africa, which carry water only temporarily during rare rainfall events. This arid landscape, which in some parts resembles a semi-desert (124) and in others a dry savanna (125), continues northward into Namibia (126) as far as Windhoek.
The wait at the Noordoewer border crossing between South Africa and Namibia was unexpectedly lengthy, lasting 3.5 hours. In particular, the entry of all bus passengers into Namibia took a long time. Although South Africa and Namibia are part of a customs union, customs officers conducted extensive baggage checks on most passengers. My luggage was not inspected admittedly. In comparison, obtaining a visa on arrival was quick. Recently, citizens of the Federal Republic of Germany have required a visa to enter Namibia (fee: 1600 NAD), whereas previously, presenting a passport at the border was sufficient. At the border, the bus passengers learned that, currently, no food of animal origin was allowed into Namibia under the pretext of an animal disease outbreak.
My initial plan was to get off the bus in the small Namibian town of Keetmanshoop and then continue on to the port city of Lüderitz (127) to explore it. However, since the bus was scheduled to arrive in Keetmanshoop in the middle of the night, I abandoned this plan for the time being.
The landscape traversed during the journey is characterized by a semi-desert, partly by steppe. A vegetation cover that completely covers the ground is largely absent. North of the town of Mariental, the steppe-like landscape is characterized by low bushes spaced further apart. This arid landscape, clearly unsuitable for any agricultural use, is, as in South Africa, completely fenced off along the sides of the roads in Namibia. Before reaching the city of Windhoek, the bushes become larger, the ground is now completely covered with grasses, and the landscape takes on the character of a dry savanna. The city of Windhoek (128) is located at an altitude of 1650 meters in the central highlands of Namibia, which have an average altitude of 1700 meters. Here in the central highlands, the annual rainfall is approximately 300 to 500 mm. In the area surrounding Windhoek, the landscape is characterized by dry savanna.
As was the case most of my travel, I stayed in a backpacker hostel in Windhoek. These hostels are a place where you meet travelers from all over the world, often with extraordinary and impressive travel plans. There are usually opportunities to exchange experiences. In Windhoek, I met Gustavo from Mexico, who was cycling through West Africa from Morocco to Cape Town. He told me he had been waiting in Windhoek for five weeks for a visa to be issued for South Africa. He attributed this to his Mexican passport, which he said wasn’t highly regarded worldwide in terms of the freedom of travel it afforded, whereas, for example, citizens of EU member states with their passports have considerably better travel options globally. Indeed, the passports of different countries vary considerably in the degree of freedom of travel they grant their holders, with EU citizens faring comparatively well, as comparative studies show (129).
In Windhoek, I took city excursions of the historic city center, visiting sightseeings and museums. Several buildings from the period between the Berlin Congo-Conference of 1884/85 (130) and the First World War have been preserved here, when the territory of present-day Namibia was administered as a “protectorate” (131) by the German Empire (132) under the name “German South West Africa” (133). During my city tour, I visited Windhoek’s railway station, built in 1912, in front of which are several historic railway vehicles. I then reached the so-called “Turnhalle” (gymnasium). This building, constructed in 1913, now serves as a courthouse and was the site of the “Turnhallen-Konferenz” (134) in 1975, which initiated the process toward the independence of South West Africa. I then followed Independence Avenue through the city center, passing, among other things, the historic clock tower. Fragments of the Gibeon meteorite (135), discovered by geologists between 1911 and 1913, are on display there. I continued past the Zoo Park, where a memorial commemorates war dead who died in 1893-94, and then on to the former “Ausspannplatz”. This was formerly a turning point for ox-drawn carts, which were used for transporting goods before the construction of the railway.
I also visited the “Windhoek City Museum” in Windhoek on November 7, 2025. The focus of the exhibitions in the museum’s six exhibition rooms is the history of the city of Windhoek. It is noteworthy that a large part of the exhibitions are bilingual, in English and Finnish. The exhibition also explains that missionaries from Finland were active in Namibia in the past, and obviously a significant portion of the museum’s exhibits were created in cooperation with church organizations in Finland.
Furthermore, on November 8, 2025, I visited the “Independence Memorial Museum” (136). It is located between Christ Church, built between 1907 and 1910, and the „Alten Feste“ (Old Fort), built from 1890 onwards. Northwest of the museum lies the so-called „Tintenpalast“ (Ink Palace), the administrative building of the “protectorate” German South West Africa, completed in 1913, which today houses the Namibian Parliament. The viewing terrace on the upper floor of the museum building offers a panoramic view of the city of Windhoek and its surroundings.
Unlike the “Windhoek City Museum”, the Namibian “Independence Memorial Museum’s” exhibitions were not created in cooperation with church institutions in Finland. Instead, this museum was built and designed by a North Korean company and opened in 2014. Spread across three floors, this free-to-enter museum presents three exhibition sections: 1. Colonial Repression, 2. Liberation War, 3. Road to Independence, History Panorama. Using Namibia as an example, the museum depicts a process of “nation-building” (137), that is, the creation of a nation-state modeled on European examples - a process that is always lengthy and often accompanied by violent conflict. In the case of Namibia, this process of nation-building took place on a territory that had been created in the course of the “Scramble for Africa” and on the basis of the Berlin Congo-onference of 1884/85, without regard for ethnographic circumstances, and which was administered as a protectorate by the German Empire until the First World War. Subsequently, this territory was administered on behalf of the League of Nations (138) by the Union of South Africa (139), founded in 1910. The museum presents in detail the resistance of SWAPO (140), which also involved military action, against South African rule and the apartheid policies practiced in Namibia from 1948 onwards. These developments, ultimately mediated by the UN, resulted in Namibia’s state independence on March 21, 1990.
The question arises as to what extent the North Korean builders of the museum also conceived and designed the museum’s exhibition and thus shaped the historical narrative (141) presented. Undoubtedly, the developments depicted could also be presented differently, with different emphases and more extensive information.
The “Alte Feste” (Old Fort), located to the south of the “Independence Memorial Museum”, was the headquarters of the German Empire’s “Schutztruppe” (protection force) in the “protectorate” of German South West Africa. After the First World War, the building served as the headquarters of the military of the Union of South Africa. A museum was established here in 1962, but it was closed for renovations during my visit to Windhoek. Plans are in place to establish a “National Museum of Genocide and Colonial History” here. A “Genocide Memorial” already stands in front of the building. It commemorates the Herero (142) and Nama (143) uprisings in the German South West Africa “protectorate” between 1904 and 1908 and their suppression by the German Empire’s “Schutztruppe”. Whether these events fall under the definition of genocide (144) is the subject of ongoing controversial debate. The historian Hans Hilpisch demonstrates that these discussions are predominantly conducted with unverified claims and without knowledge of precise figures, especially the population size of the various ethnic groups and the development of these population figures in the past, without knowledge of the detailed course of historical events, and without knowledge of the geographical conditions, particularly in the Omaheke region (145).
Furthermore, it must be noted that genocides, colonial crimes, and also wars and tyranny often receive vastly different levels of attention in the public consciousness. For example, the undoubtedly largest colonial crime in Africa by far, the so-called “Congo atrocities” (146) in the “Congo Free State” (147) during the reign of Belgian King Leopold II (1835-1909) (148), with eight to twelve million dead, which corresponds to about half of the population of the Congo region at that time, is almost entirely absent from public awareness. The “Congo Free State” was assigned to King Leopold II, who presented himself as a philanthropist and promoter of scientific exploration of Africa (149), as a private colony in Berlin during the Berlin Congo Conference of 1884/85. This Berlin Congo Conference of 1884/85 took place in Berlin from November 15, 1884, to February 26, 1885, at the invitation of Chancellor Otto von Bismarck, in the age of imperialism (150) and within the framework of the geopolitical (151) “Scramble for Africa” (152).
Even in the European city of Brussels, the topic of the so-called “Congo atrocities” is consistently avoided, as was my impression during my multi-day visit to Brussels in July 2022, during my cycling travel through the southern North Sea region in the summer of that year 2022. For example, the Africa Museum (153), which was redesigned and reopened in 2018, largely ignores the issue under the pretext that there are no precise figures on the events, as I noticed during my visit to the museum on July 9, 2022. On the site where the Africa Museum is located, King Leopold II had organized a colonial exhibition on the “Congo Free State” during the 1897 Brussels World’s Fair (154).
The European Quarter of the European Union in Brussels lies between the “Leopold Quarter” and “Leopold Park”, surrounded by prestigious buildings commissioned by King Leopold II with the “proceeds” from his “Congo Free State”. But nowhere is there any indication of the historical context. Among these prestigious buildings stands out the Palace of Justice (155), financed by King Leopold II and inaugurated by him on October 15, 1883, as a symbol of the rule of law. In it, King Leopold II celebrated himself as a custodian of justice, while in his “Congo Free State” he subjected the people to a state of rightlessness and “special conditions of violence” (Besondere Gewaltverhältnisse) and forms of “special treatment” (Sonderbehandlung) in order to promote raw material extraction, and in particular rubber production (156), using genocidal methods. Comparable conditions and developments to those in the “Congo Free State” existed, albeit on a somewhat smaller scale, in the Amazon region with the “genocide in Putumayo” (157).
During the rubber boom, a system of debt slavery (aviamento) arose in the Amazon region as a consequence of rubber extraction, forcing large segments of the indigenous population to perform forced labor, resulting in the deaths of tens of thousands. For example, the forced labor regime of the “Peruvian Amazon Rubber Company”, headed by Julio César Arena del Águila, alone claimed the lives of more than 40,000 people on the Rio Putumayo (158). This brutality is surpassed not in its quality, but in its sheer quantity, only by the methods of rubber extraction in the Congo Free State during the reign of King Leopold II, which resulted in approximately 8-12 million deaths. The genocidal methods of rubber production have received little scientifically studied to date, and as I observed in Brussels, no effort is being made to address them.
The Great Terror in both the Congo region and the Amazon region, like Stalin’s “Great Terror”, proves to be part of the terror of the age of industrial modernity (159).
Southeast of the “Alte Feste” (Old Fortress) in Windhoek, there are three other large buildings dating from the period between the Berlin Congo Conference of 1884/85 and the First World War: Schwerinsburg, Heinitzburg, and Sanderburg. These are not open to the public, however, as they are privately owned. Conditions in the surrounding residential areas are similar to those in Cape Town: properties are enclosed by electric fences, as indicated by signs. Further signs refer to “Neighbourhood Watch” initiatives and security services with an “Armed Response” concept. The reason for such security measures is the extremely high crime rate in southern Africa, particularly in the Republic of South Africa, which has had the highest crime rate in the world since the end of apartheid. The Ludwig von Estorff House, built in 1898 and home to the Goethe-Institut, is also surrounded by an electric fence. The statue of former Governor Curt von Francois, which my guidebook indicated was located in front of the Windhoek City Hall, is no longer there. I also came across the so-called “Boer Monument” (Oudstryder Bittereinder Monument), which commemorates Boers who migrated from South Africa to South West Africa after the Second Boer War (1899-1902).
I also visited the Botanical Garden in Windhoek on November 8, 2025, where numerous plants and especially trees can be seen that are superbly adapted to the dry climates and habitats of Namibia, including various succulents (160) and so-called bottle trees. I was particularly impressed by the various acacia species, which can actively fold and unfold their pinnate leaves as needed.
Reference is also made to the connection between vegetation and climate, which is well known to geographers: the trees of the dry savanna in Namibia create a micro-habitat with a climatic zone where the temperature is up to 21 °C lower than in the (unforested) surrounding area. This confirms my own findings from various parts of the world regarding the climate impact of woods. Unfortunately, only geographers consider and study vegetation, climate, and soil in relation to one another. This integrative perspective in geography can be traced in particular to the geographer Alexander von Humboldt (1769–1859) (161). Regrettably, in contrast to the holistic (162) approaches of geographers, reductionist (163) perspectives dominate in other scientific disciplines. A special feature of this botanical garden is a separate “Desert House” showcasing plants from the Namib Desert.
On Monday, November 10, 2025, after a three-day stay in Windhoek, I continued my journey by bus to the coastal town of Swakopmund. The drive took me west along the B2 highway, close to a railway line. Gradually, the dry savanna that characterizes the area around Windhoek gives way to a steppe with small bushes. Beyond the town of Usakos, a semi-desert with only sparse vegetation dominates. It is striking that here, as on the drive from Cape Town to Windhoek, almost the entire landscape alongside the road is fenced off, even though it is clearly useless wasteland and desert. Nevertheless, there is no indication that this fenced land is used for any significant agricultural purpose; for example, I didn’t see any livestock during my drive. However, the herds of large animals that are typical of the savannah landscapes of Africa, including dry savannahs, are also absent here. From the Great Escarpment (164) in the west of the highlands, the terrain gradually descends to sea level on the Atlantic coast. Along the Atlantic coast, the Namib Desert (165) forms a desert strip 80 to 120 kilometers wide. The climate on the southwest coast of Africa is influenced by the cold Benguela Current (166), which makes temperatures in Swakopmund considerably cooler than in other parts of southern Africa. Fog is also very common and often persists throughout the day.
The town of Swakopmund (167) has approximately 70,000 inhabitants today. Swakopmund is a popular tourist destination, as numerous well-preserved buildings, including Art Nouveau buildings, from the historical period between the Berlin Congo Conference of 1884/85 and the First World War can be seen in the historic town center; the most famous are the Old Railway Station, the Hohenzollern House, and the Woermann House.
What impressed me most in Swakopmund was the Swakopmund Museum (168), which exist since 1951 and which I visited on November 11, 2025. The museum is considered the best museum in Namibia. All the exhibits relate to Swakopmund and Namibia. Visitors are provided with comprehensive and detailed information on each topic in three languages (English, German, and Afrikaans). The museum is particularly impressive due to its wide range of exhibits, including Namibia’s flora and fauna and vegetation zones, geology, mineralogy and earth history, archaeology, ethnography, settlement history, and maritime history. In the field of seafaring and maritime trade history, it is also pointed out here that the shift of maritime trade routes from the Mediterranean to the Atlantic and the establishment of new maritime trade routes around Africa at the transition from the Middle Ages to the modern era originated in the decline of the transcontinental Eurasian Silk Road trade, and this decline is linked to the fall of the Byzantine Empire and the expansion of the Ottoman Empire.
I also visited the “Living Desert Snake Park”. Numerous terrariums there house reptiles, especially snakes, native to southern Africa. Such opportunities to observe and learn about snakes up close in terrariums are undoubtedly a valuable tool for combating and dispelling widespread ignorance and prejudice about snakes. Unfortunately, I encountered very few other visitors there.
There are several tour operators in Swakopmund, and among them, a half-day tour into the adjacent Namib Desert called the “Living Desert Tour” is offered by several of them. I participated in this tour on November 13, 2025. Participants have the opportunity, guided by experienced and knowledgeable local tour guides, to learn about the unique flora and fauna of the Namib Desert, which is largely a full and true desert. The tour begins south of Swakopmund at the dry Swakop River. We learned that the river had last carried water briefly in April 2025. However, the gravel bed of the riverbed still contains water, so bushes and trees grow there, and animals graze there, including dromedaries belonging to tour operators.
To the south, the vegetation quickly becomes sparser. First, there are numerous small, vegetation-covered hills, the largest of which, known as “tamarisk hills”, can reach heights of several meters. These are the same tamarisk trees that shape and define the landscape in the arid regions of North Africa. Smaller, vegetation-covered hills and dunes are formed by various other drought-resistant plants. While the tamarisk trees can access deep soil moisture through their very deep roots, other plants in the Namib Desert rely primarily on the moisture available near the surface in the mornings in the form of fog and dew.
The Namib is a geologically ancient desert, approximately 50 million years old. The sand that forms the Namib dunes has a long journey, as we learned on the tour. A large portion of the sand originates in the Drakensberg Mountains; it was transported by the Orange River (169) to the coast of southwest Africa and then distributed along the coast by the Benguela Current. Over long periods, the prevailing westerly winds blew the sand eastward from the coast, creating the Namib dunes, which are slowly migrating eastward in accordance with the prevailing wind direction. The predominantly fine sand can be various colors, including black components of iron oxides with magnetic properties, which was demonstrated to us with a magnet.
The tour focuses on various small desert animals such as lizards, geckos, chameleons, snakes, slow worms, and others, which are adapted to desert life in different ways. Thanks to the guides’ local knowledge, we were able to find and observe them. For example, a chameleon used its extremely long tongue to take mealworms from the hand. These reptiles feed primarily on insects, which also inhabit the Namib Desert. A significant food source for these insects is wind-dispersed plant seeds, which are blown into the Namib Desert in larger numbers by rare easterly winds.
On my travels, I constantly meet interesting and open-minded travelers with extraordinary travel plans. I take advantage of these opportunities to exchange experiences, often including email addresses and other contact information, so I can continue this exchange. Many travelers with exceptional travel plans now share their journeys on their own websites and online accounts. Not only young people can find inspiration here to undertake similar adventurous, enriching, insightful, and horizon-broadening journeys. Such inspiration is particularly needed today, and travelogues of extraordinary and noteworthy trips can provide just that.
At the hostel where I stayed in Swakopmund, I met Clément from Bordeaux with his touring bicycle. Clément told me about his extraordinary two-year world tour, which he is undertaking overland by bicycle and across the oceans as a crew member on sailing ships. When we met in Swakopmund, he was on his way back from Cape Town through West Africa to Bordeaux, where his circumnavigation around the world will end. I was particularly impressed that Clément managed to cover all the distances across seas and oceans as a crew member on sailing ships, without using airplanes, as it is common practice today. Apparently, this kind of crewed sailing works far better across oceans than I had previously imagined, and Clément spoke at length about his own experiences. What you need is flexibility and patience, as it can sometimes take several weeks to find a suitable crewing opportunity, especially off the main routes.
During my stay in Swakopmund, my Samsung Galaxy J5 smartphone was stolen on the night of November 13th to 14th, 2025, resulting in a multitude of significant problems that jeopardized the continuation of my travel. It became clear to what a vast and alarming extent our lives have become dependent on smartphones and their constant, flawless operation.
On November 20, 2025, I travelled back from Swakopmund to Windhoek with one of the minibus transport companies based in Walvis Bay and Swakopmund. They offer a door-to-door service, picking you up at your accommodation and dropping you off at your destination. The journey to Windhoek followed the same route as my travel to Swakopmund on November 10, 2025. This time, I was able to observe the changing landscape in the opposite direction. The first part of the journey took me through dense fog in a section of the Namib Desert. Dense fog is a very common phenomenon in the coastal part of the Namib Desert, and the moisture from the fog is the most significant form of precipitation there. I wonder why, during the geologically long period of the Namib Desert’s existence of around 50 million years, no vegetation has developed and become established here that actively generates its own rain based on this very frequent dense fog, as, for example, the Canary Island pines do in the Canary Islands, which in the mountainous regions there utilize the moisture of the trade wind clouds, which condenses on their long needles and falls as rain, thus actively generating most of the fresh water of the Canary Islands, something I was able to confirm for myself during my excursions in the Canary Islands in the spring of 1995.
5. Etosha and the myth of Africa as a natural paradise
After my visit to the town of Swakopmund, I travelled from Windhoek to my next destination, Etosha Nature Park (170), located in northern Namibia, which I was eager to explore. Etosha Nature Park and its large animals are considered one of the touristic main attractions in Namibia.
At first, it was uncertain whether I would be able to reach Etosha Nature Park, as it is somewhat off the main routes and I was dependent on public transport for my travel. Since the tourist infrastructure in Southern Africa is highly geared towards private vehicle travel, and consequently most tourists travel in rental cars, which are indeed the only way to reach most of the remote and peripheral destinations and attractions in Southern Africa, I was initially unsure whether I could get to Etosha Nature Park by public transport. In Southern Africa, public transport is limited to the main routes between major cities, and it is not possible to reach remote and peripheral destinations and attractions by public transport. Therefore, I was pleased that after considerable research, I found a transport option from Windhoek to Etosha Nature Park, which enabled me to visit it. The main purpose of my travel to Etosha Nature Park was to get to know it as part of a one-day tour offered by various tour operators.
The five-hour journey from Windhoek to Etosha Nature Park on November 22, 2025, was made quickly in a minibus on a well-maintained country road. Approximately 65 kilometers north of Windhoek, the route passed an extensive settlement of corrugated iron shacks, a social reality in both Namibia and South Africa, which, however, remains almost entirely hidden from tourists. Breaks were made in the towns of Okahandja, Otjivarongo, and Outjo. The landscape traversed is largely characterized by dry savanna, and here, too, the land on both sides of the road is almost entirely fenced. At least here, with only a few small exceptions, there is no attempt to clear this dry savanna landscape of shrubs to create a uniform, monotonous grassland for cattle grazing, as is common practice elsewhere. The numerous termite mounds, ubiquitous in the landscape, are noticeable. Beyond Outjo, the landscape flattens out.
Etosha Nature Park lies in the western part of the Kalahari landscape (171), which is predominantly covered by thornbush savanna (Dornbusch-Savanne) (172). At the heart of Etosha Nature Park lies the 4,760 sq km Etosha Pan (173), a saltclay pan that comprises about 23% of the park’s current area. It is 129 km long and 72 km wide, situated at an elevation of 1,077 to 1,085 meters above sea level. The Etosha Pan has no outlet and only three major tributaries. Springs along the southern edge of the pan are a source of the park’s abundant wildlife. The Etosha Pan is entirely devoid of vegetation; in the rest of Etosha Nature Park, vegetation varies, including tree savanna, thornbush savanna, and grass savanna. The afternoon temperatures I measured here were 37°C, which were the highest temperatures I measured during my travel through southern Africa.
Arriving at Etosha Nature Park, I pitched my small tent at a campsite a few kilometers from the main southern entrance, the Anderson Gate. This campsite is surrounded by hills and dry savannah. At night, zebras frequented the campsite, grazing among the tents. I managed to arrange a guided day tour through parts of Etosha Nature Park at short term on November 23, 2025. Numerous tour operators offer tours in open 4x4 vehicles. The tour I was able to join exceeded my expectations: I saw many large animals of numerous species, including giraffes, ostriches, plains zebras, large numbers of springbok, wildebeest, oryx, kudu, a large herd of elephants, a black rhinoceros, lions, and various smaller animals and birds.
On our tour, we entered Etosha Nature Park through the Anderson Gate (Ombika) in the south of the park, which is open daily from 7:00 a.m. A paved road leads from there through a savannah landscape to the Okaukuejo Resort. From there, gravel roads with a slight corrugation lead in various directions. Except at fenced camps and rest areas, vehicles must not be left while driving in Etosha National Park, and a speed limit of 60 km/h applies. We soon saw the first large animals: giraffes, as well as springbok, which are very numerous in Etosha National Park, then ostriches and wildebeest. Our drive initially took us along the western edge of the endorheic Etosha Pan. The landscape here is largely open and has the character of a steppe. We saw oryx, more giraffes, an owl, a secretary bird, guinea fowl, meerkats, and large colonies of weaver birds. Our tour then led us to a viewpoint at a waterhole on the edge of the Etosha Pan (site point “Okondeka”). Various animals could be seen in the distance, including springbok, ostriches, plains zebras, oryx, and wildebeest.
In the early afternoon, we had a lunch break at the Okaukuejo Resort. There is a waterhole there frequented by giraffes, zebras, oryx, and springbok. In the afternoon, we continued our tour eastward along the southern edge of the Etosha Pan. We reached a waterhole (site “Olifantsbad”) with a large herd of elephants, giraffes, and a black rhinoceros, which was certainly the highlight of our tour. Finally, after some searching, we came across two lions resting in the shade of trees at the site “Aus”. This day trip to Etosha National Park was undoubtedly one of the highlights of my two-month tour through parts of southern Africa.
Encountering and observing the large animals characteristic of the African continent in their natural habitat is a highlight of most travels to Africa. However, the African large animal fauna has been severely decimated and is now confined to a few remaining reserves and nature parks, including Etosha Nature Park. In the rest of the country, these animals were almost completely hunted down in southern Africa many decades ago.
The landscape in South Africa and Namibia, as I observed throughout my travels, is almost entirely fenced and privately owned, a phenomenon that particularly characterizes and shapes the landscapes of settlement colonies, such as in the USA, where all land along the roads is consistently fenced off. This is also the case in South Africa and Namibia. In contrast to settlement colonies, such as the USA, this phenomenon is virtually nonexistent in Europe due to the specific characteristics and differences of the agrarian constitution and history of rural areas in Europe from the Middle Ages to the early modern period. As a result, the landscapes in Europe, including agricultural landscapes, are generally accessible and open to the public.
The basis for the unlike in Europe almost entirely fenced in landscapes in settlement colonies, particularly in the USA, is a totalitarian intensified understanding of property rights and ownership. This understanding developed in settlement colonies due to their specific characteristics and differences in agrarian constitution and the agricultural history of rural areas. In settlement colonies, especially in the USA, the sphere of the design of personal life and the free development of the personality, based on the personality rights, is not limited, as in Europe, to house and farm properties, where these rights are protected as fundamental and human rights. Rather, this private sphere proliferates and extends across the entire landscape it occupies. This development is most advanced in the USA, where virtually the entire landscape is fenced off as private property, and private owners assert a right of self-defense against those who disregard and cross these fences. This right includes the right to shoot on intruders, as signs throughout the USA clearly indicate, as I discovered during my bicycle travel through North America in the summer of 1990. To exercise this right of self-defense, private owners in the USA must always be armed. In effect, only the street remains as public space. This totalitarian intensified understanding of property and ownership entails unrestricted, absolute, and total control over all fenced private property, as well real estate, land, as also movable property, including (formerly) slaves, and the private owner can do unrestricted whatever he wants with this property.
As settlement colonies, the conditions in the USA are comparable to those in South Africa and Namibia. In both cases, the settlers were inspired by a pleasing to God and missionary zeal to conquer and subdue the “wilderness” (174) and the “savages” and to treat the landscape according to “instrumental reason” (175). In both cases, before their settlement, the settlers encountered pre-state societies living as hunter-gatherers (176): in North America, the Indians (Native Americans) (177), and in southern Africa, the San (Bushmen) (178). These societies did not recognize private land ownership, which had only emerged in the course of the Neolithic Revolution, but rather customary rights of land use of the character of a everyman’s right (179). These pre-state societies, along with their understanding of land use and their customary rights of land use, were displaced and largely eradicated, in North America, the Indians (Native Americans) (180), and in southern Africa, the San (Bushmen) (181). In this newly created, historyless and lawless space, where no traditions or relics of either an agrarian history or a rural agrarian constitution remained, the settlers’ totalitarian intensified understanding of property and ownership could freely develop and spread, along with plantation economy, monocultures, and slavery. The example of plantation economics, in particular, makes it clear that the instrumental manipulation of the landscape and nature continues in the instrumental manipulation of people, forming a system of violence, and this shapes and influences current conditions.
As these examples of settlement colonies show, power is used to enforce claims to dominion over landscape and space, restricting or even completely preventing the original free access to, free movement within, and residence in the landscape. The degree and extent of general accessibility to the landscape can be used to determine the degree and extent of the realization of “structural freedom” within a society. Undoubtedly, this “structural freedom” has been increasingly lost since the Neolithic Revolution, and this historical process of enforcing claims to dominance over landscape and space has been associated with extreme, often genocidal, violence (182).
In contrast to the settlement colonies of South Africa and Namibia, the landscapes in Botswana and Lesotho, which I also visited during my travel, are largely unfenced in southern Africa. This points to significant differences in both the agrarian constitution and the agricultural history of the rural areas. A habitat for large animals no longer exists in these fenced landscapes of the settlement colonies; instead, sterile monocultures of the agricultural and forestry industries are rapidly expanding across the fenced and enclosed areas.
Etosha Nature Park is also fenced today, giving it the character of a large, isolated wildlife enclosure. Etosha National Park was established on March 22, 1907, when the then Governor of German South West Africa, Friedrich von Lindequist, declared 99,526 square kilometers a nature reserve. This area was later reduced several times, so that Etosha National Park now covers 22,935 square kilometers. The considerably smaller Etosha Nature Park was then fenced to prevent wildlife migrations. The fencing of both Etosha Nature Park and the surrounding landscape prevents animal migrations (183), which are an essential part of the animals’ way of life. Furthermore, animal migrations are a crucial and constitutive element of the ecology of the savannah landscapes, which make up about a quarter of the African continent. As one of the few examples where animal migrations were largely taken into account when establishing a nature park, the Serengeti (184) can be cited, which was made possible in particular by the commitment of Bernhard and Michael Grzimek (185).
An alternative to fenced landscapes and the grazing of livestock such as cattle or sheep in these fenced areas, which are typically deforested (186), cleared of scrub (187), and converted into monotonous grasslands for pasture, would be the use of the diverse natural wildlife populations, monitored and controlled by wildlife biologists. These diverse wildlife populations would be able to move freely in the unfenced natural landscapes of Africa, particularly during migrations. To this end, Africa’s natural landscapes are preserved and restored through renaturation (188), including, in particular, the savanna landscape type, which originally covered a quarter of the African continent. The diverse natural wildlife populations are also regenerated through rewilding (189).
The vegetation of the savanna, in contrast to the monotonous, deforested, and scrub-cleared pastureland, is diverse and has several vegetation layers. This diversity of vegetation corresponds to the diversity of different wildlife species, which occupy different ecological niches (190) and utilize the diverse natural vegetation differently as food. The plants and animals of the savanna together form an ecosystem (191) as a component of the biodiversity (192) of the biosphere (193). Since the net primary production of biomass of the diverse natural vegetation, in this case the savanna, is greater than that of a deforested and scrub-cleared monotonous grassland, more large animals can coexist in the savanna than is possible on a scrub-cleared monotonous grassland where only one animal species, usually cattle or sheep, is kept. This means that with the controlled use of the savanna’s natural animal population by wildlife biologists, higher meat production is possible than with the raising of a single livestock species on a cleared, monotonous grassland, which is classically considered the ideal pasture, but is not factually the case.
Such alternative land-use concepts ideally realize nature conservation (194), process protection (195), and landscape protection (196), into which the traditional way of life and economic practices of the San (Bushmen), who to this day have been displaced, driven out, discriminated and marginalized, can be integrated. The Amazon region in South America provides an example of this, where the integration of the indigenous populations of the Amazon rainforest with their traditional ways of life and economic practices into nature conservation concepts is both demanded and pursued (197). The existing cross-border concept of “Peace Parks” (198) can also be integrated into such concepts and further developed. In this way, nature conservation and tourism become an integral part of détente policy (199).
Today, the tourism industry profitably markets the myth of an “African natural paradise”, but this has long since ceased to exist. The “African natural paradise” must first be reconstructed and restored by renaturation and rewilding.
On November 25, 2025, I travelled back to Windhoek from Etosha National Park to continue my journey to Victoria Falls on the Zambezi River by Intercape coach. While Etosha National Park had enjoyed clear, sunny weather, the cloud cover increased during the drive to Windhoek, and showers began to fall in the distance.
6. Through the “Caprivi Strip” to Victoria Falls
From Windhoek, I travelled to northeastern Namibia on November 26, 2025, by Intercape coach. It was election day in Namibia, and, as on a Sunday, there was very little traffic on the roads. In northeastern Namibia, the so-called “Caprivi Strip” (200) extends far into the center of southern Africa. The Caprivi Strip is named after Leo von Caprivi (201), Otto von Bismarck’s successor as Chancellor of the German Empire from 1890 to 1894, who sought reconciliation with the United Kingdom of Great Britain. The Caprivi Strip dates back to the Heligoland-Zanzibar Treaty (202), signed on June 1, 1890, between the United Kingdom of Great Britain and the German Empire. The border rivers of the Caprivi Strip are the Zambezi (203) to the north and the Chobe River (Cuando River) (204) to the south. At the eastern end of the Caprivi Strip lies a quadripoint where the present-day countries of Namibia, Botswana, Zambia, and Zimbabwe meet. Victoria Falls is only a short distance from here.
The regular Intercape Mainliner buses have seats for 60 passengers, and I traveled on one of these Intercape coaches from Windhoek through the Caprivi Strip to the border town of Katima Mulilo, passing through Okahandja, Otjivarongo, Otavi, Tsumeb, and Rundu. For much of the way through the Caprivi Strip, the bus followed the Trans-Caprivi Highway (= country road B8), a well-maintained road. The weather was overcast, and the savanna landscape here is noticeably greener, with taller and denser trees, indicating higher rainfall. Small rural settlements, surrounded by small-scale farming, line both sides of the road.
Since 2004, the Sesheke Bridge has spanned the Zambezi River near Katima Mulino, connecting Zambia. The main route of the Intercape coach runs across this bridge and continues north along the Zambezi through Zambia to the town of Livingstone and then on to Victoria Falls in Zimbabwe. Passengers, including myself, traveling south of the Zambezi from Katima Mulino to Kasane and then on to Victoria Falls, transferred in Katima Mulino to a small, 23-seat Intercape Interconnect bus towing a luggage trailer.
After about an hour’s stop in Katima Mulino, the journey continued along the Trans-Caprivi Highway (= country road B8) for approximately 70 kilometers to the Ngoma Gate border crossing between Namibia and Botswana. At the Namibian border station, passports were scanned electronically, and passengers quickly received their exit stamps. Entry into Botswana was also swift. In my case, no visa was required for entry into Botswana, unlike the earlier entry into Namibia. Following the events of September 11, 2001, and at the initiative of the USA, it has become increasingly common worldwide for biometric data to be collected at border crossings (205), but this was not the case at this border crossing, nor at the other border crossings I passed through in southern Africa.
The small border town of Kasane lies on the southern bank of the Chobe River in Botswana (206). In Kasane, I was the only passenger who got off as scheduled; the other passengers continued on to the tourist resort of Victoria Falls in Zimbabwe. At my request, the bus driver kindly gave me a lift to the neighboring town of Kazungula, where the hostel where I was staying is located.
The Chobe Nature Park (207) borders the Chobe River here. Tour operators also offer tours in Chobe Nature Park, and I participated in one such tour, which also takes place in open off-road vehicles, on November 28, 2025. On this tour, we entered Chobe Nature Park near the town of Kasane at around 6:00 a.m. through the Seduda Gate. The tour initially followed the course of the Chobe River westward. The landscape along the riverbank is largely open, allowing for expansive views and facilitating wildlife observation. Away from the riverbanks, a comparatively dense and green savanna landscape dominates Chobe National Park. Unlike Etosha National Park, there are no roads or gravel tracks here; the vehicles travel on tracks and trails that crisscross the terrain. We encountered buffalo and antelope, and then a group of eight lions that passed close to several tour vehicles. We also encountered baboons, an osprey, various other birds, giraffes, a monitor lizard, and other antelopes, including impalas. Then we left the riverbank, and the journey continued through a dense savanna landscape dominated by trees. Here we saw elephants. Towards the end of the tour, we came across a large number of elephants, around 100, on the banks of the Chobe River. Hippos are common in the Chobe River, and Nile crocodiles also inhabit it.
Unlike Etosha Nature Park, Chobe Nature Park and the surrounding landscape are not fenced, so the animals are not hindered in their seasonal migrations. In contrast to the settlement colonies of South Africa and Namibia, the landscapes in Botswana and Lesotho in southern Africa are largely unfenced, which points to significant differences in both the agrarian constitution and the agricultural history of the rural areas. That these differences have persisted to this day is due to the fact that in 1895, three Tswana chiefs successfully prevented the annexation of the then British protectorate of Bechuanaland (208) by the British South Africa Company (BSAC) (209), founded by Cecil John Rhodes (1853-1902) (210), through negotiations with the British Empire. The “Three Chiefs Monument” in the town of Gaborone commemorates this historical event.
On November 29, 2025, I visited Victoria Falls (211) on the Zambezi River near the tourist town of Victoria Falls. East of Kazungula, I crossed the border between Botswana and Zimbabwe for this purpose, obtaining a one-day visa on arrival for Zimbabwe (fee: USD 30). Since 2009, due to the devaluation of the Zimbabwean dollar, the US dollar has been the official currency in Zimbabwe. Entrance to Victoria Falls cost USD 50. Victoria Falls is one of the most important tourist attractions in Africa and is a UNESCO World Heritage Site. These waterfalls on the Zambezi River were named “Victoria Falls” by the African explorer David Livingstone (1813–1873) (212), who visited them during several travels through southern Africa. A monument commemorating Livingstone stands before the waterfalls.
The border between Zambia and Zimbabwe runs through the Zambezi River and the Victoria Falls. On the Zimbabwean side, the Victoria Falls are part of Victoria Falls Nature Park. A trail approximately 1.5 kilometers long with 16 viewpoints runs along the edge of the gorge. Viewing the falls from the Zimbabwean side is more popular, as it offers a panoramic view. Currently, the Zambezi was low, nearing the end of the dry season. Nevertheless, it rained in some areas due to the spray, and rainbows were visible over the falls. The water plunges up to 107 meters. The trail ends at a steel arch bridge spanning the Zambezi River, where a border crossing between Zimbabwe and Zambia is located.
After visiting Victoria Falls, I continued my journey on November 30, 2025, traveling by minibus through eastern Botswana to the town of Nata. The drive took me through a green savanna landscape, which, unlike in South Africa and Namibia, is not fenced. It is surprising, then, that this savanna landscape is repeatedly interrupted by vast expanses of industrial agriculture stretching to the horizon. Among other things, maize is cultivated here in enormous, sterile monocultures. The drive also led past massive, industrial silage clamps. These large-scale industrial facilities with their vast monocultures contrast sharply with the small-scale subsistence farming prevalent in the Caprivi Strip, among other places. The question arises: who are responsible for establishing and maintaining these enormous industrial facilities and structures? It is known that various foreign actors, including the People’s Republic of China, are buying up large areas of land in many parts of Africa in order to carry out industrial agriculture, which is called “land grabbing” (213), since this land is no longer available for other purposes, such as nature conservation and subsistence farming for the local population.
The town of Nata lies on the banks of the Nata River. A dam with a road blocks the river near the town. Below the dam, the riverbed was largely dry, and no water was flowing. Above the dam, the Nata River forms a reservoir approximately six kilometers long. The riverbanks are used for grazing livestock (goats, cattle, horses), which are tended by herders. The hostel where I stayed in Nata has canoes, and I paddled one of them upstream on this reservoir. The banks of the Nata River are largely steep, reaching heights of up to five meters. Due to the high sediment content, the water of this reservoir is gray, matching the color of the soil along the river's steep banks. The riverbed was also dry above the reservoir.
At the hostel where I stayed in Nata, I also met travelers with extraordinary and impressive travel plans. Among them were Wiebke and Lisa with their touring bikes, who were currently on a tour of Namibia and Botswana. Wiebke told me she had recently cycled from Freiburg through West Africa to Cape Town.
From the town of Nata, a road leads west to the tourist resort of Maun on the edge of the Okavango Delta (214). Maun is considered the center of safari tourism in Botswana. However, after my successful visits to Etosha Nature Park and Chobe Nature Park, my itinerary did not include another nature park visit, both due to the limited time available and the generally high costs associated with participating in tours organized by tour operators.
From Nata, I continued my journey on December 2, 2025, by minibus towards Francistown and Gaborone. The green savannah landscape, which I had been traversing since the Caprivi Strip, continued. From Francistown, I drove on to the town of Palapye, which served as a convenient stopover on my way from Nata to Gaborone. A wide grassy verge runs alongside the highway, cleared of trees and bushes, and numerous cattle graze on this verge. These cattle occasionally cross the highway, requiring slow and careful driving. According to the Central Places system (215) developed by geographer Walter Christaller, Palapye serves as a transportation hub and a supply center for its surrounding area.
From Palapye, I continued my journey in another minibus, passing through the town of Mahalapye, to Gaborone, the capital of Botswana. Up to this point, the landscape in Botswana had been flat, but near Gaborone it became hilly and some mountains came into view. In Gaborone, on December 4, 2025, I took a city excursion, which included a visit to the semicircular government district, the business center, the National Museum, which was undergoing renovations at the time, and the “Three Chiefs Monument Park”. In this park, the “Three Chiefs Monument” commemorates three Tswana chiefs who, in 1895, successfully prevented the annexation of the then British protectorate of Bechuanaland by the British South Africa Company (BSAC), founded by Cecil John Rhodes (1853-1902), through negotiations with the British Empire. This annexation would have meant that Bechuanaland would later have become part of the Union of South Africa, founded in 1910, and would therefore, like Namibia, have been subjected to the consequences of apartheid. This, too, was successfully prevented in 1895. Like Bechuanaland (Botswana), Basotholand (Lesotho) and Swaziland (Eswatini) also rejected incorporation into the Union of South Africa in 1910.
From Garborone, I reconnected to the coach routes of the Intercape coach company, with whom I continued my journey to Pretoria on December 5, 2025. After a short drive of about 30 minutes, I reached the border between Botswana and South Africa at the Tlokweng-Kopfontain border crossing. It is a frequently used border crossing, and there were long queues at passport control, although the checks themselves were quick on both sides. Passports were scanned electronically, and an exit or entry stamp was issued. Also here no biometric data were collected. The onward journey to Pretoria took me through a mountainous and green savannah landscape.
7. Pretoria or: The Boer Republics and the “Scramble for Africa”
The city of Pretoria (216) holds outstanding historical and contemporary significance, as it was the capital of the Boer Republic of the South African Republic (Transvaal) (ZAR) (217), and is now one of the three capital cities of South Africa, alongside Cape Town and Bloemfontein. Consequently, Pretoria boasts numerous historical buildings, museums, and attractions. During my city excursion on December 6, 2025, I also explored Pretoria’s historical sites. Here, too, the aim is to conduct historical research at the original geographical locations of historical events.
My city excursion of Pretoria began in the Hatfield district, where my hostel was located. I took the Gautrain, a commuter train considered reliable and safe, from Hatfield station to Pretoria station, which is situated next to the main train station and the bus station in Pretoria’s city center. As is common at bus stations in South African cities, numerous coach companies have their ticket offices at Pretoria’s bus station, where tickets can be easily purchased, and bus tours to numerous destinations throughout South Africa are offered. From there, I followed Paul Kruger Street north, passing the National Museum of Natural History. On the opposite side of the street, surrounded by a park with monuments, stands the City Hall, built in 1935. The entire area around the City Hall was fenced off and inaccessible. I then reached Church Square, which forms the architectural heart of Pretoria. It is surrounded by numerous large, impressive buildings, including the Raadsaal, built in 1891, the parliament of the Boer Republic of South Africa (ZAR) (Transvaal). In the center of Church Square, a monument commemorates Stephanus Johannes Paulus Kruger (1825-1904) (218), President of the South African Republic (ZAR) (Transvaal) from 1883 to 1900.
Afterwards, I visited the “Paul Kruger Museum” (219), located west of Church Square opposite Kruger’s Church. The museum is housed in the home where Paul Kruger lived when he was President of the South African Republic (Transvaal) from 1883 to 1900. His presidency fell squarely within the Age of Imperialism, a key feature of which was the “Scramble for Africa”. Paul Kruger’s time in office was particularly marked by this Age of Imperialism, which culminated in two world wars.
Consequently, imperial wars dominated Paul Kruger’s term as President of the South African Republic (Transvaal), a topic addressed in the Paul Kruger Museum I visited in Pretoria. The museum showcases, among other things, the widespread solidarity shown to Paul Kruger during these armed conflicts with the British Empire (220), the so-called Boer Wars (221), by both state actors and numerous civil society groups worldwide. However, in reality, nothing more happened beyond these expressions of solidarity. In the military conflict with the British Empire, then the leading world power, the Boers were left to fend for themselves, and no one dared to openly support them and thus risk a conflict with the then leading world power, the British Empire.
Numerous comparable examples can be found in recent history where victims of military aggression by world powers are left to fend for themselves, and among many, I would like to cite three outstanding examples: 1. The Abyssinian War waged by Fascist Italy against the Ethiopian Empire, a member of the League of Nations, from October 3, 1935, to November 27, 1941 (222). 2. Finland in the so-called Winter War with the Soviet Union from November 30, 1939, to March 13, 1940 (223), and 3. the occupation of Tibet by the People’s Republic of China from 1950 onward (224). World powers continue to dominate the state system today, and in the UN Security Council, the world powers - almost exclusively victorious powers of the Second World War - as permanent members with veto power, represent their interests as world powers, with the consequence that power calculations and power politics, as well as geostrategy and geopolitics, determine world politics.
In order to defeat the Boer republics militarily, the British Empire deployed an overwhelming military force of around 450,000 soldiers in the Second Boer War of 1899-1902 (Anglo-Boer War, also: South African War) (225). Large parts of the civilian population were held in internment camps, which were called “Concentration Camps” (226), in which approximately 26,000 Boers died due to the conditions of detention. The Commander-in-Chief of the British Army, Horatio Herbert Kitchener, 1st Earl Kitchener (1850 – 1916) (227), gave the order to deprive the Boers of their livelihood as part of a “scorched earth” (228) strategy: 30,000 farms were burned down, villages destroyed, and the harvest ruined. The Boer republics were incorporated into the British Empire as colonies, and Paul Kruger went into exile in 1900. The Second Boer War became a more detailed topic during my subsequent visit to the town of Bloemfontein.
The previously independent Boer republics of the Orange Free State and the South African Republic (Transvaal) became colonies of the British Empire after the Second Boer War. On May 31, 1910, the Union of South Africa was formed through the union of four British colonies: the Cape Colony, Natal, the Orange River Colony, and Transvaal. The Union of South Africa became a Dominion (229) within the British Commonwealth (230). Like the other Dominions of the British Empire, such as Canada, Australia, and New Zealand, the Union of South Africa also participated in all subsequent (imperial) wars of the British Empire, including the First World War, as loyal vassals of the British king, just as in the time of William the Conqueror (231), even though these wars of the British Empire had no bearing on these Dominions and their populations.
After visiting the Kruger Museum, I continued my city excursion in Pretoria to the Union Buildings, completed in 1913. Along with Cape Town, these serve as the seat of government. The Union Buildings are situated on a hill in a terraced park, offering a view over the city of Pretoria. Below the Union Buildings is the Pretoria War Memorial, which commemorates the 11,000 soldiers of the Union of South Africa who lost their lives in the First World War. It is designed according to the uniform architectural standards of the British Commonwealth War Graves Commission (232).
8. Johannesburg: From Gold Rush to Megacity
On December 7, 2025, I took a day tour from Pretoria to the nearby city of Johannesburg (233), which grew as a boomtown (234) during the gold rush that began in 1886. Because Johannesburg is considered the city with the highest crime problem in South Africa, I did not undertake for my city excursion my usual walking tour, but instead took a day tour on the city sightseeing bus. Due to the high crime rate, tourists are strongly advised against walking tours in Johannesburg. According to statistics, South Africa has the highest crime rate in the world, and within South Africa, this rate is highest in Johannesburg. Just like in Cape Town, tours of the city area are also offered in Johannesburg using the city sightseeing bus. In Johannesburg, the city sightseeing bus tour starts in the Rosebank district at the station of the Gautrain, which I took from Pretoria.
The city sightseeing bus tour passes through suburbs and residential areas, which, as in all South African cities, are surrounded by walls and high fences, mostly electric, and are strictly guarded by security companies operating under an “armed response” concept. In the city center dominate high-rise buildings from the period when Johannesburg was a booming supra-regional business and economic center following the gold rush. Significant demographic changes are taking place in South Africa, and particularly in its cities (235). As in all South African cities, since the end of apartheid, the city center of Johannesburg has been abandoned by residents of European origin, who have retreated to gated communities outside the city centers behind high, often multi-tiered fences and walls. Today, people camp in tents and selfmade huts along the roadsides of Johannesburg’s city center. These people, who fled the townships (236) and former homelands (237) in large numbers after the end of apartheid, now constitute the majority of the population in South African city centers. In addition, a large number of illegal immigrants and economic migrants from neighboring countries also arrive in South Africa, and they too largely settle in the city centers. There, they contribute to the unemployment rate, which in South Africa is between 35 and 40 percent. Due to the highest population growth rate (238) in the world in all of Africa, increasing numbers of people are pushing from the townships and rural areas into the city centers. During the city sightseeing bus tour, a presentation of the sights visited is provided via headphones in a variety of selectable languages. This presentation also covers various aspects of Johannesburg's past, present, and future. Among other things, it is mentioned that Johannesburg will have grown together with Pretoria and other cities and settlements in a few years to form a megacity (239) with possibly several tens of millions of inhabitants.
During the city sightseeing bus tour, you can get off at a total of 13 stops and continue your journey on one of the following city sightseeing buses, which depart every 40 minutes. I took advantage of this and got off at stop number 7 to visit the Apartheid Museum (240). The Apartheid Museum focuses on racial segregation (241) in South Africa and Namibia, which was practiced there until 1990 and is referred to as “apartheid” (242). In South Africa and Namibia, a distinction was made between “Little Apartheid” and “Great Apartheid”. The term “Little Apartheid” refers to racial segregation in public spaces, particularly in cities, while “Great Apartheid” refers to spatial segregation on a large scale, especially within the framework of homeland policies. Racial segregation was a phenomenon particularly prevalent in settlement colonies, such as in the USA (243), but also in South Africa and Namibia. In the USA, racial segregation was practiced until 1964, when a civil rights movement achieved its abolition (244). In South Africa and Namibia, racial segregation (apartheid) was abolished in 1990.
The Apartheid Museum’s motto is “Learn from the past, change the future”, and it impresses visitors with extensive exhibitions featuring numerous artifacts, primarily photographs, and comprehensive information. The exhibitions follow the historical developments chronologically. Among other things, they depict the prehistory of racial segregation in South Africa and Namibia, the implementation of apartheid policies from 1948 onward, how apartheid shaped and determined people’s lives, the opposition to apartheid, crimes committed by the apartheid regime to maintain apartheid and repress the opposition, the end of apartheid, the transition period from 1990 to 1994, which was marked by an increase in violence, and developments up to the present day.
The museum exhibition begins in the museum’s outdoor area with a highlighting of several key aspects of human history (245), particularly in the field of paleoanthropology (246). Undoubtedly, the interdisciplinary project of modern anthropology, whose shared cognitive interest (Erkenntnisinteresse) can be defined by Kant’s question “What is man?” (247), yields insights with far-reaching consequences for our worldview: The unity of humankind is thus no longer merely an intellectual and cultural achievement of unterstanding, as it was during the Age of Enlightenment, but a biophysical fact today. The findings of the interdisciplinary project of modern anthropology provide outstanding and compelling arguments against racial segregation and racism (248).
In addition to the main exhibition, there are two further exhibitions, one of which focuses on the life and work of Nelson R. Mandela (1918-2013) (249), and the other on the life and work of Desmond M. Tutu (1931-1920) (250). The latter exhibition, in particular, focuses on the “Truth and Reconciliation Commission” (251), established in 1996. This Truth and Reconciliation Commission is an expression and example of a new level of reflection in dealing with crimes committed in the context of war and tyranny, where the aim is enlightenment rather than punishment, as in tribunals and court trials (252). Thus, the focus is not on “perpetrators” but on the circumstances, which is what makes a change in these circumstances possible in the first place, corresponding to the museum’s motto: “Learn from the past, change the future.”
South Africa is considered an example of a successful transformation process from apartheid to democracy. Everyone now has the opportunity to participate in elections as an equal right. However, democracy cannot function if, as in South Africa and numerous other countries, voting is based on Criteria for affiliation to ethnic groups. In such cases, the election result is predetermined, so that we can also renounce of voting, as the outcome is not the result of prior public discussion and opinion formation, as expressed in the concept of deliberative democracy (253). The core idea of deliberative democracy is that through the exchange of arguments in a discourse free from domination (herrschaftsfreier Diskurs), understanding or consensus can be reached, and solutions thus found meet the demands of reason in both factual and moral terms (254). Solutions to the numerous pressing problems in South Africa can only be found if it is possible to achieve understanding or consensus through the exchange of arguments in a discourse free from domination. Currently, societal realities are far from this ideal.
Johannesburg is a young city, not even 150 years old, and it sprang up as a boomtown during the gold rush that began in 1886. In just a few years, Johannesburg, along with Pretoria and other towns and settlements, will have merged to form a megacity with potentially tens of millions of inhabitants, as was explained on the city sightseeing tour. The last time I experienced an expanding megacity was during my cycling travel through southeastern Europe in 2023: The megacity Istanbul-Bursa. Before that, I had visited and explored other megacities during my travels: Paris, London, Mumbai/Bombay, Delhi, Bangkok, Ho Chi Minh City/Saigon, São Paulo, Mexico City, Cairo, Los Angeles, and New York. The majority of the world’s population will live in megacities with 10 to 50 million inhabitants in a few decades, and in southern Africa we can visit such an emerging megacity with the Johannesburg-Pretoria metropolitan area and study the conditions prevailing in megacities, and it is under such conditions that the majority of the world’s population will live in a few decades.
The question arises as to the role of the world’s increasing and rapidly growing megacities in the current, existing world system. In my view, these megacities have the character and function of expulsion spaces and preservation asylums for the global surplus population, which is being displaced from rural areas as vast agro-industrial monocultures expand there at the expense of the traditional subsistence farming of people in rural areas. As expulsion spaces and preservation asylums, the megacities replace the total institution of the camp, which, in its various forms, experienced its uncanny expansion and radicalization in the extreme 20th century. Added to this is the continued rapid population growth, which is highest in Africa worldwide. People are not leaving rural areas and abandoning their traditional subsistence farming voluntarily; rather, they are being forced to do so. In search of a livelihood, people displaced from rural areas are settling in the growing slums on the outskirts of cities, or they are clearing land in nature reserves. Urbanization is increasing rapidly worldwide. In just a few decades, the majority of the world’s population will live in megacities with 10 to 50 million inhabitants. Most megacities are characterized by permanent ecological, social, and health crises and states of emergency. These various crises and states of emergency can be studied using the example of megacities that already exist today. These crises in today’s megacities will shape the future of humanity, and will very likely result in a totalitarian global regime for crisis management as well as for the surveillance and control of the population. Since the events of September 11, 2001 and the so-called "Corona crisis", part of the way there has already been completed. Today, this development appears fateful, unchangeable, and inevitable.
From Johannesburg I had wanted to visit the nearby, due to the numerous paleoanthropological finds as the “Cradle of Humankind” (255) known caves Sterkfontein (256), Swartkrans (257), Wonder Cave and others, which are UNESCO World Heritage sites, but there is no public transport to them, so I had to abandon my plan.
9. Diamond rush and geopolitics in Kimberley
From Pretoria, I travelled on December 8, 2025, by Intercape coach to the mining town of Kimberley (258), which emerged as a boomtown in 1871 during the largest diamond rush in human history. While Johannesburg arose as a boomtown during a gold rush and, surprisingly, did not disappear after the gold rush ended, as is typical for boomtowns, but on the contrary, is now rapidly developing into a megacity, Kimberley also originated as a boomtown, but during the largest diamond rush in human history.
On December 9, 2025, I also took a city excursion in Kimberley, where I once again embarked on a historical exploration. The aim is to conduct historical research at the original geographical locations of historical events. The focus of my city tour was a visit to the “Big Hole” and the “Kimberley Mine Museum” located there, as well as the adjacent Old Town open-air museum. On my way to the city center, I passed a statue of Cecil John Rhodes (1853-1902). I then passed the fenced “Oppenheimer Memorial Garden” and the “Harry Oppenheimer House”, the headquarters of the “De Beers Diamond Trading Company”. I then reached Market Square with the City Hall and, on my way to the “Big Hole”, passed the “De Beers Head Office” building, dating from 1898.
Today, the De Beers Group is the world’s largest diamond producer, accounting for approximately 40% of global diamond production, and the world’s largest diamond trader, with over 50% of the global diamond market (259). Founded on March 12, 1888, as “De Beers Consolidated Mines Limited” under the chairmanship of Cecil John Rhodes, the company secured a monopoly on diamond production in southern Africa. Today, the mining and raw material conglomerate “Anglo American” (260), founded in 1917 by Ernst Oppenheimer (1880-1957) (261) with the support of the US-american bank J.P. Morgan (262), owns 85% of the shares in the De Beers Group. The management of the Anglo American group was continued by Harry F. Oppenheimer (1908-2000) (263), after whom the “Harry Oppenheimer House”, the headquarters of the “De Beers Diamond Trading Company” in Kimberley, is named today.
The “Big Hole” (264) was created starting in 1871, after diamonds were discovered on the De Beers brothers’ farm in 1866 and the land was divided into claims during the Diamond Rush. The mining activities created a huge hole, the “Big Hole”, which is today filled with water and a tourist attraction. The “Big Hole” can be viewed from a platform. It is up today one of the largest hand-dug pits in the world. I took part in a guided tour offered by the Kimberley Mine Museum, which included a visit to a reconstructed mine shaft from the Diamond Rush era.
The open-air museum “Old Town”, adjacent to the “Big Hole”, is an open-air museum (265) in the tradition of the Skansen open-air museum (266) in Stockholm. Here in Kimberley, in the “Old Town”, existing historical buildings from the time of the diamond rush have been collected and reconstructed. Impressively, the interior furnishings have also been largely preserved. The adjacent “Kimberley Mine Museum” is excellent and informative, covering almost all aspects of the topic of “diamonds” (267) in detail, including aspects of geology, cultural history, and more recent history, specifically within the context of the age of imperialism, of which the “Scramble for Africa” was a part.
Within this context, Cecil John Rhodes (1859-1902) plays a particularly prominent role. Rhodes established a diamond monopoly here to realize his geopolitical project of a British Empire in Africa “from Cape to Cairo”, a project that included the Cape to Cairo Railway (268). The museum describes his world-historical role and significance as follows: “Cecil John Rhodes was a statesman and empire builder who had the greatest influence of any single person in the history of the African continent”. Rhodes systematically bought up the claims to the Kimberley diamond mine, financed by the Rothschild bank (269) in London, to implement his geopolitical and imperial plans for a British Empire “from Cape to Cairo”. The Kimberley Mine Museum also offers detailed and extensive material on this topic.
These plans for a British Empire “from Cape to Cairo” were thwarted, among other things, by the Boer republics of the “South African Republic” (Transvaal), the “Orange Free State”, and the “Republic of Natalia”. Britain waged wars, known as the “Boer Wars”, to subjugate and integrate these republics into the British Empire. Among these Boer Wars, the Second Boer War of 1899-1902 (also known as “Anglo-Boer War”, and “South African War”) stands out due to its geopolitical significance and the novel methods of warfare employed, in which the civilian population was extensively targeted through a “scorched earth” strategy. This war was the main focus of my subsequent visit to the town of Bloemfontein. The Second Boer War was waged by Great Britain to incorporate the diamond- and gold-rich Boer republics into the British Empire. The Second Boer War was preceded by a coup d’état attempt planned by Cecil John Rhodes in the South African Republic (Transvaal) from December 29, 1895 to January 2, 1896, which is known as the “Jameson Raid” (270).
Unfortunately, the Kimberley Mine Museum is one of many museums where, for inexplicable reasons, there is a lack of light, resulting in many photos being blurry and not turning out well. On the way back, I passed a memorial erected in 1976, commemorating those who died in concentration camps near Kimberley between 1899 and 1902 during the Second Boer War (also known as “Anglo-Boer War” and the “South African War”).
10. Bloemfontein: The Second Boer War, a primordial catastrophe of the extreme 20th century
From Kimberley, I continued my journey on December 10, 2025, to Bloemfontein (271), the capital of the former Boer republic of the Orange Free State, where I made another stop for a city excursion and to visit museums and memorials. The journey began from the bus station in Kimberley in a 22-seater minibus, which, like many others, only departed once all seats were occupied. This took an exceptionally long time this time, resulting in a four-hour delay. The flat landscape continued, the same one I had traversed on the way from Pretoria to Kimberley. The land on both sides of the road is fenced and largely used for agriculture, with vast expanses of agricultural land. Cattle grazing predominates on these lands. Unlike the typical landscape in Namibia, these areas are largely cleared of scrub, resulting in extensive, monotonous grasslands. In addition, there is also arable farming, which is likewise carried out on vast agricultural lands. Crops grown include maize and prickly pears. The journey passes several enormous silage clamps. The cultivated soil, as is typical throughout southern Africa, has a reddish hue. Ostriches were seen a few times in the fenced areas; otherwise, the large animals typical of Africa are completely absent.
The city of Bloemfontein holds outstanding historical and contemporary significance. Firstly, it was the capital of the Boer Republic of the Orange Free State, and secondly, it is now one of South Africa’s three capital cities, alongside Cape Town and Pretoria. Consequently, Bloemfontein boasts numerous historical buildings, museums, and attractions. During my city excursions, I also explored its historical sites. The aim is to conduct historical research at the original geographical locations of historical events.
My city tour of Bloemfontein began in the city center at Hoffman Square. This large square is surrounded by several large buildings, including a post office. A monument in the square commemorates Bloemfontein residents who died in the First World War, bearing the inscription “Who died for their Country”. In various cities across South Africa, including Cape Town and Pretoria, monuments commemorate the participation of the Union of South Africa, founded in 1910 as a dominion of the British Empire (along with Canada, Australia, and New Zealand), in the First World War. Given its prominent presence in South Africa’s public commemoration and remembrance culture, the Union of South Africa’s participation in the First World War as a loyal vassal of Great Britain is considered a founding event of the Union of South Africa.
From Hoffman Square, I continued my city tour westward and clockwise through the historic city center. I passed the National Afrikaans Literary Museum, the City Hall, and the Fouth Raadsaal, the parliament building of the Orange Free State, completed in 1893. I then reached Hertzog Square and visited the adjacent National Museum. This large and impressive museum has several departments: Nature study, natural history, archaeology, ethnography, and the history of the city of Bloemfontein. Nature study and natural history form the museum’s main focus. The exhibits in all departments are elaborately designed with numerous slide frames and display cases – a classic and proven museum education concept.
Well-designed museums with such a focus as the National Museum in Bloemfontein are significant and important because they make a substantial contribution to general public education. They are suitable for dismantling misinformation and prejudices in the spirit of social enlightenment and convey the foundations of a current, scientifically grounded worldview. Part of this current, scientifically grounded worldview is the understanding that humanity originated in Africa and spread from there across almost every continent through a process of migration; and southern Africa, in particular, became a site of migration again in modern times, with migrants from Europe and South and Southeast Asia, among other places. Later in my city excursion of Bloemfontein, I passed the “First Raadsaal”, the oldest surviving building in the city built in 1849, as well as the “Old Presidency”, the residence of the President of the Orange Free State, built in 1885.
The focus of my city excursions in Bloemfontein on December 11, 2025, was a visit to the “National Woman’s Memorial and War Museum of the Boer Republics” (272). I reached it from Hoffman Square, following Kerk Street (Church Street) southwest out of the city center. This street, like many in South Africa, has since been renamed. Berlin is an example of a city that has been repeatedly affected by street renaming in its recent history, and in my opinion, streets should generally only be named after geographical features so that they do not repeatedly become the subject of historical-political disputes. On the way to the museum, I passed a large industrial area, primarily home to car dealerships.
Opposite the Old Fort and the adjacent Military Museum, I came across an old cemetery called “Begraafplaas – President Brand Cemetery”. Among the various gravestones are two different monuments: one a monument of the British Empire, “In Memory of the Members of the British and Colonial Forces who lost their Lives during the Anglo-Boer War”. Numerous names are listed. This monument’s design does not entirely conform to the uniform standards of the British Commonwealth War Graves Commission for military cemeteries, possibly because it was erected at an early date. The second monument, erected in 1959, commemorates the victims of a concentration camp near Bloemfontein between 1899 and 1902, and here, too, numerous names are listed.
The “National Woman’s Memorial and War Museum of the Boer Republics” is located outside the city limits of Bloemfontein, approximately three kilometers from the city center. The memorial focuses on the Second Boer War (also known as “Anglo-Boer War” and the “South African War”) of 1899 to 1902. It features a “Garden of Remembrance” where numerous plaques list the names of 35,000 people, primarily women and children, who died in internment camps, the so-called “concentration camps” between 1899 and 1902 as a result of their imprisonment. The centerpiece of the site is the “Women’s Memorial”, a 36.5-meter-high obelisk erected in 1913. My particular interest lies in the „Anglo-Boereoorlog-Museum“ (Anglo-Boer War Museum). The museum, which is divided into several thematically organized rooms, proves to be extremely rich in material and informative, and it certainly offers the world’s most comprehensive and extensive existing presentations and collections on the subject of the Second Boer War, which is illuminated and explored in its various aspects.
In Europe, we hardly notice the Second Boer War because it took place far away on a colonial periphery. However, the Second Boer War stands out in several respects from the events of its time and from world events at the turn of the 19th to the 20th century, and in my opinion, it is a significant part of the transition and change from the largely peaceful “long” 19th century to the “short” and “extreme” 20th century (273). The Second Boer War heralds the extreme 20th century, of which it is a part.
The Second Boer War was also part of the geopolitical “Scramble for Africa” in the age of imperialism, and in this “Scramble for Africa” the British Empire, then the leading world power, was most successful. To conquer the Boer republics of the Orange Free State and the South African Republic (Transvaal) and incorporate them into the British Empire in Africa “from Cape to Cairo”, the British Empire deployed an overwhelming military force of approximately 450,000 soldiers. Nevertheless, the Boers managed to hold out militarily for a considerable period.
Consequently, the British Empire and the British Army, under the command of the Commander-in-Chief of the British Army, Horatio Herbert Kitchener, 1st Earl Kitchener (1850–1916), employed various methods in South Africa that were particularly directed against the civilian population and their livelihoods, making the civilian population a military target and a victim of war. Furthermore, the British Empire deployed its superior potential as a leading industrial power in this war. Therefore, the Second Boer War can be described as a Total Industrial War, a radicalized form of warfare in the age of industrial modernity, which particularly characterized the extreme 20th century and the two World Wars. In this type of warfare, the belligerents deployed their entire potential as industrial powers as ruthlessly and unrestrainedly as possible, and military victory was achieved by the one who gained access to the greater raw material base, possessed greater industrial production, and, on that basis, could field the greater military-technical arsenal (274).
Kirchner employed a “scorched earth” policy, destroying more than 30,000 farms, 40 villages, and crops. Most notorious are the “concentration camps” he established, internment camps where large segments of the civilian population, particularly women and children, were imprisoned and detained. The death rate in these camps was extremely high due to the appalling conditions. The establishment and operation of these camps constituted a humanitarian catastrophe.
Between 1899 and 1902, approximately 350,000 civilians were interned in these concentration camps, which were primarily located along railway lines. This represents 28% of the population of the two Boer republics at that time, namely the Orange Free State and the South African Republic (Transvaal). Between 50,000 and 60,000 of these internees died as a result of the conditions of their imprisonment.
Among those interned in the concentration camps were not only Boers, as is generally portrayed, but also, in roughly equal proportions, Black Africans, a fact detailed in the museum. There were 47 concentration camps for Boers and 65 for Black Africans. Of the approximately 150,000 interned Boers, 26,379 died, and of the approximately 140,000 interned Black Africans, about 24,000 died. The museum suggests that the conditions of detention for Black Africans were considerably worse than those for the interned Boers, a fact not reflected in the aforementioned figures.
The total institution of the internment camp (275) emerged at the turn of the 19th to the 20th century. In its various forms, the total institution of the camp is the total institution for the purposeful rationality and instrumental administration, surveillance, control, and conditioning of masses of people; it is an invention of the modern age and an instrument of industrial society. The internment camp originated in the colonies, where it was used as an instrument of repression. During the First World War, the previously discredited internment camps of the colonies were used in Europe for the first time. With the First World War, the application of colonial methods of oppression began in Europe itself, and Europeans now became the object of colonial methods of oppression. “The First World War was an important laboratory for what was to come,” explains historian Karl Schlögel in his text: “Bugwelle des Krieges“ (Bow Wave of War): “Here, the methods and practices of total war were tested on a large scale for the first time. (…) Here, practices were perfected that had previously been tested on the periphery of imperialism, in the colonies - from concentration camps to border demarcation with razors to the casual routine of mass execution; racism, as Hannah Arendt had shown, migrated from the periphery back to the motherland” (276).
The total institution of the camp, as a modern form of terrorist coercion against large groups of people, permeates and shapes the history of the 20th century, and it is one of the essential and characteristic elements that make the 20th century an extreme century. The total institution of the camp emerged on the eve of the 20th century, and its trajectory is not yet over, providing an example of how “modernity, precisely in its normality, is the foster father of the excesses of this century”, as the social scientist Gerhard Armanski analyzes in his book: “Machines of Terror: The Camp (Concentration Camp and Gulag) in Modernity” (277).
The Anglo-Boer War Museum also illustrates that the Anglo-Boer War, the Second Boer War, had an international character. On the one hand, numerous volunteers from various countries fought on the Boer side, and on the other hand, the British Empire mobilized soldiers from various overseas territories, including Canada, Australia, and New Zealand. As loyal vassals of the Kingdom of Great Britain, these Dominions participated in every imperial war of the British Empire, just like in the time of William the Conqueror, even though these wars of Great Britain had no bearing on the Dominions and their populations.
These wars were waged at the instigation of the ruling elites and in their interests (278). The Second Boer War, in particular, can be cited as an example. It was specifically the gold from the mines near Johannesburg and the diamonds of Kimberley that the ruling elites of Great Britain wanted to possess and control in order to finance and promote their imperial plans for a British Empire in Africa “from Cape to Cairo”. In contrast, it was the members of the lower classes and the stupid ones who don’t understand anything, who had to be shot dead as soldiers in Britain’s wars, and nothing has changed in this regard to this day.
The Second Boer War is by far the largest war ever fought in southern Africa, and its impact on history and society there continues to this day.
In Europe, we hardly notice the Second Boer War because it took place far away on a colonial periphery. However, the Second Boer War stands out in several respects from the events of its time and from world events at the turn of the 19th to the 20th century, and in my opinion, it is a prominent and significant part of the transition from the largely peaceful “long” 19th century to the “short” and “extreme” 20th century (279). The Second Boer War heralds the extreme 20th century, of which it is a part. Furthermore, the Second Boer War is part of the geopolitical “Scramble for Africa” in the age of imperialism, and in this “Scramble for Africa”, the British Empire, then the leading world power, was the most successful geopolitical actor. The age of imperialism, whose most prominent feature was the geopolitical “Scramble for Africa,” culminated in two world wars, in which the geopolitical “Scramble for Africa” became a geopolitical “Scramble for Europe.” The fact that the geopolitical “Scramble for Africa” became a geopolitical “Scramble for Europe,” replacing the geopolitical “Scramble for Africa,” is illustrated by the war aims of the actors involved in the First World War (280).
Within this context, the Second Boer War was the first colonial war of conquest waged against states of Europeans in the age of imperialism. With the Second Boer War, the “Scramble for Africa” became a “Scramble for Europe”, the first climax of which was the First World War, considered the “primordial catastrophe” of the 20th century. The geopolitical “Scramble for Africa” continued with the Abyssinian War, waged by Fascist Kingdom of Italy against the Ethiopian Empire, a member of the League of Nations, from October 3, 1935, to November 27, 1941. This war ushered in the Second World War as a continuation of the geopolitical “Scramble for Europe”, which had reached its first climax in the First World War. In the Second World War, methods of warfare, first introduced and employed in the Second Boer War and then in the Abyssinian War, were further radicalized. In my opinion, the Second World War as a historical epoch begins with the Abyssinian War (281).
11. Through the highlands of Lesotho and across the Drakensberg Mountains
From the bus station in Bloemfontein, I travelled on December 12, 2025, by 22-seater bus to the city of Maseru, the capital of Lesotho (282), a small country in a mountainous region. The journey there covered a distance of approximately 140 kilometers through predominantly agricultural land. Initially, cattle grazing predominates; in the second part of the route, arable farming, primarily grain cultivation, becomes more common.
Grey soils are striking here, whereas reddish soils otherwise predominate in southern Africa. Soil formation depends on the respective climate, so that different types of soils develop in different climate zones under varying climatic and weathering conditions (283) in interaction with the respective vegetation (284). Clay minerals are a product of the weathering process (285). The type and proportion of clay minerals in soils significantly determine their fertility. Reddish-colored soils form under tropical conditions. The rocks at the Earth’s surface are deeply decomposed under the influence of the high temperatures and rainfall of the tropics, whereby the minerals present in the parent rocks are largely dissolved and sands are washed out. During this chemical weathering, a high proportion of the more soluble elements are carried away in the percolating rainwater, resulting in a strong enrichment of the less soluble elements iron and aluminum (ferralitization), which gives the soils in the tropics their reddish color.
Near the city of Maseru, the landscape becomes mountainous. Shortly before reaching Maseru, the bus journey ended at the Maseru Bridge border crossing, where the bus stopped at the border between South Africa and Lesotho. The passengers then crossed the border on foot, with border formalities being completed quickly on both sides. Their passports were scanned electronically and stamped. After crossing the border, they continued their journey to Maseru city center by taxi. The central street, “Kingsway”, runs through Maseru city center and is a useful landmark for exploring the city.
Maseru is a suitable starting point for travels into the highlands of Lesotho. My guidebook presents several suggested tours, including one to Semonkong in the southwest, where you can see the highest waterfalls in southern Africa, with a drop of almost 200 meters. Another suggested tour is a circular route that passes by the Katse Dam, a key component of the Lesotho Highlands Water Project (286). However, at the end of my two-month tour through parts of southern Africa, I simply didn’t have the time for such undoubtedly impressive tours.
On December 14, 2025, I traveled by minibus along a route through northern Lesotho known as the “Roof of Africa Road”, crossing the Drakensberg mountain range (287). Up to the village of Butha-Buthe, the terrain is largely flat, where small-scale subsistence farming (288) is practiced, often on terraced fields on hillsides. It is evident that this terraced farming was once more extensive, and some terraces have been abandoned and are now falling into disrepair.
Terraced agriculture is an expression of land management and economics oriented towards a symbiotic (289) relationship with nature. If terraces are maintained, soil erosion does not occur; rather, the soil formation balance is positive, as under natural forest cover. Terraced agriculture is a component of traditional land management found almost worldwide, but it is declining almost everywhere, and the terraces fall into disrepair when traditional forms of land management are abandoned and the terraces are no longer maintained.
In particular, traditional farming methods and terraced agriculture were displaced by the colonial expansion of plantation economies, which predominantly used slave labor, and are being further displaced today by the expansion of agro-industrial farming practices on large farms that cultivate vast areas and transform agricultural landscapes into uniform and sterile monocultures. Both plantation economies and today’s agro-industrial farming methods are geared towards short-term yield maximization without striving for long-term sustainable land use.
The consequence is the destruction of the soil through soil erosion (290) and soil degradation (291). Approximately 24 million tons of soil are lost annually as a result of these destructive land management methods, so that the amount of arable land worldwide is constantly decreasing, while at the same time the world’s population continues to grow rapidly. Another consequence of these destructive land management methods is the displacement of people from rural areas, who now find themselves in the slums of the growing megacities with 10 to 50 million inhabitants. In these megacities, which have the character and function of expulsion spaces and preservation asylums for the global surplus population, and which are characterized by a permanent state of ecological, social, and health emergency, more than half of the world’s population will be living in just a few decades.
Small-scale subsistence farming in Lesotho contrasts sharply with the vast agro-industrial farms in the former Boer republics of the Orange Free State and the South African Republic (Transvaal), which I had previously traveled through. Such large-scale agro-industrial operations dominate most of the agricultural land in South Africa and Namibia. This points to significant differences in both the agrarian constitution and the agricultural history of rural areas between Lesotho on the one hand, and South Africa and Namibia on the other.
Southwest of Butha-Buthe, the high mountains begin, and the road climbs steeply. Several passes were crossed: the Moteng Pass (2820 m), the Tlaeeng Pass (3215 m), and the Kotisephola Pass (3240 m), before reaching the Sani Pass (2874 m) (292), which forms the border between Lesotho and South Africa. According to my guidebook, it is possible to climb Mount Thanana Ntlenyana (3482 m), the highest peak in southern Africa, from the Sani Pass (2874 m) on a day tour. Early in the morning of December 15, 2025, the temperature at the Sani Pass was +5 °C, the coldest temperature I recorded during my travel through southern Africa.
I am surprised that there is almost no forest in this highland region. The climatic treeline (293) should lie above these passes, which are at an altitude of around 3000 meters. I suspect that the entire highlands of Lesotho and the Drakensberg Mountains have been almost completely deforested for the purpose of expanding alpine pasture farming (294). This finding continues throughout the highlands southeast of the Drakensberg Mountains in the provinces of KwaZulu-Natal and the Eastern Cape. The entire highland area is predominantly used as pastureland. Erosion damage is evident, and the consequences of such large-scale deforestation are undoubtedly significant for both the region’s climate and its water balance. However, vegetation, climate, and soil are only considered and analyzed together by geographers; otherwise, reductionist perspectives prevail.
My journey through the Lesotho highlands on the “Roof of Africa Road” in minibuses ended just before the Sani Pass (2,874 m) in the Drakensberg Mountains. Here lies the border between Lesotho and South Africa. The paved road ends at the Lesotho border post located at the Sani Pass. On the morning of December 15, 2025, upon presenting my passport at the Lesotho border post, I was asked whether I wished to enter or exit. I chose to exit and received the corresponding exit stamp in my passport. Beyond the Lesotho border post, the terrain drops steeply to the southeast. A rocky gravel track, accessible only to off-road vehicles, winds its way down the steep slope on the southeastern edge of the Drakensberg Mountains. There is no public transportation here. Only at the foot of the mountains, several kilometers away, is the South African border post, from which a paved road resumes. In fact, there is no border line here (295), as is common in modern territorial states (296) since the early modern period, but rather a border area in the form of a no-man’s-land (terra nullius) (297). My route down to the South African border station led through a spectacular mountain landscape. From there, I hitchhiked to the next town, Underberg, from where buses resume service.
12. Along the coast of the Indian Ocean back to Cape Town
From the bus station in Underberg, I continued my journey by minibus through a green mountain landscape to the town of Pietermaritzburg. Pietermaritzburg had been the capital of the Boer Republic of Natalia (298), which was conquered and annexed by the British Empire in 1843. A well-maintained motorway leads from Pietermaritzburg to the port city of Durban (299). Near Durban, I reached the coast of the Indian Ocean, which I then followed for the remainder of my journey, with further stops in East London, Port Elizabeth, and Mossel Bay, before returning to Cape Town. The coastal stretch between Port Elizabeth and Cape Town, in particular, is known as the “Garden Route” and is popular with tourists.
With around four million inhabitants, Durban is now the third largest city in South Africa after Johannesburg and Cape Town, and like Johannesburg and Cape Town, Durban is growing rapidly. Durban has the largest port in Africa. During my city excursion on December 16, 2025, I visited, among other places, the historic city center near City Hall, the adjacent port area to the south, which is completely fenced off, and than the coast of the Indian Ocean to the east. The KwaMuhle Museum, which focuses on the era of racial segregation in South Africa and is therefore also known as the “Apartheid Museum”, and which I had planned to visit, was closed due to a public holiday.
On December 17, 2025, I travelled from Durban to the city of East London (300). The bus journey included two stops, one near Kokstad and the other near Umtata/Mthatha. The route led through a green, mountainous landscape on the edge of the Drakensberg Mountains, which receives abundant rainfall. This landscape is used for agriculture and forestry, and the original natural vegetation is almost entirely absent. There is pastureland for cattle, as well as arable farming. Extensive industrial timber plantations with monocultures of eucalyptus and pine planted in rows are also present. Areas with the original (potential) natural vegetation are completely absent from the route. Large parts of the mountainous landscape have been almost entirely deforested, particularly to expand grazing areas for alpine pasture farming, so that large sections are now characterized by extensive grasslands. These are often crisscrossed by erosion gullies (301), so that soil degradation and loss due to the large-scale deforestation pose a significant problem. Settlements, often scattered settlements in rural areas, increase from northeast to southwest in the mountainous landscape traversed.
During my city excursion to East London on December 18, 2025, I visited the East London Museum (302). This excellent museum is undoubtedly one of the best museums in southern Africa. Its extensive collections are divided into three sections: a natural history section, a cultural and settlement history section, and a maritime history section (303), which particularly fascinated and impressed me. The focus of this maritime history section is the exploration and establishment of the global seafaring and trade route between Europe and southern and southeastern Asia around Africa by Portuguese seafarers at the beginning of the early modern period. These voyages by Portuguese seafarers significantly broadened the knowledge and worldview of Europe at the transition from the Middle Ages to the early modern period, which had been considerably less extensive in the Middle Ages than in antiquity. Among the exhibits in the museum are several cannons from Portuguese ships that were found in the Indian Ocean near East London. This topic of the exploration and establishment of the global seafaring and trade route between Europe and southern and southeastern Asia around Africa by Portuguese seafarers at the beginning of the early modern period is covered in even greater detail at the Maritime Museum in Mossel Bay, which I visited later in my travel. Furthermore, the East London Museum has exhibition areas and exhibits that are unique and distinctive, such as an exhibition on coelacanths (304).
On December 19, 2025, I continued my journey to the port city of Port Elizabeth (Gqeberha) (305), passing through the town of Grahamstown. The drive took me through a landscape that was initially hilly, then became mountainous, and is now considerably drier and part of the Karoo region (306). The vegetation consists of low bushes and various succulents. Parts of this landscape are used as pastureland. During my city excursion in Port Elizabeth on December 20, 2024, I visited, among other places, the historic city center around Market Square and City Hall. I then intended to visit the museums of the “Bayworld Museum Complex” in the southeast of Port Elizabeth, but I discovered that the complex was closed and some of the buildings had been demolished.
On December 21, 2025, I continued my journey to the town of Mossel Bay (307). At the beginning of the bus ride, we passed extensive shantytowns on the outskirts of Port Elizabeth. These settlements, known as townships, can cover several square kilometers and are common around many cities in South Africa and Namibia. This aspect of social reality in South Africa and Namibia is generally not noticed by tourists. The journey then continued through a coastal plain bordered to the north by mountains. The landscape became greener again, characterized by agriculture, primarily cattle grazing, with less arable farming, as well as industrial forestry with extensive pine monocultures. The weather here changed several times between dense cloud cover and cloudless sunshine, suggesting that each bay along the coast has its own distinct weather pattern, a phenomenon particularly pronounced on fjord coasts, such as those found in Scandinavia.
The city of Mossel Bay presents itself as a tourist center, and these tourists, mostly from South Africa, are almost exclusively of European origin. This contrasts sharply with the current situation in the centers of larger cities in South Africa and Namibia, where, unlike before 1990, people of European origin are almost entirely absent. The residents of European origin, whose share of the population is steadily declining, have withdrawn from the city centers to residential areas protected by elaborate security measures, such as walls and fences, including electric fences, as well as “neighborhood watch” and a ubiquitous security presence with concepts of “armed response”. Since the end of apartheid, approximately one million South Africans of European origin have left South Africa.
The highlight of my city excursion to Mossel Bay on December 22, 2025, was a visit to the Bartholomeu Dias Museum Complex. At the heart of this complex is the Maritime Museum, whose theme is maritime history, focusing on the exploration and establishment of the global sea route and trade route between Europe and South and Southeast Asia around Africa by Portuguese seafarers in the early modern period. The navigator Bartolomeu Dias (308) landed here in Mossel Bay in February 1488 to replenish his drinking water supplies while searching for a sea route from Europe to India (309). A replica of Dias’s caravel is located at the center of the Maritime Museum.
The causes, motivations, and historical context of the exploration and establishment of the global shipping and trade route between Europe and South and Southeast Asia around Africa have already been extensively discussed in Cape Town, a port city on the shipping route between Europe and India, and most recently at the excellent East London Museum. Undoubtedly, the Maritime Museum in Mossel Bay is one of the best and largest museums in the world dedicated to this subject.
My subsequent second visit to the port metropolis of Cape Town, now at the end of my two-month tour through parts of southern Africa during the Christmas holidays at the end of December 2025, was shorter, lasting three days, than my first visit at the beginning of my travel.
On December 24, 2025, I visited the “Cape Town Holocaust Centre”, located east of the Company’s Garden, near the South African Museum and the South African National Gallery. Together with the South African Jewish Museum and the Great Synagogue, the Cape Town Holocaust Centre forms a complex of buildings surrounded by walls and fences. A paramilitary guard with a fully automatic rifle and a bulletproof vest stood on the street side of the complex, opposite the entrance. A security checkpoint, standard at airports since the events of September 11, 2001, must be passed through at the entrance. In recent years, I have visited numerous museums and memorial sites dealing with the National Socialist regime and the Holocaust. Here at the Cape Town Holocaust Centre, I am also interested in how the subject matter is addressed, how it is presented, and what the museum’s educational concept is. Most recently, I visited comparable institutions on the subject of the Holocaust on November 12, 2024, in the city of Vilnius, the Holocaust exhibition of the State Jewish Museum in the so-called “Green House”, and on September 29, 2022, the “Memorial de la Shoah” museum in Paris, which is considered the largest museum on the subject of the Holocaust in Europe (310).
The Cape Town Holocaust Centre’s exhibition begins with a presentation of its concept: “The Cape Town Holocaust Centre is dedicated to raising awareness of the consequences of racism, the dangers of indifference, and the evils of genocide. This exhibition tells the story of the Holocaust - an unprecedented and well-documented genocide. It remains a tragic warning for us all.” The Cape Town Holocaust Centre’s introductory themes are racism, antisemitism, and apartheid, before the main exhibition addresses National Socialist rule and the Holocaust. The question arises as to why the apartheid regime, as it existed in South Africa until 1990, is compared to the National Socialist regime, and not to the regime of racial segregation in the USA, as it existed until 1964. Both in terms of their historical origins and their structure, the regimes of racial segregation in South Africa and the USA share significant similarities, whereas they differ considerably from the National Socialist regime in many respects. The reason for this comparative selection is obviously the history politics (politics of memory) pursued in the USA in this regard (311), which is a component of identity politics (312).
Since the 1980s, the Holocaust has become a universally applicable subject of education in the USA under the term “Holocaust Education” (313). Within a few years, approximately 30 Holocaust museums were established in the USA, and similar institutions now exist in Argentina, Canada, Australia, and South Africa (314). In South Africa, there is another “Holocaust & Genocide Center” in Johannesburg. These developments have resulted in both a “globalization of Holocaust remembrance” and an “US-Americanization of the Holocaust” (315). The Holocaust has now become the epitome of mass crime and genocide worldwide. This “Holocaust education” focuses less on conveying facts, events, historical contexts, and background information, and less on presenting them within an elaborate museum education concept that avoids presenting the public with a pre-packaged view of history and, instead, aims to encourage and support the public in forming their own independent opinions on complex and complicated historical topics, in the spirit of enlightenment. Rather, this “Holocaust education” aims to generate emotions that can be instrumentalized for history politics (politics of memory) and identity politics.
Memorial sites are prominent locations for historical-political measures that serve the formation of national identity and the legitimization of one’s own state and its social order. History politics (politics of memory) aims to create imagined communities through unifying historical narratives, symbols, and practices. In the case of Holocaust memorials and museums, these serve to solidify Jewish identity (316). In 1990, a survey of the Jewish population in the United States revealed that civic engagement was declining, interfaith marriages were increasing, and Jewish identity was waning (317). Concerned about the future of their Jewish community, US-American Jews began developing numerous educational projects aimed at reconstructing, preserving, and strengthening Jewish identity. Holocaust remembrance is intended to unite the diverse diaspora identities of contemporary Jews by providing a platform where all identities can find expression (318). The Holocaust was incorporated into the project of constructing a Jewish identity, leading to the development of increasingly intensive Holocaust research. From then on, the Holocaust became a prominent subject of historical studies, particularly in the USA, Great Britain, Israel, Poland, and Germany.
Jews are not born, but are made, in particular, through identity politics. This raises the question of what makes a person “Jewish” (319). Unlike other religions, Jews understand themselves not only as a religious and faith community (320), but also as a nation (chosen by God). However, Jews are not born, but made, and this is a question of identity politics. In his book “Total Religion”, Egyptologist and religious scientist Jan Assmann explains the peculiarities of Jewish identity construction: “Jewish identity fluctuates between political, religious, and ethnic definitions. This is, as far as I can see, a rather unique case in human history. Ethnic identity is a question of ancestry (...), political identity is a question of association and dissociation, of joining and excluding, of group formation and demarcation from the outside, and religious identity is a question of cult and custom (...). What is special about the Jewish situation is the fusion of these three identity criteria. The symbolic figure of Abraham represents the fusion of religious and ethnic identity, the symbolic figure of Moses the fusion of religious and political identity. Through the Mosaic fusion, religion also becomes a question of association and dissociation. This gives rise to a religion of a completely new type, which then becomes the model for the new world religions. The characteristic feature of this new form of religion is its political character.” (321)
Most Jews today live in the USA (322) and in Israel, and their political lobby organizations (323), such as the American Israel Public Affairs Committee (AIPAC) (324), have a great influence on US politics, especially foreign policy, but also on other policy areas such as history politics (politics of mind).
Today, being Jewish is not an inescapable fate. Today, everyone can refuse and reject the assignment of a Jewish identity, by whomever, and freely shape their own identity and personality (325), for example, in reference to ideas of the Enlightenment (326). For representatives and lobbyists of a total and political religion, which is simultaneously a power-political project shaping society and the state, such as the Jewish religion, this freedom of people poses an central problem, and they seek ways to keep people in intellectual unfreedom, dependence, and immaturity, and to prevent enlightenment.
Based on a new way of thinking, the Enlightenment project, interrupted by the extreme 20th century, can be resumed and now re-established and further developed within a global framework of a peaceful world society. After the interruption caused by the extreme 20th century, a resumption and re-establishment of the Enlightenment project is called for, and a new, second, and now global Age of Enlightenment can be founded on a new and expanded foundation of knowledge and understanding (327). Just as in the Age of Enlightenment, the question today is: “How do we enlighten people so that they want to be enlightened? (328)”
On the two Christmas days I took part in two day tours offered daily by “City Sightseeing”, the “Cape Point & Penguins Tour”, a day tour which has the Cape of Good Hope (329) as its destination, and the day tour “Stellenbosch, Franschhoek & Paarl – 3 Regions Wine Tour”.
The “Cape Point & Penguins Tour” departed on December 25, 2025, at approximately 9:30 a.m. from the “City Sightseeing” bus stop at the tourist information center at 81 Long Street, using two fully occupied double-decker buses. The tour initially followed the route of the “Blue Mini Peninsula Tour”, which runs daily every 20 minutes and is operated by City Sightseeing buses. We passed the university campus and Kirstenbosch Botanic Gardens, which I had visited at the beginning of my travel on October 31, 2025, via this route. The tour then continued to the coast of False Bay near the locations Kalk Bay and Fish Hoek. The terrain on the Cape Peninsula is mountainous and covered with low, sparse shrub vegetation, a component of the “Fynbos” plant community, whose woody plants also form taller forest stands in Kirstenbosch Botanic Gardens.
This low-lying shrubland of the Cape Peninsula’s “fynbos” reminds me of the shrubland in the Mediterranean region, such as that found on the islands of Sardinia and Corsica, which I visited during my cycling travel to the central Mediterranean region in the summer of 2025. However, unlike in the Cape region of southern Africa, the shrubland in the Mediterranean region is a consequence of millennia of destruction and degeneration of the mixed deciduous forests that originally covered the Mediterranean region, and the associated destruction and degeneration of the soils throughout the entire Mediterranean region (330). The recent forms of degeneration of the original mixed deciduous forests are called “maquis” (331); and “garrigue” (332) is a more advanced stage of degeneration, the end stage of which is the bare rock of the karst landscape (333), which today particularly characterizes the once densely forested mountain regions of the Mediterranean region. The extensive deforestation of the entire Mediterranean region since early antiquity has led to a change in the Mediterranean climate, with summers in particular becoming hotter and drier. Today, the hot and dry summers in the Mediterranean region appear to us as a natural component of the Mediterranean climate zone of the Mediterranean subtropics (334), but in fact, they are the result of millennia of deforestation and environmental destruction, and thus a consequence of anthropogenic climate change. Both the current state of the vegetation and landscape, as well as the current climate of the Mediterranean region, appear to us as having always existed - a phenomenon based on ignorance and lack of knowledge, which the biologist Jared Diamond, in his book “Collapse: How Societies Choose to Fail or Succeed”, refers to as “landscape amnesia” (335).
In the south of the Cape Peninsula, the road ends at a large parking lot. To the southeast, the terrain rises to the Old Lighthouse, built in 1860 at an altitude of 250 meters. The actual “Cape of Good Hope” lies southwest of here. A hiking trail leads up to the Old Lighthouse, offering panoramic views of the Cape landscape. A cable car also ascends to the Old Lighthouse. Afterward, we hiked with the tour guide of today’s tour along a trail to the “Cape of Good Hope”. We then met up with the buses northwest of the Cape, which had been driven there in the meantime, and continued the tour. The next stop was south of Simon’s Town near the location Boulders, home to a small colony of African penguins (Spheniscus demersus), a popular tourist attraction. Only a small portion of the once extensive population of these penguins remains today. The buses then returned to Cape Town.
On December 26, 2025, I participated in the “Stellenbosch, Franschhoek & Paarl – 3 Regions Wine Tour”, a day tour offered daily by “City Sightseeing”. My motivation for taking this tour was the opportunity to explore the historic town center of Stellenbosch (336), considered the second oldest town in South Africa, with a historic core featuring buildings dating from 1785 to 1820. The first stop on this tour was the small town of Paarl. Like the other places visited that day, it lies in the heart of a wine-growing region surrounded by high mountains. Wine has been cultivated here for over 400 years. However, Paarl itself is not a sightseeing destination; instead, there is a wine tasting at a winery in the surrounding area. During the tour, there are two further wine tastings, which take up a significant portion of the time from today’s tour.
Therefore, the next town, Franschhoek, will only be passed through. Franchhoek means “corner of the French”, and the settlement of the area dates back to 1688, when Huguenots (337) who had fled religious persecution in France settled here. Winegrowing came to southern Africa with the Huguenots. In Franschhoek, there is a Huguenot Monument and a Huguenot Memorial Museum.
The city tour of Stellenbosch’s historic city center, founded in 1679, is brief, lasting only half an hour. Numerous historic buildings in the Cape Dutch style (338) have been preserved in this relatively small town and characterize its cityscape. Stellenbosch is an important university town.
On the morning of December 27, 2025, I departed from Cape Town International Airport (CPT) for my return flight to Berlin, with a layover in Paris. The airport terminal offers various shops as well as other amenities such as a smoking room and a prayer corner with carpets. The flight distance to Paris is approximately 10,000 kilometers, and the flight time is about 10 hours. During the flight, the airplane reached an altitude of over 13,000 meters with an outside temperature of -58°C and a flight speed of over 900 km/h. The flight initially followed the course of the southwest coast of Africa, which I could track on a monitor, and I tried to locate the landscape the airplane was flying over on my map. Since my connecting flight from Paris to Berlin was delayed at short notice, I had to spend the night of December 27 to 28, 2025, in the terminal building at “Charles de Gaulle” Airport (CDG) near Paris. The landscape outside the terminal was shrouded in high fog, with a temperature of +4°C. On the afternoon of December 28, 2025, when I arrived at Berlin-Brandenburg Airport (BER) after a flight of almost two hours, the weather was clear and the temperature was +1 °C.
13. Notes:
1) Confer (Cf.): https://en.wikipedia.org/wiki/Southern_Africa
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Africa
2) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Region
3) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cognitive_categorization
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Theory_of_categories
Categories are open conceptual systems for structuring the experiential
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Experience
world.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/World
Every act of categorization is a necessary reduction
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Reductionism
of the infinite complexity and interdependence of reality (Wirklichkeit)
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wirklichkeit
There is no article on the English Wikipedia for the term “Wirklichkeit”. The terms “Wirklichkeit” and “Reality” (Realität) are not synonym.
of the world, which, in its perception,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Perception
is ultimately infinite and cannot be fully grasped by the human senses and the human mind
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Mind
in order to comprehend (begreifen) it.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Concept
Category formation is a foundation of every scientific discipline, and the question arises as to what constitutes the scientific nature of scientific category formation: Every scientific category formation in every scientific discipline must be based on significant,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Statistical_significance
comprehensible and convincingly justified criteria.
4) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Klassifizierung
5) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geographischer_Raum
6) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wirklichkeit
There is no article on the English Wikipedia for the term “Wirklichkeit”. The terms “Wirklichkeit” and “Reality” (Realität) are not synonym.
7) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/World
Cf. also: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbild
There is no article on the English Wikipedia for the term “worldview” (Weltbild).
8) Because reality is four-dimensional, with the present being a snapshot of a temporal-historical process, the spatial-geographical and temporal-historical dimensions must be combined and considered together. This distinguishes a dynamic worldview from a static one.
New insights from the geosciences and life sciences in recent decades have led to a paradigm shift and a new, dynamic understanding of global geological processes, amounting to a scientific revolution. As a result, the previous static worldview has been replaced by a dynamic one. The modern geodynamically grounded evolutionary-ecological worldview is a recent product of a synthesis of interdisciplinary scientific findings from the past few decades, to which geoscientists and life scientists have made particularly significant contributions. Confer chapters 4, 5, 6 and 7 of my text “Challenges of the Digital Technological Revolution”, which can be accessed and read on my website (only germen version available):
https://manfred-suchan.jimdosite.com/technologiepolitik/
9) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnisinteresse
There is no article on the English Wikipedia for the term “Erkenntnisinteresse”.
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Knowledge_and_Human_Interests
10) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vergleich_(Philosophie)
The method of comparison replaces the experimental method in the natural sciences, both in geography and history, as well as in other humanities and social sciences. In geography, the method of comparison was introduced and applied particularly by Alexander von Humboldt (1769-1859).
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt
11) During my travels through parts of southern Africa, I used the following guidebooks, which proved to be informative and useful:
Philip Briggs, Ariadne Van Zandbergen: Südafrika, Lesotho und Eswatini. Ostfildern (DuMont Reiseverlag), 7. Edition 2025 (Stefan Loose Travel Handbücher).
Christine Philipp: Südafrika. Markgröningen (Reise Know-How Verlag), 9. Edition 2014.
Daniela Schetar, Friedrich Köthe: Namibia. Markgröningen (Reise Know-How Verlag), 12. Edition 2024.
Livia Pack, Peter Pack: Namibia. Ostfildern (DuMont Reiseverlag), 8. Edition 2018 (Stefan Loose Travel Handbücher).
Christoph Lübbert: Botswana mit Okawango-Delta. Markgröningen (Reise Know-How Verlag), 7. Edition 2019/20.
Regrettably, I must note that the various travel guide publishers, who a few decades ago produced guides for travelers who wanted to travel differently from the mainstream of mass tourism and the tourism industry, especially backpackers, have now largely adapted their guides to the mainstream of mass tourism and the tourism industry and are increasingly catering to a different target audience, obviously with the aim of increasing their editions. The tourism industry is part of consumer culture, and it markets distractions, diversions, and superficial pleasures. Younger travelers, in particular, are increasingly foregoing guidebooks altogether and traveling exclusively with the information they receive via their smartphones.
12) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Herodot
During my travels, I seek out the original geographical sites of historical events and also visit museums and memorials there in order to conduct historical research at these original locations. This method dates back to Herodotus of Halicarnassus (c. 490–425 BC), who used it to study the Persian Wars.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Greco-Persian_Wars
What fascinates me about the historian and geographer Herodotus of Halicarnassus is that he bases his historical research, such as on the Persian Wars, on a broad, self-acquired foundation of knowledge encompassing nearly all the knowledge of his era across diverse academic disciplines, including geography, ethnology, social sciences, political science, philosophy, and many others. This allows him to practice history as an integrative science. Furthermore, he traveled to the original sites of historical events, interviewed eyewitnesses, and analyzed written sources.
Also the historian Thucydides (c. 460–400 BC)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Thucydides
applied such a methodology in his historical research on the Peloponnesian War
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Peloponnesian_War
and, in his view, history makes one “wise forever,” because it teaches, using the past as an example, rules of political prudence for the present and future.
In this form, historical consciousness
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Historical_consciousness
gains a vast experiential space of historical depth and geographical breadth, and it transcends the narrow boundaries within which history is alive as tradition.
13) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese_discovery_of_the_sea_route_to_India
Cf. as well as: https://de.wikipedia.org/wiki/Indienhandel
There is no article on the English Wikipedia for the term “Indienhandel”.
Cf. further: https://en.wikipedia.org/wiki/Indo-Roman_trade_relations
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Maritime_history
14) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Africa
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/European_exploration_of_Africa
15) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Egypt
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Ancient_Egypt
16) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Nubia#History
17) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Ethiopia
18) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Early_Muslim_conquests#Conquest_of_Egypt:_639-642
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Arab_conquest_of_Egypt#Invasion_of_Nubia
19) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Backpacking_(travel)
20) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Adventure_travel#Overland_travel
21) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Adventure_travel
22) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Hippie_trail
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Overlanding#Hippie_Trail
23) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Lived_experience
Cf. also: https://de.wikipedia.org/wiki/Erlebnispädagogik
“Erlebnispädagogik” and “outdoor education” are obviously not the same thing:
Cf. https://en.wikipedia.org/wiki/Outdoor_education
24) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Experience
25) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis
There is no article on the English Wikipedia for the term “Erkenntnis”.
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Epistemology
Cf. also: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnis_für_freie_Menschen
There is no article on the English Wikipedia for the term “Erkenntnis für freie Menschen”.
26) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Age_of_Enlightenment
27) Cf.: Hans Magnus Enzensberger: Eine Theorie des Tourismus. In: Derselbe: Einzelheiten I. Bewußtseins-Industrie. 1962, Frankfurt am Main. P. 179-205.
28) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Reisefreiheit
There is no article on the English Wikipedia for the term “Reisefreiheit”.
29) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkerverständigung
There is no article on the English Wikipedia for the term “Völkerverständigung”.
30) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Consumerism
31) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Bologna_Process
With the technocratic Bologna reforms, the entire education and science sector across Europe became a homogenized appendage of the economic process within the European Greater Economic Area (Großwirtschaftsraum), which is managed by the European Union. This technocratic Bologna reform is by far the most prominent example of the regulatory and homogenization zeal that drives the technocrats of the European Union.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Technocracy
The technocratic Bologna reform was implemented without any protests.
Cf. https://en.wikipedia.org/wiki/Student_protest
Thus, the EU has developed into a technocratic empire
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltreich
There is no article on the English Wikipedia for the term “Weltreich”.
in which innovative and forward-looking concepts, as well as participation and democracy, are lacking. Innovative and forward-looking concepts, as well as participation and democracy, are no longer relevant topics in EU-Europe today, because the EU now wants to present itself as an effective, efficient, capable of intervention and assertive global actor in the context of the expected future geopolitical
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Geopolitics
crises and conflicts in the world system in order to be able to compete geopolitically with other worldpowers, and these new crises and conflicts in the world system have already begun, as we must determine in several ways. In the course of the redistribution of global spheres of interest and influence that has been taking place since 1989/90, the EU is expanding further and further as an imperial actor, the nation-state
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Nation_state
continues to be considered the ideal to be strived for in politics, and less and less consideration is given to minority rights
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Minority_rights
and human rights.
32) Cf.: Hans Magnus Enzensberger: Bewußseins-Industrie. In: Derselbe: Einzelheiten I. Bewußtseins-Industrie. 1962, Frankfurt am Main. P. 7-17.
Hans-Magnus Enzensberger (1929-2022)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Hans_Magnus_Enzensberger
demonstrates, that in advanced industrial society, the progressive industrialization of consciousness is carried out by the “Bewußtseins-Industrie“ (consciousness industry). In advanced industrial society, more and more areas of society are subjected to economic calculation, instrumental-rationally adjusted, and according to technical rationality and “instrumental reason” (Max Horkheimer) standardized and industrialized.
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentelle_Vernunft
There is no article on the English Wikipedia for the term “Instrumentelle Vernunft” (instrumental reason).
Cf. as well as: Max Horkheimer: Zur Kritik der instrumentellen Vernunft. 1974, Frankfurt am Main.
“Instrumental reason” and its critique form the key analytical category of the “Critical Theory” of the “Frankfurt School” founded by the social philosopher Max Horkheimer (1895-1973), which provides a synthesis of social and cultural critique based on interdisciplinary analyses in the humanities and social sciences.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Max_Horkheimer#Eclipse_of_Reason
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Eclipse_of_Reason_(Horkheimer)
The critique of instrumental reason is a critique of the domination of nature, whereby the domination of nature finds its continuation in the domination of the inner and outer nature of the human beings, the domination of individuals, and the domination of society; this nexus of violence forms a transhistorical continuum.
According to Hans Magnus Enzensberger, the societal goal of the consciousness industry is the same everywhere: “to perpetuate existing power relations, of whatever kind they are. It is intended only to induce consciousness in order to exploit it”, and it begins with “the elimination of alternatives (...). That this state of affairs is accepted and voluntarily endured by the majority is today the most important achievement of the consciousness industry”. Thus, the consciousness industry is the key industry of the 21st century. With the technocratic Bologna reforms, the consciousness industry reaches its full potential, as it seizes control of its core element: the entire education sector, which is virtually brought into line and homogenized (gleichgeschaltet).
33) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Bicycle_touring
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Touring_bicycle
The following cycling guides provide a good basis for planning cycling tours:
Herbert Lindenberg: Europa per Rad. Markgröningen, 8. Auflage 2022 (Reise Know-How Verlag).
Thomas Schröder, Helmut Hermann: Fahrrad Weltführer. Markgröningen, 4. Auflage 2016 (Reise Know-How Verlag).
Neil Pike, Harriet Pike: Adventure Cycle-Touring Handbook. Worldwide Cycling Route & Planning Guide. Hindhead (Surrey), 3. Auflage 2015 (Trailblater Publications).
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Adventure_travel
34) Cf.: https://www.instagram.com/clementgmn_/
35) Cf.: https://www.youtube.com/@vagabundodelmundo1973
36) Cf.: https://www.wiebkeluehmann.com/
Cf. as well as: https://www.instagram.com/wiebkelueh/
37) Cf.: Notes 326, 327 and 328.
38) The historian Eric J. E. Hobsbawm (1917-2012) distinguishes between a “long” 19th century
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/19th_century
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Long_nineteenth_century
Cf. to this also note 273.
and a “short” and “extreme” 20th century:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/20th_century
Cf. also: https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzes_20._Jahrhundert
There is no article on the English Wikipedia for the term “Short Twentieth Century”.
Cf. furthermore: Eric Hobsbawm: Age of Extremes. The Short Twentieth Century 1914-1991. 1994, London.
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Age_of_Extremes
Today, the entire modern age, and especially the industrial age, is suspected of culminating in the extreme 20th century.
The following are characteristic elements that define and shape the 20th century in its entire historical depth and geographical breadth as an “extreme” century with a unique defining feature:
1. Ethnic cleansing.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Ethnic_cleansing
2. The total institution
Cf. https://en.wikipedia.org/wiki/Total_institution
of the camp as the total institution for the instrumental management of masses of people in their various forms.
Cf. https://en.wikipedia.org/wiki/Camp
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Internment
3. The state of emergency.
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ausnahmezustand
A comprehensive world history of the state of emergency is still lacking.
4. The dual state.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Dual_state_(model)
5. Total mobilization (Totale Mobilmachung).
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_totale_Mobilmachung
There is no article on the English Wikipedia for the term “Totale Mobilmachung”.
6. Total industrial warfare.
Cf. https://en.wikipedia.org/wiki/Industrial_warfare
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Total_war
And others. As characteristic and defining elements, they possess the content of analytical categories, which must therefore be at the center of any analysis of the extreme 20th century.
39) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cape_Town
40) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Dutch_East_India_Company
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/East_India_Company_(disambiguation)
41) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Bastion_fort
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Bastion
The architecture of the modern citadel is induced and determined in particular by the advent of cannons with great destructive power.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Gunpowder_empires
42) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese_discovery_of_the_sea_route_to_India
43) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Global_city
44) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Constantinople
45) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Fall_of_Constantinople
These events of 1453 are the subject of a large diorama in the megacity of Istanbul called “Panorama 1453”, which I visited on September 4, 2023, during my cycling travel through southeastern Europe in the summer and autumn of that year 2023. In this diorama, Muhammad (570-632),
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Muhammad
the founder of Islam, is quoted, as having conceived and proclaimed the plan to conquer the world city of Constantinople: “Constantinople will definitely be conquered one day. What a great commander is the one who conquers it, what a great army it is”.
Undoubtedly, Muhammad knew that world city Constantinople, protected by the Theodosian Walls since 413, was the most important western terminus of the transcontinental Eurasian Silk Road trade, whose riches had to be seized and controlled for the purpose of further expanding his power. Moreover, Constantinople, protected by the Theodosian Walls, had served as a bulwark towards the East in Europe for many centuries during Late Antiquity and the Middle Ages, until the decline of the Byzantine Empire. Its successful conquest would thus enable the Arab armies led by Muhammad and his successors to subsequently conquer and forcibly Islamize all of (Christian) Europe, as had occurred in other conquered territories. This included the imposition of the state model associated with Islam - Oriental despotism - and the societal model associated with Islam - slave society - and the legal system associated with Islam - Sharia.
The conquest of the metropolis of Constantinople in 1453 demonstrates that historical events and developments can be traced back to intentions and plans that originated many centuries earlier. This example also shows that nothing in history happens by chance, but rather that everything that happens, and how it happens, is also intended.
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_sieges_of_Constantinople
46) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Silk_Road
47) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Byzantine_Empire
Tolerating the settlement of the Turks in the Anatolian highlands proved fatal for the Byzantine Empire. The Turks began plundering the caravans of the Silk Road, whose most important western terminus was the metropolis of Constantinople, and the states they founded - the Sultanate of Rum
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Sultanate_of_Rum
and its successor, the Ottoman Empire - successively conquered all the cities and territories of the Byzantine Empire until the Ottoman Empire had ultimately completely occupied and replaced the Byzantine Empire. The cultural-historical process of Hellenization
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Hellenization
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Hellenistic_period#Hellenistic_culture
was then superseded by a counter-process of Turkification, which continues to this day.
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Turkification
48) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Ottoman_Empire
49) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Gunpowder_empires
50) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Sack_of_Constantinople
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_sieges_of_Constantinople
51) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Republic_of_Venice
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Maritime_republics
52) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Walls_of_Constantinople
In my opinion, the most impressive sight in the modern megacity of Istanbul, which I visited during my cycling travel through southeastern Europe in 2023, are the colossal Theodosian Walls, the largest medieval city walls in Europe. They were built to prevent a similar tragedy in Constantinople/Byzantium following the sack of Rome by the Goths in 410 AD. However, the sack of Constantinople itself occurred in 1204 AD during the Fourth Crusade, with the Maritime Republic of Venice playing a particularly decisive role. This sack of Constantinople in 1204 AD, along with the establishment of the Latin Empire, initiated the decline of the Byzantine Empire, a decline that culminated in the conquest of Constantinople by the expanding military empire of the Ottoman Empire, a so-called “Gunpowder Empire”, in 1453. These events of the year 1453 are in Istanbul the subject of a large diorama there called “Panorama 1453”.
The destruction of the Theodosian Walls and the conquest of Constantinople that it made possible in 1453 was achieved unexpectedly and to the surprise of the defenders with the help of a large number of the world’s largest cannons at the time, which had been specially made for this purpose of destroying the Theodosian Walls.
The conquest of the metropolis of Constantinople in 1453 is considered a milestone marking the transition from the Middle Ages to the modern era, and its consequences were far-reaching. In this context, I would like to highlight two aspects: a) the decline of cities and b) the shifting of global trade routes and centers of trade.
a) For nearly 1000 years, spanning Late Antiquity and the entire Middle Ages, the Theodosian Walls, the largest city walls in Europe during this period, effectively protected the metropolis of Constantinople. They served as a well-known example for other cities in Europe, which also fortified themselves with city walls, thereby maintaining a high degree of political independence and autonomy.
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Stadt
There is no article on the English Wikipedia for the term “Freie Stadt”.
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Free_imperial_city
Consequently, the most significant socio-political divide in the Middle Ages existed between the mostly republican constituted cities and the autocratically ruled feudal area states. However, particularly due to the development of cannons with their increasingly destructive power, city walls offered less and less protection by the end of the Middle Ages.
Sultan Mehmet II (Mehmet the Conqueror) (1432-1481)
Cf. https://en.wikipedia.org/wiki/Mehmed_II
made the conquest of Constantinople his life’s work, meticulously preparing for it over many years with great effort. Among other things, he commissioned the production of a large number of the world’s largest cannons for the destruction of the Theodosian Walls. Their use unexpectedly and to the defenders’ surprise, the walls were indeed destroyed, and the city was captured. The destruction of the Theodosian Walls by these then-largest cannons was a far-reaching signal, as it made it unmistakably clear throughout Europe that traditional medieval city walls no longer offered any protection.
As a consequence, new fortress concepts were developed in the Early Modern period, particularly that of the citadel, and a new science of fortification emerged. Compared to the walls and castles of the Middle Ages, however, these new fortresses of the Early Modern period were more elaborate and costly, so that the princes in the Age of Absolutism strove to increase their revenues through mercantilist economic policies, a component of which was the establishment of long-distance trading companies. Cannon construction and fortress construction were interdependent: the development of cannons with ever more destructive power led to the construction of increasingly elaborate fortifications. The development of the destructive power of cannons later reached a (provisional) climax in the First World War, the first total industrial war and the primordial catastrophe of the 20th century, in which they, as weapons of mass destruction, caused 70% of all war deaths.
b) The conquest of Constantinople in 1453 largely disrupted the long-distance trade connections between Europe and Asia that had existed since antiquity. These connections ran through the Mediterranean and Black Seas and were linked to transcontinental trade routes in Asia, particularly the Silk Road. This disruption of transcontinental trade connections in Eurasia spurred the search for alternative maritime trade routes to South and Southeast Asia via the Atlantic and Indian Oceans around Africa, leading, among other things, to the discovery of the Americas. Trade across the Mediterranean declined in importance, as did the previously dominant long-distance trade centers in the Mediterranean region, such as Venice and Genoa. These were replaced by new long-distance trade centers in the southern North Sea region, such as Amsterdam, Antwerp, and London, where long-distance trade was conducted through trading companies endowed with extensive privileges and powers, including the right to conquer and quasi-state-govern overseas colonies. Prominent examples of these trading companies are the British East India Company (EIC), the Dutch East India Company (VOC), and the French East India Company.
53) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Political_geography
54) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/World_history_(field)
55) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Huns
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Migration_Period
56) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Western_Roman_Empire
57) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Early_Muslim_conquests
58) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Siege_of_Constantinople_(674-678)
59) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Siege_of_Constantinople_(717-718)
60) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Mongol_Empire
61) Mongol expansion in Europe was not halted, as the events at Wahlstatt/Legnica Pole on April 9, 1241, demonstrate.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Legnica
These events of April 9, 1241, are the subject of the Museum of the Battle of Legnica,
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Museum_zur_Schlacht_bei_Liegnitz
There is no article on the English Wikipedia for the term “Museum zur Schlacht bei Liegnitz”.
which I visited on August 28, 2021. The museum’s richly detailed exhibition, entitled “Clash of Two Worlds”, explores the historical context and background of this event.
The question arises as to why the Mongols ended their successful expansion in Europe, which they might have been able to completely conquer after the events of April 9, 1241. Historians in Vietnam attribute the end of the Mongol expansion, during which the Mongols also conquered China in 1279, to their defeats in 1257/1258, 1284, and 1287/1288 in their attempts to conquer Vietnam and Champa. These Mongol defeats in Vietnam contributed significantly to the end of the Mongol expansion in Europe. This view of the historical events surrounding the Mongol expansion was conveyed both by the History Museum in Hanoi during my visit on March 14, 2017, and by the History Museum in Saigon/Ho Chi Minh City during my visit on April 2, 2017.
62) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Conscription#Military_slavery
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Mamluk
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Janissary
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Devshirme
63) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Ottoman_wars_in_Europe
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Siege_of_Vienna_(1529)
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Battle_of_Vienna
64) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Fourth_Crusade
65) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Latin_Empire
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Reconquest_of_Constantinople
66) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Marco_Polo#The_Travels_of_Marco_Polo
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Travels_of_Marco_Polo
67) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Kingdom_of_Portugal
68) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese_Empire
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese_India_Armadas
69) Cf.: https://camissamuseum.co.za/
70) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Slave_Lodge,_Cape_Town
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Slavery_in_South_Africa
71) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_slavery
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Slavery
72) Within the context of human history, the process of domestication
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Domestication
is a very recent phenomenon, and it is linked to the Neolithic Revolution. Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Neolithic_Revolution
The process of domestication encompassed not only animals and plants, but entire landscapes and ecosystems were domesticated and transformed. Humans themselves were also affected and changed by the process of domestication.
In his book, “Against the Grain. A Deep History of the Earliest States”, political scientist and anthropologist James C. Scott demonstrates the extent to which humankind itself was affected and transformed by the process of domestication. As with domesticated animals, the process of domestication led to both anatomical and behavioral changes in humans, including a novel herding behavior that enabled the emergence of mass societies and life within them. Furthermore, numerous novel diseases arose that were previously unknown in human history. Human reproductive behavior changed, resulting in significantly increased fertility rates that more than compensated for the increased mortality rate caused by the numerous newly emerging diseases and led to population growth. The newly formed states promoted this population growth for reasons of power politics, aiming to increase the number of workers, slaves, taxpayers, and soldiers subject to the power elites of the early states.
Cf.: James c. Scott: “Against the Grain. A Deep History of the Earliest States”. 2017, New Haven, London.
73) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_slavery_in_the_Muslim_world
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_views_on_slavery
Cf. further: https://en.wikipedia.org/wiki/Saqaliba
The Islamic empires
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Caliphate
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Ottoman_Empire#Government
Cf. further:https://en.wikipedia.org/wiki/Government_of_the_classical_Ottoman_Empire
Cf. furthermore: https://en.wikipedia.org/wiki/Mughal_Empire#History
that arose as a result of the so-called “Islamic expansion” were oriental despotisms
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Oriental_despotism
slave-owning societies
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_slavery_in_the_Muslim_world
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Islamic_views_on_slavery
Cf. furthermore: https://en.wikipedia.org/wiki/Slavery_in_the_Ottoman_Empire
and military empires. The entire state apparatus and the military were based on the principle of slavery. As tribute, a portion of the children of the conquered and subjugated populations, predominantly Christians, were demanded and conscripted - the so-called “devshirme”.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Devshirme
These abducted children were forcibly converted to Islam, indoctrinated, conditioned and raised to be loyal servants of the ruler. They were then employed in the state apparatus, where they administered the population subservient to the ruler, and in the military apparatus, which was based on slave armies. These military slaves were called Mamluks
Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Mamluk
and also Janissaries.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Janissary
While Christianity, which arose in the eastern Mediterranean region, and which arose like Buddhism through a syncretistic cultural exchange with Hellenism, and which initially functioned as a social revolutionary movement in the Roman Empire before becoming the state religion, overcoming and abolishing the slavery of antiquity within its sphere of influence, Islam represents a radical counter-movement. Based on its foundation as a religion of conquerors and rulers, the slavery of antiquity is expanded and made into the fundamental principle of state power and its expansion. Thus, the slavery of antiquity is intensified, geographically expanded, and perpetuated and transmitted through the Middle Ages into the modern era.
74) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_chartered_companies
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/East_India_Company_(disambiguation)
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/West_India_Company
75) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Mercantilism
76) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Absolutism_(European_history)
77) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/East_India_Company
78) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Louis_XIV‘s_East_India_Company
79) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Atlantic_slave_trade
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Slavery_in_Africa
The African explorer David Livingstone, among others, describes where and how the slaves came from and arrived at the slave markets:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/David_Livingstone
In 1871, Livingstone witnessed Arab slave traders, along with approximately 1,500 other people, charging into the marketplace of Njangwe. They had previously surrounded the village. Many locals were abducted by the Arabs, 400 people died, and 27 villages were burned down. Livingstone was outraged and broke with the Arabs.
For every person deported in the slave trade, an additional three to four people must be considered to have died during slave raids, in epidemics, through castration, and so on.
80) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Plantation_economy
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Plantation
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Slave_plantation
Plantation economies and their distinctive agricultural history
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Agrargeschichte
There is no article on the English Wikipedia for the term “Agrargeschichte”.
and agricultural constitution
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Agrarverfassung
There is no article on the English Wikipedia for the term “Agrarverfassung”.
continue to shape rural areas in large parts of countries outside Europe. In the modern era, plantation economies and their monocultures became the model for the worldwide mechanization and industrialization of agriculture, with slaves being replaced by machines. In the Soviet Union, the industrialization and collectivization of agriculture followed the model of the agricultural industry in the USA, which itself emerged from plantation economies, and was conceived by agricultural engineers from the USA.
Cf. for this: Florian Hurtig: Sowjetische Simplifizierung als Kopie des amerikanischen Modells. In: Derselbe: Paradise lost. Vom Ende der Vielfalt und dem Siegeszug der Monokulturen. 2020, München. P. 284-291.
The consequence was that agriculture and the peasantry in the Soviet Union were transformed into an “internal colony” which enabled the forced industrialization and modernization of the Soviet Union. This brutally pursued industrialization made the Soviet Union a world power, and at the same time, it underwent extensive military rearmament. Stalin’s “Great Terror” proved to be an integral part of the terror of the modern industrial age.
Cf. to this notes 119 and 120.
81) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Abolitionism
82) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Port-Louis,_Morbihan
83) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Standing_army
84) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Territorial_state
85) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Louis_XIV
86) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Sébastien_Le_Prestre,_Marquis_of_Vauban
87) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Fortifications_of_Vauban
88) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Territorial_state#Personenverbandsstaat
89) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Stadt
There is no article on the English Wikipedia for the term “Freie Stadt”.
As well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Free_imperial_city
90) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Robben_Island
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Robben_Island_(prison)
91) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Apartheid
92) Cf. Note 38.
93) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Total_institution
The term “total institution” was coined in particular by the sociologist Erving Goffman (1922-1982), who lists characteristics of total institutions in his study: “Asylums. Essays on the Social Situation of Mental Patients and Other Inmates”.
Cf.: Erving Goffmann: Über die Merkmale totaler Institutionen. In: Derselbe: Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen. Frankfurt am Main, 1972. P. 13-23.
Examples of total institutions include: prisons, camps in their various forms, barracks as well as conscription, factories, hospitals, and schools. Total institutions create a space of inclusion and exclusion and are characterized in particular by the “special power relations” (Besondere Gewaltverhältnisse) prevailing within them, which aim at extralegality and special treatment (Sonderbehandlung).
The “prerogative state” (Maßnahmenstaat) according to Ernst Fraenkel can be seen as a radicalized form of total institutions and the “special power relations” (Besondere Gewaltverhältnisse) prevailing in them, which aim at extralegality and special treatment (Sonderbehandlung).
Cf.: Ernst Fraenkel: The Dual State. A Contribution to the Theory of Dictatorship. 1941, New York.
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Dual_State
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Dual_state_(model)
In this analysis of the rule in the National Socialist state, first published at the turn of the year 1940/1941, the political scientist and jurist Ernst Fraenkel (1898-1975)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Ernst_Fraenkel_(political_scientist)
distinguishes between the continuing existence of the institutions of a legal “normative state”, whose actions are guided by laws, and the newly created institutions of an extralegal “prerogative state” as an instrument of arbitrary power enfolding and unbridled violence cxecution. Historical examples of institutions of the “prerogative state” include, in particular, the NS concentration camps, as well as the SS, the Gestapo, the SD, the RSHA, “Action T4”, and the Einsatzgruppen of the Security Police and the SD. The “prerogative state” can be seen as a radicalized form of “total institutions” and the “special power relations” (Besondere Gewaltverhältnisse) prevailing within them, which aim at extralegality and special treatment (Sonderbehandlung).
In their various forms, total institutions are ubiquitous, accepted and tolerated as a self-evident foundation of society and as an integral part of societal and state power. Within the framework of the totalitarian concept of society and the state, the functional principle of total institutions is transferred and applied to potentially all areas of society. An end to the age of the totalitarian and totalitarianism is therefore impossible without overcoming and abolishing the concept of total institutions, for they are the sources from which the idea of the totalitarian and totalitarianism and the practice of totalitarianism can continually spread throughout society and shape people accordingly. The abolition of total institutions means nothing less than drawing consequences from the extremes of the 20th century and subjecting its foundations to revision.
94) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Prison
95) The total institution of the camp in its various forms is the total institution for the instrumental management, surveillance, control and conditioning of masses of people; it is an invention of the modern age, and it is an instrument of industrial society.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Camp
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Internment
The internment camp originated in the colonies, where it was used as an instrument of repression. During the First World War, the previously discredited internment camps of the colonies were used in Europe for the first time. With the First World War, the application of colonial methods of oppression began in Europe itself, and Europeans now became the object of colonial methods of oppression. “The First World War was an important laboratory for what was to come”, explains the historian Karl Schlögel in his text„Bugwelle des Krieges“: “Here, the methods and practices of total war were tested on a large scale for the first time. (...) Here, practices were perfected that had previously been tested on the periphery of imperialism, in the colonies – from concentration camps to border demarcation with a razor to the casual routine of mass execution; racism, as Hannah Arendt had shown, migrated from the periphery back to the motherland.”
See: Karl Schlögel: Bugwelle des Krieges. S. 185-186. In: Stefan Aust, Stephan Burgdorff (Hg.): Die Flucht. Über die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten. 2003, Bonn. P. 194-195.
The total institution of the camp, as a modern form of terrorist coercion against large groups of people, permeates and shapes the history of the 20th century, and it is one of the essential and characteristic elements that make the 20th century an extreme one. The total institution of the camp emerged on the eve of the 20th century, and its trajectory is not yet over. It provides an example of how “modernity, precisely in its normality, is the foster father of the excesses of this century”, as the social scientist Gerhard Armanski analyzes in his book, “Machines of Terror: The Camp (Concentration Camp and Gulag) in Modernity”.
See: Gerhard Armanski: Maschinen des Terrors. Das Lager (KZ und GULAG) in der Moderne. Münster, 1993. P. 18.
96) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Penal_colony
The penal colony can be seen as the origin and prototype of the concentration camp as a component of the “prerogative state”, such as the NS concentration camps. The Guantanamo Bay detention camp can be cited as a recent example of such a concentration camp as a component of the “prerogative state”.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Guantanamo_Bay_detention_camp
97) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Panopticon
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Prison#Development_of_the_modern_prison
98) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Prison_abolition
99) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Iziko_South_African_Museum
Cf. as well as: https://www.iziko.org.za/museums/south-african-museum/
100) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Rock_art
101) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/San_peoples
102) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Material_culture
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Non-material_culture
103) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Savanna
104) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Antarctic_Treaty_System
105) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Charles_Darwin
106) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Second_voyage_of_HMS_Beagle
107) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Kirstenbosch_National_Botanical_Garden
108) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Fynbos
109) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cape_Floristic_Region
110) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Phytochorion
111) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Introduced_species
112) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Table_Mountain
113) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Agrarverfassung
There is no article on the English Wikipedia for the term “Agrarverfassung”.
114) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Agrargeschichte
There is no article on the English Wikipedia for the term “Agrargeschichte”.
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_agriculture
115) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Rural_area
116) Cf. note 80.
117) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Monoculture
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Extractivism
118) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Settler_colonialism
119) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Industrialization_in_the_Soviet_Union
Cf. also notes 80 and 120.
120) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Collectivization_in_the_Soviet_Union
Cf. also notes 80 and 119.
In the course of the Soviet Union’s industrialization, as part of the First Five-Year Plan
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/First_five-year_plan_(Soviet_Union)
during forced collectivization, from 1929 to 1933 the so-called “dekulakization”
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Dekulakization
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Nazino_tragedy
was carried out. This resulted in a severe famine.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Soviet_famine_of_1930-1933
This “dekulakization” continued with the so-called “Kulak Operation” of the NKVD,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/NKVD
which was carried out on the basis of NKVD Order No. 00447 of July 30, 1937.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/NKVD_Order_No._00447
The German-language article is more detailed:
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/NKWD-Befehl_Nr._00447
From August 1937 to November 1938, between 800,000 and 820,000 people were arrested, of whom at least 350,000 - possibly up to 445,000 - were shot; the remainder were sent to Gulag penal camps.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Gulag
The oppression of the peasantry and their exploitation as an “internal colony” enabled the Soviet Union’s rapid industrialization and modernization. This brutal industrialization transformed the Soviet Union into a world power, and it was accompanied by extensive military buildup. In the modernization terror, Stalin’s “Great Terror” proves to be part of the terror of the age of industrial modernity.
121) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Extinction#Modern_extinctions
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Extinction_event#Sixth_mass_extinction
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Biodiversity_loss
122) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Anthropocene
123) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Wadi
124) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Desert
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Semi-arid_climate
125) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Trockensavanne
There is no article on the English Wikipedia for the term “Trockensavanne” (Dry savanna).
Cf. instead: https://en.wikipedia.org/wiki/Savanna
126) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Namibia
127) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Lüderitz
128) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Windhoek
129) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Henley_Passport_Index
130) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Berlin_Conference
131) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Protectorate
132) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/German_Empire
133) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/German_South_West_Africa
134) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Turnhalle_Constitutional_Conference
135) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Gibeon_(meteorite)
136) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Independence_Memorial_Museum_(Namibia)
137) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Nation-building
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Nationalism
The idea of the nation and the nation-state is the most powerful idea ever to have originated in Europe, and today it is the only viable and alternativless option worldwide. The idea of nationalism, which originated in Europe, has spread across the globe in several major waves. The idea of the nation and the nation-state first spread on a larger scale beyond its European origins during the first wave of decolonization in the 19th century, particularly following the dissolution of the Spanish colonial empire in Central and South America. It then spread to Eastern Europe after the First World War, and after the Second World War, during the second wave of decolonization in Asia and Africa, the idea of the nation and the nation-state achieved its current global reach and unquestionable alternativless implementation.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Decolonization
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Decolonisation_of_Africa
In his book, “Nationalism: History, Forms, Consequences”, historian Hans-Ulrich Wehler poses the question: “Why did nationalism become such an attractive export commodity, even though the recipient countries had completely different socio-cultural and political conditions?” He elaborates: “These anti-colonial emancipation movements were a resounding success (...) after the Second World War, when massive US pressure to dissolve all Western colonial empires, combined with the explosive impact of militant intra-colonial guerrilla and liberation movements, ushered in the era of global decolonization. This was accompanied by a new wave of transfer nationalism. All these colonial territories, hastily released into a precarious state of autonomy, wanted to emulate the model of the Western nation-state. While the peace treaties after the First World War had declared it the norm for the entire European world of states, it was now elevated to a globally binding political entity for a considerable period.”
See: Hans-Ulrich Wehler: Nationalismus. Geschichte, Formen, Folgen. 2001, München. P. 15. and p. 93.
The so-called “national liberation movements” were the actors who helped the idea of the nation and the nation-state achieve its worldwide and, today, inescapable and alternativless imposition. Today, the idea of the nation is alternativless; the nation-state is regarded as the quasi-natural and alternativless organizational form of human society, and everywhere people are compelled to organize themselves according to the model of the nation and the concept of the nation-state.
Cf. to this my text: “Modern Nationalism as a Political Religion – On the Construction of the Nation in the Age of Modern Nationalism”, which can be accessed and read on my website (only in German language available):
https://manfred-suchan.jimdosite.com/geschichtspolitik/
In my view, from a global historical perspective, decolonization, as it actually occurred, has failed because it was the vehicle for imposing the idea of the nation and the concept of order based on the nation-state worldwide and without alternative.
138) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/League_of_Nations
139) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Union_of_South_Africa
140) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/SWAPO
141) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsbild
There is no article on the English Wikipedia for the term “Geschichtsbild”.
142) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Herero_people
143) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Nama_people
144) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Genocide
The debates surrounding the term “genocide” are mostly highly politically motivated. This is particularly evident in the case of the so-called “genocide of the Herero and Nama”:
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord_an_den_Herero_und_Nama
Obvious the apparent goal of the history politics (politics of memory)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Politics_of_memory
is to elevate these historical events to the “seminal catastrophe” of the “extreme” 20th century, in order to allow this development to culminate in the Holocaust. Cf. notes 311 to 328.
In this way, an imagined transhistorical collective subject, “the Germans”, can be held collectively responsible for the “extremes” of the “extreme” 20th century.
Until now, the First World War has for good reasons been considered the “primordial catastrophe” of the (“extreme”) 20th century, and the question arises as to how it could have happened. This question is addressed in particular in chapters 7, 9, and 10 of my present travelogue.
A comprehensive scientific account of the displacement, expulsion, and partial extermination of the San in southern Africa is lacking. Today, the San live only in small, remote parts of southern Africa, and their traditional culture and way of life have almost completely disappeared. Even today, the San in southern Africa continue to face discrimination and marginalization. Cf. note 178.
145) Cf.: Hans Hilpisch: „Wo sind die Herero geblieben?“ Neue Erkenntnisse und Theorien zum Rückzug der Herero in die Omaheke 1904/1905. 2. Überarbeitete und erweiterte Auflage 2021, Windhoek.
Cf. also: Hans Hilpisch: Die Kolonialkriege in Deutsch-Südwestafrika (1904-1908). Daten, Fakten und eine kritische Auseinandersetzung mit den widersprüchlichen Forschungsergebnissen der letzten Jahrzehnte. 4. Auflage 1922, Windhoek.
146) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Atrocities_in_the_Congo_Free_State
147) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Congo_Free_State
148) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Leopold_II_of_Belgium
149) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Brussels_Geographic_Conference
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/International_African_Association
150) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Imperialism#Age_of_Imperialism
151) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Geopolitics
152) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Scramble_for_Africa
153) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Royal_Museum_for_Central_Africa
154) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Brussels_International_Exposition_(1897)#Colonial_exhibit
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/World‘s_fair
World’s Fairs, as international technical and commercial showcases in the age of industrial modernity, also include colonial exhibitions, which were likewise conceived as showcases in the age of industrial modernity, such as the Colonial Exhibition in Berlin in 1896, the Colonial Exhibition in Brussels in 1897, the Colonial Exhibition in Paris in 1931, the Colonial Exhibition in Brussels in 1958, and others.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Colonial_exhibition
155) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Palace_of_Justice,_Brussels
156) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Natural_rubber
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Atrocities_in_the_Congo_Free_State#Red_rubber_system_and_the_Force_Publique
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Abir_Congo_Company
157) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Putumayo_genocide
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Amazon_rubber_cycle#Effects_on_indigenous_population
The genocide in Putamayo, perpetrated during the rubber boom that began in the Amazon region around 1850 and by the “Peruvian Amazon Rubber Company” led by Julio César Arena del Águila (Cf. note 154), is the subject of the Ethnological Museum in the city of Leticia, located at the tripoint of Colombia, Peru, and Brazil on the Amazon River with the towns of Leticia (Colombia), Santa Rosa (Peru), and Tabatinga (Brazil). I visited this museum on April 7, 2016, during my riverboat cruise through the Amazon region from March 26 to April 21, 2016, traveling on the Amazon from Yurimaguras via Iquitos, Santa Rosa/Leticia/Tabatinga, to Manaus, and then continuing on the Rio Madeira to Porto Velho. This riverboat cruise through the Amazon region took place as part of my first South America travel (December 9, 2015 to June 3, 2016). During my second South America travel in the spring of 2020, which should to be a follow-up travel to my first South America travel, the so-called “Corona crisis” occurred unexpectedly and surprisingly. I report on my experiences and insights from both South America travels against the backdrop of the “Corona crisis” in my travelogue “Impressions in Times of the ‘Corona Crisis’ – A Travelogue from South America”. This travelogue can be accessed and read on my website (only in German language available):
https://manfred-suchan.jimdosite.com/
https://manfred-suchan-reisen.jimdosite.com/reisefreiheit/
158) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Julio_César_Arana
159) The oppression of the peasants and their exploitation as an “internal colony” enabled the forced industrialization and modernization of the Soviet Union.
Cf. Notes 80, 119 and 120.
160) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Succulent_plant
161) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt
162) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Holism
163) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Reductionism
164) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Escarpment,_Southern_Africa
165) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Namib
166) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Benguela_Current
167) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Swakopmund
168) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Swakopmund_Museum
There is no article on the English Wikipedia for the term “Swakopmund Museum”.
169) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Orange_River
170) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Etosha_National_Park
171) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Kalahari_Desert
172) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Deserts_and_xeric_shrublands
173) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Etosha_Pan
174) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Wilderness
175) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Instrumentelle_Vernunft
There is no article on the English Wikipedia for the term “Instrumentelle Vernunft” (instrumental reason).
Cf. as well as: Max Horkheimer: Zur Kritik der instrumentellen Vernunft. 1974, Frankfurt am Main.
“Instrumental reason” and its critique form the key analytical category of the “Critical Theory” of the “Frankfurt School” founded by the social philosopher Max Horkheimer (1895-1973), which provides a synthesis of social and cultural critique based on interdisciplinary analyses in the humanities and social sciences.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Max_Horkheimer#Eclipse_of_Reason
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Eclipse_of_Reason_(Horkheimer)
The critique of instrumental reason is a critique of the domination of nature, whereby the domination of nature finds its continuation in the domination of the inner and outer nature of the human beings, the domination of individuals, and the domination of society; this nexus of violence forms a transhistorical continuum.
176) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Hunter-gatherer
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Indigenous_peoples
In settlement colonies, the settlers were inspired by a pious, pleasing to God and missionary zeal to conquer and subdue the “wilderness” and the “savages”. They viewed the land inhabited and used by indigenous hunter-gatherers as “no man’s land” (terra nullius)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/No_man's_land
and considered the indigenous hunter-gatherers a land plague that had to be displaced and eliminated to make the land usable.
177) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Indigenous_peoples_of_the_Americas#North_America
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Native_Americans_in_the_United_States
178) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/San_peoples
The San (Bushmen) are considered the indigenous people of Africa. Traditionally, they live as hunter-gatherers. Particularly in modern times, they have been displaced, driven out, and in some cases systematically exterminated.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/San_peoples#Displacement,_marginalisation_and_genocide_during_European_colonisation
A comprehensive scientific account of the displacement, expulsion, and partial extermination of the San people is lacking. Today, the San live only in small, remote parts of southern Africa, and their traditional culture and way of life have almost completely disappeared. Even today, the San in southern Africa continue to face discrimination and marginalization.
179) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Freedom_to_roam
Cf. further: https://en.wikipedia.org/wiki/Common_land
The everyone’s right is an ancient customary right whose origins date back to the time before humans settled down during the Neolithic Revolution and the subsequent establishment of territorial rule over land and people. This ancient everyone’s right has been preserved most extensively in peripheral regions that were only recently touched and penetrated by territorial rule; and in some cases, this process is still incomplete today, so that the instrumental rational shaping of the landscape according to “instrumental reason” is often less advanced there. Relics of this ancient customary right of everyone’s right can be found in many places, for example, in the form of the everyone’s right in Scandinavia and most Baltic Sea states, including Russia, or in the form of the right of public access to the landscape (Landschaftsbetretungsrecht), which also exists in the Federal Republic of Germany.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Betretungsrecht_(Erholung,_Sport)
There is no article on the English Wikipedia for the term “Betretungsrecht”.
Unlike in Europe, in settlement colonies, such as the USA in particular, but also in South Africa and Namibia, a totalitarian intensified understanding of property rights and ownership could develop, unfold freely and occupy the entire landscape, because with the displacement and extermination of the pre-state societies there, who lived as hunter-gatherers – in North America the Indians (Native Americans) and in southern Africa the San (Bushmen) – a historyless and rightless space had emerged in which no traditions and relics, including the customary law of everyman’s right, were preserved and remained.
180) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/American_Indian_Wars
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Federal_Indian_Policy
The corresponding article on the German-language Wikipedia is more comprehensive:
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Indianerpolitik_der_Vereinigten_Staaten
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Genocide_of_indigenous_peoples#Indigenous_peoples_of_the_Americas_(pre-1948)
181) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/San_peoples#Displacement,_marginalisation_and_genocide_during_European_colonisation
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Genocide_of_indigenous_peoples#South_Africa
182) What would need to be created is a human right to universal access to the landscape, based on the legal framework of a general customary right of the nature of a everyone’s right, such as existed before the Neolithic Revolution, and which can be derived from and justified by various legal sources. This issue is not merely a historical-anthropological one, nor merely a juridical one, but rather a question of practical philosophy:
The philosopher Immanuel Kant (1724-1804)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant
postulates in the third definitive article of his essay “Perpetual Peace” (1795)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Perpetual_Peace:_A_Philosophical_Sketch
an original state of common ownership of the Earth’s surface by all humankind. Because of the Earth’s spherical shape, humans cannot disperse indefinitely and must therefore tolerate one beside another. Originally, no one has a greater right to be in any one place on Earth than another. From this, he derives a universal right of freedom of movement, travel, and visitation as a component of cosmopolitan rights. Similarly, a human right to universal access to the landscape can be derived from this foundation. This right is linked to the status of rights of a general customary right, akin to a everyone’s right, as existed before the Neolithic Revolution.
This opens up a broad field of discussion: the question of land ownership as a limited, non-renewable resource, as the primary basis of life to which all people have an equal right. From this, a general fundamental right to subsistence can be derived, guaranteeing all people access to land to the extent necessary to provide for themselves through subsistence farming. Many of the social and ecological consequences and problems arising from historically established large landholdings and a lack of access to land, such as environmental destruction through irregular land acquisition and settlement activities, as well as the growth of irregular settlements on the outskirts of megacities, could be largely avoided. A general fundamental right to subsistence, guaranteeing all people access to land to the extent necessary to provide for themselves through subsistence farming, can be grounded in the human right to food:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Right_to_food
Such a fundamental and human right to subsistence prevents people from being displaced from rural areas, where vast agro-industrial monocultures are expanding worldwide at the expense of the traditional subsistence farming of people in rural areas, and it prevents people from being pushed into the increasing and rapidly growing megacities, which have the character and function of expulsion spaces and preservation asylums for the global surplus population being displaced from rural areas.
183) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Animal_migration
184) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Serengeti
185) Cf.: Bernhard Grzimek, Michael Grzimek: Serengeti darf nicht sterben. 367.000 Tiere suchen einen Staat. 1959, Frankfurt am Main, Berlin, Wien.
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Serengeti_Shall_Not_Die
186) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Deforestation
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Deforestation_by_continent#Africa
187) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Entkusselung
There is no article on the English Wikipedia for the term “Entkusselung”.
Cf. insted: https://en.wikipedia.org/wiki/Savanna#Tree_clearing
188) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Renaturierung
There is no article on the English Wikipedia for the term “Renaturierung”.
Cf. insted: https://en.wikipedia.org/wiki/Land_restoration
189) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Rewilding
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Rewilding_Europe
Cf. for this Chapter 8: “Rewilding Europe” of my text: “A Winter in the Scandinavian Mountains – Experiences on the Northern Periphery of Europe in the Winter of 2013/2014.” This text can be accessed and read on my website (only in German language available):
https://manfredsuchan.net/ein-winter-in-schweden
190) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Ecological_niche
191) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Ecosystem
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Food_chain
192) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Biodiversity
193) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Biosphere
194) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Nature_conservation
195) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Prozessschutz
There is no article on the English Wikipedia for the term “Prozessschutz”.
196) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Landschaftsschutz
There is no article on the English Wikipedia for the term “Landschaftsschutz”.
197) Cf. for this Chapter 6: “The Colonization of the Amazon Region and the Destruction of the Rainforest” of my text: “Impressions in Times of the ‘Corona Crisis’ – A Travelogue from South America”. This text can be accessed and read on my website (only in German language available):
https://manfred-suchan.jimdosite.com/
https://manfred-suchan-reisen.jimdosite.com/reisefreiheit/
198) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Peace_Park
There is no article on the English Wikipedia for the term “Peace Parc”.
Cf. insted: https://en.wikipedia.org/wiki/Transboundary_protected_area
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Peace_Parks_Foundation
199) Cf. for this Chapter 9: “Nature Conservation and Tourism as Components of Détente Policy” of my text: “A Winter in the Scandinavian Mountains – Experiences on the Northern Periphery of Europe in the Winter of 2013/2014”. This text can be accessed and read on my website (only in German language available):
https://manfredsuchan.net/ein-winter-in-schweden
200) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Caprivi_Strip
201) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Leo_von_Caprivi
The short term of office of Chancellor Caprivi encompassed not only the Heligoland-Zanzibar Treaty of 1890, but also, among other things, the non-renewal of the Reinsurance Treaty with the Russian Empire.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Reinsurance_Treaty
The non-renewal of the Reinsurance Treaty 1890 was a key factor in the emergence of the First World War.
Cf. for this note 273.
202) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Heligoland-Zanzibar_Treaty
203) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Zambezi
204) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cuando_River
205) Cf. for this Chapter 7: “The Biometric Passport or: The World as a Virtual Total Institution” in my text: “End of the ‘Corona Crisis’? – Current Travel Conditions in a Global Comparison”. This text can be accessed and read on my website (only in German language available):
https://manfredsuchan.net/aktuelle-reisebedingungen
If one infers the intentions behind the events from subsequent developments, the events of September 11, 2001, occurred precisely for the purpose of introducing and enforcing a global surveillance regime. Nothing in history happens by chance; everything that happens, and the way it happens, is also intended.
206) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Botswana
207) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Chobe_National_Park
208) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Bechuanaland_Protectorate
209) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/British_South_Africa_Company
210) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cecil_Rhodes
211) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Victoria_Falls
212) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/David_Livingstone
213) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Land_grabbing
214) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Okavango_Delta
215) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Central_place_theory
216) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Pretoria
217) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/South_African_Republic
218) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Kruger
219) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Kruger_House,_Pretoria
220) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/British_Empire
221) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Second_Boer_War
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/First_Boer_War
222) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Second_Italo-Ethiopian_War
In my view, the Second World War, as a historical epoch, begins with the Abyssinian War (Second Italo-Ethiopian War). The age of imperialism, whose most prominent feature was the geopolitical “Scramble for Africa”, culminated in two world wars, transforming the geopolitical “Scramble for Africa” into a geopolitical “Scramble for Europe”. The Abyssinian War (Second Italo-Ethiopian War) marked the continuation, the climax, and the conclusion of the geopolitical "Scramble for Africa".
In the Abyssinian War (Second Italo-Ethiopian War), the fascist Kingdom of Italy conquered and occupied the Ethiopian Empire,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Ethiopian_Empire
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Ethiopia
on the one hand one of the world’s oldest empires, which in antiquity was among the most important world powers alongside the Roman Empire, Persia and China, and on the other hand one of the oldest states in which Christianity had become the state religion in 330, after Armenia in 314 and before Georgia in 337, as well as the Roman Empire, in which Christianity became the state religion in 380.
The geopolitical “Scramble for Africa” continued in the Second World War as a geopolitical “Scramble for Europe”, and this geopolitical “Scramble for Europe” had reached its first peak in the First World War. During World War II, methods of warfare that had first been introduced and used in the Second Boer War and then in the Abyssinian War (Second Italo-Ethiopian War) were further radicalized. The Second Boer War, the Abyssinian War (Second Italo-Ethiopian War), and then the Second World War represent stages in the radicalization of total industrial warfare in the age of imperialism, in which the civilian population increasingly became a military target.
223) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Winter_War
The secret additional protocol to the German-Soviet Non-Aggression Pact (Molotow-Ribbentrop Pakt) of August 23, 1939
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Molotov–Ribbentrop_Pact
the reorganization and division of so-called “Inter-Europe” (Zwischeneuropa)
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwischeneuropa
There is no article on the English Wikipedia for the term “Zwischeneuropa”.
was agreed upon, which in the 19th century had been a territorial component of the three empires: the Russian Empire, the Austro-Hungarian Empire, and (from 1871) the German Empire (previously the Kingdom of Prussia) (Cf. note 273).
As a consequence of this secret additional protocol, the contracting parties occupied their respective contractually agreed-upon share of so-called “Inter-Europe”, which in the case of Finland the Soviet Union attempted to do in the so-called “Winter War”. Completely unexpectedly and surprisingly, Finland was able to assert himselve militarily for a time against the Soviet Union’s heavily armed military apparatus, which Stalin had built up in the course of the Soviet Union’s industrialization (Cf. notes 80, 119 and 120), even though Finland, similar to the Boer republics in the Second Boer War, received no support from anywhere in the world, except for a few volunteers from Sweden.
Finland was thus spared occupation by the Soviet Union, which, however, became the fate of the neighboring three Baltic states:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Soviet_occupation_of_the_Baltic_states_(1940)
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Baltic_states#Soviet_and_German_occupations,_1940-1991
Estland:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Estonia#Incorporation_in_the_Soviet_Union_(1940)
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Estonian_Soviet_Socialist_Republic#Soviet_occupation_of_Estonia
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Estonia#Occupations
Lettland:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Soviet_occupation_of_Latvia_in_1940
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Latvia#Occupations,_1940-1990
Cf.as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Latvia#First_Soviet_occupation_(1940-1941)
Cf. further: https://en.wikipedia.org/wiki/Latvian_Soviet_Socialist_Republic#Creation_in_1940
Litauen:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_Lithuania#First_Soviet_occupation
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Lithuanian_Soviet_Socialist_Republic#Occupation_and_annexation
As a result of the occupations based on the secret additional protocol of the German-Soviet Non-Aggression Pact of 23 August 1939, the Kingdom of Great Britain and the Third French Republic declared war on the National Socialist German Reich, but not on the Soviet Union.
In my opinion, the Second World War, as a historical epoch as described above, begins with the Abyssinian War (Second Italo-Ethiopian War) (1935-1941) and the occupation of the Ethiopian Empire by the fascist Kingdom of Italy, and not with the occupations of so-called “Inter-Europe” based on the secret additional protocol of the German-Soviet Non-Aggression Pact of August 23, 1939, particularly the events of September 1, 1939, which has become the unquestioned convention of mainstream historical scholarship. With the Abyssinian War (Second Italo-Ethiopian War), the geopolitical “Scramble for Africa” finds the continuation, the climax, and the conclusion, and in the Second World War, this continues as a geopolitical “Scramble for Europe”, of which the division and occupation of so-called “Inter-Europe” is a component. The “Scramble for Europe” had already reached its first climax in the First World War.
224) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Annexation_of_Tibet_by_the_People‘s_Republic_of_China
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Tibet_(1912-1951)#Annexation_by_the_People's_Republic_of_China
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Tibet#Since_1950
During my backpacking travel through parts of South Asia in 2019/2020, I visited, among other places, the city of Dharamshala
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Dharamshala
on the edge of the Himalayas. Since the occupation of Tibet by the People’s Republic of China, Tibetan refugees have been living there. In total, more than 100,000 refugees from Tibet now live in India. Dharamshala is the seat of the Tibetan government-in-exile
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Central_Tibetan_Administration
and the Dalai Lama. According to the Tibet Museum
Cf.: https://www.tibetmuseum.org
Tibetans in exile complain of ongoing human rights violations in Tibet, the suppression of cultural rights, and the massive influx of Chinese people into Tibet, to the point that Tibetans are now a minority in some areas of tibet.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Sinicization_of_Tibet
On the human rights situation in Tibet:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Human_rights_in_Tibet#Post-1950_Tibet
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Tibet_Autonomous_Region#Human_rights
Cf. also: https://www.gfbv.de/de/news/zur-lage-der-menschenrechte-in-tibet-365/
Since travel to Tibet has become virtually impossible since the occupation, Heinrich Harrer’s (1912-2006)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Harrer#Seven_years_in_Tibet
travelogue “Seven Years in Tibet”,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Seven_Years_in_Tibet
documenting his multi-year journey to Tibet before the occupation, is now a historical document.
225) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Second_Boer_War
226) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Second_Boer_War_concentration_camps
Following the example of the “Concentration Camps” in the Second Boer War, “concentration camps” were established by the German Empire in the then “protectorate” of German South West Africa after the Herero and Nama uprising in 1904.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Shark_Island_concentration_camp
The Wikipedia article on “concentration camps”
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Concentration_camp
demonstrates that historians and social scientists are unable to meaningfully categorize and classify the phenomenon of the camp - a total institution for the instrumental management of masses of people - in its various forms, according to its genesis and structure. The phenomenon of the camp shaped the extreme 20th century and is characterized by its diverse manifestations. Any scientific categorization within any academic discipline must be based on significant, comprehensible, and convincingly reasoned criteria.
227) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Herbert_Kitchener,_1st_Earl_Kitchener
228) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Scorched_earth#Second_Boer_War
229) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Dominion
230) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Commonwealth_of_Nations
231) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/William_the_Conqueror
232) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Commonwealth_War_Graves_Commission
233) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Johannesburg
234) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Boomtown
235) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_South_Africa
236) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Township_(South_Africa)
237) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Bantustan
238) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Population_growth
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Demographics_of_Africa#Population_growth Cf. further: https://en.wikipedia.org/wiki/Africa#Demographics
239) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Megacity
240) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Apartheid_Museum
241) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Racial_segregation
242) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Apartheid
243) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Racial_segregation#United_States
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Jim_Crow_laws
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Racism_in_the_United_States
244) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Civil_rights_movement
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Civil_rights_movements
Cf. furthermore: https://en.wikipedia.org/wiki/Abolitionism
245) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Human_history
Human history is an integral part of Earth’s history and the history of life on planet Earth. The condition for life on planet Earth is the geodynamically based evolutionary-ecological process, of which life on Earth is a part. Human history can be understood as the history of the spread and differentiation of anatomically modern humans, Homo sapiens, from their origin in East Africa (assumed to be in light of current paleoanthropological research) approximately 70,000 years ago, across the entire planet Earth to the present day. Several technological revolutions have had far-reaching social and ecological consequences, most notably the Promethean Revolution, the Neolithic Revolution, the Industrial Revolution, and currently the Digital Revolution. Human history ends with the end of humankind:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Human_extinction
Based on the ongoing course of Earth’s history and the future history of life on planet Earth, as determined by the geodynamically grounded evolutionary-ecological process, the end of humankind is inevitable. The only thing we can influence is the timing of this end. If humankind continues on its current path, driven by technological revolutions, this end will occur in the very near future. However, based on the natural conditions on planet Earth, humankind could potentially continue to exist for another billion years.
246) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Paleoanthropology
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Recent_African_origin_of_modern_humans
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Early_human_migrations
247) The philosopher Immanuel Kant
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant
formulated three guiding questions for philosophical thought:
1. What can I know?
2. What should I do?
3. What may I hope?
As a fourth question, he added:
4. What is man?
248) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Racism
Cf. as well as: https://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie
There is no article on the English Wikipedia for the term “Rassentheorie”.
Cf. instead: https://en.wikipedia.org/wiki/Race_(human_categorization)
The question arises as to when it is meaningful to speak of “racism”. The attempt to create categories
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cognitive_categorization
and classifications
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Classification
regarding human beings is, in itself, unproblematic. It only becomes a serious problem when based on such categories and classifications different rights are derived and unequal treatment is demanded. In my opinion, only at this point can one meaningfully speak of “racism”. Therefore, I cannot understand the popular, sweeping and across board accusation of racism leveled against the Age of Enlightenment
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Age_of_Enlightenment
and prominent figures of this era, such as the naturalist Carl Linnaeus (1707-1778) and the philosopher Immanuel Kant (1724-1804).
Furthermore, popular discussions on the topic of “racism” fail to distinguish between different variants, forms, and manifestations of racism. The most significant form of modern racism is undoubtedly the colonial racism of the early modern period, in which the division of humankind into two categories – “white people” and “black people” - and the corresponding assignment of different values and rights to these two categories formed the basis for legitimizing and maintaining the slaveholding regime in settler colonies and plantation economies. From settler colonies, such as the USA, and from plantation economies, this division of humankind into two categories – “white people” and “black people” - spread worldwide and has now become common sense, to which even those who claim to reject racism conform.
In reality, however, statistically speaking, there is a continuous global transition in skin color from dark skin near the equator to light skin near the poles,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Human_skin_color
so that any division of humanity into two categories – “white people” and “black people” - lacks any basis. Due to specific socio-political conditions, such a division of humanity into two categories – “white people” and “black people” - could only arise in settler colonies, such as the USA, and in plantation economies, and nowhere else in the world. Colonial racism originated in the slaveholding societies of settler colonies, such as the USA, and in plantation economies, and not in Europe during the Age of Enlightenment, as proponents of “postcolonial studies” attempt to demonstrate.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Postcolonialism
This colonial racism, which arose in the early modern period, must be distinguished from the racism of the late modern period based on eugenics.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Eugenics
In his book, “The Crisis of Human Nature: On the History of a Concept”, historian Rolf Peter Sieferle (1949–2016) demonstrates that the natural law of progress, formulated by Darwinian evolutionary theory and based on competition and selection, led to the eugenic dilemma of a contradiction between progress and humanity when applied to social Darwinist social theory: “When the natural order, along with natural right, enters the zone of crisis and thus of decision, in fact anything becomes possible. The experiences of the first half of this [20th] century have demonstrated what can happen when one reacts to a - however misperceived - natural crisis with the seemingly necessary consequence.”
See: Rolf Peter Sieferle: Die Krise der menschlichen Natur. Zur Geschichte eines Konzepts. Frankfurt am Main, 1989. P. 202-203.
Sieferle highlights the dilemma that arose in the debates surrounding the natural prerequisites for human existence from the early 19th century onward, with the collapse of natural theology: It was neither guaranteed that nature would maintain a harmonious equilibrium for much longer, nor could one rely on politics to offer a meaningful way out of the crisis. Regardless of the specific perception of the problem, this is the dilemma we face also today in the face of the environmental crisis caused by the destruction of nature.
This eugenic-based racism of the late modern period took on a particularly pronounced form under National Socialism. Within this National Socialist racism, the concept of human purebred livestock breeding (Rasseviehzucht) developed by Heinrich Himmler (1900-1945), who had studied agriculture at university, receives too little attention.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Purebred
Himmler shared the idea of human purebred livestock breeding with the Reich Minister for Food and Agriculture, Walther Darré (1895-1953).
Cf. https://en.wikipedia.org/wiki/Richard_Walther_Darré
This model of purebred livestock breeding by Himmler and Darré lacks the aspect of natural evolution, which is a fundamental assumption and prerequisite of social Darwinist ideology.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Social_Darwinism
Using the unlimited power of the “prerogative state”, the studied agriculturalist Himmler pursues the goal of transforming all of Europe into a breeding ground for human purebred livestock. As “breeding supervisor” (Zuchtwart) Himmler sets the breeding goal for this human purebred livestock breeding.
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zuchtwart
There is no article on the English Wikipedia for the term “Zuchtwart”.
249) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nelson_Mandela
250) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Desmond_Tutu
251) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Truth_and_Reconciliation_Commission_(South_Africa)
Cf. also: José Brunner, Daniel Stahl: Recht auf Wahrheit. Zur Genese eines neuen Menschenrechts. 2016, Göttingen.
252) Historical events, including those of recent history, should be studied by historians and scientists, not by lawyers and courts. There is a fundamental difference between the two regarding their methodological approach and their cognitive interest of knowledge (Erkenntnisinteresse).
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erkenntnisinteresse
There is no article on the English Wikipedia for the term “Erkenntnisinteresse”.
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Knowledge_and_Human_Interests
The task and cognitive interest of knowledge of historians and the discipline of history is not judgment, but understanding, including understanding all that seems completely incomprehensible. In this regard, the historian Eric Hobsbawm emphasizes that the historian’s real task “is not judgment, but understanding - even understanding all that seems completely incomprehensible. (...) It is understanding that is difficult for all of us.”
See: Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. 5. Auflage 1997, München, Wien. P. 19.
The cognitive interest of knowledge of jurisprudence is entirely different, due to its origins in early first civilizations as a technique of rule, and its task lies in the assignment of individual guilt with the aim of individual punishment for the purpose of demonstrating the ruler’s power and subjecting the delinquent to the cephalic and hierarchical rule of the state.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/First_civilization
Cf. as well as: https://de.wikipedia.org/wiki/Keilschriftrecht#Gesetzgebung
The information obtained by courts and tribunals is unusable and worthless for historical research. Furthermore, in numerous cases, courts and tribunals eliminate eyewitnesses who are of great value to historical research through judicial murder.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Judicial_murder
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Capital_punishment
253) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Deliberative_democracy
Cf. to this my text: Formal Democracy and Disaffection of Politics – On Politics in Modern Mass Societies. This text can be accessed and read on my website (only in German language available):
https://manfred-suchan.jimdosite.com/kulturpolitik/
254) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Deliberation
According to the definition by political scientists Gary S. Schaal and Felix Heidenreich in their book: “Introduction to the Political Theories of Modernity”, deliberation is “the fair and equal communicative exchange of substantive positions based on arguments and justifications between citizens who perceive themselves as mutually free and equal”.
See: Gary. S. Schaal, Felix Heidenreich: Einführung in die politischen Theorien der Moderne. 2017, Bonn. P. 266.
At the heart of discourse theory lies discourse free from domination, in which only the “unforced force” of the better and more convincing argument prevails.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Discourse
According to the philosopher Jürgen Habermas,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Habermas
true social consensus differs from false consensus in the symmetrical distribution of opportunities for all possible participants in its formation and the absence of any kind of coercion. Thus, “through an equal distribution of opportunities to formulate interpretations, assertions, explanations, and justifications, and to establish or refute their claims to validity, the foundation is created to ensure that no preconceived notion remains permanently beyond the reach of discussion and critique.”
See: Jürgen Habermas: Zur Konsenstheorie der Wahrheit. Wahrheit von Aussagen, Wahrhaftigkeit von Äußerungen, Richtigkeit von Handlungen. P. 137. In: Jürgen Habermas, Niklas Luhmann: Theorie der Gesellschaft oder Sozialtechnologie – Was leistet die Systemforschung? 1971, Frankfurt am Main. P. 123-141.
But the social realities in modern mass societies look different. Both the real-existing political sphere and the mass media and academic institutions are controlled and manipulated by lobbyists, and opportunities for citizen participation in representative mass democracies are limited. The result is disaffection of politics and political apathy, which is a symptom of the crisis of the representative democratic system of government and the disillusionment with mass democracy and mass societies. The outcome is an affirmation of the status quo without alternatives.
According to the theory of deliberative democracy, represented by Jürgen Habermas, only those societal developments are acceptable and can claim validity, that are the result of a deliberative process, what adheres to the conditions of equality for all participants, an open agenda, and the possibility of questioning established rules of discourse.
Cf.: Hubertus Buchstein: Jürgen Habermas. In: Peter Massing, Gotthard Breit (Hg.): Demokratie-Theorien. Von der Antike bis zur Gegenwart. 2005, Bonn. P. 253-260.
Deliberative democratic theory posits that political convictions of citizens are both in need of clarification and capable of being clarified, a process that occurs through political communication among citizens. It is thus based on the discourse-theoretical principle of Jürgen Habermas’s “Theory of Communicative Action”, according to which precisely those regulations can claim legitimacy to which all potentially affected parties, as participants in rational discourse, could agree.
Cf.: Jürgen Habermas: Theorie des kommunikativen Handelns. 1981, Frankfurt am Main.
In his book, “The Structural Transformation of the Public Sphere”, philosopher Jürgen Habermas demonstrates that the concept of discourse in democracy raises the question of “how discursive opinion-forming and will-formation can be established under the conditions of mass democracies”, whereby the “prerequisites for communication in fair negotiations and unforced argumentation” require “the complete inclusion of all potential concerned persons, the equality of parties, unforced interaction, openness of topics and contributions, and the revisability of results.”
See: Jürgen Habermas: Strukturwandel der Öffentlichkeit. 1990, Frankfurt am Main. P. 41.
255) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cradle_of_Humankind
256) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Sterkfontein
257) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Swartkrans
258) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Kimberley,_South_Africa
259) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/De_Beers
260) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Anglo_American_plc
261) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Ernest_Oppenheimer
262) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/J._P._Morgan
263) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Oppenheimer
264) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Big_Hole
265) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Open-air_museum
266) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Skansen
267) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Diamond
268) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cape_to_Cairo_Railway
269) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/M._A._Rothschild_&_Söhne
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Rothschild_&_Co
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Rothschild_family
270) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Jameson_Raid
271) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Bloemfontein
272) Cf.: https://wmbr.org.za/
Cf. also: https://grokipedia.com/page/anglo_boer_war_museum
273) Cf. note 38.
In comparison with the “short” and “extreme” 20th century, the question arises as to what makes the “long” 19th century a comparatively peaceful century:
Following the victory over Napoleon Bonaparte, three of the five great powers of the Pentarchy,
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Pentarchie_(Europa)
There is no article on the English Wikipedia for the term “Pentarchie”.
Cf. instead:
https://en.wikipedia.org/wiki/Concert_of_Europe
https://en.wikipedia.org/wiki/International_relations_(1814-1919)
https://en.wikipedia.org/wiki/Balance_of_power_(international_relations)
the Russian Empire, the Austro-Hungarian Empire, and the Kingdom of Prussia - formed after the Congress of Vienna,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Congress_of_Vienna
at the initiative of Emperor Alexander I (1777–1825)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Alexander_I_of_Russia
the “Holy Alliance”.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Holy_Alliance
The core idea of the “Holy Alliance”, formed on the initiative of Emperor Alexander I and characterized as a cartel of a majority of three of the five great powers of the Pentarchy, was to secure “perpetual peace” through the consistent self-commitment of all European monarchs to the principles of Christian charity.
The Holy Alliance broke apart during the Crimean War.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Crimean_War
The Crimean War, fought from 1853 to 1856, is generally overlooked, yet its significance is considerable. It was the largest war between the Napoleonic Wars
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/French_Revolutionary_and_Napoleonic_Wars
and the First World War, and the Crimean War itself would have become a world war,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/World_war#Other_global_conflicts
had the Kingdom of Prussia and the Austro-Hungarian Empire not remained neutral. Before, the Seven Years’ War (1756-1763)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Seven_Years‘_War
had already taken on the characteristics of a world war, as it was fought across multiple continents with the participation of all the major European powers. Thus, the Seven Years’ War heralded the age of imperialism, which culminated in the two world wars of the 20th century. The Crimean War led to the end of the balance of power within the Pentarchy and the collapse of the so-called “Holy Alliance”, a crucial prerequisite for the later outbreak of the First World War. While the Russian Empire was isolated during the Crimean War, making its defeat inevitable, the German and Austro-Hungarian Empires were isolated during the First World War, with the same consequences. This highlights the role, importance, and success of secret diplomacy (Geheimdiplomatie).
Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geheimdiplomatie
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Secret_treaty
The “Three Emperors Agreement” (Dreikaiserabkommen)
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/League_of_the_Three_Emperors#First_agreement_(1873)
of October 22, 1873, built upon the “Holy Alliance” with the aim of “consolidating the current state of peace in Europe” in order to “secure it against all disturbances, from whatever direction they may come, and if necessary to enforce it.” The “League of the Three Emperors”
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/League_of_the_Three_Emperors#Revival_(1881-1887)
of June 18, 1881, continued the “Three Emperors’ Agreement”.
With the end of the “League of the Three Emperors” in 1886 and the non-renewal of the Reinsurance Treaty concluded on June 18, 1887, in 1890,
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Reinsurance_Treaty
the European peace order established by Emperor Alexander I (1777-1825) at the Congress of Vienna came to an end. This order was based on an alliance of the three empires: the Russian Empire, the Austro-Hungarian Empire, and, from 1871, the German Empire (previously the Kingdom of Prussia). The end of this alliance was the crucial prerequisite for the outbreak of the First World War, which led to the downfall of these three monarchies. The First World War is the “primal catastrophe” of the 20th century, and a “long”, comparatively peaceful 19th century was now followed by a “short” and “extreme” 20th century.
274) World War II serves as an example of the decisive importance of these factors in Total Industrial Warfare. As the war progressed, the Allies continually expanded the Second World War, which shifted the available raw material base, industrial production, and military-technical arsenal increasingly to the disadvantage of the Axis powers and to the advantage of the Allies, so that military victory was inevitable for the Allies. While the Axis powers could achieve military successes in a war geographically confined to Europe, this was no longer possible in a constantly expanding world war. Further radicalization of warfare, the further extension of the state of emergency, and, based on this, the further radicalization of the “prerogative state” by the Axis powers could not alter this inevitable development toward defeat in the Total Industrial War, which had expanded into a world war.
275) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Camp
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Internment
276) See: Karl Schlögel: Bugwelle des Krieges. P. 185-186. In: Stefan Aust, Stephan Burgdorff (Hg.): Die Flucht. Über die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten. 2003, Bonn. P. 194-195.
277) See: Gerhard Armanski: Maschinen des Terrors. Das Lager (KZ und GULAG) in der Moderne. Münster, 1993. P. 18.
278) Cf.: Caroll Quigley: Das Anglo-Amerikanische Establishment. Die Geschichte einer geheimen Weltregierung. 2016, Rottenburg.
Cf. also: Gerry Docherty, Jim Macgregor: Verborgene Geschichte. Wie eine geheime Elite die Menschheit in den Ersten Weltkrieg stürzte. 2017, Rottenburg.
279) Cf. notes 38 and 273.
280) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsziele_im_Ersten_Weltkrieg
The corresponding article on the English Wikipedia is less precise and partially incomplete:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/War_aims_of_the_First_World_War
281) Cf. note 222 and 223.
282) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Lesotho
283) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Weathering
284) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Soil
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Soil_formation
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Soil_type
285) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Clay_mineral
286) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Lesotho_Highlands_Water_Project
287) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Drakensberg
288) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Subsistence_agriculture
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Traditional_economy
Cf. further: https://en.wikipedia.org/wiki/Subsistence_economy
289) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Symbiosis
290) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Soil_erosion
291) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Land_degradation
292) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Sani_Pass
293) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Tree_line
294) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alm_(Bergweide)#Almwirtschaft
There is no article on the English Wikipedia for the term “Almwirtschaft”.
295) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Border#Political_borders
296) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Territorial_state
297) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/No_man's_land
298) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Natalia_Republic
299) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Durban
300) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/East_London,_South_Africa
301) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Gully
302) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/East_London_Museum
303) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Maritime_history
304) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Coelacanth
305) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Gqeberha
306) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Karoo
307) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Mossel_Bay
308) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Bartolomeu_Dias
Cf. as well as: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_portugiesischen_Seefahrer_und_Entdecker
There is no article on the English Wikipedia for the term “Liste der portugiesischen Seefahrer und Entdecker”.
309) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese_discovery_of_the_sea_route_to_India
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese_maritime_exploration
Cf. as well as: https://en.wikipedia.org/wiki/Portuguese_Empire
310) About my visit to these two Holocaust exhibitions in Vilnius and Paris I report in Chapter 6: “Vilnius, a City’s Fate in the Extreme 20th Century” of my travelogue: “In the Frontline States on Both Sides of the New Iron Curtain – Impressions of a Journey to Belarus.” This text can be accessed and read on my website (only in German language available):
Cf.: https://manfredsuchan.net/reise-nach-belarus
311) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Politics_of_memory
312) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Identity_politics
Cf. as well as: https://de.wikipedia.org/wiki/Identität#Politische_und_soziologische_Identitätsbegriffe
There is no article on the English Wikipedia for the term “Politische und soziologische Identitätsbegriffe”.
313) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Holocaust_education
Cf. also: Habbo Knoch: Geschichte in Gedenkstätten. Theorie, Praxis, Berufsfelder. 2020, Tübingen. P. 147-148.
314) Cf.: Habbo Knoch: Geschichte in Gedenkstätten. Theorie, Praxis, Berufsfelder. 2020, Tübingen. P. 103.
315) Cf.: Ibidem: P. 166-170.
316) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Jewish_identity
317) Cf.: Kamila Dabrowska: Nostalgie und Rückkehr zur nicht mehr gegenwärtigen Vergangenheit. Der Marsch der Lebenden im Kontext jüdischer Erinnerungsfahrten nach Polen. P. 193-194. In: Enrico Heitzer, Günter Morsch, Robert Trabka, Katarzyna Woniak (Hg.): Von Mahnstädten über zeithistorische Museen zu Orten des Massentourismus? Gedenkstätten an Orten von NS-Verbrechen in Polen und Deutschland. (= Forschungsbeiträge und Materialien der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Band 18). 2016, Berlin. P. 184-200.
318) Cf.: Ibidem. P. 194.
319) Wikipedia attempts to answer this question:
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Who_is_a_Jew?
320) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdische_Religion
There is no article on the English Wikipedia for the term “Jüdische Religion”.
321) See: Jan Assmann: Totale Religion. 2. Auflage 2017, Wien. P. 145.
322) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/American_Jews
323) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Israel_lobby_in_the_United_States
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Israel_Lobby_and_U.S._Foreign_Policy
324) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/AIPAC
325) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Personality
326) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Age_of_Enlightenment
According to Willi Oelmüller, Enlightenment can be understood as a “process of both critiquing and preserving tradition, which defends and enforces the historically achieved state of publicly recognized and, in some cases, already institutionalized moral and political achievements. Enlightenment should thus (...) provide guidance in dealing with unresolved problems of life and action.”
See: Willi Oelmüller: Die unbefriedigte Aufklärung. Beiträge zu einer Theorie der Moderne von Lessing, Kant und Hegel. Frankfurt am Main, 1979. P. I.
327) The call for a new, now global, age of enlightenment is being raised more frequently, for example by the physicist and biologist Ernst Ulrich von Weizsäcker and the scientist Anders Wijkman in their book: “It's Our Turn: What We Must Change If We Want to Stay”: “The new enlightenment, the ‘Enlightenment 2.0’, will not be Eurocentric. It must also orient itself towards the great traditions of other civilizations.”
See: Ernst Ulrich von Weizsäcker, Anders Wijkman: Wir sind dran. Was wir ändern müssen, wenn wir bleiben wollen. 2019, München. P. 181.
328) Literary scientist Steffen Martus refers to this central question of the Enlightenment in his book, “Enlightenment: The German 18th Century – A Portrait of an Era”: “In current cultural conflicts, this problem is more pressing than ever. We see daily that arguments that seem compelling to us are not at all convincing to others. We realize that our way of life and our way of thinking, our attitudes and beliefs, cannot be imposed by instruction, lecture, or law. We understand that we must advocate for our fundamental point of views and that this requires a great deal of time, patience, and not only good ideas, but also attractive and interesting ones.”
See: Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert – ein Epochenbild. 2018, Reinbek bei Hamburg. P. 16-17.
329) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cape_of_Good_Hope
330) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum#Menschliche_Eingriffe
There is no article on the English Wikipedia for the term “Mittelmeerraum#Menschliche Eingriffe”.
Cf. instead: https://en.wikipedia.org/wiki/Mediterranean_forests,_woodlands,_and_scrub#Degradation
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Deforestation_during_the_Roman_period
Cf. further: https://en.wikipedia.org/wiki/Mediterranean_basin
Cf. furthermore: https://en.wikipedia.org/wiki/History_of_the_Mediterranean_region
331) Cf.: https://de.wikipedia.org/wiki/Macchie
The corresponding article on the English-language Wikipedia is very short.
Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Maquis_shrubland
332) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Garrigue
333) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Karst
334) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Mediterranean_climate
Cf. also: https://en.wikipedia.org/wiki/Köppen_climate_classification#Cs:_Mediterranean-type_climates
335) See: Jared Diamond: Kollaps – Warum Gesellschaften überleben oder untergehen. 5. Auflage 2020, Frankfurt am Main. P. 525.
336) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Stellenbosch
337) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Huguenots
338) Cf.: https://en.wikipedia.org/wiki/Cape_Dutch_architecture
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Backpacking Travel Southern Africa – A Travel Experience Report. Textversion 03 from 24.02.2026.
My travelogue, complete with numerous photos, can be viewed and read on my website:
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You can also download my travelogue there in PDF format.
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Manfred SUCHAN
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On my travels I report on my websites:
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At the Cape of Good Hope on December 25, 2025, during my travel through parts of southern Africa in November and December 2025.
Auf dem Aussichtsberg Sarangkot (1529 m) bei der Stadt Pokhara mit Blick auf den Himalaya am 08.12.2019 während meiner Reise in Südasien 2019/2020. Der Panoramablick reicht hier vom Dhaulagiri (8167 m) im Westen zum Massiv des Annapurna (8091 m) und der markanten Pyramide des Machhapuchhare (6997 m) ) (im Bild rechts neben mir) bis zum Manaslu (8156 m) und zum Himalchuli (7864 m) im Osten.
Rucksackreise
durch Südasien
Eine Reise, die Alexander von Humboldt
einst nicht durchführen konnte
Ein Reiseerlebnisbericht von Manfred Suchan
Am 12. November 2019 begann ich eine Rucksack-Reise durch Südasien, die ich ursprünglich für einen Zeitraum von vier Monaten geplant hatte. Zuvor hatte ich in Asien eine dreimonatige Südostasien-Reise vom 28.01.2017 bis zum 05.05.2017 durch die Länder Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha durchgeführt, sowie davor mehrere kürzere Reisen durch verschiedene Länder in Westasien.
Vorausgegangen war dieser Südasienreise meine Reise durch Mittel- und Südamerika vom 09.12.2015 bis zum 03-06.2016. Beide Reisen sind durch Alexander von Humboldt (1769-1859) (1) inspiriert. Mit seiner vielbeachteten Südamerika-Reise, gemeinsam mit seinem Reisegefährten und wissenschaftlichen Forschungspartner Aimé Bonpland (1773-1858) durchgeführt hatte, erlangte Alexander von Humboldt weltweite Berühmtheit. Ebenfalls wie Humboldt war der Botaniker Bonpland ein vielseitig interessierter Naturwissenschaftler und ein weltoffener Naturforscher. Diese Südamerika-Reise wurde als die zweite, nunmehr wissenschaftliche Entdeckung Südamerikas bezeichnet, und sie inspiriert seither Forschungsreisende. Nach seiner berühmten Südamerika-Reise vom 09.12.1799 bis 03.08.1804 hatte Alexander von Humboldt eine Asienreise geplant, um beide Kontinente miteinander Vergleichen (2) zu können.
Ursprünglich war es Humboldts und Bonplands Plan gewesen, ihre Amerika-Reise direkt mit einer Asien-Reise zu verbinden, was ihnen einen unmittelbaren Vergleich der „Alten Welt“ mit der „Neuen Welt“ ermöglicht hätte, worauf der Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Ottmar Ette in seinem Buch: „Alexander Humboldt und die Globalisierung“ hinweist: „ Denn bekanntlich war es beim Aufbruch aus Spanien Humboldts und Bonplands Plan gewesen, ihre Reise in die Neue Welt in den Osten, als transpazifisch zunächst nach Asien hin fortzusetzen. Ein nächstes Ziel hätten dabei die unter spanischer Herrschaft stehenden Philippinen werden sollen“, denn: „Ohne einen ausgedehnten Besuch Asiens war die Humboldtsche Welt, war der Humboldtsche Kosmos nicht komplett. (…) Die Asienreise zählt zu jenen Kernvorhaben, die Humboldt mit der größten Hartnäckigkeit verfolgte, wußte er doch, daß ihm nach der so erfolgreich verlaufenen Reise nach Westen nur eine umfangreiche Reise nach Osten jenes empirische Anschauungsmaterial und jenes Erfahrungswissen liefern und vermitteln konnte, das ihn zu einer wirklich globalen Sichtweise der Erdkugel befähigen und berechtigen würde. (…) Alle konkreten Reisepläne Humboldts aber waren zunächst an der allgemeinen politischen Situation, an Kriegen und Auseinandersetzungen oder am Widerstand bestimmter Kolonialmächte, die kritische Äußerungen (…) fürchten mußten, gescheitert. (…) Humboldt war (…) für keine Kolonialmacht ein gern gesehener Besucher“ (3).
Mit seiner Südamerika-Reise, die er über mehrere Bücher, eine umfangreiche, globale Korrespondenz und zahlreiche Briefe kommunizierte, hatte sich Alexander von Humboldt nicht nur als innovativer und unkonventioneller Naturforscher präsentiert, sondern zugleich wurde er auch bekannt als ein vehementer Kritiker des Kolonialismus, der Kolonialregime und der Sklaverei, sodaß er zu einem Wegbereiter des Abolitionismus (4) wurde. „Die Spanier hatten antike Kulturen, indigene Stämme und gewaltige Wälder vernichtet. Das Bild, das Humboldt von Lateinamerika zeichnete, zeigte in lebhaften Farben eine brutale Wirklichkeit – und er konnte alles mit harten Fakten, Daten und Statistiken beweisen“ (5), was die Historikerin Andrea Wulf in ihrer Biografie „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ hervorhebt. Doch aufgrund dieser vehementen Kritik scheiterten über mehrere Jahrzehnte sämtliche seiner Planungen und Bemühungen zu einer Asien-Reise, deren Dauer etwa sieben bis acht Jahre betragen sollte, denn bei sämtlichen Kolonialmächten, die in ihren Kolonien extralegale Räume der Ausbeutung und Sonderbehandlung errichtet hatten, war Humboldt eine Persona non grata geworden. Insbesondere war es der Wunsch Alexander von Humboldts gewesen, im Rahmen seiner Asien-Reise Indien, den Himalaya und Tibet zu besuchen.
Doch die britische Ostindien-Kompanie (6), die in Südasien ein quasistaatliches Kolonialregime mit eigener Kolonialverwaltung und privatem Militär errichtet hatte, verhinderte wirksam und nachhaltig eine Reise Alexander von Humboldts nach Südasien, die nach Indien, in den Himalaya und nach Tibet führen sollte, obwohl sich sein Bruder Wilhelm als Gesandter in London für die Reisepläne seines Bruders Alexander einsetzte und zudem König Friedrich Wilhelm III. die Finanzierung der Reise zugesagt hatte, denn Alexander von Humboldt war durch seine Reise nach Südamerika 1799-1804 als vehementer Kritiker des Kolonialismus weithin bekannt geworden, und man befürchtete nun, daß er auch die kolonialen Verhältnisse in Südasien einer kritischen Reflektion und Analyse unterziehen würde. Ebenso scheiterten alternative Reiserouten in anderen Teilen Asiens aus gleichen Gründen, so auch nach Südost-Asien, wo die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) (7) ebenfalls ein quasistaatliches Kolonialregime mit eigener Kolonialverwaltung und privatem Militär errichtet hatte.
37 Jahre, nachdem Humboldt die ersten Pläne für eine Asien-Reise entworfen hatte, nutzte Humboldt im Jahre 1829 kurzentschlossen die einzige ihm verbliebene Möglichkeit, Asien bereisen zu können, und er folgte einer Einladung der Regierung Rußlands, obwohl er eigentlich die Tropenregionen Asiens und Afrikas bereisen wollte. So unterschied sich in vielerlei Hinsicht die Rußlandexpedition im Jahre 1829 ganz erheblich von Humboldts Südamerika-Reise. Ein Aspekt hierbei war, daß ihm aufgrund der Umstände der Reiseorganisation eine kritische Distanz zum russischen Gesellschafts- und Wirtschaftssystem oder gar eine offene Kritik an feudalistischen Strukturen und der Leibeigenschaft (8) sowie der Deportation (9) von Verbannten nach Sibirien im Rahmen der Katorga (10) kaum möglich war, was Ottmar Ette folgendermaßen kommentiert: „Alexander von Humboldt ging zweifellos an die Grenzen seines Selbstverständnisses als Wissenschaftler wie als Intellektueller (…). Er verfolgte aber eine gewisse Doppelstrategie insofern, daß er sich durchaus etwa für Menschen einsetzte, die nach Sibirien verbannt worden waren. (…) In Briefen wie auch in vertraulichen Gesprächen sparte Humboldt nicht mit Kritik an der Leibeigenschaft wie auch an der Politik des russischen Zaren, des ‚Gendarmen Europas‘“ (11).
Humboldt ist das Musterbeispiel eines engagierten Reisenden. Heute leistet der Tourismus auf Grundlage der allgemeinen Reisefreiheit einen bedeutenden zivilgesellschaftlichen Beitrag zur Völkerverständigung und einer friedlichen Weltgesellschaft.
Wie auf meinen Reisen üblich erfolgt auch diese Reise selbstorganisiert mithilfe der guten, aktuellen und informativen Reiseführer, die mittlerweile von zahlreichen Verlagen angeboten werden. Ich bin davon überzeugt, daß nur selbstorganisierte Reisen die unabdingbare Unmittelbarkeit gewährleisen, die eine größtmögliche Authentizität von Wahrnehmung und Erlebnis, Reflektion und Analyse, Erfahrung und Erkenntnis ermöglichen, wobei Reisen ein Mittel der Welterfahrung und Welterkenntnis sind.
Meine Südasien-Reise startete ich in der Metropole Delhi in Indien. Meine Südasien-Reise geht zuerst in den Norden des Subkontinents. Dabei gelange ich nach Chandigarh (12). Chandigarh ist die neue Hauptstadt des Pundjab, die nach der Teilung Indiens und des Punjab nach 1947 nach modernen Stadtplanungskonzepten neu erbaut worden ist. Neben anderen Stadtplanern und Architekten aus unterschiedlichen Ländern ist die Planung von Chandigarh insbesondere durch den Architekten und Stadtplaner Le Corbusier (1887-1965) (13) bestimmt worden, der durch seine besondere Planungsphilosophie einer urbanen Modernität in Zuge einer Industrialisierung des Wohnens weltweit Bekanntheit erlangt hatte. "Das Haus ist eine Maschine zum Wohnen" ist eine seiner zentralen Aussagen. Die Neukonzeption einer gesamten Stadt wie im Falle von Chandigarh bot Le Corbusier die Möglichkeit, seine Ideen im Rahmen einer Großplanung umzusetzen. Die zweckrationale Zurichtung aller Bereiche der fortgeschrittenen Industriegesellschaft gemäß technischer Rationalität und instrumenteller Vernunft erfaßt in der Planungsphilosophie Le Corbusiers auch den gesamten Bereich der Architektur und Stadtplanung nach der Prämisse größtmöglicher Effizienz und permanenter Beschleunigung. Die fortgeschrittene Industriegesellschaft wird nach dem Modell einer großen Maschine zweckoptimiert, und diesem Ziel wird auch die Architektur und Stadtplanung unterworfen. Teil dieses Konzepts ist das Planungsleitbild der "autogerechten Planung" (14), das eine permanente Mobilisierung und Beschleunigung der Gesellschaft zum Ziel hat, um so permanentes Wirtschaftswachstum erwirken zu können. Dieses Planungsleitbild war im Zeitalter der Bipolarität in vergleichbarer Form auch in der östlichen Hälfte Europas Planungsdoktrin, wo die "Wohnmaschinen" der Plattenbausiedlungen die städtebaulichen Planungslandschaften der "realsozialistischen" Variante der industriellen Moderne von Magdeburg bis Wladiwostok prägen. In kaum einem anderen Bereich wie der Stadtplanung zeigte sich so deutlich die alternativlose Konvergenz und Kongruenz der westlichen und der östlichen, "realsozialistischen" Variante der industriellen Moderne, die den Ost-West-Konflikt zu einem überholten Anachronismus werden ließ.
In Amritsar betritt man mit dem Goldenen Tempel der Sikhs eine Märchenwelt aus Tausendundeiner Nacht, doch ebenso ist hier die Teilung Britisch-Indiens (15) nach 1947 in die Staaten Indien und Pakistan präsent mit gewaltigen Migrationsströmen in Folge (das Partition-Museum in Amritsar nennt die Zahl von 18 Mio. Vertriebenen und 1 Mio. Toten), die in ihren Dimensionen an die etwa zeitgleich in Europa stattfindenden Zwangsmigrationen heranreichen, für die der Begriff "Ethnische Säuberung" verwendet wird. Es bietet sich ein geschichtswissenschaftlicher Vergleich dieser beiden historischen Ereignisse an.
Schon im Himalaya-Gebirge liegt die Stadt Dharamsala, wo seit der Okkupation von Tibets (16) durch die VR China tibetische Flüchtlinge leben. Insgesamt leben in Indien mehr als 100.000 Flüchtlinge aus Tibet. In Dharamsala befindet sich der Sitz der tibetischen Exilregierung (17) und des Dalai Lama. Da seit der Okkupation Tibets Reisen nach Tibet nahezu unmöglich sind, ist der Reisebericht von Heinrich Harrer (1912-2006) (18): "Sieben Jahre in Tibet" seiner noch vor der Okkupation erfolgten mehrjährigen Reise nach Tibet heute ein zeitgeschichtliches Dokument. Exiltibeter beklagen nach Angaben des Tibet-Museums (19) anhaltende Menschenrechtsverletzungen in Tibet, die Unterdrückung kultureller Rechte und die massive Ansiedlung von Chinesen in Tibet, sodaß die Tibeter dort teilweise schon eine Minderheit sind (20).
Dann gelange ich in die Ebene des Flusses Ganges (21). Dort ist die Stadt Varanasi (Benares) das bedeutendste Zentrum des Hinduismus, der sich seit ca. 3500 Jahren aus verschiedenen Religionen entwickelt hat. Auch die Entstehungsorte des Buddhismus, wie der 12 km von Varanasi entfernte Ort Sarnath, wo Buddha seine erste öffentliche Predigt gehalten und seine Lehre verkündet hatte, sowie Lumbini, dem Geburtsort von Siddhartha Gautama, dem späteren Buddha, im Jahre 566 v. Chr. liegen hier in der Gangesebene. Über die Seidenstrasse fand dann ein synkretistischer Kulturaustausch zwischen Hellenismus und Buddhismus in Form des Graeco-Buddhismus statt, wie z. B. die Gandhara-Kultur in Zentralasien zeigt, von wo sich der Buddhismus dann u.a. nach China, Korea und Japan ausbreitete. Der Philosoph Karl Jaspers (1883-1969) (22) nennt in seinem Buch" Vom Ursprung und Ziel der Geschichte" diesen Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte "Achsenzeit" (23).
Weiter reiste ich dann nach Nepal in das Himalaya-Gebirge bei Pokhara (820 m), dem Ausgangsort von Trekkingtouren, z.B. der beliebten Annapurna-Runde. Das International Mountain Museum (24) präsentiert die Geschichte des Bergsteigens im Himalaya mit Schwerpunkt der 14 Achttausender, von denen acht von Nepal aus erreichbar sind, sowie die Hochgebirgsnatur. Von Aussichtsbergen in der Umgebung von Pokhara, wie dem Sarangkot (1592 m) bietet sich eine prachtvolle Aussicht auf die hohen Gipfel des Himalayas. Der Panoramablick reicht hier vom Dhaulagiri (8167m) im Westen, zum Massiv des Annapurna (8081 m) und der markanten Pyramide des Machhapuchhare (6997 m) in der Mitte, bis zum Manaslu (8156 m) und Himalchuli (7864 m) im Osten.
Nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Pokhara (820 m) bin ich mit einem Zwischenaufenthalt in Gorkha per Bus nach Kathmandu (1365 m) weitergereist. Kathmandu lag in den 60er und 70er Jahren auf einer beliebten Überlandroute von Europa durch Asien, dem sogenannten "Hippi-Trail" (25), als junge Leute auf dem dem Landweg von Europa über Griechenland, die Türkei, den Iran, Afghanistan und Pakistan nach Indien, Nepal und weiter nach Südostasien und Australien reisten. Damals begünstigten kaum einschränkende Einreisebedingungen sowie geringe Reisekosten mehrmonatige Überland-Fernreisen. Heute sind Konflikte und Kriege, wie z.B. in Afghanistan oder der Kaschmir-Konflikt u.a.m. das größte Reisehindernis auf dieser klassischen Überland-Fernreiseroute von Europa nach Süd- und Südost-Asien und weiter nach Australien. Doch nicht nur die Reisebedingungen, auch der Zeitgeist hat sich seither verändert: Heute touren junge Leute als "Gap-Year-Traveller" mit Smartphone und Social-Media-Accounts durch die Länder.
Die Stadt Kathmandu (ca. 1 Mio. Ew.) bietet in ihrer Umgebung eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten. Zum einen sind es mehrere Unesco-Weltkulturerbestätten mit beeindruckenden historischen Gebäuden, so z.B. die ehemaligen Königsstädte Kathmandu, Lalitpur/Patan und Bhaktapur, sowie verschiedene Tempelanlagen, z.B. Swayambhu, Pashupathi, Bodnath und Changu Narayan. Insbesondere die kunstvollen Holzschnitzarbeiten sind herausragend.
Zum anderen ist es die faszinierende Landschaft des Kathmandu-Tales umgeben von Vorbergen des Himalaya-Gebirges. Wie bei Pokhara gibt es auch in der Umgebung von Kathmandu Aussichtsberge mit Blick auf die Hochgebirgsketten des Himalayas, die allerdings ein wenig weiter entfernt sind, als die Aussichtsberge bei Pokhara, sodass ich mir für einige Tage ein Fahrrad ausgeliehen habe, um diese zu erreichen. Diese in meinem Reiseführer (26) empfohlenen Aussichtsorte, die ich im Rahmen von Tagestouren von Kathmandu aus mit dem Fahrrad erreichte, sind Nagarkot (1950 m) im Westen von Kathmandu gelegen mit einem Aussichtsturm (2164 m) auf einem Berg in der Nähe, sowie Dhulikel (1550 m) im Südosten, von wo man ebenfalls einen Aussichtsberg (1715 m) erreichen kann, des weiteren Daman (2322 m) im Südwesten, das anspruchsvollste Ziel, aber mit dem möglicherweise - gutes Wetter vorausgesetzt - besten Bergpanorama auf sieben Achttausender, und Kakani (1900 m) im Norden von Kathmandu.
Selbstverständlich hat man im Rahmen einer Trekkingtour ein weit besseres Bergerlebnis und Bergpanorama, doch derzeit ist im Winter für Touren im Hochgebirge nicht die geeignete Jahreszeit, insbesondere ist die Kälte in der Höhe sowie Schnee der limitierende Faktor für Trekkingtouren in den Wintermonaten, doch wie man mir sagte, sind jetzt auch durchaus lohnende Touren in tieferen Lagen möglich. Der Dezember ist immerhin der Monat mit den geringsten Niederschlägen, und auch die Trekkingrouten sind nicht so überlaufen wie in der Hauptsaison im Frühjahr und Herbst. So habe ich erst kürzlich einen Traveller getroffen, der gerade erst von einer Trekkingtour zum Everest-Basislager zurückgekommen ist und dabei die dortigen Aussichtsberge Kala Pattar (5545 m) sowie Gokyo Ri (5360 m) erklommen hat, auf die man ohne Geländeschwierigkeiten hinaufwandern kann - ausreichende Akklimatisation selbstverständlich vorausgesetzt.
Für Treckingtouren im Himalaya bieten sich hier vielfältige Möglichkeiten. Ein beliebter Klassiker ist die Annapurna-Runde, die man von Pokhara aus starten kann. In der Trekkingsaison soll sie mittlerweile etwas überlaufen sein. Die Umrundung des Manaslu ist eine weniger frequentierte Trekkingtour, die ebenfalls ein großartiges Hochgebirgserlebnis bieten soll, ähnlich die Umrundung des Dhaulagiri. Als besondere Herausforderung gilt die Everest-Region, insbesondere die "Drei-Pässe-Route", die über die Pässe Kongma La (5535 m), Cho La (5420 m) und Renjo La (5345 m) führt, wobei man im Rahmen der Tour zuden zum Everest-Basislager gelangen kann und die Aussichtsberge Kala Pattar (5545 m) und Gokyo Ri (5360 m) erklimmen kann. Dies sind lediglich einige der populären Trekking-Routen, die Möglichkeiten, die sich bieten, sind weit umfangreicher. Weitere Möglichkeiten für Trekkingtouren bestehen im indischen Teil des Himalaya, doch ebenso in weiteren Hochgebirgen Asiens, wie dem Karakorum, dem Pamir, dem Hindukusch, u.a.m..
Aufgrund der landschaftlichen und kulturellen Vielfalt, seiner alten Zivilisationen und freundlichen Menschen ist Südasien und der Himalaya ein bei Touristen beliebtes Reiseziel, und nur Tibet ist weiterhin nahezu unzugänglich. Doch anders als zu Humboldts Zeiten ist es heute die fortschreitende Industrialisierung des Tourismus durch die Tourismus-Industrie, die Ablenkungen, Zerstreuungen und seichte Vergnügungen vermarktet und die Touristen entmündigt und manipuliert, wodurch intellektuelle Reflektionen verhindert werden. Eine Alternative versucht der Tourismusverband "Forum anders Reisen" (27) zu bieten.
Nachdem ich auf meiner Südasien-Reise den nördlichen Teil Südasiens kennengelernt habe, bestand meine Absicht, auch Süd-Indien zu besuchen und kennenzulernen. Meine zukünftigen Reisen in Asien werden Zentralasien und Ostasien zum Ziel haben.
Anmerkungen:
1) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_von_Humboldt
Alexander von Humboldt hatte ein weltweites Netzwerk von Intellektuellen und Persönlichkeiten insbesondere aus den Bereichen Wissenschaft und Politik aufgebaut, mit dem er permanent korrespondierte. Alexander von Humboldt schrieb zu Lebzeiten mehr als 14.000 Briefe. So wurde Humboldt weltweit vom zahlreichen Intellektuellen, mit denen er eine umfangreiche Korrespondenz pflegte, in seinen Reisevorhaben unterstützt.
2) Die wissenschaftliche Methode des Vergleichs wurde insbesondere durch Alexander von Humboldt in die Geografie eingeführt und angewandt. Der Vergleich als wissenschaftliche Methode ersetzt in der Geografie, der Geschichtswissenschaft, den Geisteswissenschaften und den Gesellschaftswissenschaften die Methode des Experiments in den Naturwissenschaften.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vergleich_(Philosophie)
3) Siehe: Ottmar Ette: Alexander von Humboldt und die Globalisierung. Frankfurt am Main, 2019. S. 324-326.
4) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abolitionismus
5) Siehe: Andrea Wulf: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur. München, 2016. S. 140.
6) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Britische_Ostindien-Kompanie
7) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Niederländische_Ostindien-Kompanie
8) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Leibeigenschaft#Russland
9) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Deportation
10) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Katorga
11) Siehe: Ottmar Ette: Alexander von Humboldt und die Globalisierung. Frankfurt am Main, 2019. S. 330-331.
12) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Chandigarh
13) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Le_Corbusier
14) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Autogerechte_Stadt
15) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Teilung_Indiens
16) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tibet
17) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tibetische_Exilregierung
18) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Harrer
19) Vgl.: https://www.tibetmuseum.org
20) Zur Lage der Menschenrechte in Tibet vgl.:
https://www.gfbv.de/de/news/zur-lage-der-menschenrechte-in-tibet-365/
21) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ganges
22) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Jaspers
23) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Achsenzeit
24) Vgl.: https://www.internationalmountainmuseum.org
25) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hippie_trail
26) ich verwende den Reiseführer "Nepal" vom Stefan Loose Verlag, 4. Auflage 2018
27) Vgl.: https://www.forumandersreisen.de
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Rucksackreise durch Südasien. Eine Reise, die Alexander von Humboldt
einst nicht durchführen konnte. Ein Reiseerlebnisbericht. Textversion 04.
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Manfred SUCHAN
Geograf
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Manfred auf der römischen Stadtmauer der Stadt Diyarbakır am 22.05.2012 während meiner Reise durch Kleinasien in die Kaukasus-Region im Frühjahr 2012. Die Stadtmauer der Stadt Diyarbakır war im Jahre 349 auf Veranlassung von Kaiser Constantius II., Sohn von Konstantin dem Großen erbaut worden. Die aus dunklem Basalt errichtete Befestigungsanlage hat 82 Türme und vier Haupttore, sie ist zwischen zehn und zwölf Meter hoch und bis zu fünf Meter breit. Die Belagerung und Eroberung durch die Sassaniden im Jahre 359 hatte sie allerdings nicht verhindert. Diese Mauer ist seit 2015 Unesco-Weltkulturerbe.
Rucksackreise Kleinasien
Ein Reiseerlebnisbericht
von Manfred Suchan
1. Einleitung
Vom 10.05.2012 bis zum 08.06.2012 habe ich eine Reise durch Kleinasien (1) und in die Kaukasus-Region (2) unternommen (3). Diese Reise begann ich auf der im Zentrum der östlichen Mittelmeerregion (4) gelegenen Insel Zypern (5). Auf die Insel Zypern gelangte ich mit einem Billigflug. Nach einem Aufenthalt auf der Insel Zypern, um diese und die dortigen Verhältnisse näher kennenzulernen, reiste ich von dort per Fähre an die Küste Kleinasiens weiter. Meine Reise setzte ich mit Linienbussen durch das östliche Kleinasien fort. Vorbei am Van-See und dem Berg Ararat (5137 m) gelangte ich in die Kaukasus-Region.
Sowohl die östliche Mittelmeerregion, als auch die Kaukasus-Region sind durch zahlreiche langjährige endemische und chronische Konflikte geprägt. Diese Konflikte sind Bestandteil des Konfliktgeschehens des extremen 20. Jahrhunderts (6) in Europa, sodaß diese Regionen Bestandteil einer katastrophalen europäische Geschichte sind. Ebenso wie in Europa war in Kleinasien und in der Kaukasusregion der Erste Weltkrieg die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, und der Vertrag von Lausanne vom 24.07.1923 (7) schuf mit dem griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch (8), einer Ethnischen Säuberung (9), als „Modell Lausanne“ einen Präzedenzfall für nachfolgende Ethnische Säuberungen, Zwangsmigrationen, Deportationen und Vertreibungen im 20. Jahrhundert.
Die Konflikte in der östlichen Mittelmeerregion und der Kaukasusregion sind abhängig von den Konjunkturen des Konfliktgeschehens oft Thema der Massenmedien, doch meist werden den Zeitungslesern und Fernsehzuschauern von den Massenmedien Zusammenhänge und Hintergründe vorenthalten. Eine Reise ist geeignet, um sich selbst unabhängig vom Mainstream der Massenmedien eine eigene unabhängige Meinung zu bilden.
2. Inhalt
1. Einleitung
2. Inhalt
3. Zypern, geteilte Insel im Zentrum der östlichen Mittelmeerregion
4. Durch das östliche Kleinasien
5. In der Kaukasus-Region
6. Anmerkungen
3. Zypern, geteilte Insel im Zentrum der östlichen Mittelmeerregion
Meine Reise auf der Insel Zypern begann ich in der Stadt Larnaka (10). Auf der Insel Zypern unternahm ich von der Stadt Larnaca aus verschiedene Ausflüge, um die Insel Zypern näher kennenzulernen. Hierbei besuchte ich die Städte Limassol (11), Pafos (12) und Polis im Südwesten der Insel. Von der Stadt Pafos aus fuhr ich am 14.05.2012 mit einem ausgeliehenen Mountainbike ins Troodos-Gebirge (13), wobei ich u.a. zum Kloster Kykkos (14) auf einer Höhe von 1140 m gelangte. Die Fresken und Mosaike dieses Klosters gelten als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten auf der Insel Zypern. Mein besonderes Interesse galt der Hauptstadt der Insel Zypern, Nikosia/Lefkoşa (15) und der dortigen Teilungsverhältnisse.
Bis heute ist die Insel Zypern vom Zypernkonflikt (16) geprägt. 1960 lebten auf der Insel Zypern 556.660 Menschen, davon waren 79,5% griechische und 18,85% türkische Zyprer (17). Bis Anfang der 60er Jahre verteilten sich beide Volksgruppen über die gesamte Insel und lebten oft in den selben Dörfern. Dies änderte sich, als ab 1963 gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen beiden Volksgruppen eskalierten. Infolgedessen separierten sich beide Volksgruppen stärker und türkische Zyprer zogen in den Norden und griechische Zyprer in den Süden der Insel. Die Landung türkischen Militärs auf Zypern im Juli 1974, das 36% der Insel besetzte, forcierte diesen Prozeß.
Aufgrund des Zypernkonflikts ist die Insel Zypern und auch die Hauptstadt Nikosia/Lefkoşa in zwei Hälften geteilt, zwischen denen ein von den Vereinten Nationen (UN) eingerichteter und von UN-Friedenstruppen (18) bewachter Korridor liegt, die sogenannte „Greenline“, eine Pufferzone (19), die ca. 3% der Inselfläche ausmacht. Die UN-Friedenstruppe „United Nations Force in Cyprus“ (UNFICYP) war vom UN-Sicherheitsrat mit Resolution 186 am 04.03.1964 eingerichtet worden (20), und seit 1974 überwacht diese die „Green Line“. Folge des Zypernkonflikts war ein Bevölkerungsaustausch, der ein Drittel der Bevölkerung Zyperns zu Flüchtlingen werden ließ, und in seinem Buch „Geschichte der Türkei“ stellt der Islamwissenschaftler Maurus Reinkowski die Auswirkungen dieses Bevölkerungsaustausches dar: „Rund 160.000 griechische und 45.000 türkische Zyprioten mussten ihre Heimatdörfer und -städte verlassen. Die Entmischung der beiden Volksgruppen ist heute nahezu vollständig. Zugleich siedelte die Türkei in den folgenden Jahrzehnten systematisch – und damit in der Tradition der osmanischen Siedlungspolitik stehend – mehrere Zehntausend Anatolier nach Nordzypern um. (…) Heute ist Nord-Zypern faktisch Teil des Herrschaftsbereiches des türkischen Staates. Deutlichstes Zeichen dafür ist die Anwesenheit von türkischen Truppen in einer Stärke von rund dreißig- bis vierzigtausend Mann“ (21). Der Zypernkonflikt ist heute ein Beispiel für einen eingefrorenen Konflikt (22).
Diese auf der Insel Zypern und insbesondere in der Hauptstadt Nikosia/Lefkoşa angetroffenen Verhältnisse erinnerten mich an die Situation der geteilten Stadt Berlin (23) vor 1989 im Zeitalter des „Ost-West-Konflikts“ (24). Die Teilung Berlins in eine westliche und eine östliche Hälfte setzte sich fort in der Spaltung Europas in eine westliche und eine östliche, „real-sozialistische“ Hälfte durch den sogenannten „Eisernen Vorhang“ (25), dessen Bestandteil die Berliner Mauer war. Durch diese Teilungssituation wurde insbesondere die Reisefreiheit (26) in Europa erheblich eingeschränkt.
Vor 1989 und danach hatte ich in Berlin an der Freien Universität Berlin Geografie studiert, und ich hatte verschiedene Reisen unternommen. Im Sommer 1989 hatte ich eine Reise per Interrail (27) nach West-Europa und dort unter anderem auf die Britischen Inseln durchgeführt, und ich konnte damals mit Belfast (28) eine Stadt kennenlernen, die ebenfalls aufgrund eines Konflikts, des Nordirlandkonflikts (29) mit Mauern und Zäunen geteilt war, eine Situation, die mich an die geteilte Stadt Berlin, und nun wieder an die geteilte Stadt Nikosia/Lefkoşa erinnerte, denn ich fand hier erneut vergleichbare Verhältnisse vor: Die gesamte Insel Zypern und auch die Hauptstadt Nicosia/Lefkoşa sind geteilt in zwei Hälften.
Derartige Teilungen von Städten (30) sind ein weit verbreitetes Phänomen der Neuzeit (31), und sie ereigneten sich insbesondere im Zeitalter des Nationalismus (32) und der Herausbildung von Nationalstaaten (33). Immer wieder gelangte ich bei meinen Reisen durch zahlreiche dieser eigenartigen geteilten „Doppelstädte“, die es insbesondere im heutigen Europa in großer Zahl gibt. Insbesondere interessiert mich die jeweilige Teilungssituation, sodaß ich stets beide Teile einer „Doppelstadt“ besuche. Diese geteilten Städte können auch als Ausdruck des Niedergangs der Städte seit dem Übergang vom Mittelalter (34) zur Neuzeit angesehen werden, und sie sind somit ein Ausdruck der in der Neuzeit erlangten Dominanz des zentralistischen absolutistischen (35) Staates über die zuvor weitgehend selbstständigen und freien Städte (36). Bis heute haben die Städte ihre frühere Bedeutung und Selbstständigkeit nicht wieder erlangt, und sie sind weiterhin ein Spielball der von Nationalstaaten zur Machtbehauptung der Nation betriebenen Machtpolitik.
Auch in der geteilten Stadt Nikosia/Lefkoşa besuchte ich beide Hälften dieser “Doppelstadt”, um die Teilungssituation näher kennenzulernen. Das historische Stadtzentrum der Stadt Nikosia/Lefkoşa wird von einer ca. fünf Kilometer langen, 1567/1568 errichteten Venezianischen Festungsmauer mit elf Bastionen sternförmig umschlossen. Mitten hindurch verläuft die „Green Line“, eine Demarkationslinie, die die Stadt in eine südliche und eine nördliche Hälfte teilt. Entlang dieser quer durch die Stadt verlaufenden Demarkationslinie sind sämtliche Straßen durch Mauern und Zäune unterbrochen und unpassierbar. Im Zentrum gibt es einen „Checkpoint“, eine Übergangsstelle, an der die Demarkationslinie passiert werden kann. Hier erfolgte beim Passieren eine Paßkontrolle, und die Passanten erhielten ein Visum auf einem separaten Blatt. Sowohl im Südteil, als auch im Nordteil der geteilten Stadt Nikosia/Lefkoşa bot sich in den an die „Greenline“ angrenzenden Stadtteilen das gleiche Bild: Je mehr man sich der „Greenline“ annähert, umso mehr waren die Stadtteile von Gebäudeverfall und Verwahrlosung geprägt. In diesen teilungsbedingten zentralen Periferien der Urbanität waren überwiegend kleine Handwerksbetriebe angesiedelt.
Im Nordteil der Insel Zypern besuchte ich die Hafenstädte Famagusta (37) und Kyrenia/Girne (38). Die Hafenstadt Famagusta grenzt unmittelbar an die „Greenline“ an. An der „Greenline“ prägen Stacheldraht, Zäune, Militärposten und dem Verfall überlassene Gebäude die Landschaft. In den Hafenstädten Famagusta und Kyrenia/Girne verkehren Fähren an die Küste Kleinasiens. Dort mußte ich allerdings feststellen, daß die Angaben in meinen Reiseführern bezüglich der Fährlinien, der angefahrenen Häfen und der Fahrzeiten allesamt unzutreffend waren. Offensichtlich ändern sich in kurzer Zeit die Fährlinien und deren Betreiber, sodaß Touristen auf aktuelle Recherchen vor Ort angewiesen sind. Doch derartige kurzfristige und häufige Änderungen von Fährverbindungen sind in vielen Fährhäfen weltweit verbreitet, wie ich während meiner Reisen immer wieder feststellen mußte. Letztlich gelangte ich mit einer Fähre von Kyrenia/Girne zum Hafen Taşucu bei der Stadt Silifke an der Südküste Kleinasiens. Nach Angaben meiner Reiseführer soll es auf der Insel Zypern auch Fährverbindungen nach Tripoli und Beirut im Libanon geben, doch Fähren dorthin habe ich auf der gesamten Insel Zypern nicht antreffen können. Erst im Hafen der Stadt Mersin an der Südküste Kleinasiens fand ich eine Fährverbindung nach Tripoli mit drei wöchentlichen Verbindungen, doch aufgrund des begrenzten Zeitrahmen meiner Reise war ein Besuch des Libanon im Rahmen meiner Reise nicht realisierbar, ohne mein Reiseprogramm an anderer Stelle einschränken zu müssen.
Das historische Stadtzentrum von Famagusta ist geprägt durch zahlreiche große Kirchenruinen, die dem Verfall überlassen sind. Der im Frühmittelalter im Zuge der sogenannten „Islamischen Expansion“ (39) einsetzende Prozeß der Verdrängung der christlichen Religion aus der östlichen Mittelmeerregion, in der die christlichen Religion entstanden ist, setzt sich in der Gegenwart fort, wie am Beispiel der Stadt Famagusta manifest wird. In der Spätantike hatte sich das Christentum in weiten Teilen Asiens ausgeweitet, und noch im Mittelalter gab es in Asien weit mehr Christen als in Europa. Ebenso wie der Buddhismus (40) weitete sich das Christentum, insbesondere die Nestorianische Konfession (41), insbesondere über die Seidenstraße (42) bis ins östliche Asien aus. In seinem Buch: „Die Seidenstraße - Antike Weltkultur zwischen China und Rom“ stellt der Kulturwissenschaftler Helmut Uhlig (43) fest: „Der Islam war (…) die religiöse und zugleich auch politische Kraft, die nicht nur den Buddhismus, sondern auch das inzwischen an Teilen der Seidenstraße heimisch gewordene Christentum und den vor allem im chinesischen und uigurischen Machtbereich zu höchstem Ansehen gelangten Manichäismus verdrängten. Die Moslems beendeten die Zeit der religiösen Toleranz, die zur Kulturentfaltung an der Seidenstraße so entscheidend und nachhaltig beigetragen hatte“ (44).
Wirtschafts- und verkehrsgeografisch liegt die klimatisch begünstigte Insel Zypern in einer ausgezeichneten Lage. Sie könnte eine Drehscheibe im Austausch mit den sie umgebenden Mittelmeeranrainerstaaten in Europa, Asien und Afrika sein – wenn es nicht den langjährigen Zypernkonflikt gäbe, der verhindert, daß diese Insel ihre Potentiale entfaltet. Die Europäische Union (EU) hat es versäumt, die Aufnahme der Republik Zypern im Zuge der großen EU-Erweiterung im Jahre 2004 (45) von einer Beendigung des Zypernkonflikts abhängig zu machen. So gab es auch den Vorschlag, die gesamte Insel Zypern als Föderation in die EU aufzunehmen. So hatte UN-Generalsekretär Kofi Annan am 11.11.2002 den beiden Volksgruppen auf der Insel Zypern einen umfassenden Friedens- und Verständigungsplan vorgelegt, der von der EU unterstützt wurde. Dieser Annan-Plan sah vor, daß ein vereinigtes Zypern 2004 der EU beitreten sollte. Er scheiterte jedoch an seiner mehrheitlichen Ablehnung durch die Zyperngriechen. Nun kann sich neben den UN auch noch die EU am Zypernkonflikt abarbeiten, dessen anachronistische Absurditäten Touristen von beiden Seiten der „Greenline“ aus betrachten können.
4. Durch das östliche Kleinasien
Von der Insel Zypern aus reiste ich am 17.05.2025 per Fähre von der Hafenstadt Kyrenia/Girne zum Hafen Taşucu bei der Stadt Silifke an der Südküste Kleinasiens. Per Bus fuhr ich von Silifke weiter zur Hafenstadt Mersin. Dort setzte ich nach einem Tag Aufenthalt mit der Eisenbahn meine Reise zur Stadt Adana fort, von wo aus ich am 19.05.2012 per Bus zur Stadt Antakya (46) weiterfuhr, dem früheren Antiochia am Orontes (47). Den Namen Antiochia erhielt die Stadt durch den Diadochen (48) Seleukos I. (49), der sie zur Hauptstadt seines Reiches machte. Im Jahre 64 vor Christus wurde Antiochia ein Teil des Imperium Romanum und entwickelte sich zu einer kosmopolitischen Metropole mit bis zu 500.000 Einwohnern. In der Antike war Antiochia neben Alexandria (50) und (später) Konstantinopel (51), dem früheren Byzantion (52), die größte und bedeutendste Stadt im östlichen Mittelmeerraum und zeitweise die drittgrößte Stadt der Welt (53), und ebenso war Antiochia ein Zentrum des Hellenismus (54). Bei der Entstehung und Verbreitung des Christentums hatte Antiochia eine bedeutende Rolle. Die Stadt Antakya bietet eine Fülle an historischer Bausubstanz vor dem Hintergrund einer gebirgigen Landschaft, die vom Fluß Asi durchflossen wird. Im Rahmen meiner Stadtexkursion durch das historische Stadtzentrum besuchte ich das Archäologische Museum, in dem überwiegend Artefakte, Statuen und Mosaike aus der römischen Antike der Region zu sehen sind.
In der Stadt Antakya wurde mir berichtet, daß aufgrund des Konflikts im Nachbarland Syrien (55) nun deutlich weniger Touristen die Stadt Antakya besuchen, und auch der kleine Grenzverkehr zwischen Antakya und Syrien sei nahezu völlig zum Erliegen gekommen, obwohl die Einwohner der Türkei und auch Syrer zum Besuch des jeweils anderen Landes kein Visum benötigen würden. Der seit März 2011 in Syrien bestehende Bürgerkrieg ist eine Folge des sogenannten „Arabischen Frühlings“ (56), einer Serie von Protesten, Aufständen und Revolutionen, die um den Jahreswechsel 2010/2011 nahezu zeitgleich in mehreren Ländern in Nordafrika und Westasien einsetzte.
Am 20.05.2012 setzte ich meine Reise per Reisebus von Antakya durch Kleinasien fort. Die Busfahrt verlief zuerst wie auf der Hinfahrt nach Antakya durch das Gebirge Nur Dağlari zur Stadt Iskenderun und dann weiter über die Autobahnen E91 und E90 nach Osmanye und Gaziantep durch eine Gegend mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung, z.T. mit beregnetem Anbau. Bei der Stadt Birecik wurde der Fluß Euphrat (57) überquert. Danach wird die Landschaft trockener mit steppen- bis halbwüstenartigem Charakter. Die Landschaft zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris (58) ist Projektgebiet des Südostanatolienprojekts (GAP) (59), einem regionalen Entwicklungsprojekt, das das Wasser des Euphrat und Tigris zur wirtschaftlichen Nutzung erschließen soll. Die Auswirkungen und Folgen dieses Projektes haben zu zahlreichen Problemen (60) insbesondere mit den Nachbarstaaten Syrien und Irak geführt, die auf die Wasserversorgung durch die Flüsse Euphrat und Tigris angewiesen sind, die der Friedens- und Konfliktforscher Stephan Libiszewski in seinem Text „Wasser als Konfliktstoff – Internationale und geostrategische Aspekte des Südostanatolienprojekts (GAP) darstellt: „Im Nahen Osten fallen objektive Konkurrenzsituationen zwischen Ober- und Unteranrainern grenzüberschreitender Flüsse mit ohnehin prekären klimatischen Bedingungen und mit einer aus anderen Gründen äußerst gespannten politischen Situation zusammen. (...) Die Unteranrainer von Euphrat und Tigris, Syrien und Irak, gehören zu denjenigen Staaten mit der höchsten Abhängigkeit von ausländischem Flußwasser. Fast 80% der verfügbaren Süßwasserressourcen in Syrien haben ihre Quellen in der Türkei, beim Irak beträgt die Abhängigkeit 66%. (…) Die Fähigkeit, den Abfluß von Euphrat und Tigris zu regulieren, gibt der Türkei (…) ein nicht zu unterschätzendes Machtmittel zumindest gegenüber den beiden unmittelbaren Nachbarn im Süden in die Hand“ (61).
Die Flüsse Euphrat und Tigris bilden das Zweitstromland oder Mesopotamien (62). Innerhalb der Menschheitsgeschichte (63) hat Mesopotamien eine besondere Bedeutung, denn hier begann die Neolithische Revolution (64), und zudem entstanden hier die ersten staatlich organisierten Gesellschaften der Frühen Hochkulturen (65). Im Zuge der Neolithischen Revolution erfolgte der Prozeß der Domestikation. Der Prozeß der Domestikation erfaßte nicht nur Tiere und Pflanzen, ganze Landschaften und Ökosysteme wurden domestiziert und umgestaltet. Auch der Mensch selber wurde vom Prozeß der Domestikation erfaßt und verändert (66).
Gemäß dem Modell der „hydraulischen Gesellschaft“ (67), das der Soziologe Karl August Wittfogel (1896-1988) in seinem Werk: „Die Orientalische Despotie. Eine vergleichende Untersuchung totaler Macht“ (68) darstellt, führte die Neolithische Revolution zur Entstehung von despotischer Herrschaft (69) und cephalen, hierarchischen, arbeitsteiligen, bürokratischen, zentralverwalteten, staatlich organisierten Gesellschaften, ein historischer Prozeß, der ausgelöst durch postglazialen Klimawandel (70) insbesondere in großen Flußlandschaften, wie z.B. des Nil, Euphrat und Tigris, Indus, Ganges, Mekong und Huang He in mehreren Regionen der Welt stattfand. Diese ersten Zivilisationen der Frühen Hochkulturen entwickelten ein auf Ritual, Kosmologie und Religion sowie auf Zwang, Furcht und Strafe begründetes Herrschaftsmodell, das die Gesellschaft zum Zweck zentral organisierter Arbeitsleistung gleichschaltete und das mit Kriegen nach außen expandierte. Hierbei wurde die Schrift (71) als bürokratische (72) Verwaltungstechnik erfunden. Die Erfindung der Schrift ist Voraussetzung für die Entstehung dogmatischer (73) Lehrsysteme, wie Rechtsordnungen (74) und Buchreligionen (75), die es zuvor nicht gab, und als Handlungsvorschriften haben sie den Charakter eines Algorithmus (76), der das Denken der Menschen, deren zahlreiche unterschiedliche Weltanschauungen, und das vielfältige menschliche Sozialverhalten in der Massengesellschaft im Sinne und Interesse der Herrschaft und deren Expansion nach innen und außen gleichschaltet und auf wenige vorgegebene und determinierte Handlungsoptionen einengt.
Am 20.05.2012 erreichte ich die Stadt Şanlıurfa (Urfa) (77), das antike Edessa. Die Stadt Urfa, die heute rund zwei Millionen Einwohner hat, hat eine mehrtausendjährige Geschichte. Den makedonischen Namen Edessa hatte die vormalige Stadt Orhoi von Seleukos I. Nikator (78) erhalten, der die Stadt im Jahre 303 vor Christus neu gründete. Im 2. Jahrhundert vor Christus gelang es den Aramäern, die seleukidische Oberherrschaft abzuschütteln und bei Edessa ein eigenes Königreich zu errichten. Dieses Königreich wurde eins der ersten christlichen Reiche noch vor Armenien (301 n. Chr.), Georgien (337 n. Chr.), dem Römischen Reich (380 n. Chr.), und es war nach der Eroberung der Stadt Nisibis (Nusaybin) durch die Perser Zufluchtsort der Schule von Edessa (79). Im Jahre 214 endete die Unabhängigkeit der aramäischen Könige, und die Stadt kam unter die Herrschaft des Imperium Romanum. In den folgenden Jahrhunderten war sie zwischen Oströmern, Sassaniden, Arabern, Merwaniden (80) und Armeniern umkämpft. Im 11. Jahrhundert entstand in Folge des Ersten Kreuzzuges (81), zu dem Papst Urban II. (82) im Jahre 1095 in Clermont aufgerufen hatte, mit dem Ziel, Pilgern den ungehinderten Zugang nach Jerusalem zu ermöglichen und das bedrängte Byzantinische Reich zu unterstützen, unter Balduin von Boulonge (83) die Grafschaft Edessa (84), einem von mehreren Kreuzfahrerstaaten (85). Mitte des 12. Jahrhunderts zerstörten die Seldschuken die Stadt. Es folgten Ayyubiden, Mamluken und Mongolen. Im 17. Jahrhundert eroberten die Osmanen die Stadt, die nun Urfa hieß.
Die Stadt Şanlıurfa gilt als der Geburtsort des Abraham (86) des Alten Testamentes. In der Parkanlage Dergah im Süden des Stadtzentrums ist die Geburtsgrotte Abrahams eine Pilgerstätte. Der Legende nach soll Abraham während der Regierungszeit des tyrannischen babylonischen Herrschers Nimrod (87) in der Grotte geboren sein. Überragt wird Şanlıurfa von einem Zitadellenhügel, von dem sich ein Panoramablick über die Stadt bietet.
Von Şanlıurfa aus unternahm ich eine Exkursion in die ca. 40 Kilometer südöstlich gelegene Stadt Harran (88). Die Stadt Harran liegt inmitten eines Baumwollanbaugebietes, das Bestandteil des Südostanatolienprojekts (GAP) ist. 40% der Baumwollproduktion der Türkei stammt aus dieser Region. Bei Harran können die Ruinen einer 5000jährigen Siedlungskontinuität besichtigt werden. Es gibt einen vier Kilometer langen, stark zerfallenen Stadtmauerring aus dem 6. Jahrhundert, doch von den einst rund 200 Wachtürmen und sieben Stadttoren ist nur das Aleppo-Tor (Haleb Kapi) erhalten geblieben. Eine Besonderheit sind dort die Trullihäuser, in Ziegelbauweise errichtete kegelförmige Wohngebäude, die wie große Bienenkörbe aussehen. Eine noch weit längere Siedlungskontinuität von ca. 12.000 Jahren haben Archäologen in der archäologischen Stätte Göbeki Tepe (89) 15 Kilometer nordöstlich von Şanlıurfa nachgewiesen, die ich jedoch nicht besucht habe.
Per Reisebus fuhr ich am 22.05.2012 weiter zur Stadt Diyarbakır (90), die am rechten Ufer des Flusses Tigris liegt. Die Stadt Diyarbakır ist überwiegend von Kurden bewohnt. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit in Diyarbakır ist die knapp sechs Kilometer lange römische Stadtmauer (91) von Diyarbakır, die im Jahre 349 n. Chr. auf Veranlassung von Kaiser Constantius II., Sohn von Konstantin dem Großen erbaut worden ist. Die aus dunklem Basalt errichtete Befestigungsanlage hat 82 Türme und vier Haupttore, sie ist zwischen zehn und zwölf Meter hoch und bis zu fünf Meter breit. Die Belagerung und Eroberung durch die Sassaniden im Jahre 359 hat sie allerdings nicht verhindert. Diese Mauer ist seit 2015 Unesco-Weltkulturerbe. Bekannt ist, daß bereits im 4. Jahrhundert verschiedene christliche Konfessionen in der Stadt ansässig waren. Bei meiner Stadtexkursion möchte ich das Archäologische Museum besuchen, doch dieses hatte geschlossen. Die Burganlage Iç Kale im Nordosten des Stadtzentrums auf einem steilen Basaltfelsen ist der älteste Bezirk der Stadt, und beinahe alle Herrscher haben diesen Ort zum Zentrum ihrer Machtrepräsentation gewählt. Von dieser Burganlage bietet sich ein Panoramablick über das Tal des Flusses Tigris.
Nordöstlich der Stadt Diyarbakır beginnt das Armenische Hochland (92), das den größten Teil des östlichen Kleinasiens einnimmt. Das Armenische Hochland ist das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Armenier (93), in dem diese bis zum Völkermord an den Armeniern (94) in den Jahren 1915/1916 über einen Zeitraum von ca. 3500 Jahren gelebt haben. Dieses Siedlungsgebiet der Armenier im Armenischen Hochland war von den regionalen Großmächten wiederholt aufgeteilt worden in einen westlichen Teil, Westarmenien (95), und in einen östlichen Teil, Ostarmenien (96). So war es in der Spätantike zwischen dem Imperium Romanum (97) und dem Sassanidenreich (98) aufgeteilt worden. Im Jahre 1639 wurde Armenien im Vertrag Diyarbakir zwischen dem Osmanischen Reich und dem Reich der Safawiden (99) aufgeteilt. Durch den auf dem Berliner Kongress vom 13.06. bis zum 13.07.1878 (100) beschlossenen Berliner Vertrag erfolgte eine weitere Aufteilung Armeniens zwischen dem Osmanischen Reich und dem Kaiserreich Rußland (101). Die jüngste Aufteilung Armeniens erfolgte durch die Aufteilung des Territoriums der Demokratischen Republik Armenien (102) zwischen den Staaten Türkei und Sowjetunion im Zuge des Vertrages von Alexandropol vom 02.12.1920 (103) und des Vertrages von Kars vom 13.10.1921 (104). Im Vertrag von Sèvres vom 10.08.1920 waren die Armenier in Westarmenien noch berücksichtigt worden, während sie und weitere Minderheiten wie insbesondere die Griechen und die Kurden dann die großen Verlierer des Vertrags von Lausanne vom 24.07.1923 wurden (105). Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte aufgrund der Forderungen Josef W. Stalins nach Abtretung der in Jahre 1921 der Türkei überlassenen Gebiete Westarmeniens an die Sowjetunion eine Neuausrichtung der Außenpolitik der Türkei, und das Prinzip der „Vollständigen Ungebundenheit“ wich der Doktrin der sicherheits- und verteidigungspolitischen Einbindung der Türkei in das sich unter der Führung der USA ausbildende westliche Sicherheitssystem (106).
Im Osmanischen Reich war die Bevölkerung im Rahmen des Millet-Systems (107) nach Kriterien der Religionszugehörigkeit unterteilt. Wie der Kulturwissenschaftler Gerhard Schweizer in seinem Buch „Türkei verstehen“ darstellt, verstanden sich die Untertanen des Osmanischen Reiches „zuallererst als Angehörige von Religionsgemeinschaften, als Sunniten, Schiiten, Aleviten, Christen, Juden, und in zweiter Linie als Angehörige einer Großfamilie, eines Stammes, Bewohner einer Region, einer Stadt, eines Dorfes – nicht aber als Türken, Griechen, Armenier, Kurden. Sie waren jeweils in einem millet organisiert“ (108). Im Rahmen des Millet-Systems verwaltete sich die nicht-muslimischen Religionsgemeinschaften selbst, sie mußten aber gegenüber der Mehrheit der Muslime soziale und rechtliche Einschränkungen und Benachteiligungen hinnehmen. Die Angehörigen einer Buchreligion, und damit auch die Armenier, hatten im Rahmen dieses Millet-Systems einen gewissen Schutzstatus, wenngleich alle Nicht-Mohammedaner im Osmanischen Reich systematisch benachteiligt wurden. Im 19. Jahrhundert löste sich das Millet-System zunehmend auf, und Idee des modernen Nationalismus gewann zunehmend an Einfluß. Bei Diyarbakır hatten im November 1895 Pogrome (109) an Armeniern stattgefunden, die Bestandteil der Massaker an den Armeniern von 1894 bis 1896 (110) im Osmanischen Reich waren.
Meine Fahrt setzte ich zur Stadt Mardin (111) fort. Die Stadt Mardin liegt an einem Hang eines steil abfallenden Felsplateaus mit Höhen von 1300 Metern und sie wird von einem Burgberg überragt. Vom Burgberg hat man einen Ausblick auf die Ebene Mesopotamiens. Die Landschaft südlich der Stadt Mardin hat den Charakter einer Steppe und Halbwüste. Als östlicher Außenposten des Römischen Reiches wurde die Stadt Mardin im 4. Jahrhundert befestigt. Um 640 wurde Mardin von Arabern erobert. Im Jahre 1516 wurde Mardin ein Teil des Osmanischen Reiches.
Während des Völkermords an den Armeniern in den Jahren 1915 und 1916 verlief eine der Deportationrouten vorbei an der Stadt Mardin in die syrische Wüste und zum Konzentrationslager Deir ez-Zor (112). Die Armenier erhielten während des Ersten Weltkriegs keine wirksame Hilfe aus dem Ausland, und auch der Kanzler des Kaiserreiches Deutschland, Theobald von Bethmann Hollweg, lehnte am 17.12.1915 eine Verurteilung der jungtürkischen Verfolgungspolitik, wie sie der deutschen Botschafter in Istanbul, Paul Graf Wolff-Metternich vorgeschlagen hatte, ab: „Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig, ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht“ (113). Bezüglich der heutigen Situation der Armenier in der Türkei stellt der Kulturwissenschaftler Gerhard Schweizer in seinem Buch „Türkei verstehen“ fest: „Einstmals lebten auf dem Staatsgebiet der heutigen Türkei etwa zwei Millionen Armenier, Mitte der 2010er-Jahre sind es nur noch 100.000, allein 60.000 davon in Istanbul. Wie weit die ‚Türkisierung‘ bei ihnen fortgeschritten ist, zeigt folgender Tatbestand: Etwa 80 Prozent beherrschen nicht mehr oder nur noch sehr unzureichend ihre ursprüngliche Muttersprache, denn im Alltag dominiert das Türkische, und Armenisch ist als Unterrichtssprache ebenso verboten wie das Kurdische“ (114). Grundlage der diskriminierenden Sprachpolitik (115) in der Türkei ist die Sonnensprachtheorie (116).
Von Mardin aus verlief meine Reise am 23.05.2012 per Reisebus weiter auf der vierspurigen Landstraße 400 (E90) in der Nähe der Grenze zu Syrien und einer parallel verlaufenden Eisenbahnlinie durch eine monotone Agrarlandschaft mit Getreideanbau. Nördlich erstreckt sich zwischen Mardin und Cizre das Kalksteingebirge Tur Abdin mit durchschnittlichen Höhen von 990 bis 1200 Metern. Dieses Gebirge war früher das wichtigste Zentrum einer syro-aramäischen Kultur. Seit dem 4. Jahrhundert entstanden hier rund 80 Klöster und Bistümer, und beinahe jedes Dorf besaß eine eigene Kirche. Diese syrische Christen (117) bilden eine ethnisch-religiöse Gruppe (118), und sie werden auch als Assyrer (119) und Aramäer (120) bezeichnet. Assyrer leben heute im Irak, im Iran, in Syrien und in der Türkei, aber auch in Europa und Amerika. In den Jahren 1915 bis 1917 gab es zeitgleich zum Völkermord an den Armeniern einen Völkermord an den Syrischen Christen (121). Heute leben nur noch 2500 Syrische Christen am Tur Abdin.
Ein Zwischenstop erfolgte am Busbahnhof der Stadt Nusaybin. Hier bieten Buslinienbetreiber auch Busfahrten in den Nord-Irak an. Bei der Weiterfahrt Richtung Cizre wird die Landschaft abwechslungsreicher und hügeliger, der Getreideanbau geht zurück und Buschwälder und Graslandschaften treten an dessen Stelle. Nach Angaben meines Reiseführes soll die Stadt Cizre (122) ein guter Ausgangsort für Reisen in die Autonome Region Kurdistan (123) im Nord-Irak sein. Bei der Einreise in den Nord-Irak erhalten Bürger der Europäischen Union an der Grenze von der kurdischen Regionalverwaltung ein kostenloses Touristenvisum für eine Dauer von 10 Tagen (Stand 2012). Dieser Teil Kurdistans war auf Beschluß des Rates des Völkerbundes (124) vom 16.12.1925 auf Verlangen des Britischen Imperiums, das Mandatsträger für den Irak war, aufgrund seines Erdölreichtums dem Staat Irak eingegliedert worden.
Das Siedlungsgebiet der Kurden (125) liegt zwischen dem östlichen Anatolien und dem Zweistromland, wo die Kurden seit ca. 3000 Jahren ansässig sind. Die Zahl der Kurden wird auf ca. 25 bis 30 Millionen geschätzt. Von ihnen leben auf dem Gebiet der heutigen Türkei etwa 13 Millionen, rund 8 Millionen im Irak, etwa 6 Millionen im Iran und rund 2 Millionen in Syrien (126). Damit sind die Kurden das größte Volk der Welt ohne eigenen Staat. In der Türkei sind die Kurden (127) mit ca. 19 % der Gesamtbevölkerung aktuell die größte von zahlreichen weiteren Minderheiten (128). Dennoch sind die Kurden in der Türkei nicht als Minderheit (129) anerkannt und haben keinen Minderheitenschutz (130). Gemäß der Definition des Vertrages von Lausanne von 1923, der Minderheiten auf Religionszugehörigkeit und nicht auf Ethnien bezieht, gelten in der Türkei bis heute lediglich die griechisch-orthodoxe, die jüdische und die armenisch-apostolische Bevölkerungsgruppe offiziell als Minderheiten.
Gemäß der von türkischen Historikern um 1930 entwickelten Geschichtstheorie sollen die heutigen Kurden Anatoliens eigentlich Türken sein, wie die Autoren Michaela Wimmer u.a. in dem Buch „Brennpunkt: Die Kurden“ erläutern: „Ihr zufolge sollen die heutigen Kurden Anatoliens eigentlich Türken sein: Nachkommen der ersten urtürkischen Bevölkerung Zentral- und Vorderasiens, die im Laufe der Zeit ihre ursprüngliche Turksprache aufgegeben haben und das Kurdische übernommen haben. Dementsprechend betrachtet Ankara die ‚Zurückführung‘ der Kurden ins Türkentum als eine Art ‚kulturelle Mission‘. Der Grund für die türkische Haltung liegt in der Angst vor einem kurdischen Nationalismus“ (131).
Im Vertrag von Sèvres (132) vom 10.08.1920 waren die Kurden noch berücksichtigt worden, während sie und weitere Minderheiten dann die großen Verlierer des Vertrags von Lausanne (133) vom 24.07.1923 wurden. In seinem Text „‘Um zu überleben, müssen wir für und selbst kämpfen‘ - Die Kurden in der Türkei“ stellt der Journalist Harald Weiss fest: „Schon kurz nach dem Lausanner Vertrag begann die Unterdrückung der Kurden: Ihre Existenz wurde schlichtweg geleugnet, Kurdisch als Amtssprache verboten“ (134). Obwohl die Türkei heute wie zuvor das Osmanische Reich (135) faktisch ein Vielvölkerstaat (136) ist, sieht sich die Türkei als ein Nationalstaat von und für Türken, obwohl die Türken erst im Mittelalter aus Zentralasien in Kleinasien eingewandert sind (137) und sich mit Duldung durch das Byzantinische Reich (138) im Hochland von Anatolien angesiedelt haben. Damit sind die Türken die jüngste der zahlreichen Bevölkerungsgruppen Kleinasiens. Von den zahlreichen Bevölkerungsgruppen Kleinasiens können viele auf eine Siedlungskontinuität von mehreren Tausend Jahren zurückblicken, und wer länger anwesend ist, kann die älteren Rechte gelten machen.
Diesen historischen Tatsachen widerspricht die staatsoffizielle Doktrin der sogenannten „Türkischen Geschichtsthese“ (139), deren Grundlage die Sonnensprachtheorie ist. Die Journalistin Inga Rogg erläutert in ihrem Buch „Türkei, die unfertige Nation“ diese „Türkische Geschichtsthese“, „der zufolge die Türken bereits in Urzeiten Anatolien besiedelten und die Hochkulturen der Hethiter und Sumerer schufen. Wer immer jetzt in Anatolien lebt, hätte entweder seine Wurzeln vergessen oder sich zu Unrecht Land angeeignet, das den Türken gehört“ (140). Die „Türkische Geschichtsthese“ ist ein Beispiel für die Tendenz des modernen Nationalismus zu dessen „Selbstverewigung“, wobei er bestrebt ist, die Existenz der von ihm konstruierten Nation durch alle Zeitalter und Epochen hinweg als apriori gegeben zu setzen. Im Zeitalter des modernen Nationalismus gründen und fördern die Nationalstaaten Wissenschaftsbereiche, insbesondere die Geschichtswissenschaft einschließlich der Archäologie und der Sprachwissenschaften, damit diese die Existenz der jeweiligen Nation seit den frühesten Zeiten der Geschichte und der Vorgeschichte wissenschaftlich belegen, um damit politische Ansprüche begründen und durchsetzen zu können.
Von der Stadt Cizre fuhr ich zur Stadt Şirnak weiter. Die Landschaft wird nun zunehmend bergig. Die von Bergen umgebene Stadt Şirnak bietet keine besonderen Sehenswürdigkeiten, eignet sich aber als Zwischenstop auf der Fahrt zur Stadt Van. Von Şirnak setzte ich am 24.05.2012 meine Reise per Reisebus auf Landstraße 400 zur Stadt Hakkâri fort. Die Provinz Hakari gilt als die unterentwickeltste Region der Türkei (141). Die Fahrt verlief durch eine imposante Berglandschaft mit einigen kleinen Ortschaften. Es ist unübersehbar, daß ich hier eine perifere Randzone der Türkei durchreiste, die von der Entwicklung im Land abgekoppelt ist. Hier leben die Menschen unter deutlich ärmeren Verhältnissen, als es sonst in der Türkei üblich ist. Die Infrastruktur ist schlechter und die Müllentsorgung funktioniert offensichtlich nicht mit den Folgen, die u.a. aus afrikanischen Entwicklungsländern bekannt sind, d.h. Zivilisationsmüll liegt überall in der Landschaft herum, ganz anders als in der übrigen Türkei, wo die Müllentsorgung offensichtlich effizient funktioniert und auch in den Städten eine Straßenreinigung ständig präsent ist. In der Stadt Diyarbakır war mir berichtet worden, daß die überwiegend von Kurden besiedelten Landesteile in der Türkei vernachlässigt würden und es würde weniger in Entwicklungen investiert, als in anderen Teilen der Türkei. Gefördert werde diese Region hauptsächlich aus dem Ausland, unter anderem von der Europäischen Union.
Des Weiteren besteht auf dieser Strecke von Şirnak nach Hakkâri eine erhöhte Militärpräsens mit Kontrollposten, Ausweiskontrollen, bewaffneten Soldaten, gepanzerten Fahrzeugen und befestigten Militäreinrichtungen. Vermutlich ist der Grund dafür, daß die Straße in der Nähe der Grenze zum Irak verläuft, und zudem war diese Gegend ein Zentrum der militärisch ausgetragenen Auseinandersetzungen mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) (142). Der Politologe Günter Behrendt analysiert in seinem Text „“Der kurdische Nationalismus in der Türkei“ die Lage in den kurdischen Gebieten in der Türkei: „Die türkische Armee mit ihren ‚Antiterror-Spezialteams‘ ist es, die die Menschen in Kurdistan wortwörtlich ‚mobilisiert‘, indem sie seit Jahren eine gewaltsame Vertreibung der dortigen Landbevölkerung vornimmt und bereits ganze Landstriche menschenleer gefegt hat. Um jedem Rückkehrversuch von vornherein einen Riegel vorzuschieben, wurden nicht nur hunderte von Dörfern dem Erdboden gleichgemacht, sondern auch systematisch die ökologischen Grundlagen für das wirtschaftliche Überlebendort vernichtet. Das heißt, es wurden Wälder und Obstkulturen abgeholzt, Bewässerungssysteme und Brunnen zerstört, Vieherden getötet etc. In Städten wie Cizre, Nusaybin und anderen Kreiszentren leben seither Zehntausende von mittellosen Flüchtlingen - ohne viel Obdach, fast alle ohne Zukunftsperspektive, denn Arbeit gab es früher hier schon kaum. Statt also die Guerillabewegung in einer menschenleeren Ödnis zu isolieren und ihr so das Wasser abzugraben, hat der türkische Staat durch die Tätigkeit seiner Spezialteams ein in den hoffnungslos unterentwickelten Städten Kurdistans unter keinen Umständen mehr zu integrierendes Potential an sozialem Elend geschaffen. Erst diese Situation der völligen Aussichtslosigkeit hat der PKK den Durchbruch zur Massenwirksamkeit verschafft“ (143). Eine Folge der Kurdenpolitik der Türkei ist die umfangreiche Abwanderung von Kurden in die westlichen Landesteile der Türkei, sodaß heute bereits die Hälfte der Kurden in den westlichen Landesteilen der Türkei lebt, in Istanbul sind es 2,5 Millionen (144).
Schon im Jahre 1934 war ein Siedlungsgesetz verabschiedet worden, was unter anderem die Zwangsumsiedlung von Kurden in die Westtürkei ermöglicht, worauf der Soziologe Günter Seufert in seinem Text „Die Kurden und andere Minderheiten“ hinweist, und er führt weiter aus: „Im gleichen Jahr verbietet ein Gesetz zur Einführung der Familiennamen, die Verwendung von Wörtern ‚fremder Nationen und Rassen‘ sowie Namen von kurdischen Stämmen als Nachnamen. Das Provinzialverwaltungsgesetz von 1949 führt dazu, dass Tausende von Dorf- und Landschaftsnamen türkisiert werden, und 1972 wird mit Hilfe einer Änderung im Einwohnermeldegesetz die Verwendung kurdischer Personennamen untersagt. (…) Nach der Niederschlagung des Aufstands rund um den Ararat sagte Ismet Unönü, der damalige Ministerpräsident und engste Weggefährte Mustafa Kemals: ‚In diesem Land darf nur die Türkische Nation nach Rechten, die auf Ethnie und Rasse gründen, verlangen.‘ Und Justizminister Mahmut Esad Bozkurt erklärte: ‚Der Türke allein ist Herr in diesem Land, sein einziger Besitzer. Wer nicht rein türkischer Abstammung ist, der hat in diesem Land nur das Recht, Diener zu sein, Sklave zu sein‘“ (145).
Zwischen den Orten Andaç und Çiğli erreicht die Straße eine Paßhöhe von 2080 Metern, und man gelangt hier an einem festungsartig ausgebauten Gebäude vorbei. Große Transporthubschrauber kreisten über der umgebenden Berglandschaft, und mehrere heftige Detonationen waren beim Vorbeifahren zu hören. An mehreren Stellen war der Asphalt der Straße verbrannt. Nach Angaben meines Reiseführers war die Straße von Şirnak nach Hakkâri aufgrund von Militäreinsätzen im Jahre 2009 nicht passierbar gewesen, und offensichtlich ist die gesamte Region bislang nur erschwert zu bereisen.
Die Berglandschaft ist allerdings faszinierend. Es dominiert lichter Buschwald, doch vielfach sind die Berge baumlos. Es stellt sich die Frage, ob es sich dabei um einen natürlichen Zustand handelt oder um eine Folge einer Degeneration der Vegetation in Verbindung mit einer Bodendegradation (146) z.B. durch langzeitige Überweidung (147). Durch Erosion gehen in der Türkei jährlich 500 Millionen Tonnen Erde verloren 148). Die Stadt Hakkâri (149) liegt auf einer Höhe von 1750 Metern und sie ist von schneebedeckten Bergen mit Höhen über 4000 Metern umgeben. Hakkâri war bis Mitte des 19. Jahrhunderts ein unabhängiges Fürstentum unter der erblichen Herrschaft kurdischer Emire. Sicherlich hätte die Stadt Hakkâri in Anbetracht der umgebenden Hochgebirgslandschaft das Potential zu einem Bergtourismuszentrum, doch die gegenwärtigen Verhältnisse im Südosten der Türkei verhindern noch eine entsprechende Entwicklung.
Von Hakkâri setzte ich meine Fahrt zur Stadt Van fort. Die Fahrt verlief weiter durch Schluchten und Täler einer faszinierenden Berglandschaft, und die Straßen waren nun wieder in einem besser ausgebauten Zustand. An der Straßenabzweigung zur Stadt Yüksekova erfolgte eine weitere Paßkontrolle. Die Straße führt nun hinauf in die Alpine Höhenstufe (150) und überwindet den Paß Güzeldere Geçidi mit einer Höhe von 2710 Metern und danach den Paß Zernek Boğazi mit einer Höhe von 1930 Metern. Es bietet sich ein weitreichender Panoramablick in die meist großflächig baum- und strauchlose Landschaft, die von schneebedeckten Bergen eingerahmt wird.
Die Stadt Van (151) liegt am Ufer des Van-Sees (152) im Armenischen Hochland auf einer Höhe von 1775 Metern. Das Armenische Hochland ist das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Armenier, in dem diese bis zum Völkermord an den Armeniern in den Jahren 1915/1916 über einen Zeitraum von ca. 3500 Jahren gelebt haben. Der Van-See liegt auf einer Höhe von 1648 Metern, er ist der größte See Kleinasiens, und er weist mehrere limnologische (153) Besonderheiten auf. Der Van-See ist ein abflußloser endorheischer (154) Steppensee (155) und er ist der weltgrößte Natron-See (156).
Der Grundriß der Stadt Van ist weitgehend rechtwinklig angelegt, was eine Orientierung erleichtert. Die Stadt Van präsentiert sich als ein überregional bedeutendes und expandierendes Geschäfts- und Wirtschaftszentrum. Gemäß der Theorie der Zentralen Orte (157) des Geografen Walter Christaller (1893–1969) ist die Stadt Van faktisch das Oberzentrum des südöstlichen Kleinasiens, wozu zweifellos die gute verkehrsgeografische Lage der Stadt beiträgt. Das Museum der Stadt Van, das ich besuchen wollte, war aufgrund des Erdbebens vom 23.10.2011 geschlossen und wurde gerade instand gesetzt. Überall in der Stadt gab es beschädigte Häuser infolge dieses Erdbebens, und es waren auf Freiflächen Container- und Zeltsiedlungen entstanden, z.T. mit Zelten der UN-Flüchtlingsagentur UNHCR (158). Das gesamte Kleinasien liegt in einem erdbebengefährdeten Gebiet, und es muß immer wieder mit stärkeren Erdbeben gerechnet werden. Ebenso wie in Diyarbakir haben auch in Van die Flüchtlingsströme aus den umliegenden Dörfern, insbesondere aus der Region Şirnak und Hakkâri, dafür gesorgt, daß die Stadt Van innerhalb weniger Jahre auf ein Mehrfaches ihrer Einwohnerzahl angewachsen ist.
Die Burg der Stadt Van wurde ab dem 9. Jahrhundert vor Christus durch den König Sarduri I. (840-825 v. Chr.) des Königreichs Urartu (159) auf einem Kalksteinmassiv errichtet, das fünf Kilometer westlich vom Stadtzentrum aus der ansonsten flachen Landschaft am Seeufer des Van-Sees herausragt. Aus osmanischer Zeit stammt die Befestigungsmauer, die sich über das gesamte Kalksteinmassiv erstreckt. Von der Burg bietet sich ein Panoramablick in alle Himmelsrichtungen: Nach Westen über den Van-See, nach Osten über die Stadt Van, die teilweise von schneebedeckten Bergen eingerahmt wird. Nach Nordwesten reicht der Blick zum schneebedeckten Berg Süphan Daği, der mit einer Höhe von 4434 Metern die Landschaft überragt. Nach Südwesten begrenzt die schneebedeckte Bergkette des Kavuşşahap Dağlari mit Höhen bis 3634 Metern den Blick. Beim Burgberg traf ich vier Motoradfahrer aus der Schweiz, die mir berichteten, daß sie sich auf einer fünfmonatigen Überlandreise (160) zum Baikalsee befinden und nun durch den Iran weiter fahren wollen.
Von der Stadt Van aus setzte ich meine Fahrt am 26.05.2012 von einem der in den Städten Kleinasiens häufigen Kleinbusbahnhöfe in einem Kleinbus (Dolmuş) auf Landstraße 975 (E99) Richtung Norden fort. Die Straße führt zuerst am türkisblauen Vansee vorbei und dann nach Nordosten hinauf ins Gebirge bis auf eine Paßhöhe von 2644 Metern am Paß Tendürek Ceçidi. Die Fahrt führte an Dörfern vorbei, in denen die Menschen überwiegend von Viehzucht leben. Die gesamte Gebirgslandschaft ist Weideland und nahezu vollständig baum- und strauchlos, obwohl die klimatische Waldgrenze (161) nicht erreicht ist, wie einzelne größere Bäume in den Dörfern erkennen lassen. Wohl aufgrund der Nähe zur Grenze zum Iran bestand auf diesem Streckenabschnitt wieder eine erhöhte Militärpräsens auch mit befestigten Stellungen, und zwei Mal erfolgte eine Paßkontrolle, die zweite wenige Kilometer vor Erreichen der Stadt Doğubayazit. Diese Paßkontrollen erfolgten nicht durch das Militär, sondern durch die Jandarma (162), die im Unterschied zur kommunalen Polizei (Polis) (163) einen stärkeren militärischen Charakter hat, was sich unter anderem durch die Verwendung gepanzerter Fahrzeuge und vollautomatischer Schnellfeuerwaffen zeigt.
Nach drei Stunden Fahrt erreichte ich die auf einer Höhe von 1625 Metern gelegene Stadt Doğubeyazıt (164). Die Stadt Doğubeyazıt war nach dem Ersten Weltkrieg als Grenzstadt neu gegründet worden. Heute ist die Stadt Doğubeyazıt ein Haupt-Durchgangsort für Reisen in den Iran. Nach einer Stadtexkursion besuchte ich den in sechs Kilometern Entfernung in einer Höhe von 2220 Metern gelegenen Ishak-Pascha-Palast (165), der zwischen 1685 und 1784 erbaut worden ist. Der Palast ist nicht nur eine architektonische Sehenswürdigkeit, überaus lohnend ist hier aus der Berghöhe der Panoramablick nach Norden über die Stadt Doğubeyazıt und den sich dahinter im Nordosten erhebenden Berg Ararat (5137 m) (166), dessen Gipfel schneebedeckt und aufgrund der bewölkten Wetterlage wolkenverhangen war. Dort traf ich zwei Reiseradler aus der Schweiz, die gerade eine einjährige Fahrradreise (167) unternahmen, die bis Singapur führen sollte. Von Doğubeyazıt aus wollten sie nun durch den Iran, und dann weiter durch die vier zentralasiatischen Länder und dann durch China radeln, ein beachtliches Reisevorhaben.
Meine Reise setzte ich am 27.05.2012 auf Landstraße 975 in einem Kleinbus (Dolmuş) fort. Mit diesen Kleinbussen kann man in Kleinasien überall hingelangen, doch sie haben im Gegensatz zu Reisebussen keinen festen Fahrplan, denn sie fahren ab, sobald der Kleinbus voll ist. Die Fahrt führte westlich am Berg Ararat (5137 m) vorbei, wobei eine Paßhöhe von 1680 Metern erreicht wird. Nach 45 Minuten Fahrt war die Stadt Iğdir erreicht, wo ich einen direkten Anschluß zur Weiterfahrt zur Stadt Kars hatte. Auf dem Weg nach Kars durchfuhr der Bus eine kahle Berglandschaft mit Hochebenen und weiten Grasflächen, die von Vieh extensiv beweidet werden. Der Blick fällt nach Nordosten auf das gewaltige Bergmassiv des Gora Aragnac (4090 m), dessen breiter schneebedeckter Gipfel den Horizont begrenzt und auf dem Territorium der Republik Armenien liegt, wobei die Straße stellenweise nahe an der Grenze zur Republik Armenien verläuft. Bis wenige Kilometer vor der Stadt Kars steigt die Straße bis auf eine Höhe von 2250 Meter an. Auch hier überrascht die konsequente Baumlosigkeit der gesamten Gebirgslandschaft. Aufgrund des fehlenden Brennholzes wird in den Bergdörfern der Dung der Rinder getrocknet, und dieser bildet bei den Gehöften große Stapel. Offensichtlich befindet sich das gesamte östliche Kleinasien in einem Endzustand jahrtausendelanger chronischer Entwaldung (168).
Nach drei Stunden Fahrt war die Stadt Kars (169) erreicht, die auf einer Höhe von 1768 Metern liegt. Kars ist die Endstation einer Eisenbahnlinie, die durch das gesamte Kleinasien nach Istanbul führt. Täglich verkehren zwei Züge auf dieser Strecke. Die Stadt Kars hat eine wechselvolle Geschichte. Sie war die Hauptstadt des armenischen Bagratiden-Reiches (170), bevor König Aschot III. die Hauptstadt im Jahre 961 nach Ani verlegte. Im Jahre 1044 wurde Kars Bestandteil des Byzantinischen Reiches, doch schon im Jahr 1064 wurde Kars an die Seldschuken abgetreten. Ab dem Jahre 1205 war Kars Bestandteil Georgiens, und ab 1580 herrschten die Osmanen in Kars. Zwischen 1877 und 1918 war Kars ein Teil des Kaiserreichs Rußland. Ab 1918 gehörte Kars zur Demokratischen Republik Armenien, bevor die Stadt 1921 an die Türkei fiel. Bei meiner Stadtexkursion besuchte ich das Museum und erstieg den im Norden der Stadt gelegenen Burgberg, einer Anhöhe von 1800 Metern, auf dem sich die Zitadelle Kars Kalesi befindet. Von dort aus bietet sich ein Panoramablick über die Stadt Kars und die weitere Umgebung. Zurück geht diese Festung auf eine armenische Burganlage, die im 14. Jahrhundert durch Timur (1336-1405) (171) zerstört worden war. Die Neustadt von Kars hat einen schachbrettförmigen Grundriß, und sie entstand im Jahre 1878, als Kars Garnisonsstadt des Kaiserreichs Rußland war.
Von Kars aus unternahm ich am 28.05.2012 eine Exkursion zu der in ca. 45 Kilometer Entfernung östlich gelegenen Ruinenstadt Ani (172). Die Fahrt dorthin verlief durch die übliche baumlose Gebirgslandschaft des östlichen Kleinasiens, die von weiten Grasflächen geprägt ist, die extensiv beweidet werden. Aufgrund der naturräumlichen Begebenheiten müßte dennoch ein großräumiges Potential zur Waldentwicklung bestehen. Immerhin wurden aktuell entlang der nach Osten zur Ruinenstadt Ani verlaufenden Straße am Straßenrand einige Bäume gepflanzt, wodurch deutlich wird, daß hier auch Wald wachsen könnte.
Die Ruinenstadt Ani liegt in einer Höhe von 1338 Metern auf einem Plateau, das an drei Seiten von tiefen Schluchten und dem Fluß Achurjan/Arpaçay (173) begrenzt wird, der heute die Grenze zwischen der Türkei und Armenien bildet. Die Stadt Ani lag an der nördlichen Seidenstraße, und im Mittelalter war die Stadt Ani ab dem Jahr 961 n.Chr. die Hauptstadt des armenischen Bagratiden-Reiches (174). Im 10. Jahrhundert wurde eine 1,5 Kilometer lange doppelreihige Stadtmauer errichtet, und den Haupteingang zur Stadt bildet das Löwentor, das am besten erhaltene der drei Haupttore. Anfang des 11. Jahrhunderts hatte die Stadt Ani ca. 100.000 Einwohner. In der Folgezeit wurde die Stadt Ani wiederholt erobert, und Anfang des 14. Jahrhunderts zerstörte ein Erdbeben die Stadt. Seit 2016 ist die Ruinenstadt Ani Unesco-Weltkulturerbe.
Die am 28.05.2018 entstandene Demokratische Republik Armenien hatte den Anspruch auf sieben Provinzen des Osmanischen Reiches in Westarmenien erhoben. Jedoch wurde im Zuge des Vertrages von Alexandropol vom 02.12.1920 und des Vertrages von Kars vom 13.10.2021 der Fluß Achurian/Arpaçay zum Grenzfluß, sodaß die Ruinenstadt Ani heute auf dem Territorium der Türkei liegt. Im Vertrag von Sèvres vom 10.08.1920 waren die Armenier in Westarmenien noch berücksichtigt worden, während sie und weitere Minderheiten dann die großen Verlierer des Vertrags von Lausanne vom 24.07.1923 wurden. Die Folgen in Westarmenien stellt die Politikwissenschaftlerin Sibylle Thelen in ihrem Buch „Die Armenierfrage in der Türkei“ dar: „Die Spuren der armenischen Geschichte sind wie vom Erdboden verschwunden: Die Köster und Kirchen wurden geplündert, niedergebrannt, dem Verfall preisgegeben oder zu Ställen, Waffenlagern oder Turnhallen umfunktioniert. Von den 210 Klöstern, 700 Klosterkirchen und 1639 Gemeindekirchen, die das Patriarchat noch 1914 aufgelistet hatte, ist heute kaum noch etwas übrig. (…) Neben den religiösen Stätten verschwanden auch die Namen: Die armenischen Ortschaften, in denen nach 1915 neue Einwohner eingesiedelt wurden, heißen anders“ (175). Die Türkisierung geographischer Namen in der Türkei erfolgt insbesondere in den Siedlungsgebieten der Minderheiten in den östlichen Landesteilen (176).
Nach Erlangung ihrer Unabhängigkeit am 21.09.1991 hat die Republik Armenien den Vertrag von Kars vom 13.10.2021 für ungültig erklärt, weil er damals ohne Zustimmung Armeniens einseitig unterschrieben worden sei. Aus Sicht der Armenier symbolisiert der Vertrag von Kars den Verlust von Westarmenien an die Türkei. Auch heute erkennt die Republik Armenien die Grenze zwischen Armenien und der Türkei gemäß dem Vertrag von Kars nicht an. Aufgrunddessen und dem in der Region Bergkarabach (177) bestehenden Bergkarabachkonflikt (178) hält die Türkei seit 1993 die Grenze zu Armenien geschlossen.
Bei meiner Reise vom Westen in den Osten der Türkei ließ sich ein deutliches Entwicklungsgefälle von den Zentren im Westen des Landes hin zu den Periferien in den östlichen Landesteilen erkennen, was sich u.a. in den Bereichen Verkehrsinfrastruktur, Gebäudezustand, Stadtentwicklung und auch der Müllentsorgung manifestiert. Daß der Osten der Türkei „immer noch das Armenhaus des Landes“ ist, bestätigt der Journalist Jürgen Gottschlich in seinem Buch „Türkei“: „Der jahrelange Krieg gegen die kurdische PKK-Guerilla hat noch dazu beigetragen, dass in der Region praktisch kaum eine wirtschaftliche Entwicklung stattgefunden hat. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt höchstens ein Drittel von dem, über das die Einwohner im Westen verfügen. Es bleibt der Eindruck eines dreigeteilten Landes: der reiche Westen, mit den touristisch erschlossenen Küsten an der Ägäis und dem Mittelmeer, das karge und von aller Welt vergessene, bäuerlich-konservative Zentralanatolien, und der kurdisch besiedelte wilde Osten“ (179).
Personen, mit denen ich sprach, äußerten die Auffassung, daß der türkische Staat die Regionen mit kurdischen, armenischen und weiteren Minderheiten in der Landesentwicklung vernachlässigen würde. In besonderem Maße trifft dies auf die unmittelbaren Grenzgebiete an den Landesgrenzen zu. Hier zeigt sich die Türkei heute noch als der Militär- und Polizeistaat, als der er nach dem Militärputsch vom 12.09.1980 (180) noch in den 80er Jahren auch in den Zentren im Westen Kleinasiens präsent war. Hier offenbart sich eins der Hauptprobleme des modernen türkischen Staates, dem es nicht gelingt, die Verhältnisse zu seinen Nachbarstaaten dauerhaft zu normalisieren, und dessen Minderheitenpolitik nimmer noch von Repression und Zwangsassimilisation bestimmt ist.
Bezüglich der Entstehung des modernen Nationalismus in der Türkei führt die Politikwissenschaftlerin Sibylle Thelen in ihrem Buch „Die Armenierfrage in der Türkei“ aus: „Der Nationalismus hatte sich aber längst in den Köpfen festgesetzt. Hüseyin Cahit, einer der Wortführer der ‚Gesellschaft für Einheit und Fortschritt‘ erklärte, (…) ‚dieses Land wird das Land der Türken sein. Dieses Land haben die Türken erobert (…), in diesem Land sind die Türken die beherrschende Nation und werden es bleiben.‘ Ziya Gökalp, Begründer der türkisch-nationalen Ideologie, führte diese Gedanken weiter: ‚An die Stelle des Glaubens an Gott tritt der Glaube an die Nation, und der Nationalismus wird zu einer Religion‘“ (181). Am Beispiel des türkischen Staates zeigt sich exemplarisch die inhärente Aggressivität und Friedlosigkeit, mit der die Idee des modernen Nationalismus und des Nationalstaates gemäß dessen Ideal, dem homogenen Nationalstaat, verbunden ist (182). Der Islamwissenschaftler Udo Steinbach stellt in seinem Text „Vom Osmanischen Reich zum EU-Kandidaten“ fest: „Der türkische Nationalismus war Ausdruck jener allgemeinen Verabsolutierung der Nation und des Nationalen, die in Europa gang und gäbe war. Die Unterdrückung ethnischer und religiöser Minderheiten sowie die gegebenenfalls auch gewaltsame Durchsetzung nationaler Homogenität reflektierten ein Verständnis von Staatsräson, wie es auch anderweitig vorherrschte“ (183).
Menschenrechte, Minderheitenschutz und Außenbeziehungen sind auch die Hauptproblemfelder, die einem Beitritt der Türkei zur Europäischen Union entgegenstehen (184). In der wirtschaftlichen Entwicklung hingegen hat die Türkei weit mehr Fortschritte zu verzeichnen, als einige perifere Mitgliedsstaaten der Europäischen Union insbesondere in der östlichen Hälfte Europas, die im Zuge der großen EU-Osterweiterung der Jahre 2004 und 2007 hinzugekommen sind (185).
Das West-Ost-Entwicklungsgefälle innerhalb der Türkei zeigt sich nicht nur in strukturellen Aspekten, sondern dieses findet auch im Lebensalltag der Menschen seine Entsprechung. Traditionelle Lebensweisen haben einen größeren Stellenwert, je weiter man nach Osten gelangt, und die Menschen sind dort konservativer. In Gesprächen wurde ich fast immer zuerst nach meinem Beruf gefragt und auch, ob ich verheiratet bin und wie viele Kinder ich habe. Dies West-Ost-Gefälle findet auch, wie ich feststellen konnte, in nach Osten zunehmend dunkler Kleidung der Menschen einen Ausdruck. Offensichtlich gibt es auch ein West-Ost-Gefälle im Gesundheitsbewußtsein; so wird im Osten der Türkei noch mehr geraucht, als es sonst im Land eh schon üblich ist. Wenn man von der nach Osten hin zunehmenden Zahl der Hustenden oder an anderen Symptomen des COPD-Syndroms (186) leidenden Menschen auf die Zahl der Betroffenen zurückschließt, ergibt sich ein signifikantes West-Ost-Gefälle.
In der Türkei begegneten mir viele freundliche und hilfsbereite Menschen, doch im Gegensatz dazu scheinen bei einigen Wenigen, Touristen Mißtrauen auszulösen, insbesondere, wenn diese Touristen außerhalb der üblichen Touristenzentren unterwegs sind. Es macht sich verdächtig, wer in entlegene Landesteile, in Siedlungsgebiete von Minderheiten, in Konfliktgebiete und Grenzregionen reist. Als Tourist kann man sich nicht dem Eindruck entziehen, beobachtet, überwacht und kontrolliert zu werden. Dieser Eindruck ergab sich nicht nur unterwegs auf Straßen, in Bussen, in Museen, in Geschäften u.a., sondern auch in Hotels und Hostels, wo sich mein Verdacht zunehmend verfestigte, daß die Unterkünfte, so bescheiden sie auch sein mögen, nahezu allesamt „verwanzt“ sind. Ob es sich hier überwiegend um die Billigunterkünfte handelt, die in meinem Lonely Planet Türkei-Reiseführer aufgeführt sind, kann ich mangels Vergleich nicht beurteilen. Diese Beobachtungen passen jedoch in ein Gesamtbild eines Landes, in dem Menschenrechte verletzt, die Pressefreiheit eingeschränkt und Minderheiten unterdrückt werden, sowie Grenzkonflikte bestehen, die auch militärisch ausgetragen werden – vom Modell einer Entwicklung von Grenzräumen wie es beispielhaft im Grenzgebiet der Niederlande, Deutschlands und Belgiens realisiert ist (187), ist die Türkei noch weit entfernt. So wuchert der Bedarf an Überwachung in einem Staat, der von struktureller Gewalt und einer Unfähigkeit zu Frieden nach innen und außen geprägt ist.
Dies ist die Grundlage, auf der ein sogenannter „Tiefer Staat“ (188) auf Ebenen jenseits der Legalität agiert. Der Politikwissenschaftler Dietrich Jung analysiert in seinem Text „Das politische Leben: Institutionen, Organisationen und politische Kultur“ das Phänomen des „Tiefen Staates“ in der Türkei: „Seit Beginn der 70er Jahre ist in der Türkei die Rede von einem zweiten Staat, der hinter dem offiziellen demokratischen System im Verborgenen wirkt. In diesem ‚tiefen Staat‘ verbindet sich die autoritäre Traditionslinie des türkischen Modernisierungsprozesses mit den Interessen eines Netzwerks, das von anti-demokratischen Kräften in Militär, Geheimdienst, Justizapparat, paramilitärischen Milizen und dem organisierten Verbrechen gebildet wird; dieses Netzwerk war während des Kalten Krieges und im Kampf gegen die separatistische PKK für die Einschüchterung und Ermordung von politischen Gegnern verantwortlich. (…) In den 1990er Jahren war es vor allem dieses informelle Netzwerk des ‚tiefen Staates‘, das eine freie öffentliche Debatte über zentrale politische Themen wie das Erbe Atatürks, die Rolle des Militärs, die Massaker an den Armeniern, die Kurdenfrage oder Nord-Zypern mit illegalen Mitteln bekämpfte“ (189).
5. In der Kaukasus-Region
Am 29.05.2012 setzte ich meine Reise von der Stadt Kars in einem Kleinbus auf Landstraße 965 zur Stadt Ardahan fort, um von dort nach Tiflis/Tbilissi in Georgien weiter zu reisen. Von Ardahan reiste ich per Reisebus weiter auf Landstraße 955 in Richtung der Stadt Ahalcihe. Ab Ardahan führte die Fahrt nun durch eine abwechslungsreichere und waldreichere Landschaft, die nun endlich die endlosen monotonen Bergweideflächen Ostanatoliens ablösen. Kurz vor Erreichen der Grenze zu Georgien überquert die Straße den Paß Ilgardaği Geçidi (2540 m), und der Motor des Busses bekam Probleme mit den Steigungen, sodaß mehrere Pausen erforderlich wurden.
In Georgien führte die Fahrt weiter durch eine nun abwechslungsreiche, bewaldete Berglandschaft und durch das enge Tal des Flusses Mtkvari, das sich erst bei dem Ort Akhaldaba weitet und in eine Ebene übergeht. Die Dörfer wirkten ärmlich mit sanierungsbedürftiger Bausubstanz, und die Fahrt führte immer wieder vorbei an verfallenden Ruinen der Industrialisierung in der Sowjetunion (UDSSR) (190) vor 1990. Am 16.02.1921 war Georgien von der Roten Armee besetzt und in die Sowjetunion eingegliedert worden. Die insbesondere von Josef W. Stalin (191) brutal vorangetriebene Industrialisierung machte die Sowjetunion zu einer Weltmacht, und zeitgleich erfolgte eine umfangreiche militärische Aufrüstung. Diese verfallenden Ruinen der industriellen Modernisierung erscheinen insbesondere dort, wo sie noch funktionieren und in Betrieb sind, als ein großes Freilichtmuseum. Auch fuhren hier noch viele Automodelle herum, die in der westlichen Hälfte Europas als Oldtimer gelten und aus dem Straßenbild verschwunden sind. So ähnlich hatte es unmittelbar nach 1989/90 auch in der DDR ausgesehen, und hier in Georgien ist dieser Zustand jetzt noch erhalten.
Die Stadt Tiflis/Tbilissi (192) liegt im Tal des Flusses Mtkvari auf einer Höhe von 380 Metern und hat ca. 1,3 Millionen Einwohner. Durch Tbilissi führte früher die Fernhandelsroute der Seidenstraße. Bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. war Tbilissi auf einer Landkarte verzeichnet, die der römische Kartograf Castorius von den wichtigsten Fernhandelsstraßen seiner Zeit erstellt hatte. Der Ort trug den Namen Pilado (Tpilado) und war als einer der bedeutendsten Kreuzungspunkte der Karawanenwege vom Schwarzen Meer nach Persien, Indien und China vermerkt. Aus dieser Zeit sind in Tbilissi alten Karawansereien erhalten. Die Stadt Tbilissi wird von einem Burgberg mit der Festung Nariqala aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. überragt. Von hier bietet sich ein Panoramablick über die Stadt. Im Laufe ihrer Geschichte ist die Stadt Tbilissi 40 Mal erobert und dabei in weiten Teilen zerstört und danach wieder aufgebaut worden. Im Rahmen meiner Stadtexkursion in Tbilissi besuchte ich das Nationalmuseum, die Nationalgalerie und das Geldmuseum, in dem Geld aus nahezu allen Ländern ausgestellt ist. Die Stadt Tbilissi bietet eine große Fülle an historischer Bausubstanz und möchte sich zu einer europäischen Kulturhauptstadt entwickeln. In seinem Buch „Georgien – Ein Länderportrait“ stellt der Diplomat Dieter Boden fest: „Tbilissi ist – auch im Verständnis seiner 1,3 Millionen Einwohner – eine europäische Metropole“ (193).
Von Tiflis/Tbilissi aus unternahm ich am 31.05.2012 mit einem Kleinbus (Marschrutka) entlang der Georgischen Heerstraße (194) eine Tagesexkursion in das Kaukasus-Gebirge. Die Georgische Heerstraße folgt einem schon in der Antike bekannten Karawanenweg. Die Georgische Heerstraße durchquert von Jerewan aus und vorbei an Tbilissi das gesamte Kaukasus-Gebirge bis zur Stadt Wladikawkas (195), wobei sie den 2379 Meter hohen Kreuzpaß (Dschwaripaß) überquert. Nördlich des Kreuzpasses verläuft die Georgische Heerstraße im Tal des Flusses Terek, das sich nördlich vom Ort Stepanzminda zur Daryalschlucht verengt. Die Fahrt folgte dem Fluß Aragvi zum Stausee Zhinvali, der die Stadt Tbilissi mit Trinkwasser versorgt. Am Ende des Stausees befindet sich die Kirchenburg Ananuri, und bei der Anlage des Stausees im Jahre 1985 ist das unterhalb der Burg gelegene Dorf Ananuri im Stausee versunken. Nun verengt sich das Tal zunehmend und die Straße windet sich kurvenreich steile Hänge hinauf. Der Straßenbelag wird zunehmend schlechter, bis sich der Fahrbahnbelag nahezu vollständig auflöst und die Fahrt nur noch im Schritttempo voranging. Die Straße passiert auf einer Höhe von 2196 Metern das Skigebiet beim Ort Gudauri, und kurz vor Erreichen des Kreuzpasses auf einer Höhe von 2379 Metern gab es eine Pause an einer Aussichtsplattform beim Denkmal der Georgisch-Russischen Freundschaft. In der Umgebung des Kreuzpasses (2379 m) gibt es Lawinengalerien, und seitlich der Straße erstreckten sich Firnfelder. Gesteinsschutt von Hangrutschungen türmte sich am Straßenrand und zwang zu Ausweichmanövern.
Nach ca. drei Stunden Fahrt war das Fahrtziel, der Ort Stepanzminda (Kasbergi) (196) erreicht, der inmitten des Kaukasus-Gebirges auf einer Höhe von 1700 Metern liegt und von schneebedeckten Bergen eingerahmt wird. Neben Stepanzminda ragt der 5047 Meter hohe Berg Kasbek (197) gletscherüberzogen herauf, an dem der Sage nach Prometheus angekettet gewesen sein soll. Oberhalb von Stepanzminda befindet sich auf einer Höhe von 2170 Metern auf dem Berg Kvemi Mta die Gergeti-Dreifaltigkeitskirche (198), die vom Tal aus deutlich erkennbar ist. Ich erklomm den Weg hinauf zu dieser Kirche, die auf einem Berg knapp oberhalb der Waldgrenze liegt. Von dort hat man einen Panoramablick auf den Berg Kasbek, der mit einer Höhe von 5047 Metern einer der höchsten Berge im Kaukasus ist. Bedauerlicherweise war das Wetter in den Hochlagen des Kaukasus stark bewölkt, sodaß der Berg Kasbek in dichte Wolken eingehüllt war.
Für zwei weitere Tage fuhr ich am 01.06.2012 von Tbilissi aus mit einem Kleinbus (Marschrutka) nach Armenien und besuchte die Hauptstadt Yerevan. Die Fahrt verlief durch eine intensiv genutzte Agrarlandschaft zum Grenzübergang Sadachlo. Hier erhielt ich ein Visum für eine Aufenthaltsdauer in Armenien von 21 Tagen. Mittlerweile benötigen Bürger der Europäischen Union für die Einreise von Georgien nach Armenien und umgekehrt kein Visum mehr. In Armenien sind lediglich die Grenzen nach Georgien und zum Iran passierbar, während die Grenzen zur Türkei und nach Aserbaidschan geschlossen sind.
Die Fahrt verlief nun durch eine Schlucht innerhalb einer Gebirgslandschaft, wobei auch hier wie schon in Georgien immer wieder Ruinen der Industrialisierung in der Sowjetunion passiert werden. Am 06.12.1920 war die Demokratische Republik Armenien (199) durch die Rote Armee besetzt worden, und am 30.12.1922 wurde Armenien in die Sowjetunion eingegliedert. Die Fahrt verlief nun über die Orte Vanadzor und Spitak und östlich vorbei am Aragats-Gebirge mit Höhen bis zu 4090 Metern nach Aschtarak und weiter nach Jerevan.
Die Stadt Jerevan (200) liegt auf einer Höhe von 989 Metern und hat rund 1.100.000 Einwohner. Bei meiner Stadtexkursion in Jerevan gelangte ich durch den aus schachbrettförmigen und konzentrischen Straßen aufgebauten Stadtkern und besuchte das Historische Museum, in dem unter anderem ein Exemplar des „Nansen-Passes“ (201) ausgestellt ist. Auch erstieg ich die monumentale „Kaskade“ im nördlichen Stadtzentrum, die zu einer Aussichtsplattform führt. Hier bietet sich ein Panoramablick über die Stadt Jerewan und den die gesamte Landschaft überragenden Berg Ararat (5137 m) im Hintergrund, jetzt von Osten aus. Ich war überrascht, wie viele große moderne Gebäude in Jerevan zu finden sind, ein Stadtbild, das sich vom ärmlichen Zustand des übrigen Armenien deutlich abhebt. Während das beschaulichere Tbilissi durch historische Bausubstanz beeindruckt, präsentiert sich Jerewan als überregionales Geschäftszentrum mit Monumentalbauten. Zahlreiche dieser Monumentalbauten sind ein Relikt aus der Zeit der Sowjetunion und im Stil des Sozialistischen Klassizismus (202) erbaut. In Jerewan traf ich auf zahlreiche Touristen aus den unterschiedlichsten Ländern, darunter auch viele Touristen aus dem Iran, für die es offensichtlich ein vereinfachtes Einreiseverfahren nach Armenien gibt.
Bei meiner Stadtexkursion in Jerewan überquerte ich den das historische Stadtzentrum nach Westen begrenzenden Fluß Hrazdan und ging hinauf auf den Hügel Zizernakaberd, wo ich die Gedenkstätte und Museum zum Völkermord an den Armeniern 1915/1916 besuchte (203). In dem Genozid-Museum sind insbesondere schriftliche Belege, Berichte, Dokumentationen und weitere Materialien ausgestellt, die von Zeitzeugen in einem internationalen Kontext erstellt wurden und die das tatsächliche Ausmaß des Genozids an den Armeniern belegen. Viele Dokumente und Unterlagen sind verloren gegangen und gelten als verschollen, jedoch ist ein beträchtlicher Teil der Dokumente des Kaiserreichs Deutschland erhalten, die sich im Archiv des Auswärtigen Amts in Berlin befinden. Weiterhin mangelt es an geschichtswissenschaftlichen Arbeiten, die dieses historische Ereignis mit wissenschaftlichem Anspruch aufarbeiten. Der Völkermord an den Armeniern 1915/1916 wird in der Türkei offiziell weiterhin geleugnet (204). Wer in der Türkei die Massenmorde an Armeniern und anderen ethnischen Minderheiten thematisiert, kann auf Grundlage von Artikel 301 des Strafgesetzbuches wegen „Herabwürdigung des Türkentums“ zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt werden. In ihrem Buch: „Die Armenierfrage in der Türkei“ stellt die Politikwissenschaftlerin Sibylle Thelen dar, daß im Rahmen der staatsoffiziellen Geschichtspolitik (205) der Türkei staatlich geförderte Historiker das Geschichtsbild (206) propagieren, daß „in Wirklichkeit die muslimische Bevölkerung von Armeniern massakriert worden sei.“ (…) „Seit Anfang der achtziger Jahre hat sich in der Türkei ein produktiver, staatlich protegierter Wissenschaftsbetrieb etabliert, der sich einer einzigen Aufgabe verschrieben hat: die ‚offizielle These‘, als die nationale Sicht der Vorgänge von 1915, zu untermauern“ (207). Gemäß diesem staatsoffiziellen Geschichtsbild erscheinen die Deportationen der Armenier als legitime Notwehr eines Staates, der sich existenziellen Gefahren ausgesetzt sah, und der Vorwurf des Völkermords wird ausdrücklich zurückgewiesen.
Nach meiner Rückkehr von meiner kurzen Exkursion nach Jerewan in Armenien unternahm ich am 03.06.2012 von Tiflis/Tbilissi aus eine Exkursion zur ca. 85 Kilometer nordwestlich gelegenen Stadt Gori (208). Die Stadt Gori liegt an der Einmündung des Flusses Liakhvi in den Fluß Mtkvari und sie hat ca. 65.000 Einwohner. Gori ist die Geburtsstadt von Iossif Wissarionowitsch Dschughaschwili alias Koba alias Stalin, und die Hauptattraktion der Stadt Gori ist das Stalin-Museum (209), das ich besuchte. Nach Angaben des Stalin-Museums ging die Initiative zur Einrichtung dieses Stalin-Museums in Gori von Lawrenti Beria (210) im Jahre 1937 aus, zur Zeit der Stalinschen Säuberungen (211) während des „Großen Terrors“ (212) der Jahre 1936 bis 1938, bevor Beria am 25.11.1938 Chef des NKWD (213) wurde. Bestandteile des Stalin-Museums sind der persönliche Eisenbahnwaggon Stalins, der auf dem Platz vor dem Museum ausgestellt ist und das Geburtshaus Stalins. Das Stalin-Museum in der Stadt Gori ist in zweifacher Hinsicht ein Museum. Zu Einen ist es ein materialreiches Museum zum Thema Josef W. Stalin, und zum Anderen ist das Stalin-Museum ein Museum über den staatsoffiziellen Personenkult (214), der in der Sowjetunion um Josef W. Stalin betrieben wurde, und das Stalin-Museum muß daher als ein historisches Dokument dieser Ära unverändert erhalten bleiben und unter Denkmalschutz gestellt werden. Zum Thema der Verbrechen in der Stalin-Ära sollte ein separates Museum eingerichtet werden.
Anschließend setzte ich meine Exkursion zur nahegelegenen Burgruine Goristsikhe fort, von wo aus man einen Panoramablick über die Stadt Gori und die umgebende Landschaft hat. Dann besuchte ich die 12 Kilometer östlich von Gori gelegene verlassene Höhlenstadt Uplistsikhe (215), die zu den Hauptsehenswürdigkeiten Georgiens zählt. Diese Festungsstadt wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet, und sie entwickelte sich zu einem Handelszentrum an der Seidenstraße mit rund 5.000 Einwohnern. Der Verfall begann mit dem Abbruch der Handelsbeziehungen zu Europa nach dem Untergang des Byzantinischen Reiches.
Am Abend des 03.06.2012 trat ich meine Rückreise an und fuhr mit dem Nachtzug von Tbilissi zur Hafenstadt Batumi (216) am Schwarzen Meer (217). Batumi hat heute 152.000 Einwohner und ist die zweitgrößte Stadt in Georgien. Batumi erhielt im Jahre 1883 Anschluß an das transkaukasische Eisenbahnnetz, und wenige Jahre später wurde eine Erdölpipeline von Baku hierhin verlegt. Die Brüder Ludvig und Robert Nobel (218) waren zusammen mit den Rothschilds die wichtigsten Protagonisten dieses gewaltigen Projekts, das 1906 in die Gründung der Europäischen Petroleum Union (219) mündete, des Vorgängers der British Petroleum (BP). Heute verarbeitet eine Erdölraffinerie in Hafennähe das aus Aserbaidschan kommende Rohöl.
Von Batumi ist die Grenze zur Türkei nur 15 Kilometer entfernt, doch eine Busverbindung, die über die Grenze hinweg in die Türkei fährt, gab es nicht. Mit einem Kleinbus (Marschrutka, Dolmuş) konnte man zur Grenze gelangen, um diese zu Fuß zu überqueren. Auch in der Türkei gab es entlang der Küste des Schwarzen Meeres keine durchgehende Busverbindung zur Stadt Trabzon, sodaß ich in mehreren Etappen weiterreiste, zuerst nach Kemalpaşa, dann nach Hopa, und von dort fuhr ein Kleinbus (Dolmuş) zur Stadt Rize, von wo aus ich dann zur Stadt Trabzon weiter fuhr. Die Fahrt führte auf der Küstenautobahn entlang, die meist in unmittelbarer Meeresnähe verläuft, auch, weil die Küstenebene oft sehr schmal ist und von hohen küstenparallelen, oft schneebedeckten Bergen des Kaçkar-Gebirges begrenzt wird, das Höhen bis 3932 Metern erreicht.
Die Stadt Trabzon (220) unterscheidet sich nicht nur kulturell, sondern auch klimatisch und landschaftlich von den Städten Ost-Anatoliens, von denen die Stadt Trabzon durch das hohe Kaçkar-Gebirge getrennt wird. Im 7. Jahrhundert vor Christus hatten griechische Siedler hier die Handelsniederlassung Sinop gegründet, die später den Namen Trapezunt erhielt. Über eine Karawanenstraße, die über einen Gebirgspaß führte, war die Stadt Trapezunt an ein Fernhandelsnetz angeschlossen, das bis nach Persien und Mesopotamien reichte. Seit dem späten 4. Jahrhundert vor Christus gehörte Trapezunt zum Königreich Pontos (221). Im Jahre 64 vor Christus wurde dieses in das Imperium Romanum eingegliedert. In Folge der Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1204 (222) während des vierten Kreuzzuges (223) war die Stadt Trapezunt von 1204 bis 1461 Hauptstadt des Kaiserreiches Trapezunt (224) gewesen. Im Jahre 1461 wurde die Stadt Trapezunt vom Osmanischen Reich erobert. Von 1917 bis 1920 bestand hier die von Pontos-Griechen (225) gegründete Republik Pontos (226). Auch die Pontos-Griechen mußten Kleinasien im Zuge der Ethnischen Säuberungen im Rahmen des Griechisch-Türkischen Bevölkerungsaustausches verlassen, der Bestandteil des Vertrags von Lausanne vom 24.07.1923 war (227).
In der Zeit des Kaiserreiches Trapezunt entstanden die zahlreichen historischen Gebäude der Stadt Trabzon, darunter im 13. Jahrhundert die byzantinische Kirche Hagia Sophia (228), die nach dem Vorbild der großen Kathedrale Hagia Sophia in Konstantinopel errichtet worden war. Die Fresken dieser Kirche in Trabzon gelten als eine herausragende Sehenswürdigkeit. Allerdings wird die Kirche, die zuvor als Museum genutzt wurde, seit 2013 als Moschee genutzt. Aufgrund der kulturhistorischen Bedeutung der Stadt Trabzon wollte ich hier einen Besichtigungstag einlegen, auch für einen Besuch des Klosters Sumela (229), das als eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten im östlichen Kleinasien gilt, doch da ich für die weitere Rückreise eventuell noch eine Zeitreserve benötigte, setzte ich meine Reise bis zur Stadt Ünye fort, von wo aus ich zur Stadt Samsun weiter fuhr.
Von Samsun setze ich meine Reise per Reisebus nach Istanbul fort. Der Bus verließ nun die Küstenautobahn und fuhr auf den Landstraßen E95 und E80 über die Orte Merzifon, Toysa, Gerede und Izmit (Kocaeli) nach Istanbul. Die Straße ist meist vierspurig und autobahnähnlich ausgebaut oder wurde gerade von zwei auf vier Spuren erweitert, sodaß in Kürze eine durchgehende vierspurige Autobahnverbindung von Istanbul über Samsun und Trabzon nach Georgien führen wird und dort entlang der Küste des Schwarzen Meeres nach Rußland weiter verläuft. Die Fahrt verlief nun durch eine abwechslungsreiche, bergige und meist grüne, oft waldreiche Landschaft. Im Tal des Flusses Kizilimak zwischen den Orten Osmancik und Toysa wird offensichtlich in großem Umfang Naßreisanbau betrieben, wie die vielen gefluteten Parzellen erkennen ließen.
Mein Aufenthalt in der Megacity (230) Istanbul (231) war diesmal nur kurz. Zuletzt hatte ich Istanbul im April 1990 im Rahmen einer Interrail-Reise durch das südöstliche Europa besucht. In den zurückliegenden wenigen Jahrzehnten ist die Einwohnerzahl der Megacity Istanbul insbesondere durch Zuzug aus dem östlichen Kleinasien rasant angestiegen. Alleine zwischen 2000 und 2018 hat sich die Bevölkerung von Istanbul fast verdoppelt von 8,5 auf 15 Millionen Einwohner (232). Die Einwohnerzahl der Megacity Istanbul beträgt heute etwa 15 bis 18 Millionen - die genaue Zahl ist nicht bekannt, da viele Zuwanderer in der Provinz gemeldet bleiben und viele ausländische Migranten und Flüchtlinge nicht registriert sind (233). Die suburbane Metropolregion dieser Megacity wuchert ungeregelt und planlos in alle Richtungen und insbesondere entlang der Küsten des Marmarameeres. Mittlerweile ist die Siedlungsfläche der Megacity Istanbul mit der Siedlungsfläche der Dreimillionenstadt Bursa zu einer riesigen suburbanen Agglomeration zusammengewachsen. Mit dem rasanten Bevölkerungswachstum verbunden ist ein starker Wandel der Einwohnerstruktur. Noch um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren die Mehrheit der Einwohner Istanbuls Nichtmuslime, doch diese bilden heute nur noch kleine Minderheiten.
Meine Unterkunft in Istanbul befand sich im Stadtteil Sultanahmet im historischen Stadtzentrum nur wenige Meter von der Kathedrale Hagia Sophia (234) entfernt. Diese Kathedrale Hagia Sophia war in den Jahren 532 bis 537 durch Kaiser Justinian I. (482-564) (235) in Konstantinopel erbaut worden. Ab 1934 war sie ein Museum, doch seit 2020 wird das Gebäude erneut als Moschee genutzt. Die beeindruckenden Mosaike in der Hagia Sophia sind mittlerweile nicht mehr zu sehen, wie ich bei meinem Besuch dieser Kathedrale am 30.08.2023 im Rahmen meiner Fahrradreise durch das südöstliche Europa im Jahre 2023 (236) feststellen mußte. Istanbul bietet eine Vielzahl kulturhistorisch bedeutsamer Sehenswürdigkeiten aus verschiedenen historischen Epochen, die von zahlreichen Touristen als aller Welt besucht werden. Bedauerlicherweise gestattete der eng bemessene Zeitrahmen meiner Reise keinen längeren Aufenthalt in Istanbul (Diesen längeren Aufenthalt habe ich später im Jahre 2023 nachgeholt).
Im Nordwesten Istanbuls gibt es einen riesigen Fernbusbahnhof, von dem aus ich am 06.06.2012 meine Rückreise fortsetzte. Etwa 160 Busunternehmen haben hier ihre Büros. Es werden alle erdenklichen Ziele im In- und Ausland angefahren, darunter auch Georgien, Iran, Irak, Syrien, Griechenland, Bulgarien, Makedonien. Eine direkte Busverbindung nach Belgrad, Bukarest oder gar Budapest fand ich allerdings nicht, sodaß ich mich mit einer Busverbindung nach Sofia begnügen mußte. Die Busfahrt verlief im vollbesetzten Bus auf einer zum Teil sechsspurigen Autobahn nach Edirne und zur Grenze nach Bulgarien. Der Grenzübergang nach Bulgarien erwies sich als unerwartet zeitaufwändig, und bis alle Passagiere die verschiedenen Stationen der Paß- und Zollkontrollen sowie einen Besuch des Duty-Free-Shops absolviert hatten, waren ca. zwei Stunden verstrichen.
In Bulgarien verlief die Fahrt über die Städte Haskovo und Plovdiv. Die Straße war nun nicht mehr mehrspurig ausgebaut, auf längeren Strecken war sie lediglich eine holprige Landstraße, die durch Dörfer mit halbverfallener Bausubstenz verläuft. Im Vergleich sind viele Gegenden in der Türkei in einem besseren Zustand. Ab der Stadt Plovdiv wird die Landschaft zunehmend bergig und Wald nimmt zu. Die Stadt Sofia erreichte der Reisebus am Abend, und eine Anschlußverbindung zur Weiterfahrt fand ich sowohl am Busbahnhof, als auch am benachbarten Hauptbahnhof nicht mehr, sodaß eine Übernachtung in Sofia erforderlich wurde. Am 07.06.2012 setzte ich meine Reise per Reisebus von Sofia nach Belgrad fort. In Belgrad fuhr ich nach einer kurzen Exkursion durch das Stadtzentrum mit dem Nachtzug weiter nach Budapest. Von dort fuhr ich mit einem weiteren Zug durch Österreich nach Deutschland, wo meine Reise am 08.06.2012 endete, um bald wieder zu einer weiteren Reise aufzubrechen.
6. Anmerkungen:
1) Vergleiche (Vgl.).: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinasien
2) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaukasus
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaukasien
Vgl. auch: Marie-Carin von Gumppenberg, Udo Steinbach (Hg.): Der Kaukasus. Geschichte – Kultur – Politik. 2008, München.
Und: Manfred Quiering: Pulverfass Kaukasus. Nationale Konflikte und islamistische Gefahren am Rande Europas. 2016, Bonn.
Des Weiteren: Lutz Klevemann: Der Kampf um das heilige Feuer. Wettlauf der Weltmächte am Kaspischen Meer. 2002, Berlin.
3) Bei meiner Reise habe ich die folgenden Reiseführer verwendet, die sich als informativ und nützlich erwiesen haben:
Ralph-Raymond Braun: Zypern. 3. Auflage 2009, Erlangen (Michael Müller Verlag).
James Bainbridge: Türkei. Lonely Planet, 2. deutschsprachige Auflage 4/2010, Ostfildern (Mairdumont Verlag) (Übersetzung der 11. Auflage 4/2009 der englischen Ausgabe „Turkey“).
Marlis Kriegenhardt: Georgien. 2. Auflage 2011, Bielefeld (Reise Know-How Verlag).
4) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Mittelmeerraumes
Vgl. auch: Thomas Seibert: Machtkampf am Mittelmeer. Neue Kriege um Gas, Einfluss und Migration. 2021, Bonn.
5) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zypern
6) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Larnaka
7) Der Historiker Eric Hobsbawm unterscheidet ein langes 19. Jahrhundert von einem kurzen und extremen 20. Jahrhundert, das mit dem Ersten Weltkrieg als der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts beginnt und das mit den Ereignissen 1989/90 endet.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/19._Jahrhundert
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Langes_19._Jahrhundert
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/20._Jahrhundert
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Kurzes_20._Jahrhundert
Vgl. des Weiteren: Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. München, 1995.
Das extreme 20. Jahrhundert ist sowohl Folge, als auch Bestandteil des Zeitalters des Imperialismus, das in zwei Weltkriegen kulminiert. Heute ist das gesamte Zeitalter der Moderne und insbesondere das Industriezeitalter in Verdacht geraten, im extremen 20. Jahrhundert zu kulminieren. Weltweit ist ein großer Teil der Kriege, Ethnischen Säuberungen, Genozide und weiteren Gewaltverbrechen noch unzureichend wissenschaftlich erforscht, sodaß bis heute keine genauen Zahlen bezüglich der Gesamtzahl der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im extremen 20. Jahrhundert vorliegen. Je weiter der Tatort von Europa entfernt ist, umso unzulänglicher ist der Forschungsstand. Eine globale Gesamtzahl von 250 Millionen Opfern von Krieg und Gewaltherrschaft im extremen 20. Jahrhundert halte ich für wahrscheinlich. Dies entspricht einem von zehn Menschen der gesamten Weltbevölkerung von 1945.
Die Gesamtzahl der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im extremen 20. Jahrhundert schätzt Uwe Friesen auf insgesamt mehr als 150 Millionen Tote.
Vgl.: Uwe Friesen: Der Krieg als Mittel für den Frieden, oder: Mit Gewalt gegen Gewalt? S. 5. In: Der Chacokrieg. Reflexionen zum 80. Jubiläum des Friedensschlusses, 1935 – 2015 (= Jahrbuch für Geschichte und Kultur der Mennoniten in Paraguay, Jahrgang 16, Oktober 2015). S. 5-10.
Der Politikwissenschaftler Zbigniew Brzezinski schätzt die Gesamtzahl der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im extremen 20. Jahrhundert auf 187 Millionen.
Zitiert nach: Eric Hobsbawm: Das Zeitalter der Extreme. Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts. München, 1995. S. 26.
Diese ca. 250 Millionen Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im extremen 20. Jahrhundert sind allesamt erklärungsbedürftig, und jedes dieser ca. 250 Millionen Einzelschicksale muß aufgeklärt werden. Dazu merkt der Historiker Habbo Knoch in seinem Buch „Geschichte in Gedenkstätten“ an: „Ein gravierendes Problem jeder historischen Rekonstruktion des Tatgeschehens ist nicht nur die Ermittlung der einzelnen Namen von Verfolgten und Ermordeten, sondern die darauf beruhende Bestimmung von Gesamtzahlen und Zahlenangaben zu bestimmten Zeitpunkten – zumal es sich hier um ein geschichtspolitisch immer wieder umstrittenes Thema handelt. (…) Recherche und Forschung erstrecken sich im Kern auf alle Dimensionen des historischen Gewaltgeschehens und sollen dazu dienen, die Einzelschicksale in möglichst umfassende Kenntnisse über den historischen Ort einzubetten“. Siehe: Habbo Knoch: Geschichte in Gedenkstätten. Theorie-Praxis-Berufsfelder. Tübingen, 2020. S. 190 und 196.
Als charakteristische Elemente, die das 20. Jahrhundert in seiner gesamten historischen Tiefe und geografischen Breite als ein extremes Jahrhundert mit Alleinstellungsmerkmal charakterisieren und prägen können aufgeführt werden: a) Die Ethnische Säuberung, b) die Totale Institution des Lagers als die Totale Institution zur zweckrationalen Verwaltung von Menschenmassen in ihren verschiedenen Erscheinungsformen, c) der Ausnahmezustand, d) der Doppelstaat, e) die totale Mobilmachung, f) der totale industrielle Krieg, und weitere. Als charakteristische und prägende Elemente haben sie den Gehalt von analytischen Kategorien, die deshalb im Zentrum einer jeden Analyse zum extremen 20. Jahrhundert stehen müssen.
8) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Lausanne
9) Vgl.: Bestandteil des Vertrags von Lausanne war der griechisch-türkische Bevölkerungsaustausch.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bevölkerungsaustausch_zwischen_Griechenland_und_der_Türkei
Der griechisch-türkische Bevölkerungsaustausch war eine Ethnische Säuberung.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnische_Säuberung
Der griechisch-türkische Bevölkerungsaustausch schuf als „Modell Lausanne“ einen Präzedenzfall für nachfolgende Ethnische Säuberungen, Zwangsmigrationen, Deportationen und Vertreibungen im 20. Jahrhundert. Auf internationaler Ebene traten insbesondere westeuropäische Politiker und Wissenschaftler für ethnische Säuberungen ein, und dies zeigt, wie wichtig es ist, die Ebene der internationalen Politik und den dort bestehenden Konsens zu einem System homogener Nationalstaaten zu betrachten. In der internationalen Politik schuf die während der Konferenz von Lausanne am 30.01.1923 vereinbarte Konvention zum Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei, die Bestandteil des Vertrags von Lausanne vom 24.07.1923 war, als „Modell Lausanne“ einen Präzedenzfall für nachfolgende Vertreibungen, was der Historiker Philipp Ther in seinem Buch: „Die Außenseiter. Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa“ hervorhebt: „Während das Leid der Flüchtlinge rasch in Vergessenheit geriet, priesen Politiker aus ganz Europa das Abkommen von Lausanne als Modell zur Beilegung von Konflikten zwischen verfeindeten Nationen. Das Stichwort ‚Lausanne‘ diente von 1937 bis 1947 als Referenzpunkt für ein knappes Dutzend internationaler Abkommen, in denen massenhafte Bevölkerungsverschiebungen vereinbart und geregelt wurden. Ein näherer Blick auf das türkisch-griechische Verhältnis zeigt, dass die Konflikte mitnichten gelöst waren“. Siehe: Philipp Ther: Die Außenseiter. Flucht, Flüchtlinge und Integration im modernen Europa. 2017, Berlin. S. 90.
Der Experte für Völkerrecht Alfred-Maurice de Zayas bestätigt in seinem Buch: „Die Nemesis von Potsdam. Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen“, daß das „Modell Lausanne“ einen Präzedenzfall für nachfolgende Vertreibungen im 20. Jahrhundert schuf: „Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich dann die gewaltsame Umsiedlung als politisches Prinzip (…) allgemein durch. Der Vertrag über den Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei, von dem etwa zwei Millionen Menschen betroffen waren, wurde zum historischen Markstein, weil ihm der Völkerbund zustimmte und seine Durchführung überwachte – ein unheilvolles Vorzeichen dessen, was später kam“. Siehe: Alfred Maurice de Zayas: Die Anglo-Amerikaner und die Vertreibung der Deutschen. 1981, München. S. 19.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Nemesis_von_Potsdam
Von den Zwangsmigrationen im Rahmen des Bevölkerungsaustausch zwischen Griechenland und der Türkei waren ca. 1,6 Mio. Personen betroffen, darunter ca. 1,2 Mio. Griechen in Kleinasien sowie ca. 400.000 Muslime in Griechenland. Der gewaltsame Bevölkerungsaustausch führte zu einem abrupten Ende der seit der Antike über einen Zeitraum von 2.500 Jahren bestehenden Siedlungskontinuität von Griechen in Kleinasien sowie zu einem Ende der seit fast 500 Jahren bestehenden muslimischen Gemeinden in Griechenland. Das „Modell Lausanne“ wurde in der internationalen Politik zum Präzedenzfall für nachfolgende Vertreibungen und Ethnische Säuberungen im extremen 20. Jahrhundert, sodaß das 20. Jahrhundert zu einem extremen Jahrhundert werden konnte, dessen Alleinstellungsmerkmal als einem extremen Jahrhundert insbesondere Ethnische Säuberungen sind. Ethnische Säuberungen wurden zu einem international akzeptablen Mittel, das versprach, innen- und außenpolitische Probleme wirksam und nachhaltig zu lösen, und immer häufiger und in wachsendem Umfang wurde darauf zurückgegriffen.
Dies bestätigt der Historiker Karl Schlögel in seinem Text: „Bugwelle des Krieges“: „Seit Lausanne 1923 galt es den Zeitgenossen als erwiesen, dass unauflösbare und lange schwärende Volkstumskonflikte aufgelöst werden könnten durch eine präzise, wenn auch allseits als schmerzlich empfundene Operation, deren segensreiche Folgen aber schon zu Lebzeiten der Betroffenen abzusehen seien. Das Beispiel von Lausanne machte Schule, es war ein fester Bezugspunkt für so verschiedene Politiker wie Fridtjof Nansen, den Völkerbundskommissar für Flüchtlingsfragen, die ‚großen Drei‘ Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt, Josef Stalin, die in Jalta Bevölkerungstransfers als unabweislich angesehen hatten, für Edvard Beneš, der ein Anhänger des Bevölkerungstransfers war – und Adolf Hitler, den Erfinder der ‚ethnografischen Flurbereinigung‘, die im Völkermord endete. Das Hauptargument lautete immer: Der Frieden der Welt sei zu kostbar, als dass er von kleinen Grenz- und Minderheitenkonflikten abhängig gemacht werden dürfe. Nur die rasche, vollständige und präzise ‚chirurgische Operation‘, nichts Halbes, sei die angemessene Reaktion der Gemeinschaft der friedliebenden Völker“. Karl Schlögel ergänzt: „Das 20. Jahrhundert hat die Völkerverschiebung im besten Fall als ‚heroisches Heilmittel‘ (Herbert Hoover), als ‚kleineres Übel‘, im schlimmsten Fall als Großprojekt des Social Engineering, als soziale Plastik bei der Schaffung des idealen Volkes oder der idealen Rasse propagiert“. Siehe: Karl Schlögel: Bugwelle des Krieges. S. 190. In: Stefan Aust, Stephan Burgdorff (Hg.): Die Flucht. Über die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten. 2003, Bonn. S. 179-196.
Das „Modell Lausanne“ wurde zum Planungsleitbild des 20. Jahrhunderts, wie der Historiker Holm Sundhaussen in seinem Text: „Staatsbildung und ethnisch-nationale Gegensätze in Südosteuropa“ darstellt, doch die „Abkehr der internationalen Gemeinschaft vom ‚Modell Lausanne‘ hat die Rekonstruktion multiethnischer Gemeinschaften nicht nachhaltig gefördert. (…) Die Tendenz zur ethnischen Homogenisierung immer kleinerer Räume hält somit an. (…) Die Transformation vom ethnonationalen Staat zu einer multiethnischen und ethnisch neutralen Staatsbürgergemeinschaft, die nur den Menschenrechten verpflichtet ist, muß bei der Titularnation ansetzen. Wo sonst? Erst danach kann auf ethnische Minderheitenrechte oder Territorialautonomien verzichtet werden. Der umgekehrte Weg ist weder praktikabel noch akzeptabel“. Siehe: Holm Sundhaussen: Staatsbildung und ethnisch-nationale Gegensätze in Südosteuropa. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. 53. Jahrgang, B 10-11/2003, 03. März 2003. S. 9.
Im Gegensatz zur ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als die internationale Staatengemeinschaft massenhafte Bevölkerungsverschiebungen veranlaßte oder daran mitwirkte, sind Ethnische Säuberungen heute geächtet, obwohl sie sich weiterhin bis in die Gegenwart ereignen, wie u.a. das Beispiel des ehemaligen Jugoslawien zeigt. Die Ächtung beruht vor allem auf der UN-Genozidkonvention vom 09.12.1948. Der Historiker Hans Rothfels kommentiert in seinem Text: “Die Bewältigung der Gegenwart und die Geschichte“ die Geschichte der Vertreibungen: „Wenn eine Lehre im Sinne des Leitbildes aus der Geschichte der Vertreibungen zu ziehen ist, so doch wohl die, daß nichts Derartiges wieder geschehen darf, wenn Europa noch eine Zukunft haben soll“. Siehe: Hans Rothfels: Die Bewältigung der Gegenwart und die Geschichte. S. 144. In: Carl J. Burckhardt: Geschichte zwischen Gestern und Morgen. 1974, München. S. 130-148.
Das Beispiel der Griechen und weiterer Minderheiten Kleinasiens, wie insbesondere der Armenier zeigt, daß der Übergang von Ethnischen Säuberungen zum Genozid fließend ist, daß beide Phänomene nicht voneinander getrennt werden können, sondern gemeinsam betrachtet und analysiert werden müssen.
10) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnische_Säuberung
Sowie: Detlef Brandes, Holm Sundhaussen, Stefan Troebst (Hg.): Lexikon der Vertreibungen. Deportationen, Zwangsaussiedlungen und ethnische Säuberung im Europa des 20. Jahrhunderts. 2010, Wien.
In einer mittlerweile schon vollständig von Staaten okkupierten und aufgeteilten Welt schafft die Ethnische Säuberung das Faktum einer Terra Nullius,
https://de.wikipedia.org/wiki/Terra_Nullius
die nun in Besitz genommen, kolonisiert und besiedelt werden kann.
11) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Larnaka
12) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Limassol
13) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Paphos
14) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Troodos-Gebirge
15) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Kykkos
16) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikosia
Vgl. insbesondere: https://de.wikipedia.org/wiki/Nikosia#Völkerrechtlicher_Status
17) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zypernkonflikt
18) Vgl.: Heinz-Jürgen Axt: Griechenland und Zypern. S. 421. In: Udo Steinbach (Hg.): Länderbericht Türkei. 2012, Bonn. S. 413-430.
19) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Peacekeeping_Force_in_Cyprus
20) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/UN-Pufferzone_(Zypern)
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Pufferzone
21) Siehe: Maurus Reinkowski: Geschichte der Türkei. Von Attatürk bis zur Gegenwart. 2022, Bonn. S. 207-208.
22) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eingefrorener_Konflikt
23) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Berlin#Geteilte_Stadt
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mauer
24) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ost-West-Konflikt
Unzulässigerweise wird der Begriff „Ost-West-Konflikt“ und der Begriff „Kalter Krieg“ bei Wikipedia synonym gebraucht. Dies ist Ausdruck eines weitverbreiteten eingeschränkten Geschichtsbewußtseins
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsbewusstsein
und eines eingeschränkten Geschichtsbildes,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsbild
das insbesondere eine piefige Berliner Mauergesellschaft prägt, bei der der Horizont des Geschichtsraumes
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsraum
und des Weltbildes
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbild
an der Berliner Mauer endet, und der es nicht gelingt, den begrenzten Blick und die beschränkte Perspektive über Berlin im „Kalten Krieg“ hinaus zu erweitern.
Während der Begriff „Kalter Krieg“ auf den historischen Zeitabschnitt der Blockkonfrontation und der Bipolarität des Staatensystems zwischen der Nachkriegszeit des Zweiten Weltkriegs und den Ereignissen 1989/90 beschränkt und begrenzt ist, ist der Begriff „Ost-West- Konflikt“ hingegen weit umfassender: Der „Ost-West-Konflikt“ ist in Form des „Ost-West-Gegensatzes“ ein Narrativ, das die gesamte europäische Geschichte seit ihren Anfängen bestimmt und gestaltet; dieses Narrativ wird immer wieder neu reproduziert, und es erscheint in immer wieder neuer Gestalt. Schon bei den alten Griechen gab es einen Ost-West-Gegensatz zwischen der Welt des antiken Griechenlands
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Antikes_Griechenland
und dem Persischen Imperium
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Perserreich
als der Orientalischen Despotie. Der Ost-West Gegensatz in Europa fand eine Neuauflage mit der Aufteilung des Imperium Romanum
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsteilung_von_395
in einen lateinischen weströmischen Teil und einen von griechischer Kultur dominierten oströmischen Teil, der in der Aufteilung der christlichen Kirche in einen lateinischen römisch-katholischen und einen griechisch-orthodoxen Teil seine Entsprechung fand:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Morgenländisches_Schisma
Aus diesem Gegensatz wurde der Gegensatz zwischen Abendland
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abendland
und Morgenland. Diese Spaltung wurde durch die Eroberungen der Mongolen und der Osmanen vertieft. Der Historiker Dittmar Dahlmann stellt fest: „Was einst als der Norden Europas verstanden wurde, wandelte sich mit der Aufklärung und verstärkt im Laufe des 19. Jahrhunderts zum Osten Europas, wobei der Osten mit der Barbarei identifiziert wurde, während der Westen sich im Selbstverständnis als Hort der Zivilisation begriff. Die Grundlage dafür ist in einer Verschiebung des europäischen Zentrums vom Süden zum Westen hin zu sehen. Der Osten löste den bis dahin barbarischen Norden ab.“ Siehe: Dittmar Dahlmann: Osteuropäische Geschichte. S. 211. In: Christoph Cornelißen (Hg.): Geschichtswissenschaften. Eine Einführung. Frankfurt am Main, 2000. S. 206-220.
Dieses Narrativ des „Ost-West-Gegensatzes“ ist offensichtlich mittlerweile durch jahrtausendelange Einübung so mächtig geworden, sodaß seine Überwindung und Ablösung nicht gelingt, was am Beispiel der Entwicklungen seit 1989/90 aufgezeigt werden kann, denn entgegen ersten Hoffnungen auf ein endgültiges Ende des Ost-West-Konflikts und ein neues Zeitalter des Friedens und der Kooperation befindet sich Europa heute faktisch wieder in einem neuen „Kalten Krieg“ und ist durch einen neuen „Eisernen Vorhang“ gespalten, und die Welt ist von neuen geopolitisch motivierten Konflikten und Kriegen geprägt. Die USA und China zeichnen sich als die Hauptakteure eines neuen globalen Ost-West-Konflikts der Zukunft ab.
25) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eiserner_Vorhang
26) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Reisefreiheit
27) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Interrail
Interrail entstand im Rahmen des KSZE-Prozesses.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/KSZE
Der KSZE-Prozeß war der zentrale Bestandteil der Entspannungspolitik
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Entspannungspolitik
Der KSZE-Prozeß hatte entscheidend dazu beigetragen, daß der Ost-West-Konflikt und das Zeitalter der Bipolarität und der Blockkonfrontation ein Ende finden konnten. Getragen war die Entspannungspolitik von dem Konzept „Wandel durch Annäherung“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wandel_durch_Annäherung
Der gesamte KSZE-Prozeß war von diesem Konzept geprägt und durchdrungen. Wie in der Schlußakte von Helsinki der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) vom 01.08.1975 über die Grenzen des „Eisernen Vorhangs“ hinweg vereinbart wurde, war Ziel des KSZE-Prozesses u.a. „die Stärkung freundschaftlicher Beziehungen und des Vertrauens zwischen den Völkern“, was u.a. erfolgen sollte durch die „Entwicklung von Kontakten“ zwischen den Menschen, dies auch durch Förderung von „Möglichkeiten für umfassendes Reisen“, sodaß „der Tourismus zu einer vollständigen Kenntnis des Lebens, der Kultur und der Geschichte anderer Länder, zu wachsendem Verständnis zwischen den Völkern, zur Verbesserung der Kontakte (…) beiträgt“ wofür „die Entwicklung des Tourismus auf individueller und kollektiver Grundlage zu fördern“ ist. Des Weiteren war Ziel „eine Steigerung des Austausches (...) von Informationen“, und eine „wirksame Ausübung“ von „Menschenrechten und Grundfreiheiten“ zu „fördern und ermutigen“.
Ein weiteres Ziel der KSZE-Schlußakte von Helsinki vom 01.08.1975 war die Förderung der „Begegnung der Jugend“: „Die Teilnehmerstaaten beabsichtigen, die Entwicklung von Kontakten und des Austausches unter der Jugend zu fördern, indem sie ermutigen (…) zur weiteren Entwicklung des Jugendtourismus und der Gewährung geeigneter Erleichterungen zu diesem Zweck; (…) das Bewußtsein unter der Jugend der Bedeutung einer Entwicklung des gegenseitigen Verständnisses sowie der Stärkung freundschaftlicher Beziehungen und des Vertrauens unter den Völkern.“
Der KSZE-Prozeß ist dokumentiert in: Europäische Menschenrechtsdokumente und der KSZE-Prozeß. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Menschenrechte. Dokumente und Deklarationen. Bonn, 1995. S. 219-457. Wenn man heute die Dokumente des gesamten KSZE-Prozesses noch einmal liest, wird deutlich, wie erheblich die heutige Politik in Europa vom KSZE-Prozeß und dessen Intentionen abgewichen ist. Die Beendigung des KSZE-Prozesses Mitte der 90er Jahre korreliert signifikant mit der Zunahme von Krisen, Konflikten und Kriegen in Europa, die wir seither feststellen müssen.
28) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Belfast
29) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nordirlandkonflikt
30) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_geteilter_Orte
31) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Neuzeit
32) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalismus
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Nation
33) https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalstaat
34) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalter
35) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Absolutismus
36) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Stadt
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Freie_und_Reichsstädte
37) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Famagusta
38) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kyrenia
39) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Expansion
40) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus#Ausbreitung_in_Südasien_und_Ostasien
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Buddhismus
41) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nestorianismus#Ausbreitung
42) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Seidenstraße
43) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Helmut_Uhlig_(Autor)
44) Siehe: Helmut Uhlig: Die Seidenstraße. Antike Weltkultur zwischen China und Rom. 1986, Bergisch Gladbach. S. 234-235.
45) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/EU-Erweiterung_2004
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Erweiterung_der_Europäischen_Union
Die große EU-Osterweiterung der Jahre 2004 und 2007 ist bis heute in Europa nicht aufgearbeitet worden, und ihre gravierenden Folgen werden nicht ausreichend reflektiert. Die große EU-Osterweiterung der Jahre 2004 und 2007 veränderte sowohl die EU, als auch das gesamte Europa radikal und nachhaltig, und in der Geschichte Europas ist sie eine Zäsur.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zäsur_(Geschichte)
Die große EU-Osterweiterung der Jahre 2004 und 2007 ist ein Bestandteil der Geopolitik
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geopolitik
der USA. Die EU-Beitrittsländer der großen EU-Osterweiterung der Jahre 2004 und 2007 sind im Wesentlichen die Länder der „Koalition der Willigen“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Koalition_der_Willigen
die in Folge der Ereignisse des 11.09.2001 mit US-Präsident George W. Busch im Jahre 2003 in den Irak-Krieg
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Irakkrieg
gezogen sind.
In Folge der Ereignisse des 11.09.2001 wurde in den USA am 14.09.2001 der Ausnahmezustand verhängt, es erfolgte eine vorher nicht dagewesene Ausweitung der präsidentiellen Macht und eine faktische Aufhebung der Gewaltenteilung, am 26.10.2001 wurden mit dem „USA Patriot Act“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/USA_PATRIOT_Act
die Bürgerrechte eingeschränkt, erstmals seit ihrem Bestehen rief die NATO den Bündnisfall aus, und am 07.10.2001 begann der Krieg in Afghanistan
https://de.wikipedia.org/wiki/Krieg_in_Afghanistan_2001-2021
sowie am 20.03.2003 der Irakkrieg mit einer „Koalition der Willigen“.
Dies erfolgte auf Grundlage der „Busch-Doktrin“
https://de.wikipedia.org/wiki/Bush-Doktrin
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Sicherheitsstrategie_der_Vereinigten_Staaten
und im Zuge einer Politik des Unilateralismus.
https://de.wikipedia.org/wiki/Unilateralität
Folge dieser Politik der Bush-Administration war ein „gespaltener Westen“, und der Philosoph Jürgen Habermas
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jürgen_Habermas
stellte in seinem Buch „Der gespaltene Westen“ im Jahre 2004 fest: „Nicht die Gefahr des internationalen Terrorismus hat den Westen gespalten, sondern eine Politik der gegenwärtigen US-Regierung, die das Völkerrecht ignoriert, die Vereinten Nationen an den Rand drängt und den Bruch mit Europa in Kauf nimmt.“ Dieser Entwicklung stellt Habermas das „Kantsche Projekt der Abschaffung des Naturzustandes zwischen den Staaten“ entgegen, das der Philosoph Immanuel Kant (1724-1804)
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Immanuel_Kant
in seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zum_ewigen_Frieden
im Jahre 1795 vorentworfen hatte, und Habermas führt aus: „Mit dem Entwurf eines ‚weltbürgerlichen Zustands‘ hat Kant den entscheidenden Schritt über das allein auf Staaten bezogene Völkerrecht hinaus getan. Inzwischen hat sich das Völkerrecht nicht nur als juristische Fachdisziplin ausdifferenziert; nach zwei Weltkriegen hat die Konstitutionalisierung des Völkerrechts auf dem von Kant zugewiesenen Wege zum Weltbürgerrecht Fortschritte gemacht und in internationalen Verfassungen, Organisationen, Verfahren institutionelle Gestalt angenommen“. Habermas skizziert ein Mehrebenensystem einer „Weltinnenpolitik ohne Weltregierung“: „Im Lichte der Kantschen Idee kann man sich eine politische Verfassung einer dezentrierten Weltgesellschaft, ausgehend von den heute bestehenden Strukturen, als ein Mehrebenensystem vorstellen, dem im Ganzen der staatliche Charakter aus guten Gründen fehlt“. Dabei wird der Weg vom Staatenrecht zum Weltbürgerrecht beschritten, und die individuellen Bürger werden als unmittelbare Subjekte des Völkerrechts anerkannt, womit die Transformation des Völkerrechts in ein Weltverfassungsrecht eingeleitet wird. Auf dieser Grundlage mahnt Habermas Reformen der UNO an.
Vgl.: Jürgen Habermas: Der gespaltene Westen. Frankfurt am Main, 2004. S. 7, S. 114, S. 134.
Diese Spaltung des Westens findet in dem vom US-amerikanischen Kriegsminister Donald Rumsfeld
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Rumsfeld#Verteidigungsminister_unter_Präsident_George_W._Bush
bezeichneten „Alten Europa“
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_alte_Europa
und dem „Neuen Europa“ ihre Entsprechung. Die Länder des „Neuen Europa“ bildeten die „Koalition der Willigen“, den Vasallen, mit denen die USA im Zentrum Eurasiens in den Krieg gezogen sind, womit die USA unübersehbar der geopolitischen „Heartland-Theorie“ folgen:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Heartland-Theorie
Die Länder der „Koalition der Willigen“ des „Neuen Europas“ bilden im Wesentlichen die EU-Beitrittsländer der großen EU-Osterweiterung der Jahre 2004 und 2007, doch faktisch sind diese neuen EU-Beitrittsländer in der östlichen Hälfte Europas mehr den USA, als der EU, dem vom US-amerikanischen Kriegsminister Donald Rumsfeld bezeichneten „Alten Europa“ beigetreten. Die EU-Beitrittsländer des „Neuen Europa“ sind seither in der erweiterten Europäischen Union Empfänger von Leistungen, die das „Alte Europa“ leisten muß. Die EU-Osterweiterung erfolgte zeitgleich und parallel zur NATO-Osterweiterung, und faktisch ist eine Mitgliedschaft in der NATO eine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der EU.
Im Falle des aktuellen Krieges in der Ukraine, der im Wesentlichen ein Produkt der Geopolitik der USA ist, bilden heute allerdings sowohl das „Neue Europa“ als auch das „Alte Europa“ gemeinsam eine „Koalition der Willigen“.
46) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Antakya
47) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Antiochia_am_Orontes
48) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Diadochen
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexanderreich
49) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Seleukos_I.
50) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria_in_der_Antike
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria#Geschichte
51) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Istanbuls#Spätantike_und_byzantinische_Zeit
52) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantion
53) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_größten_Städte_der_Welt_(historisch)
54) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenismus
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenisierung
55) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Syrien#Bürgerkrieg_seit_2011
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Syrischer_Bürgerkrieg
56) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Arabischer_Frühling
57) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Euphrat
58) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Euphrat
59) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Südostanatolien-Projekt
60) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Südostanatolien-Projekt#Auswirkungen_und_Probleme
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Euphrat#Zustand_im_21._Jahrhundert
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Tigris#Tigris_im_21._Jahrhundert
61) Siehe: Stephan Libiszewski: Wasser als Konfliktstoff. Internationale und geostrategische Aspekte des Südostanatolienprojekts (GAP). S. 185,186, 191. In: Kurdistan-AG AStA-FU Berlin; Kurdologie-AG der Uni Hamburg (Hg.): Kurdologie. Studien zu Sprache, Geschichte, Gesellschaft und Politik Kurdistans und der Kurdinnen und Kurden. 1994, Berlin. S. 185-194.
62) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mesopotamien
63) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Menschheitsgeschichte
Die Menschheitsgeschichte ist Bestandteil der Erdgeschichte und der Geschichte des Lebens auf dem Planeten Erde. Bedingung des Lebens auf dem Planeten Erde ist der geodynamisch fundierte evolutions-ökologische Prozeß, dessen Bestandteil das Leben auf dem Planeten Erde ist. Die Menschheitsgeschichte kann als die Geschichte der Ausbreitung und Ausdifferenzierung des anatomisch modernen Menschen Homo sapiens vor ca. 70.000 Jahren von seinem beim gegenwärtigen paläoanthropologischen Forschungsstand angenommenen Ursprung im östlichen Afrika über den gesamten Planeten Erde bis zur Gegenwart aufgefaßt werden. Hierbei hatten mehrere technologische Revolutionen weitreichende gesellschaftliche und ökologische Folgewirkungen, insbesondere die Prometheische Revolution, die Neolithische Revolution, die Industrielle Revolution und aktuell die Digitaltechnische Revolution. Die Menschheitsgeschichte endet mit dem Ende der Menschheit:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ende_der_Menschheit
Aufgrund des weiteren Verlaufs der Erdgeschichte und der zukünftigen Geschichte des Lebens auf dem Planeten Erde auf Grundlage des geodynamisch fundierten evolutions-ökologischen Prozesses ist das Ende der Menschheit unvermeidbar. Das Einzige, was wir beeinflussen können, ist der Zeitpunkt, an dem das Ende der Menschheit eintritt. Wenn die Menschheit so weiter macht, wie bisher auf Grundlage ihrer technologischen Revolutionen, wird dieses Ende in sehr naher Zukunft eintreten. Auf Grundlage der natürlichen Verhältnisse auf dem Planeten Erde könnte die Menschheit hingegen potentiell noch etwa eine Milliarde Jahre fortexistieren.
64) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Neolithische_Revolution
65) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hochkultur_(Geschichtswissenschaft)
66) In seinem Buch: „Die Mühlen der Zivilisation. Eine Tiefengeschichte der frühesten Staaten“ zeigt der Politologe und Anthropologe James C. Scott auf, in welchem Umfang der Mensch selber vom Prozeß der Domestikation erfaßt und verändert wurde: Im Zuge des Prozesses der Domestikation traten wie bei domestizierten Tieren auch beim Menschen sowohl anatomische Veränderungen, als auch Verhaltensänderungen auf, darunter ein neuartiges Herdenverhalten, das die Entstehung und das Leben in Massengesellschaften ermöglichte. Zudem entstanden zahlreiche neuartige Krankheiten, die es in der Menschheitsgeschichte zuvor nicht gab. Es änderte sich das Reproduktionsverhalten des Menschen mit der Folge stark erhöhter Fruchtbarkeitsraten, die die erhöhte Mortalitätsrate durch die zahlreichen neuentstandenen Krankheiten mehr als ausglichen und die ein Bevölkerungswachstum zur Folge hatten. Von den neu entstandenen Staaten wurde dieses Bevölkerungswachstum aus machpolitischen Gründen gefördert, um die Anzahl der den Macheliten der frühen Staaten unterworfenen Arbeitskräfte, Steuerzahler und Soldaten zu erhöhen. Vgl.: James C. Scott: Die Mühlen der Zivilisation. Eine Tiefengeschichte der frühesten Staaten. 2022, Berlin.
67) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulische_Gesellschaft
68) Vgl.: Karl August Wittfogel: Die Orientalische Despotie. Eine vergleichende Untersuchung totaler Macht. Frankfurt am Main, 1981. In seinem Werk „Die Orientalische Despotie“ entwickelt der Soziologe Karl August Wittfogel (1896-1988) mit dem Begriff der „Hydraulischen Gesellschaft“ ein Modell der Entstehung von Herrschaft und cephaler, hierarchischer, arbeitsteiliger, bürokratischer, zentralverwalteter, staatlich organisierter Gesellschaften als eine Folge postglazialen Klimawandels.
69) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Despotie
70) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Postglazial
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Klimawandel
71) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Schrift
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Schriften_der_Welt
72) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bürokratie
73) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dogma
74) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Keilschriftrecht
75) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Buchreligion
76) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Algorithmus
77) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Şanlıurfa
78) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Seleukos_I.
79) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Schule_von_Edessa
80) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Marwaniden
81) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Kreuzzug
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzzug
82) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Urban_II.#Kreuzzugsaufruf
Entgegen den von Papst Urban II. im Jahre 1095 verkündeten Intentionen, Pilgern den ungehinderten Zugang nach Jerusalem zu ermöglichen und das bedrängte Byzantinische Reich zu unterstützen, wurden die Kreuzzüge von den europäischen Fürsten dazu genutzt, um untereinander um territoriale und wirtschaftliche Vorteile zu konkurrieren, sodaß Folge und Ergebnis der Kreuzzüge der Untergang des Byzantinischen Reiches war und sich das Osmanische Reich bis nach Mitteleuropa vor die Tore der Stadt Wien ausdehnen konnte.
83) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Balduin_I._(Jerusalem)
84) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Grafschaft_Edessa
85) Vgl: https://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzfahrerstaaten
86) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abraham
87) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nimrod#Islam
88) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Harran
89) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Göbekli_Tepe
90) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Diyarbakır
91) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Stadtmauer_von_ Diyarbakır
92) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Armenisches_Hochland
93) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Armenier
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Armenier_in_der_Türkei
94) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord_an_den_Armeniern
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Turanismus#Erster_Weltkrieg
95) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Westarmenien
96) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ostarmenien
97) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Imperium_Romanum
98) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sassanidenreich
99) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Safawiden
100) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Kongress
101) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Russisches_Kaiserreich
102) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratische_Republik_Armenien
103) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Alexandropol
104) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Kars
105) Vgl. Anmerkungen 8 und 9.
106) Vgl.: Udo Steinbach: Vom Osmanischen Reich zum EU-Kandidaten: Ein historischer Bogen. S. 53. In: Udo Steinbach (Hg.): Länderbericht Türkei. 2012, Bonn. S. 12-83.
107) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Millet-System
108) Siehe: Gerhard Schweizer: Türkei verstehen. Von Atatürk bis Erdoğan. 2016, Stuttgart. S. 85.
109) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_von_Diyarbakır
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Diyarbakır#Vernichtung_der_religiösen_Minderheiten
110) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Massaker_an_den_Armeniern_1894-1896
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Armenierfeindlichkeit
111) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mardin
112) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager_Deir_ez-Zor
113) Zitiert nach: Sibylle Thelen: Die Armenierfrage in der Türkei. 2011, Bonn. S. 23.
114) Siehe: Gerhard Schweizer: Türkei verstehen. Von Atatürk bis Erdoğan. 2016, Stuttgart. S. 100.
115) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachpolitik
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Sprachimperialismus
116) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnensprachtheorie
117) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Syrisches_Christentum
118) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ethnisch-religiöse_Gruppe
119) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Assyrer_(Gegenwart)
120) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Aramäer_(Gegenwart)
121) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord_an_den_syrischen_Christen
122) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Cizre
123) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Autonome_Region_Kurdistan
124) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkerbund
125) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kurden
126) Vgl.: Gerhard Schweizer: Türkei verstehen. Von Atatürk bis Erdoğan. 2016, Stuttgart. S. 126.
127) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kurden_in_der_Türkei
128) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Minderheiten_der_Türkei
129) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Minderheit
130) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Minderheitenschutz
Der nach dem Ersten Weltkrieg im Versailler Vertragssystem
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensvertrag_von_Versailles
eingerichtete Minderheitenschutz funktionierte nicht. Der im Versailler Vertrag vorgesehene Minderheitenschutz und dessen Scheitern in der Zwischenkriegszeit wird von diesem Wikipedia-Artikel verschwiegen.
Die Folge war, daß die Zwischenkriegszeit geprägt war durch eine Vielzahl von bewaffneten Auseinandersetzungen:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwischenkriegszeit#Bewaffnete_Auseinandersetzungen
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Dreißigjähriger_Krieg#Bewaffnete_Auseinandersetzungen_der_Zwischenkriegszeit
Diese bewaffneten Auseinandersetzungen in der Zwischenkriegszeit waren eine wesentliche Voraussetzung dafür, daß ein neuer großer Krieg in Europa entstehen konnte. Während nahezu sämtliche Akteure sich bemühten, die Konflikte und Krisen der Zwischenkriegszeit zu vermehren und zu forcieren, war der Völkerbund mit der Bearbeitung und Moderation dieser immer weiter anwachsenden und sich zuspitzenden Probleme letztlich überfordert.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Minderheitenschutz#Minderheitenschutz_des_Völkerbunds
131) Siehe: Michaela Wimmer, Joachim Spiering, Berhard Michalowski: Brennpunkt: Die Kurden. Ein Volk kämpft um das Überleben. Hintergründe, Geschichte, Analysen. 1991, München. S. 53.
132) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag_von_Sèvres_(Osmanisches_Reich)
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Sèvres-Syndrom
133) Vgl. Anmerkung 8 und 9.
134) Siehe: Harald Weiss: „Um zu überleben, müssen wir für uns selbst kämpfen“. Die Kurden in der Türkei. S. 142. In: Bahman Nirumand (Hg.): Die kurdische Tragödie. Die Kurden – verfolgt im eigenen Land. 1991, Reinbek bei Hamburg. S. 140-155.
135) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanisches_Reich#Politische_Geschichte
Das Osmanische Reich und weitere islamische Imperien des Mittelalters
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kalifat
Und: https://de.wikipedia.org/wiki/Mogulreich#Geschichte
waren Sklavenhaltergesellschaften
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sklaverei_im_Islam
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Sklaverei#Sklaverei_im_arabischen_Raum
und Militärimperien. Der gesamte Staatsapparat und das Militär basierten auf dem Prinzip der Sklaverei. Als Tributleistung wurden von den eroberten und unterworfenen Bevölkerungen, überwiegend Christen, ein Teil von deren Kindern gefordert und eingezogen, die sogenannten „Knabenlese“.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Knabenlese
Diese verschleppten Kinder wurden zum Islam zwangsbekehrt, indoktriniert und zu treu ergebenen Dienern des Herrschers erzogen. Sie fanden nun Verwendung im Staatsapparat, wo sie die dem Herrscher untergebene Bevölkerung verwalteten, und im Militärapparat, dessen Grundlage Sklavenarmeen waren
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Knabenlese#Herkunft_und_Funktion_der_Dev şirme:_die_Institution_der_„Sklavenarmeen“
Diese Militärsklaven wurden Mamluken genannt
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mamluken
und Janitscharen
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Janitscharen
Während das Christentum, das in der östlichen Mittelmeerregion vergleichbar mit dem Buddhismus ebenfalls durch einen synkretistischen Kulturaustausch mit dem Hellenismus entstanden war, und das im Imperium Romanum anfänglich als eine sozialrevolutionäre Bewegung wirkte, bis es dort Staatsreligion wurde, die Sklaverei der Antike in seinem Einflußbereich überwand und abschaffte, bildet der Islam dazu eine radikale Gegenbewegung, indem er als eine Religion der Eroberer und der Herrscher die Sklaverei der Antike ausweitet und zum staatstragenden Prinzip der Herrschaft und deren Expansion macht. Damit wird die Sklaverei der Antike intensiviert, räumlich ausgeweitet und über das Mittelalter hinweg in die Neuzeit tradiert und transportiert.
136) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vielvölkerstaat
137) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Türken#Geschichte
138) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Byzantinisches_Reich
Die Duldung der Ansiedlung der Türken im Hochland von Anatolien hat sich für das Byzantinische Reich als fatal erwiesen. Die Türken begannen, die Karawanen der Seidenstraße zu plündern, deren bedeutendster westlicher Endpunkt die Weltmetropole Konstantinopel war, und die von ihnen gegründeten Staaten, das Sultanat der Rum-Seldschuken
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sultanat_der_Rum-Seldschuken
und dessen Nachfolger, das Osmanische Reich, eroberten dann nacheinander sämtliche Städte und Territorien des Byzantinischen Reiches, bis das Osmanische Reich letztlich gänzlich den Raum des Byzantinischen Reiches eingenommen hatte und an dessen Stelle getreten war. Der kulturhistorische Prozeß der Hellenisierung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenisierung
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenismus
wurde nun durch eine gegenläufigen Prozeß der Türkisierung abgelöst, der bis in die Gegenwart anhält:
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Türkisierung_der_Türkei#Türkisierung_im_Osmanischen_Reich
139) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Türkische_Geschichtsthese
140) Siehe: Inga Rogg: Türkei, die unfertige Nation. Erdoğans Traum vom Osmanischen Reich. 2018, Bonn. S. 197.
141) Vgl.: Jürgen Roth u.a.: Geographie der Unterdrückten. Die Kurden: Bilder und Texte über Geschichte, Kultur, Lebensverhältnisse und Freiheitskämpfe einer Minderheit. 1978, Reinbek bei Hamburg. S. 198.
142) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Arbeiterpartei_Kurdistans
143) Siehe: Günter Behrendt: Der kurdische Nationalismus in der Türkei. S. 95-96. In: Kurdistan-AG AStA-FU Berlin; Kurdologie-AG der Uni Hamburg (Hg.): Kurdologie. Studien zu Sprache, Geschichte, Gesellschaft und Politik Kurdistans und der Kurdinnen und Kurden. 1994, Berlin. S. 83-99.
144) Vgl.: Nezan Kendal: Die Kurden: Geschichte und Gegenwart. Zur Einführung. S. 30. In: Kurdistan-AG AStA-FU Berlin; Kurdologie-AG der Uni Hamburg (Hg.): Kurdologie. Studien zu Sprache, Geschichte, Gesellschaft und Politik Kurdistans und der Kurdinnen und Kurden. 1994, Berlin. S. 29-42.
145) Siehe: Günter Seufert: Ethnien und Ethnizität: Die Kurden und andere Minderheiten. S. 241. In: Udo Steinbach (Hg.): Länderbericht Türkei. 2012, Bonn. S. 232-263.
146) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bodendegradation
147) Vgl.: Jürgen Roth u.a.: Geographie der Unterdrückten. Die Kurden: Bilder und Texte über Geschichte, Kultur, Lebensverhältnisse und Freiheitskämpfe einer Minderheit. 1978, Reinbek bei Hamburg. S. 191.
148) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Überweidung
149) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hakkâri
150) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alpine_Höhenstufe
151) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Van_(Türkei)
152) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vansee
153) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Limnologie
154) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Endorheisch
155) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Steppensee
156) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Natronsee
157) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/System_der_zentralen_Orte
158) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Flüchtlingskommissar_der_Vereinten_Nationen
159) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Urartäisches_Reich
160) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abenteuerreise#Überlandreisen
161) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wald-_und_Baumgrenze
162) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jandarma
163) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Polizei_(Türkei)
164) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Doğubeyazıt
165) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ishak-Pascha-Palast
166) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ararat
167) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Fahrradreise
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Reiserad
Eine gute Planungsgrundlage für Fahrradreisen bieten die folgenden Fahrrad-Reiseführer:
Herbert Lindenberg: Europa per Rad. 8. Auflage 2022, Markgröningen (Reise Know-How Verlag).
Thomas Schröder, Helmut Hermann: Fahrrad Weltführer. 4. Auflage 2016. Markgröningen (Reise Know-How Verlag).
Neil Pike, Harriet Pike: Adventure Cycle-Touring Handbook. Worldwide Cycling Route & Planning Guide. 3. Auflage 2015, Hindhead (Surrey) (Trailblater Publications).
168) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Entwaldung
169) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kars
170) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Armenische_Bagratiden
171) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Timur
172) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ani_(historische_Stadt)
173) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Achurjan
174) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Armenien#Armenisches_Königreich_von_Bagratiden
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Armeniens
175) Siehe: Sibylle Thelen: Die Armenierfrage in der Türkei. 2011, Bonn. S. 55.
176) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Türkisierung_geographischer_Namen_in_der_Türkei
177) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bergkarabach
178) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bergkarabachkonflikt
179) Siehe: Jürgen Gottschlich: Türkei. Erdoğans Griff nach der Alleinherrschaft. 2016, Bonn. S. 18-19.
180) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Militärputsch_in_der_Türkei_1980
181) Siehe: Sibylle Thelen: Die Armenierfrage in der Türkei. 2011, Bonn. S. 26-27.
182) Vgl. hierzu meinen Text: „Der moderne Nationalismus als eine politische Religion – Über die Konstruktion der Nation im Zeitalter des modernen Nationalismus“. Dieser Text kann auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfred-suchan.jimdosite.com/geschichtspolitik/
183) Siehe: Udo Steinbach: Vom Osmanischen Reich zum EU-Kandidaten: Ein historischer Bogen. S. 38. In: Udo Steinbach (Hg.): Länderbericht Türkei. 2012, Bonn. S. 12-83.
184) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Beitrittsverhandlungen_der_Türkei_mit_der_Europäischen_Union
Vgl. auch: Claus Leggewie (Hg.): Die Türkei und Europa. Die Positionen. 2004, Frankfurt am Main.
185) Vgl. Anmerkung 45.
186) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Chronisch_obstruktive_Lungenerkrankung
187) Vgl. hierzu Kapitel 9 „Naturschutz und Tourismus als Bestandteile von Entspannungspolitik“ meines Textes „Ein Winter im Skandinavischen Gebirge - Erlebnisse an der nördlichen Periferie Europas im Winter 2013/2014“. Dieser Text kann auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfredsuchan.net/ein-winter-in-schweden-09
188) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tiefer_Staat_in_der_Türkei
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Gladio
189) Siehe: Dietrich Jung: Das politische Leben: Institutionen, Organisationen und politische Kultur. S. 93-94. In: Udo Steinbach (Hg.): Länderbericht Türkei. 2012, Bonn. S. 86-120.
190) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Industrialisierung_der_Sowjetunion
Ermöglicht wurde die forcierte Industrialisierung und Modernisierung der Sowjetunion auf Grundlage der Unterdrückung der Bauern und deren Ausbeutung als einer „Inneren Kolonie“ während der Zwangskollektivierung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangskollektivierung_in_der_Sowjetunion
die im Rahmen des ersten Fünfjahresplans
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Industrialisierung_der_Sowjetunion#Der_erste_Fünfjahresplan
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Fünfjahresplan#Sowjetunion
im Zuge der Industrialisierung der Sowjetunion durchgeführt wurde, was eine schwere Hungersnot
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot_in_der_Sowjetunion_in_den_1930er_Jahren
zur Folge hatte. Hierbei erfolgte im Zeitraum von 1929 bis 1933 eine sogenannte „Entkulakisierung“.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Entkulakisierung
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Tragödie_von_Nasino
Diese „Entkulakisierung fand ihre Fortsetzung in der sogenannten „Kulaken-Operation“ des NKWD, die auf Grundlage des NKWD-Befehls Nr. 00447 vom 30. Juli 1937 erfolgte.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/NKWD-Befehl_Nr._00447
Von August 1937 bis November 1938 wurden dabei 800.000 bis 820.000 Personen verhaftet, davon mindestens 350.000 – eventuell bis zu 445.000 – erschossen, die übrigen in Straflager des Gulags eingewiesen.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gulag
Im Modernisierungsterror erweist sich der „Große Terror“ Stalins als Bestandteil des Terrors des Zeitalters der industriellen Moderne.
191) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Stalin
192) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tiflis
193) Siehe: Dieter Boden: Georgien. Ein Länderportrait. 2018, Bonn. S. 84.
194) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Georgische_Heerstraße
195) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wladikawkas
196) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Stepanzminda
197) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kasbek
198) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gergetier_Dreifaltigkeitskirche
199) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratische_Republik_Armenien
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Armenien#Erster_Weltkrieg_und_Unabhängigkeit
200) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Jerewan
201) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nansen-Pass
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Fridtjof_Nansen#Humanitäre_Leistungen_als_Diplomat
202) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialistischer_Klassizismus
203) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Zizernakaberd
204) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Leugnung_des_Völkermords_an_den_Armeniern
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Völkermord_an_den_Armeniern#Bewertung_in_der_Türkei
205) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtspolitik
206) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichtsbild
207) Siehe: Sibylle Thelen: Die Armenierfrage in der Türkei. 2011, Bonn. S. 38-39.
208) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Gori
209) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Josef-Stalin-Museum
210) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lawrenti_Beria
211) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Stalinsche_Säuberungen
212) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Großer_Terror_(Sowjetunion)
213) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/NKWD
214) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Stalinismus#Personenkult
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Personenkult#Realsozialismus
215) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Uplisziche
216) vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Batumi
217) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Meer
218) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Nobel#Ölgeschäft
219) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Europäische_Petroleum-Union
220) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Trabzon
221) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Königreich_Pontos
222) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_von_Konstantinopel_(1204)
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Belagerungen_und_Eroberungen_von_Konstantinopel
Die Eroberung und Plünderung der Weltmetropole Konstantinopel
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Konstantinopel
im Jahre 1204 n. Chr. während des Vierten Kreuzzuges
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_von_Konstantinopel_(1204)
sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Vierter_Kreuzzug
wobei insbesondere der Republik Venedig
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Venedig#Kreuzzugsflotte_(1123),_offener_Konflikt_mit_Byzanz_(1124,_ab_1171),_Vierter_Kreuzzug_(1201-1204)
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Seerepubliken
eine entscheidende Rolle zukommt, und die Errichtung des Lateinischen Kaiserreiches
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Lateinisches_Kaiserreich
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Rückeroberung_von_Konstantinopel_1261
leiteten den Untergang des Byzantinischen Reiches ein, und dieser Untergang fand mit der Eroberung Konstantinopels durch das expandierende Militärimperium des Osmanischen Reiches im Jahre 1453
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Eroberung_von_Konstantinopel_(1453)
seinen Abschluß. Die Eroberung von Konstantinopel im Jahre 1453 gilt als ein Markstein der Epochenwende vom Mittelalter zur Neuzeit.
223) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Vierter_Kreuzzug#Wendung_gegen_Byzanz
224) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserreich_Trapezunt
225) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Pontosgriechen
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Osmanische_Griechen
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Griechenverfolgungen_im_Osmanischen_Reich_1914-1923
226) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Pontos
227) Vgl. Anmerkungen 8 und 9.
228) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hagia_Sophia_(Trapezunt)
229) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Sumela
230) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Megastadt
231) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Istanbul
232) Vgl.: Malte Fuhrmann: Konstantinopel – Istanbul. Stadt der Sultane und Rebellen. 2019, Frankfurt am Main. S. 359.
233) Vgl. ebenda. S. 351-352.
234) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hagia_Sophia
235) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Justinian_I.#Bautätigkeit
236) Mein Reiseerlebnisbericht meiner Fahrradreise durch das südöstliche Europa im Jahre 2023 kann mit zahlreichen Fotos auf meiner Internetseite aufgerufen und gelesen werden:
https://manfredsuchan.net/fahrradreise-suedoestliches-europa
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Rucksackreise Kleinasien 2012 – Ein Reiseerlebnisbericht. Textversion 03
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Manfred SUCHAN
Geograf
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Über meine Reisen berichte ich auf meinen Internetseiten:
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Manfred vor dem persönlichen Eisenbahnwaggon von Iossif Wissarionowitsch Dschughaschwili alias Koba alias Stalin am 03.06.2012 während meiner Reise durch Kleinasien in die Kaukasus-Region im Frühjahr 2012. Dieser Eisenbahnwaggon ist Bestandteil des Stalin-Museums in der Stadt Gori. Nach Angaben des Stalin-Museums ging die Initiative zur Einrichtung dieses Stalin-Museums in Gori von Lawrenti Beria im Jahre 1937 aus, zur Zeit der Stalinschen Säuberungen während des „Großen Terrors“ der Jahre 1936 bis 1938, bevor Beria am 25.11.1938 Chef des NKWD wurde. Das Stalin-Museum in der Stadt Gori ist in zweifacher Hinsicht ein Museum. Zum Einen ist es ein materialreiches Museum zum Thema Josef W. Stalin, und zum Anderen ist das Stalin-Museum ein Museum über den staatsoffiziellen Personenkult, der in der Sowjetunion um Josef W. Stalin betrieben wurde, und das Stalin-Museum muß daher als ein historisches Dokument dieser Ära unverändert erhalten bleiben und unter Denkmalschutz gestellt werden. Zum Thema der Verbrechen in der Stalin-Ära sollte ein separates Museum eingerichtet werden.
Manfred vor der Sphinx bei den Pyramiden von Gizeh am 05.10.2011.
Rucksackreise
südöstliche Mittelmeerregion 2011
Ein Reiseerlebnisbericht
von Manfred Suchan
Vom 04.10.2011 bis zum 28.10.2011 habe ich eine Rucksackreise (1) in die südöstliche Mittelmeerregion (2) unternommen. Die Reiseziele meiner Reisen sind weder Staaten, noch Länder, sondern von mir selbst definierte geografische Regionen (3) und geografische Räume (4). Dies ist eine Frage wissenschaftlicher Kategorienbildung (5) und Klassifizierung (6). Während z.B. in den Geschichtswissenschaften Kategorienbildung insbesondere in Gestalt von Zeitaltern und Epochen erfolgt, die gemäß signifikanter und gut begründeter Kriterien voneinander abgegrenzt werden müssen, so sind dies in der Geografie geografische Regionen und Räume. Gegenstand und Reiseziel meiner in diesem Reiseerlebnisbericht dargestellten Rucksackreise ist die südöstliche Mittelmeerregion.
Durchgeführt habe ich meine Rucksackreise mit Reisebussen, Kleinbussen und per Eisenbahn. Übernachtet habe ich in Hostels und kostengünstigen Hotels. Verwendet habe ich den Reiseführer „Ägypten individuell – Handbuch für individuelles Entdecken“ von Will Tondok (7). Dieser Reiseführer hat sich während meiner Reise als informativ und hilfreich erwiesen.
Meine Rucksackreise führte ich in Form einer Rundreise durch. Ich startete in der heutigen Megacity Kairo, von wo aus ich nach Alexandria, Marsa Matruh und zur Oase Siwa fuhr. Meine Reise setzte ich fort entlang der „Straße der Oasen“ durch die große westliche Wüste (= Lybische Wüste) (8) und vorbei an den Oasen Bahariya, Farafra, Dakhla und Kharga. Dann erreichte ich bei der Stadt Assiut das Tal des Flusses Nil (9) und reiste in Oberägypten (10) von Luxor nach Assuan und weiter bis Abu Simbel am Nasser-Stausee in Nubien (11). Mit der Eisenbahn fuhr ich anschließend von Oberägypten entlang dem Nil zurück nach Kairo, wo meine Reise endete.
Teile der Mittelmeerregion waren schon öfter Ziel meiner Reisen gewesen. Seit vielen Jahrzehnten ist bis heute aus politischen Gründen eine Reise um das gesamte Mittelmeer nicht möglich, sodaß jeweils nur Teile der Mittelmeerregion bereist werden können. Zur Römerzeit war dies noch gänzlich anders gewesen, als das Mittelmeer als „Mare Nostrum“ das Zentrum des Imperium Romanum (12) bildete.
Die südöstliche Mittelmeerregion ist neben Kleinasien (13) und Mesopotamien (14) ein Zentrum der Frühgeschichte (15), der Frühen Hochkulturen (16) und der Entstehung staatlich organisierter Gesellschaften (17), die zuerst hier in Folge der Neolithischen Revolution (18) entstanden waren. Wie es der Soziologe Karl August Wittfogel (1896-1988) (19) in seinem Werk: „Die Orientalische Despotie. Eine vergleichende Untersuchung totaler Macht“ (20) darstellt, führte die Neolithische Revolution zur Entstehung von despotischer Herrschaft (21) und cephaler, hierarchischer, arbeitsteiliger, bürokratischer, zentralverwalteter, staatlich organisierter Gesellschaften nach dem Modell der „hydraulischen Gesellschaft“ (22), ein historischer Prozeß, der ausgelöst durch postglazialen Klimawandel (23) insbesondere in großen Flußlandschaften, wie z.B. des Nil, Euphrat und Tigris, Indus, Ganges, Mekong und Huang He in mehreren Regionen der Welt stattfand.
In der südöstlichen Mittelmeerregion blickt Ägypten auf eine annähernd 7000jährige Geschichte zurück (24), und imposante Bauwerke aus den unterschiedlichsten Epochen lassen sich überall bestaunen. Ägypten ist nicht nur Bestandteil der Mittelmeerregion, sondern auch des afrikanischen Kontinents (25). Während die Geschichte Ägyptens zu großen Teilen erforscht und dokumentiert ist, ist dies bei der Geschichte Nubiens (26), Äthiopiens (27) und weiterer angrenzender Regionen in Afrika bislang erst spärlich erfolgt. In Folge der sogenannten „Islamischen Expansion“ (28) wurde die Geschichte Nubiens verschüttet, und die Geschichte Äthiopiens wurde von den gemeinsamen historischen Entwicklungen in Europa und Asien abgeschnitten und isoliert.
Neben der Geschichte faszinieren mich in der südöstlichen Mittelmeerregion die Gegensätzlichkeiten der unterschiedlichen Landschaften – insbesondere das dicht besiedelte Niltal mit der heutigen Megacity Kairo und im Gegensatz dazu die Einsamkeit der riesigen Wüstengebiete mit ihren vereinzelten Oasen. Im Zeitraum meiner Reise war Ägypten ein Zentrum der Ereignisse des sogenannten „Arabischen Frühlings“ (29), und es war ein weiterer Zweck meiner Reise, mich über gesellschaftliche Verhältnisse und Entwicklungen zu informieren, um mir unabhängig vom Mainstream der Massenmedien ein eigenes Bild machen zu können, und mir auf dieser Grundlage eine eigene Meinung zu bilden.
Meine ursprüngliche Idee, bei dieser Reise auch noch Nachbarländer Ägyptens zu besuchen, hatte ich zurückgestellt und meine Reise auf den Besuch Ägyptens beschränkt, denn in dem begrenzten Zeitraum meiner Reise von dreieinhalb Wochen war sinnvollerweise nicht mehr machbar. Im Frühjahr 2013 habe ich dann eine Fortsetzungsreise unternommen, bei der ich den Nordwesten Ägyptens am Roten Meer, das Nildelta und die Halbinsel Sinai, sowie Jordanien und Israel bereiste.
Meine Reise begann ich in Kairo (30), einer Megacity (31), die heute von mehr als 20 Millionen Menschen bewohnt wird. Vier Tage unternahm ich Stadtexkursionen in Kairo. Die Stadt ist voll von Sehenswürdigkeiten, und nur für den Besuch einiger Weniger reichte meine begrenzte Zeit. Ich besuchte unter anderem die Pyramiden von Gizeh (32), das Ägyptische Museum (33) am Tahrir-Platz (34), den Zitadellenhügel und das Koptische Museum.
Dann fuhr ich am 08.10.2011 per Eisenbahn zur Stadt Alexandria (35) am Mittelmeer. Alexandria ist heute mit rund fünf Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Ägypten. Die Stadt Alexandria war im Jahre 331 vor Chr. durch Alaxander III. von Makedonien (= Alexander der Große) (36) gegründet worden, und sie war in der Antike ein herausragendes wirtschaftliches, geistiges und politisches Zentrum des östlichen Mittelmeerraumes mit bis zu einer halben Millionen Einwohnern gewesen. Alexandria war die Hauptstadt des hellenistischen (37) Ptolemäer-Reiches (38). Die Bibliothek von Alexandria (39) war die bedeutendste Bibliothek der Antike. Sie umfaßte mehr als eine Millionen Schriftrollen, und sie machte Alexandria zum geistigen Zentrum der Antike. Beim Standort der antiken Bibliothek besteht seit dem Jahre 2002 die Bibliotheca Alexandrina (40) in der Nachbarschaft der Universität von Alexandria.
Bei meiner Weiterreise am 09.10.2011 folgte ich der Küste des Mittelmeeres nach Westen bis zur Stadt Marsa Matruh. Von hier aus fuhr ich am 10.10.2011 im Reisebus eine 250 Kilometer lange Straße durch die Wüste Sahara bis zur Oase Siwa (41), einem von der übrigen Welt weitgehend isolierten Mikrokosmos. Bei meinen Exkursionen in der Oase Siwa mit einem Leihfahrrad besuchte ich am 11.10.2011 die Ruinen der Lehmbauten in der historischen Altstadt Shali. Von einem im Süden an die Altstadt angrenzenden Hügel bietet sich ein Panoramablick über die Oase und die sie umgebende Wüstenlandschaft mit den beiden Salzseen Birket Siwa und Birket Aghurmi sowie den Bergen des Gebel Dakrour im Südosten. Dann folgte ich der Straße nach Dakrour durch die Oase hindurch bis zum Berg Gebel Dakrour, dem bedeutendsten Aussichtspunkt der Oase Siwa, den ich erklomm. Danach umrundete ich diese Anhöhe und gelangte zur „Kleopatraquelle“, einem tiefen, kreisrunden Wasserbecken. Dann erreichte ich die dürftigen Ruinenreste des Amun-Tempels, die die ursprünglichen Dimensionen des Bauwerks nicht mehr erkennen lassen.
Ein Stück weiter gelangte ich an das Ufer des Salzsees Birket Aghurmi, der bis weit zur Seemitte hin mit einer wässrigen Salzkruste bedeckt ist. Kurz darauf erreichte ich den Rand der Siedlung Aghurmi, an deren Ortseingang sich der Hügel mit den Ruinen des Orakels von Siwa (42) befindet. Das Orakel von Siwa war neben dem Orakel von Delphi (Apollo) und Dodona (Zeus) die bekannteste Orakelstätte (43) in der Antike. Seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. befand es sich in einem erst in dieser Zeit gebauten Tempel (Ammonion), der dem altägyptischen Gott Amun geweiht war. Der bekannteste Besucher des Orakels war Alexander der Große.
Des Weiteren nahm ich am 14.10.2011 an einer von einem Tourveranstalter angebotenen Exkursion per Geländewagen in die Sandwüste südlich der Oase Siwa teil, die durch unterschiedliche Wüstenlandschaften führte, darunter Dünenareale, ein Gebiet mit Kalksandsteinhügeln und vielen maritimen Fossilien, sowie dem zwischen Dünen gelegene See Bir Wahed.
Mein Plan war es gewesen, meine Reise auf direktem Wege von der Oase Siwa zur Oase Behariya (44) fortzusetzen, doch wie ich erfuhr, war die Straße von der Oase Siwa zur Oase Behariya momentan kaum befahrbar. Diesbezüglich erhielt ich in Siwa die Auskunft, daß man in der Oase Siwa kein Interesse daran habe, daß diese Straße in einen besseren Zustand versetzt wird. Deshalb fuhr ich nun am 15.10.2011 per Reisebus über Marsa Matruh und Alexandria zurück nach Kairo, um von dort der „Straße der Oasen“ durch die große westliche Wüste (= Lybische Wüste) zu folgen, vorbei an den Oasen Bahariya, Farafra, Dakhla und Kharga.
Während meiner Reisen treffe ich immer wieder Reisende mit außergewöhnlichen und beeindruckenden Reisevorhaben. Meistens bieten sich Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch, und oft ergeben sich Gelegenheiten, einen Teil der Reiseroute gemeinsam zu reisen. So traf ich am 16.10.2011 im Reisebus von Kairo zur Oase Bahariya Erik aus Stuttgart. Erik berichtete mir, daß er seit Mai 2011 auf einer Reise unterwegs ist und seither Ungarn, Rumänien, die Türkei, die Insel Zypern, den Libanon, Syrien, Jordanien, Israel und jetzt Ägypten bereist hat. Mit Erik habe ich gemeinsam meine Reise neun Tage lang fortgesetzt, da wir die selben Reiseziele hatten und die selbe Reiseroute reisen wollten.
In der Oase Bahariya nahmen Erik und ich vom 17.10.2011 bis zum 18.10.2011 an einer von einem Tourenveranstalter organisierten Tour durch die „Weiße Wüste“ (45) zur Oase Farafra (46) teil, wobei wir unter freiem Himmel in der Wüste übernachteten. Besonderheit der „Weißen Wüste“ sind durch Verwitterungsprozesse herauspräparierte Kalksandsteinskulpturen, die als „Pilzfelsen“ bezeichnet werden.
Von der Oase Farafra fuhren wir am 18.10.2011 per Kleinbus weiter zum Ort Mut in der Oase Dakhla (47). Hier besuchen wir am 19.10.2011 das kleine ethnologische Museum. Dieses sehenswerte Museum stellt das traditionelle Leben in der Oase Dakhla dar, das heute aufgrund der rasant verlaufenden Veränderungen, insbesondere in Folge des erheblichen Bevölkerungsanstieges in den Oasen des „New Valley“ (48), allerdings nahezu vollständig der Vergangenheit angehört. Selbst von den alten Lehmgebäuden im Altstadtzentrum von Mut sind nur wenige verfallene Ruinen erhalten, und es ist abzusehen, daß auch diese in kurzer Zeit durch die überall stattfindenden kaum geregelten Neubautätigkeiten vollständig verdrängt werden. Die vielen Menschen, die seit dem Bau des Assuan-Staudammes (49) und der Anlage des Nasser-Stausees aus ihren Siedlungsgebieten, insbesondere auch in die Oasen, umsiedeln mußten, benötigen weiteren Wohnraum. So gehen in den Oasen des „New Valley“ derzeit die landschaftlichen, historischen und architektonischen Besonderheiten verloren, die deren touristisches Potential darstellen.
Anders als in den Oasen des „New Valley“ gelingt es in der Oase Siwa unter anderen Voraussetzungen weitgehend, diese Potentiale zu erhalten und auszubauen, sodaß die Oase Siwa gerade deswegen bei den Touristen, die sie besuchen, beliebt ist. Jetzt wurde mir klar, warum man in der Oase Siwa kein Interesse daran hat, daß die Straße zwischen der Oase Siwa und der Oase Bahariya als einem Teil des „New Valleys“ in einen besseren Zustand versetzt wird. Die Folge wäre nämlich, daß sich auch in der Oase Siwa die gleichen Entwicklungen vollziehen würden, deren Folgen die Oasen des „New Valleys“ prägen.
Von der Oase Dakhla setzten Erik und ich unsere Reise am 19.10.2011 in einem überfüllten Minibus in der dort üblichen rasanten Fahrt zur Oase Kharga (50) fort. Unser nächstes Reiseziel war die Stadt Luxor am Nil. Zwar gibt es eine Straße von der Oase Kharga zur Stadt Luxor, doch auf dieser verkehrten keine öffentlichen Verkehrsmittel. So reisten wir am 20.10.2011 von der Oase Kharga weiter per Reisebus über eine 220 Kilometer lange Wüstenstraße nach Norden zur Stadt Assyut im Tal des Flusses Nil. Von dort ging es nun mit der Eisenbahn im Tal des Flusses Nil flußaufwärts zur Stadt Luxor (51).
Im Rahmen unserer Exkursionen besuchten wir in Luxor den Karnak-Tempel (52) und das Luxor-Museum (53), und im benachbarten Theben (54) das Tal der Könige (55) und den Hatschepsut-Tempel (56). Auch nahm ich dort am Morgen des 23.10.2011 an einer von einem Veranstalter angebotenen Tour im Heißluftballon teil. Mehr als ein Dutzend große Heißluftballone, deren Körbe rund 25 Passagiere fassen, erreichten bei dieser einstündigen Tour eine Höhe von rund 1000 Metern, wobei sich ein Panoramablick über die Landschaft am Niltal bot.
Unsere Reise setzten wir in Oberägypten am 23.10.2011 mit der Eisenbahn im Tal des Flusses Nil flußaufwärts fort. Unser nächstes Reiseziel war Edfu (57), wo wir den Horus-Tempel (58) besuchten. Dieser gilt als der besterhaltene antike Tempel in Ägypten. Dann fuhren wir am 23.10.2011 in einem überfüllten Minibus in einer rasanten Fahrt weiter zur Stadt Assuan (59). Hier bildet der erste Nilkatarakt traditionell die Grenze zwischen Oberägypten und Nubien. In Assuan besuchten wir das Nubische Museum (60), die Nilinsel Philae (61) und den dortigen Isis-Tempel (62) sowie die Nilinsel Elephantine (63).
Von Assuan fuhren Erik und ich am 24.10.2011 mit einem Reisebus nach Abu Simbel (64) am Nasser-Stausee (65). Hier besuchten wir die Tempel von Abu Simbel (66), d.h. den Großen Tempel von Ramses II. und den benachbarten Nefertari-Tempel. Diese beiden und weitere Tempel in Nubien waren in den Jahren 1963 bis 1968 aufgrund der Errichtung des Assuan-Staudamms und der Aufstauung des Nils zum Nasser-Stausee verlegt worden.
Am 27.10.2011 fuhr ich mit der Eisenbahn von Assuan entlang dem Niltal zurück nach Kairo, wo meine Reise endete.
Anmerkungen:
1) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Rucksacktourismus
2) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelmeerraum
3) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Region
4) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geographischer_Raum
5) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorisierung_(Kognitionswissenschaft)
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie_(Philosophie)
Kategorien sind offene Begriffssysteme zur Strukturierung der erfahrbaren
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Erfahrung
Welt.
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Welt
Eine jede Kategorienbildung ist eine notwendige Reduktion
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Reduktionismus
der in ihrer unendlichen Komplexität und Interdependenz für die Wahrnehmung
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wahrnehmung
über die menschlichen Sinne und den menschlichen Verstand
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Verstand
nicht in Gänze erfaßbaren, letztlich unendlichen Wirklichkeit
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Wirklichkeit
der Welt, um diese begreifen
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Begriff
zu können.
Kategorienbildung ist eine Grundlage einer jeden wissenschaftlichen Disziplin, und es stellt sich die Frage, was die Wissenschaftlichkeit einer wissenschaftlichen Kategorienbildung ausmacht: Jede wissenschaftlichen Kategorienbildung in jeder wissenschaftlichen Disziplin muß nach signifikanten,
Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Statistische_Signifikanz
nachvollziehbaren und überzeugend begründeten Kriterien erfolgen.
6) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Klassifizierung
7) Vgl.: Will Tondok: Ägypten individuell. Handbuch für individuelles Entdecken. 18. Auflage 2011, München (Reise Know-How Verlag).
8) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Libysche_Wüste
9) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nil
10) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Oberägypten
11) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nubien
12) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Römisches_Reich
13) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kleinasien
14) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Mesopotamien
15) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Frühgeschichte
16) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hochkultur_(Geschichtswissenschaft)
17) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsentstehung
18) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Neolithische_Revolution
19) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_August_Wittfogel
20) Vgl.: Karl August Wittvogel: Die orientalische Despotie. Eine vergleichende Untersuchung totaler Macht. 1981, Frankfurt am Main.
21) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Orientalische_Despotie
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Despotie
22) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hydraulische_Gesellschaft
23) Vgl.: https://en.wikipedia.org/wiki/Holocene#Climate
In der deutschsprachigen Wikipedia fehlt ein Artikel zum postglazialen Klimawandel.
24) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Ägyptens
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Ägypten
25) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Afrika
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Afrikas
Sowie: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Nordafrikas
26) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nubien#Geschichte
27) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Äthiopiens
28) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Expansion#Eroberung_Ägyptens
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Arabische_Eroberung_Ägyptens#Invasion_in_Nubien
29) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Arabischer_Frühling
30) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Kairo
31) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Megastadt
32) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Pyramiden_von_Gizeh
33) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ägyptisches_Museum_(Kairo)
34) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tahrir-Platz
35) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexandria
36) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_der_Große
37) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Hellenismus
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Hellenismus
38) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Ptolemäerreich
39) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bibliothek_von_Alexandria
Vgl. auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Bücherverluste_in_der_Spätantike
40) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bibliotheca_Alexandrina
41) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Oase_Siwa
42) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Orakel_von_Siwa
43) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Orakel
44) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Bahariyya
45) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Weiße_Wüste
46) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Farafra
47) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Dachla
48) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/New_Valley_Project
49) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Assuan-Staudamm
50) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Charga
51) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Luxor
52) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Karnak-Tempel
53) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Luxor-Museum
54) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Theben_(Ägypten)
55) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tal_der_Könige
56) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Totentempel_der_Hatschepsut
57) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Edfu
58) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tempel_von_Edfu
59) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Assuan
60) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Assuan#Nubisches_Museum_(Mathaf_el_Nuba)
61) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Philae_(Insel)
62) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tempel_von_Philae
63) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Elephantine
64) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Abu_Simbel
65) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Nassersee
66) Vgl.: https://de.wikipedia.org/wiki/Tempel_von_Abu_Simbel
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Rucksackreise südöstliche Mittelmeerregion – Ein Reiseerlebnisbericht. Textversion 02.
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Manfred SUCHAN
Geograf
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Über meine Reisen berichte ich auf meinen Internetseiten:
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Grenzen überschreiten, Horizinte erweitern.
Selbst sehen, was in der Welt der Fall ist.
Selbst herausfinden, wie die Welt beschaffen ist.
Denke selbst, glaube nichts, überprüfe alles.
In einer Schutzhütte am See Toneträsk in Lappland am 16.06.2015 während meiner Fahrradreise durch Skandinavien im Frühjahr 2015.
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